{"id":224382,"date":"2025-06-27T21:28:25","date_gmt":"2025-06-27T21:28:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/224382\/"},"modified":"2025-06-27T21:28:25","modified_gmt":"2025-06-27T21:28:25","slug":"verteidigung-handel-jugend-neuer-deal-zwischen-eu-und-london","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/224382\/","title":{"rendered":"Verteidigung, Handel, Jugend: Neuer Deal zwischen EU und London"},"content":{"rendered":"<p>Lange war das Verh\u00e4ltnis zwischen der Europ\u00e4ischen Union und Gro\u00dfbritannien heruntergek\u00fchlt. Der Brexit im Januar 2020 hatte f\u00fcr viel Streit bei diversen Themen gesorgt. Doch jetzt gibt es Hoffnung: Denn die EU und das Vereinigte K\u00f6nigreich stellen ihre Beziehungen derzeit neu auf. Bei einem Gipfeltreffen zwischen Spitzenvertretern der 27 EU-Staaten und der britischen Regierung in London wurden heute einige Abkommen unterzeichnet, die mehr Zusammenarbeit in diversen Punkten garantieren sollen.<\/p>\n<p>Sicherheit und Verteidigung<\/p>\n<p>Im Kern der neuen Beziehungen zwischen Br\u00fcssel und London steht wohl die engere Kooperation bei Fragen der Sicherheit und Verteidigung \u2013 auch mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Ein neu geschlossener Pakt soll es Gro\u00dfbritannien erm\u00f6glichen, am zivilen und milit\u00e4rischen Krisenmanagement der EU teilzunehmen. Au\u00dferdem k\u00f6nnte sich London an gemeinsamen Beschaffungen des Staatenbundes beteiligen.<\/p>\n<p>Daneben soll die britische R\u00fcstungsindustrie mit bekannten Unternehmen wie BAE Systems, Rolls Royce und Babcock nach Angaben der Downing Street Zugang zu einem k\u00fcnftigen EU-Verteidigungsfonds bekommen. Das 150 Milliarden Euro schwere Programm zur Wiederbewaffnung Europas mit dem Namen Safe wird aktuell zwischen den EU-Mitgliedstaaten verhandelt.<\/p>\n<p>Fischerei und Handel<\/p>\n<p>F\u00fcr \u00c4rger auf beiden Seiten des \u00c4rmelkanals hatten seit dem Brexit auch die Themen Fischerei und Handel gesorgt. Die EU hat Gro\u00dfbritannien einst wegen des Verbots des Sandaalfangs in britischen Gew\u00e4ssern verklagt. Nun gibt es eine neue Linie: In der Fischerei sollen britische und EU-Schiffe vorerst weiter in den Gew\u00e4ssern des jeweils anderen ihre Fangnetze auswerfen d\u00fcrfen. Die urspr\u00fcnglich 2026 auslaufenden Bestimmungen wurden um zw\u00f6lf Jahre verl\u00e4ngert. <\/p>\n<p>F\u00fcr britische Lebensmittelproduzenten soll es k\u00fcnftig au\u00dferdem leichter werden, ihre Erzeugnisse in die EU zu exportieren. Br\u00fcssel wird die B\u00fcrokratie f\u00fcr Waren aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich auf unbestimmte Zeit lockern. Beide Seiten wollen zus\u00e4tzlich auf gemeinsame Lebensmittel- und Pflanzenschutzstandards hinarbeiten. Die hohen Lebensmittelstandards in der EU sollen aber beibehalten werden, hie\u00df es. <\/p>\n<p>Energie und Emissionshandel<\/p>\n<p>Beide Seiten pr\u00fcfen die britische Teilnahme am internen Strommarkt der EU, den Gro\u00dfbritannien nach dem Brexit verlassen hatte. Die britische Energiebranche dr\u00e4ngt jedoch auf effizientere Stromhandelsvereinbarungen mit der EU. Im Jahr 2024 importierte Gro\u00dfbritannien rund 14 Prozent seines Stroms \u00fcber Verbindungen mit Belgien, D\u00e4nemark, Frankreich und Norwegen.<\/p>\n<p>Um britische Unternehmen von der CO2-Steuer der EU auszuklammern, sollen dar\u00fcber hinaus die Emissionshandelssysteme beider Seiten verbunden werden. Viele Unternehmen hatten das in der Vergangenheit gefordert. Branchenanalysten weisen darauf hin, dass dies wahrscheinlich die britischen Kohlenstoffpreise auf das EU-Niveau anheben w\u00fcrde. Energieunternehmen argumentieren jedoch, dass dies Kosten f\u00fcr Verbraucher senken und die Marktliquidit\u00e4t verbessern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Jugendaustausch<\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt ist ein Jugendmobilit\u00e4tsprogramm f\u00fcr Unter-30-J\u00e4hrige. Es soll das Reisen und Arbeiten zwischen Gro\u00dfbritannien und der EU erleichtern. Darin enthalten soll auch die Teilnahme am Erasmus+-Studierendenaustauschprogramm sein. Die Regierung Starmer betont aber, dass dies keine R\u00fcckkehr zur Freiz\u00fcgigkeit bedeutet. Stattdessen wird eine kontrollierte Anzahl von Personen mit begrenzter Teilnehmerzahl und Aufenthaltsdauer angestrebt. Die genaue Teilnehmerzahl wird noch diskutiert.<\/p>\n<p>EU-Kommissionspr\u00e4sidentin: Neues Kapitel der Beziehungen<\/p>\n<p>EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Wiederann\u00e4herung von Europ\u00e4ischer Union und Gro\u00dfbritannien als &#8222;historischen Moment&#8220;. &#8222;Wir beginnen ein neues Kapitel in unserer einzigartigen Beziehung&#8220;, sagte von der Leyen nach Unterzeichnung der Abkommen in London. EU-Ratspr\u00e4sident Ant\u00f3nio Costa betonte: &#8222;Wir sind Nachbarn, Verb\u00fcndete, Partner, und wir sind Freunde.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Es ist Zeit, nach vorne zu blicken&#8220;, sagte der britische Premierminister Keir Starmer in einer Erkl\u00e4rung. &#8222;Wir m\u00fcssen die alten Debatten und politischen K\u00e4mpfe hinter uns lassen und vern\u00fcnftige, praktische L\u00f6sungen finden, die das Beste f\u00fcr das britische Volk herausholen. Wir sind bereit, mit Partnern zusammenzuarbeiten, wenn wir dadurch das Leben der Menschen hier im Land verbessern k\u00f6nnen.&#8220; Die Briten rechnen damit, dass bis 2040 rund neun Milliarden Pfund in die eigene Wirtschaft eingebracht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lange war das Verh\u00e4ltnis zwischen der Europ\u00e4ischen Union und Gro\u00dfbritannien heruntergek\u00fchlt. 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