{"id":224484,"date":"2025-06-27T22:24:08","date_gmt":"2025-06-27T22:24:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/224484\/"},"modified":"2025-06-27T22:24:08","modified_gmt":"2025-06-27T22:24:08","slug":"neuwahl-der-parteifuehrung-spd-parteitag-straft-klingbeil-ab-bas-erringt-95-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/224484\/","title":{"rendered":"Neuwahl der Parteif\u00fchrung: SPD-Parteitag straft Klingbeil ab, Bas erringt 95 Prozent"},"content":{"rendered":"<p>                    Neuwahl der Parteif\u00fchrung<br \/>\n                SPD-Parteitag straft Klingbeil ab, Bas erringt 95 Prozent<\/p>\n<p>\t\t\t\t              27.06.2025, 20:11 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Nur rund zwei Drittel der SPD-Delegierten k\u00f6nnen sich zur Wiederwahl von Parteichef Lars Klingbeil durchringen. B\u00e4rbel Bas dagegen, die Co-Chefin Saskia Esken abl\u00f6st, geht mit 95 Prozent Zustimmung und viel R\u00fcckenwind vom Parteitag nach Hause.<\/strong><\/p>\n<p>Vier Monate nach dem historischen Debakel bei der Bundestagswahl hat die SPD ein neues F\u00fchrungsduo: Neben Vizekanzler Lars Klingbeil steht nun Arbeitsministerin B\u00e4rbel Bas an der Parteispitze. Zusammen sollen sie den Sozialdemokraten in einer tiefen Krise neue Orientierung geben. <\/p>\n<p>Klingbeil startet jedoch mit einem schweren D\u00e4mpfer in diese Aufgabe: Er schrammte knapp am schlechtesten Ergebnis in der Geschichte der SPD-Vorsitzwahlen vorbei. Das macht deutlich: In der SPD rumort es &#8211; vor allem wegen der zuletzt rigorosen Personalpolitik. Klingbeil hatte nach der Wahl im Februar gleich nach dem Fraktionsvorsitz gegriffen. Dabei war er wie seine bisherige Co-Chefin Saskia Esken als Parteivorsitzender f\u00fcr das Wahlergebnis zumindest mitverantwortlich.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend es in der Aussprache auf dem Berliner Parteitag vergleichsweise zur\u00fcckhaltend blieb, machten die SPD-Delegierten ihrem Unmut bei der Wahl der Parteispitze kr\u00e4ftigt Luft. Klingbeil erhielt nur 64,9 Prozent der Stimmen &#8211; das zweitschlechteste Ergebnis eines SPD-Chefs aller Zeiten. Nur Oskar Lafontaine hatte 1995 mit 62,6 Prozent noch weniger Zustimmung bekommen &#8211; anders als Klingbeil allerdings mit einem Gegenkandidaten, Rudolf Scharping.<\/p>\n<p>&#8222;Das Ergebnis ist f\u00fcr mich ein schweres Ergebnis&#8220;, sagte der Vizekanzler. Er h\u00e4tte sich gew\u00fcnscht, der ein oder andere h\u00e4tte diesen Unmut auch in der Debatte ge\u00e4u\u00dfert. Zugleich verteidigte er seine Entscheidungen der letzten Monate: &#8222;Es war richtig, dass wir uns neu aufgestellt haben, um zu St\u00e4rke zur\u00fcckzukehren.&#8220;<\/p>\n<p>Die Parteilinke Bas, die eine mitrei\u00dfende und launige Bewerbungsrede hielt, bekam dagegen kr\u00e4ftige R\u00fcckendeckung von der Partei: Die 57-J\u00e4hrige erhielt 95 Prozent der Delegiertenstimmen. Der neue Generalsekret\u00e4r Tim Kl\u00fcssendorf wurde mit 90,8 Prozent gew\u00e4hlt. Am Ende war Klingbeils Ergebnis das schlechteste des Abends &#8211; schlechter auch als das aller stellvertretenden Parteivorsitzenden. <\/p>\n<p>Trotz des miesen Ergebnisses f\u00fcr Klingbeil hat die SPD die zweitbeliebteste Sozialdemokratin und den drittbeliebtesten Sozialdemokraten zu ihren Vorsitzenden gemacht &#8211; auf Platz eins <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Vier-Neue-in-den-Top-Ten-der-beliebtesten-Politiker-article25780569.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_self\">dieses Rankings<\/a> steht nach wie vor Verteidigungsminister Boris Pistorius, sogar insgesamt, weit vor Friedrich Merz. Solide 44 beziehungsweise 41 Prozent der Deutschen sehen das Land bei Bas beziehungsweise Klingbeil in guten H\u00e4nden.<\/p>\n<p>Klingbeil \u00fcbt Selbstkritik<\/p>\n<p>In seiner Rede hatte Klingbeil Fehler im Wahlkampf und in seinem Verhalten nach der Bundestagswahl einger\u00e4umt. Er trage ohne Frage Verantwortung f\u00fcr das historisch schlechte Ergebnis von 16,4 Prozent, sagte der Vizekanzler. Er bat seine Partei fast inst\u00e4ndig, dass sie &#8222;nach einer Klartext-Aussprache \u00fcber die letzten Monate&#8220; wieder gemeinsam nach vorne schauen m\u00f6ge.<\/p>\n<p>Das schlechteste Bundestagswahl-Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik &#8211; in solchen Situationen sind schon Parteichefs zur\u00fcckgetreten. Klingbeil aber griff im Februar nach der Macht und machte sich zum Hauptansprechpartner f\u00fcr Wahlsieger Friedrich Merz bei den schwarz-roten Koalitionsverhandlungen. <\/p>\n<p>Auf dem Parteitag versicherte Klingbeil, er habe &#8222;nicht aus Selbstzweck&#8220; gehandelt, &#8222;sondern weil ich alles daf\u00fcr tun will, dass unsere Partei wieder stark wird&#8220;. Nach der Wahl habe es f\u00fcr ihn nur zwei M\u00f6glichkeiten gegeben: &#8222;Entweder ich h\u00f6re auf oder ich gehe voll in die Verantwortung f\u00fcr die SPD.&#8220; Er habe sich f\u00fcrs K\u00e4mpfen entschieden. <\/p>\n<p>Heute ist der 47-j\u00e4hrige Niedersachse Vizekanzler und f\u00fchrt mit dem Finanzministerium das m\u00e4chtigste Ressort der Bundesregierung. Auf wichtigen Positionen installierte er Vertraute. Esken dagegen sitzt k\u00fcnftig als einfache Abgeordnete im Bundestag. <\/p>\n<p>Esken beklagt H\u00e4me<\/p>\n<p>Klingbeils neue Co-Vorsitzende \u00fcbte deutliche Kritik am Umgang der Partei mit Esken. Diese habe erleben m\u00fcssen, &#8222;dass Solidarit\u00e4t nicht immer selbstverst\u00e4ndlich ist &#8211; auch nicht in der Sozialdemokratie&#8220;. Doch wenn die SPD f\u00fcr eine solidarische Gesellschaft k\u00e4mpfen wolle, m\u00fcsse sie zuallererst eine solidarische Partei sein. &#8222;Sonst glaubt uns das keiner!&#8220;<\/p>\n<p>Esken selbst hatte der &#8222;Stuttgarter Zeitung&#8220; und den &#8222;Stuttgarter Nachrichten&#8220; vor dem Parteitag gesagt, sie habe sicher auch Fehler gemacht. &#8222;Aber die Art, wie H\u00e4me \u00fcber mich ausgek\u00fcbelt worden ist, war unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig und w\u00fcrdelos.&#8220;<\/p>\n<p>Bas steht auch inhaltlich f\u00fcr die angestrebte Neuausrichtung der SPD: Die Sozialdemokraten wollen wieder mehr auf ihre traditionellen Kernthemen setzen und wieder zur &#8222;Partei der Arbeit&#8220; beziehungsweise der Arbeitnehmer werden. Mit dem Parteitag will die SPD den Prozess f\u00fcr ein neues Grundsatzprogramm ansto\u00dfen.<\/p>\n<p>Heil: &#8222;Wir m\u00fcssen interessanter werden&#8220;<\/p>\n<p>Der ehemalige Arbeitsminister Hubertus Heil, der im SPD-Personalkarussell leer ausging, findet seine Partei &#8222;zu langweilig&#8220;. &#8222;Wir m\u00fcssen wieder interessanter werden.&#8220; Die SPD habe gute Ideen, aber &#8222;kein \u00dcberma\u00df an guten Konzepten&#8220;. Er gab seiner Partei mit auf den Weg: &#8222;Streit in der Sache nicht mit autoaggressiver Selbstzerfleischung der SPD verwechseln, keine Kabale &#8211; das hatten wir, das hat uns kaputt gemacht.&#8220;<\/p>\n<p> In der Vergangenheit hatte es immer wieder heftige Machtk\u00e4mpfe und schwere inhaltliche Auseinandersetzung in den f\u00fchrenden oder ehemals f\u00fchrenden SPD-Kreisen gegeben. Nun sagte Heil: &#8222;Nicht den einen gegen den anderen ausspielen, keine Intrigen &#8211; sondern die SPD modernisieren.&#8220;<\/p>\n<p>Eine inhaltlich <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Der-Blutdruck-steigt-wenn-es-um-Frieden-Putin-und-Russland-geht-article25865522.html\" rel=\"Follow nofollow noopener\" target=\"_self\">heftige Auseinandersetzung gab es auf dem Parteitag zum Thema Krieg und Frieden<\/a>. SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius widersprach Forderungen nach einem Kurswechsel in der Russlandpolitik energisch. Die Realit\u00e4t liege auf dem Tisch, sagte Pistorius, der auf den russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin verwies. &#8222;Dieser Imperialist im Kreml will nicht verhandeln, er will keinen Frieden&#8220;, sagte er. Er warnte davor, sich wegzuducken und in Friedenssehnsucht zu fl\u00fcchten. &#8222;Und Putin, so traurig das ist, versteht nur eine Sprache. Und das ist die der St\u00e4rke, nicht der Bedrohung, aber der St\u00e4rke&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p>Pistorius antwortete auf den fr\u00fcheren SPD-Vize Ralf Stegner, der zu den Autoren eines Russland-Manifests geh\u00f6rt. Dieser hatte zuvor gefordert, &#8222;wir m\u00fcssen dar\u00fcber reden, ob diese wahnsinnige Aufr\u00fcstung insgesamt der richtige Weg ist. Wir m\u00fcssen dar\u00fcber reden, ob die Wehrpflicht die richtige Antwort ist.&#8220; Die Aufregung zeige, dass die Debatte gef\u00fchrt werden m\u00fcsse. Die Delegierten spendeten ihm auff\u00e4llig wenig Applaus.<\/p>\n<p>Er und mehrere andere prominente SPD-Politiker hatten in einem &#8222;Manifest&#8220; eine Abkehr von der R\u00fcstungspolitik sowie direkte diplomatische Gespr\u00e4che mit Moskau gefordert. Sie wandten sich zudem gegen eine Stationierung neuer amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland und gegen die Erh\u00f6hung des Verteidigungshaushalts auf 3,5 oder 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das Papier wurde als Absage an den Kurs von Klingbeil und Pistorius gewertet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neuwahl der Parteif\u00fchrung SPD-Parteitag straft Klingbeil ab, Bas erringt 95 Prozent 27.06.2025, 20:11 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":224485,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[32036,29,30,13,776,14,15,7784,16,12,184,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-224484","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-baerbel-bas","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-headlines","12":"tag-lars-klingbeil","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-parteitag","16":"tag-politik","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-spd","19":"tag-top-news","20":"tag-top-meldungen","21":"tag-topmeldungen","22":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114757675521292662","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/224484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=224484"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/224484\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/224485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=224484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=224484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=224484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}