{"id":224955,"date":"2025-06-28T02:54:13","date_gmt":"2025-06-28T02:54:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/224955\/"},"modified":"2025-06-28T02:54:13","modified_gmt":"2025-06-28T02:54:13","slug":"wie-europa-im-wettbewerb-um-die-quantentechnologie-punkten-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/224955\/","title":{"rendered":"Wie Europa im Wettbewerb um die Quantentechnologie punkten kann"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Wie Europa im Wettbewerb um die Quantentechnologie punkten kann<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/How-Europe-can-score-points-in-the-competition-for-quantum-technology-10462879.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Die Herausforderung, wie Europa im Wettrennen mit den USA und China um die Einf\u00fchrung der Quantentechnologie mithalten kann, stand im Zentrum der Debatte &#8222;Quantenjahr 2025 \u2013 Wie weit sind wir mit der Quantentechnologie?&#8220; im Berliner Basecamp von O2 Telef\u00f3nica. In ihrem Standortvergleich wiesen die Fachleute auf die Kapitalst\u00e4rke der US-Gro\u00dfinvestoren hin, nannten aber auch die Vorteile Europas.<\/p>\n<p>Das Jahr 2025 wurde von der UNESCO zum Internationalen Jahr der Quantenwissenschaften und -technologien erkl\u00e4rt, denn seit der Formulierung der Quantenmechanik durch Werner Heisenberg im Jahre 1925 sind 100 Jahre vergangen. Heutzutage sehen sich Deutschland und Europa mit einer starken internationalen Konkurrenz konfrontiert, denn die USA und China investieren massiv in die Quantentechnologie. &#8222;Wie in vielen Bereichen haben wir auch in der Quantentechnologie in Deutschland eine sehr gute Forschung&#8220;, sagte Henry Marx (SPD), Staatssekret\u00e4r f\u00fcr Wissenschaft und Forschung in der Berliner Senatsverwaltung.<\/p>\n<p>Europa stark aufgestellt<\/p>\n<p>Auch Jan Goetz, CEO und Co-Gr\u00fcnder des Quantencomputer-Herstellers IQM Quantum Computers, kam in seiner Beurteilung des Standortvergleichs zun\u00e4chst auf die europ\u00e4ischen St\u00e4rken zu sprechen: &#8222;Das ganze Feld kommt aus der Wissenschaft. Die meisten Start-ups, so auch wir, sind Spin-offs von Universit\u00e4ten. Das f\u00fchrt dazu, dass wir in Europa extrem stark aufgestellt sind. Wir haben eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Firmen in diesem Bereich als die USA.&#8220;<\/p>\n<p>Big Tech investiert Milliarden<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Herausforderung sei die Skalierung. &#8222;<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/IBM\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IBM<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Google\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Google<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Amazon\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amazon<\/a> investieren Milliarden. Drei gro\u00dfe b\u00f6rsengelistete US-Start-ups haben in den letzten Monaten mehr als 1,6 Milliarden Euro an Kapital eingesammelt&#8220;, sagte er. &#8222;Wir sind, glaube ich, das bestfinanzierte Unternehmen in Europa. Wir haben 200 Millionen Euro eingesammelt und machen gerade eine gr\u00f6\u00dfere Finanzierungsrunde. Das ist im Vergleich zu den USA, aber auch zu China relativ wenig. Da brauchen wir die Unterst\u00fctzung aus der Politik, weil wir in Europa nicht so gro\u00dfe Finanzierungsrunden stemmen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Eine L\u00f6sung sieht er in staatlich erteilten Forschungsk\u00e4ufen, auf die sich Unternehmen bewerben k\u00f6nnen, um mithilfe der \u00f6ffentlichen Finanzierung dann Produkte zu verkaufen. &#8222;Das zwingt Unternehmen wie uns dazu, produkt- und marktorientiert zu denken. Wir k\u00f6nnen dann Ums\u00e4tze verbuchen und damit Investoren hereinziehen. Wenn man sich den Hebel ansieht: Mit jedem Euro, der von der Politik als Forschungsauftrag kommt, kriegen wir mindestens das Zehnfache an Investorengeld. Das ist also viel effektiver, als wenn die Politik direkt investieren w\u00fcrde oder Zusch\u00fcsse g\u00e4be.&#8220; Durch dieses Modell gebe es in Europa mehr Quantenrechenzentren als in den USA, so Goetz. &#8222;Das hei\u00dft, wir sind da vorne mit dabei. Diese Geschichte m\u00fcssen wir mehr erz\u00e4hlen, um gegen die Milliardeninvestitionen von Konzernen ank\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Forschungsstaatssekret\u00e4r Marx blickte <a href=\"https:\/\/www.basecamp.digital\/event\/basecamp_debate-quantenjahr-2025-wie-weit-sind-wir-mit-der-quantentechnologie\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">in der Diskussion<\/a> standortpolitisch \u00fcber die Quantentechnologie hinaus. &#8222;Wir haben in Deutschland ohnehin keine politische Kultur, in der man strategische Diskussionen offen f\u00fchrt. In Frankreich drehen sie sich viel mehr um Fragen der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t und nationaler Interessen. Da sind wir in Deutschland aus gutem Grund zur\u00fcckhaltender. Trotz n\u00f6tiger Sicherheits\u00fcberlegungen ist Europas zentrales Interesse nicht, dass wir eine abgeschottete Welt haben. Denn dort gibt es weniger Ideen, Fortschritt, Wohlstand und Humanit\u00e4t, sagte Marx.<\/p>\n<p>Quanten\u00fcberlegenheit in China?<\/p>\n<p>Auf die Frage des Moderators Jakob Beautemps, wie wir denn herausfinden k\u00f6nnten, wenn die Quanten\u00fcberlegenheit in China oder woanders erreicht w\u00fcrde, antwortete Professor Oliver Benson, Quantenphysiker an der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t: &#8222;Das ist schwierig, weil niemand so eine \u00dcberlegenheit verraten m\u00f6chte. Auf der anderen Seite ist das Thema immer noch stark wissenschaftlich gepr\u00e4gt, das hei\u00dft die meisten Anwender stammen aus der Forschung und die kann nur funktionieren, wenn sie offen ist. Einerseits m\u00f6chte man in Europa eine solche Technologie also selbst besitzen, da die Zahl internationaler Partner abnimmt, andererseits ist die Offenheit zwingend notwendig. Das ist momentan ein schwieriges Spannungsfeld, das man aber so hinnehmen muss.&#8220;<\/p>\n<p>Eine der Herausforderungen f\u00fcr Fortschritte in den Quantentechnologien ist die zu kleine Zahl von Menschen, die sich zutrauen, sich mit dem komplizierten Thema wissenschaftlich oder beruflich zu besch\u00e4ftigen. In der Wissenschaft &#8222;muss man darauf schauen, dass die Faszination f\u00fcr die Quantenphysik den Ruf der Schwierigkeit hinreichend \u00fcberdeckt&#8220;, sagte Benson mit einem Schmunzeln. &#8222;Aber das ist schwer und ich kann mich nicht erinnern, dass wir je von Interessenten \u00fcberrannt wurden.&#8220; Die Studenten in seinem Fachbereich k\u00e4men \u00fcberwiegend aus dem Ausland: &#8222;Wir w\u00e4ren froh, wenn wir mehr Studierende h\u00e4tten. Man braucht eine lange Zeit, um den \u00dcberblick zu bekommen, und daher braucht man einfach einen langen Atem.&#8220;<\/p>\n<p>Goetz berichtete ebenfalls von einem sehr internationalen Umfeld in seiner Firma, in der die 330 Mitarbeiter aus 50 Nationen kommen. Bei den Entwicklern hat er keine Personalprobleme, schwieriger ist es in der Produktentwicklung und im Marketing, weil es kaum Fachkr\u00e4fte mit Erfahrung in der jungen Branche gibt. &#8222;Daher machen wir viel Ausbildung in der Firma, um diese Teams aufzubauen.&#8220; Positivere Erfahrungen dagegen machte Barbara Wellmann, Director Quantum.Link in der Beratungsfirma Deloitte: &#8222;Wann immer ich eine Stelle ausschreibe, bekomme ich sehr viele Bewerbungen. Das mag aber daran liegen, dass wir in der Beratung t\u00e4tig sind und man da nicht so tief in der Quantenphysik bewandert sein muss.&#8220;<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mack@heise.de\" title=\"Marie-Claire Koch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mack<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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