{"id":225379,"date":"2025-06-28T06:56:09","date_gmt":"2025-06-28T06:56:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/225379\/"},"modified":"2025-06-28T06:56:09","modified_gmt":"2025-06-28T06:56:09","slug":"protestaktion-gegen-untaetigkeit-der-eu-gegenueber-israel-aerzte-berichten-aus-gaza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/225379\/","title":{"rendered":"Protestaktion gegen Unt\u00e4tigkeit der EU gegen\u00fcber Israel: \u00c4rzte berichten aus Gaza"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-grey-6-180x22.svg\" width=\"180\" height=\"22\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/>WERBUNG<\/p>\n<p>Hunderte Kinderaugen blicken von Plakaten herab, Namen kleben auf dem Platz in Br\u00fcssel: Mit einer Protestaktion will die gemeinn\u00fctzige Organisation Avaaz die Politiker mit der humanit\u00e4ren Katastrophe in Gaza direkt konfrontieren. Und sie so zu entschlossenerem Handeln gegen Israels Kriegsf\u00fchrung auffordern. <\/p>\n<p>Erst diese Woche konnten sich die Staats- und Regierungschefs der EU nicht auf eine einheitliche Antwort auf Israel einigen. Das Assoziierungsabkommen bleibt weiter unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Die Unt\u00e4tigkeit der Europ\u00e4ischen Union in Bezug auf Israels Vorgehen im Gazastreifen und in den besetzten pal\u00e4stinensischen Gebieten k\u00f6nnte zu einer vollst\u00e4ndigen Erosion der internationalen Ordnung f\u00fchren und einen gef\u00e4hrlichen Pr\u00e4zedenzfall schaffen, warnte Nick Flynn, Rechtsexperte bei Avaaz.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sehen, wie die internationale, auf Regeln basierende Ordnung, f\u00fcr deren Aufrechterhaltung und F\u00f6rderung die EU gegr\u00fcndet wurde, zerf\u00e4llt&#8220;, sagte Flynn, Leiter der Rechtsabteilung der globalen Kampagnenorganisation Avaaz, gegen\u00fcber Euronews. Er f\u00fcgte hinzu, dass die Unt\u00e4tigkeit auf einen Mangel an F\u00fchrung hindeuten k\u00f6nnte, den andere zur Kenntnis nehmen und ausnutzen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die EU wird sich nicht einig, wie sie mit Israel umgehen will<\/p>\n<p>Die EU ist derzeit Israels gr\u00f6\u00dfter Handelspartner mit einem j\u00e4hrlichen Handelsvolumen von \u00fcber 45 Milliarden Euro. Erst diese Woche konnte auf dem EU-Gipfel in Br\u00fcssel keine gemeinsame Antwort auf Israels Kriegsf\u00fchrung und damit verbundene Konsequenzen gefunden werden.<\/p>\n<p>Vergangene Woche stellte der diplomatische Dienst der EU fest, dass Israel im Gazastreifen <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/06\/22\/eu-uberprufung-hinweise-auf-verletzung-der-menschenrechte-in-gaza-durch-israel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>gegen seine Menschenrechtsverpflichtungen versto\u00dfen<\/strong><\/a> hat. Als Gr\u00fcnde werden die Blockade humanit\u00e4rer Hilfe, Milit\u00e4rschl\u00e4ge gegen Krankenh\u00e4user, die Zwangsvertreibung von Pal\u00e4stinensern, Massenverhaftungen und willk\u00fcrliche Inhaftierungen genannt. In dem Dokument werden auch die Ausweitung illegaler Siedlungen in den besetzten Gebieten und die von Siedlern ausge\u00fcbte Gewalt angef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das israelische Au\u00dfenministerium <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/06\/23\/exklusiv-israel-kritisiert-eu-bericht-zu-menschenrechtsverletzungen-im-gazastreifen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>kritisierte den Bericht<\/strong><\/a> und wies ihn zur\u00fcck.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eeas.europa.eu\/archives\/delegations\/israel\/documents\/eu_israel\/asso_agree_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>In Artikel 2<\/strong><\/a> des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel, das die Handels- und diplomatischen Beziehungen regelt, hei\u00dft es, dass die Beziehungen zwischen den Vertragsparteien &#8222;auf der Achtung der Menschenrechte und der Grunds\u00e4tze der Demokratie beruhen, von denen sie sich in ihrer Innen- und Au\u00dfenpolitik leiten lassen&#8220;.<\/p>\n<p>Nach ihrem Ratsgipfel am Donnerstag konnten sich die europ\u00e4ischen L\u00e4nder jedoch nur darauf einigen, <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/06\/24\/wegen-gaza-eu-will-aussetzung-der-partnerschaft-mit-israel-uberprufen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>&#8222;die Diskussionen \u00fcber ein Folgeabkommen fortzusetzen&#8220;<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>&#8222;Israel respektiert die Menschenrechte zur Zeit ganz offensichtlich nicht, und die EU sollte jetzt handeln&#8220;, forderte der Avaaz-Rechtsexperte Flynn im Gespr\u00e4ch mit Euronews. &#8222;Sie hat die M\u00f6glichkeit, sinnvolle Sanktionen gegen Israel zu verh\u00e4ngen, zum Beispiel die Aussetzung des pr\u00e4ferenziellen Handelsstatus im Rahmen des Assoziierungsabkommens.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind hier, um die Stimmen der Kinder von Gaza in die EU zu tragen&#8220;<\/p>\n<p>Hier in Br\u00fcssel auf dem Platz will Avaaz jetzt die Krise in Gaza zeigen und die Politiker mit der Installation &#8222;Look Them in the Eyes&#8220; (Schau ihnen in die Augen) an das Leiden der Kinder im Gazastreifen erinnern. Riesige Portr\u00e4ts zeigen Hunderte pal\u00e4stinensische Kinder, die Namen wurden auf Plakate geschrieben und auf den Platz gelegt, gemeinsam mit Blumen, Pl\u00fcschtieren und anderem Spielzeug.<\/p>\n<p>Dutzende Menschen, darunter Familien und Kinder, versammelten sich, um der Kinder in Gaza zu gedenken.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind hier, um die Stimmen der Kinder von Gaza in die EU zu tragen&#8220;, sagte Avaaz-Rechtsexperte Flynn.<\/p>\n<p>Bei der Aktion waren auch mehrere freiwillige \u00c4rzte anwesend, die vor kurzem aus dem Gazastreifen zur\u00fcckgekehrt waren. Einer von ihnen ist Dr. Graeme Groom, ein britisch-irischer Traumatologe und Orthop\u00e4de. Dr. Groom operierte k\u00fcrzlich den 11-j\u00e4hrigen Adam, den einzigen \u00fcberlebenden Sohn der pal\u00e4stinensischen \u00c4rztin Alaa al-Najjar, deren neun Kinder und Ehemann im Mai bei einem israelischen Luftangriff get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p>Dr. Groom, Orthop\u00e4de am King&#8217;s College Hospital in London und Ko-Vorsitzender der IDEALS Charity, sagte, ein Drittel der Patienten, die in seinen Operationssaal k\u00e4men, seien Kinder und &#8222;alle h\u00e4tten verst\u00fcmmelte K\u00f6rper und verst\u00fcmmelte Gliedma\u00dfen&#8220;.<\/p>\n<p>Tausende Kinder haben infolge der israelischen Bombardierung Gliedma\u00dfen verloren. Im M\u00e4rz sprach die UN-Hilfsorganisation OCHA von der &#8222;gr\u00f6\u00dftenAnzahl von Kinderamputierten in der modernen Geschichte&#8220;.<\/p>\n<p>Berichte aus Gaza: &#8222;Es gibt keine S\u00e4uglingsnahrung mehr&#8220;<\/p>\n<p>Eine weitere gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die Kinder im Gazastreifen ist die Zunahme der akuten Unterern\u00e4hrung, warnte Dr. Groom.<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben heute Morgen (Mittwoch) geh\u00f6rt, dass es keine S\u00e4uglingsnahrung mehr gibt. Wenn sie nicht dringend geliefert wird, wird die Sterblichkeitsrate unter Neugeborenen astronomisch hoch sein&#8220;, sagte er Euronews.<\/p>\n<p>Dr. Groom stellte fest, dass der Zugang zu medizinischer Ausr\u00fcstung und finanziellen Mitteln zunehmend eingeschr\u00e4nkt wurde, wobei sich die Situation nach der Schlie\u00dfung des Grenz\u00fcbergangs Rafah mit \u00c4gypten im Mai 2024 und seit Beginn der israelischen Blockade f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe am 2. M\u00e4rz erheblich verschlechtert hat.<\/p>\n<p>Der britisch-irische Chirurg berichtete, dass 47 Prozent der lebenswichtigen Medikamente und 65 Prozent der Verbrauchsg\u00fcter nicht mehr vorr\u00e4tig sind.<\/p>\n<p>&#8222;Unser Bargeld wurde von 2.800 Dollar (2.388 Euro) auf etwa 300 Dollar (256 Euro) gek\u00fcrzt. Uns wurde ein Koffer zugestanden, der alle Lebensmittel f\u00fcr 28 Tage, unsere pers\u00f6nlichen Gegenst\u00e4nde, Wasser f\u00fcr vier Tage und keine Ausr\u00fcstung enthalten sollte. Man drohte uns mit dem Ausschluss, wenn wir irgendeine Ausr\u00fcstung mitbrachten, eine Schere, eine Nadel&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p>Was die Ausr\u00fcstung betrifft, so sagte Dr. Groom gegen\u00fcber Euronews aus, dass die israelischen Streitkr\u00e4fte bei der \u00dcbernahme von Krankenh\u00e4usern absichtlich wichtige Ger\u00e4te zerst\u00f6rten: &#8222;Im Al-Amal-Krankenhaus haben sie in der radiologischen Abteilung alle Kabel aller Ultraschallger\u00e4te durchgeschnitten, die f\u00fcr schwangere Frauen und verletzte Patienten verwendet werden.&#8220;<\/p>\n<p>Neben dem gravierenden Mangel an Hilfsg\u00fctern und medizinischer Ausr\u00fcstung herrscht in Gaza auch ein kritischer Mangel an \u00c4rzten und medizinischem Personal. Der Arzt sagte, dass er und seine Kollegen seit mehr als drei aufeinander folgenden Wochen jeden Tag Patienten behandeln, w\u00e4hrend unter normalen Bedingungen nur zwei oder drei Tage pro Woche zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Immer \u00f6fter werde freiwilligen Helfern die Einreise verweigert<\/p>\n<p>Trotz der dringenden Notwendigkeit stellte Dr. Groom eine Zunahme der Einreiseverweigerungen durch Israel fest. Er sagte, dass ihm sowohl im Februar als auch im M\u00e4rz die Einreise verweigert wurde, ohne jegliche Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>&#8222;Von fast 40 angemeldeten Personen wurde nur 19 der Zutritt gew\u00e4hrt. Und unter diesen 19 befand sich nur ein Arzt&#8220;, sagte er Euronews.<\/p>\n<p>Vergangenen Monat erkl\u00e4rte UNICEF, dass seit Oktober 2023 mehr als <a href=\"https:\/\/www.unicef.org\/press-releases\/unimaginable-horrors-more-50000-children-reportedly-killed-or-injured-gaza-strip\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>50.000 Kinder<\/strong><\/a> im Gazastreifen get\u00f6tet oder verletzt worden seien.<\/p>\n<p>&#8222;Die Kinder in Gaza brauchen Schutz. Sie brauchen Nahrung, Wasser und Medizin. Sie brauchen einen Waffenstillstand. Vor allem aber brauchen sie sofortige, kollektive Ma\u00dfnahmen, um den Krieg ein f\u00fcr alle Mal zu beenden&#8220;, hei\u00dft es in der Erkl\u00e4rung des UN-Kinderhilfswerks.<\/p>\n<p>Obwohl die Staats- und Regierungschefs der EU am Donnerstag beschlossen haben, dass sie sich nur darauf einigen k\u00f6nnen, <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/06\/27\/eu-gipfel-eu-findet-keine-gemeinsame-haltung-zu-israel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>die Diskussionen<\/strong><\/a>&#8222;\u00fcber die Partnerschaft zwischen der EU und Israel fortzusetzen&#8220;, sagte die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas Anfang der Woche gegen\u00fcber Euronews, dass man sich einig sei, &#8222;Druck auf Israel auszu\u00fcben&#8220;, um die Situation vor Ort zu verbessern und sicherzustellen, dass die notwendige humanit\u00e4re Hilfe die Menschen in Gaza erreicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"WERBUNG Hunderte Kinderaugen blicken von Plakaten herab, Namen kleben auf dem Platz in Br\u00fcssel: Mit einer Protestaktion will&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":225380,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[22233,331,332,1423,548,663,158,3934,3935,738,13,130,14,15,12],"class_list":{"0":"post-225379","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktivismus","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-belgien","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-europe","16":"tag-european-union","17":"tag-gazastreifen","18":"tag-headlines","19":"tag-menschenrechte","20":"tag-nachrichten","21":"tag-news","22":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114759689164893328","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/225379","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=225379"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/225379\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/225380"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=225379"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=225379"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=225379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}