{"id":225466,"date":"2025-06-28T07:45:11","date_gmt":"2025-06-28T07:45:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/225466\/"},"modified":"2025-06-28T07:45:11","modified_gmt":"2025-06-28T07:45:11","slug":"china-laesst-muskeln-spielen-exporte-seltener-erden-fallen-auf-null","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/225466\/","title":{"rendered":"&#8222;China l\u00e4sst Muskeln spielen&#8220;: Exporte seltener Erden fallen auf null"},"content":{"rendered":"<p>                    &#8222;China l\u00e4sst Muskeln spielen&#8220;<br \/>\n                Exporte seltener Erden fallen auf null<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tVon Hannes Vogel<br \/>\n\t\t\t\t              28.06.2025, 07:18 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Peking hat die Ausfuhr unersetzlicher Mineralien f\u00fcr E-Autos, Windr\u00e4der und andere Hightech-Produkte faktisch gestoppt. Auch wenn aus China Signale der Entspannung kommen: Die &#8222;Versorgungslage kann sich jederzeit weiter verschlechtern&#8220;, sagt ein H\u00e4ndler f\u00fcr die Spezialmetalle.<\/strong><\/p>\n<p>Wenige Wochen nachdem China die Ausfuhr seltener Erden beschr\u00e4nkt hat, verdichten sich die Hinweise, dass die Exporth\u00fcrden die globale Versorgung mit den kritischen Metallen massiv gef\u00e4hrden. Im Handelskrieg mit den USA hatte Peking im April erstmals seine Superwaffe abgefeuert und f\u00fcr den Verkauf von sieben unersetzlichen Mineralien f\u00fcr die Hightech-Industrie ins Ausland Exportlizenzen eingef\u00fchrt. Der Effekt der b\u00fcrokratischen Handelsh\u00fcrden war bislang unklar, weil niemand wusste, wie die chinesischen Beh\u00f6rden den Papierkram umsetzen w\u00fcrden &#8211; und ob sie den Export damit lediglich vor\u00fcbergehend verz\u00f6gern, drosseln oder ganz abw\u00fcrgen w\u00fcrden. <\/p>\n<p>Inzwischen ist klar: &#8222;China l\u00e4sst die Muskeln spielen&#8220;, sagt Tradium-Gesch\u00e4fsf\u00fchrer Matthias R\u00fcth, der einen der wichtigsten deutschen H\u00e4ndler f\u00fcr Spezialmetalle leitet. &#8222;Der chinesische Zoll blockiert seit Anfang April noch immer Ware &#8211; auch von Tradium. Und niemand kann sagen, wie lange dieser Zustand anhalten wird.&#8220; <\/p>\n<p>Laut Daten der chinesischen Zollbeh\u00f6rde sind die Exporte von Terbium und Dysprosium &#8211; zwei der sieben sogenannten schweren seltenen Erden, deren Export die Volksrepublik beschr\u00e4nkt hat &#8211; im Mai auf null gefallen, wie das Fachportal rohstoff.net berichtet. China hat ein globales Monopol auf die Produktion der unersetzlichen Metalle, aus denen vor allem Hochleistungsmagnete f\u00fcr Elektromotoren in E-Autos, Windr\u00e4dern und Hightech-Waffen hergestellt werden, die besonders hitzebest\u00e4ndig und leistungsf\u00e4hig sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auch der Export von fertigen Seltenerd-Magneten ist demnach im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um drei Viertel eingebrochen. Mit 209 Tonnen war Deutschland der zweitwichtigste Abnehmer der chinesischen Magnete weltweit. In die USA gingen sogar nur noch 46 Tonnen &#8211; ein Einbruch von mehr als 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. China hat Washingtons Versorgungslinien f\u00fcr die Dauermagnete, die in Drohnen und Marschflugk\u00f6rpern genauso unersetzlich sind wie in Lautsprechern, Festplatten und Handys, also faktisch abgeschnitten. Bei einigen Autoherstellern und Zulieferern in den USA, Japan und Deutschland standen wegen der Versorgungsengp\u00e4sse bereits die B\u00e4nder still.<\/p>\n<p>China hat den Schmerzpunkt der USA gefunden<\/p>\n<p>Der Exportstopp ist das gr\u00f6\u00dfte Druckmittel, das Peking im Zollstreit mit Donald Trump hat. Weil die Exporte zu versiegen drohten, einigten sich China und die USA im Mai in Geheimverhandlungen in Genf auf eine 90-t\u00e4gige Zollpause. Als dieser Waffenstillstand zu entgleisen drohte, vereinbarten beide Seiten im Juni in London nach zweit\u00e4gigen Marathonverhandlungen ein Rahmenabkommen. Angeblich war die Versorgung damit gerettet: &#8222;Ganze Magneten und alle n\u00f6tigen seltenen Erden, werden von China im Voraus geliefert&#8220;, postete Trump siegessicher auf Truth Social. Doch das ist alles andere als gewiss.<\/p>\n<p>Denn Terbium und Dysprosium sind bei weitem nicht die einzigen Metalle, deren Export China faktisch gestoppt hat. Die Liste wird immer l\u00e4nger: Auch Gallium f\u00fchrte die Volksrepublik im Mai nicht aus, obwohl die Exporte vor einem Jahr noch bei \u00fcber 6000 Kilo lagen. Der Handel mit Germanium, das wie Gallium f\u00fcr die Chipproduktion, Infrarotsichtger\u00e4te und Glasfasertechnik unerl\u00e4sslich ist, ging um mehr als 60 Prozent zur\u00fcck. Den Export zu drosseln, ist offenkundig eine strategische Entscheidung, die auch f\u00fcr seltene Erden nichts Gutes hoffen l\u00e4sst: &#8222;Die Welt ist von China abh\u00e4ngig. Es gibt bei seltenen Erden nahezu keine Alternative. Die Produktion im Rest der Welt betr\u00e4gt h\u00f6chstens f\u00fcnf Prozent&#8220;, sagt R\u00fcth.<\/p>\n<p>Zwar gibt es inzwischen auch Erleichterungen: Laut den USA haben beide Seiten die Details des Londoner Rahmenabkommens inzwischen finalisiert und unterzeichnet. Volkswagen etwa hat laut Insidern trotz der Exportkontrollen Lieferlizenzen zur Versorgung mit Dauermagneten aus China bekommen, nachdem der Konzern bei der Regierung in Peking vorstellig geworden ist. Zudem sind die chinesischen Zolldaten nicht vollst\u00e4ndig aussagekr\u00e4ftig, da sie mit Verz\u00f6gerung einlaufen und noch den Stand der Exporte abbilden, bevor sich Peking und Washington auf einen Waffenstillstand im Handelskrieg geeinigt hatten.<\/p>\n<p>&#8222;Die Versorgung kann sich jederzeit verschlechtern&#8220;<\/p>\n<p>Doch vieles deutete darauf, dass das Risiko alles andere als gebannt ist. L\u00e4ngst nicht alle Autoschmieden konnten sich in China eindecken: &#8222;Auch uns haben in den vergangenen Wochen Autohersteller und Zulieferer angefragt&#8220;, berichtet R\u00fcth. &#8222;Es gibt vielleicht Grund f\u00fcr etwas Optimismus, aber keine Entwarnung. Die Versorgungslage kann sich jederzeit weiter verschlechtern.&#8220;<\/p>\n<p>Denn es ist unklar, wie lange der Waffenstillstand mit der Volksrepublik h\u00e4lt: . China hat zwar erkl\u00e4rt, dass beide Seiten \u201edie Details der Rahmenvereinbarung weiter best\u00e4tigt\u201c haben. Doch aus Peking kommen weit weniger euphorische Signale als aus Washington. Die Erkl\u00e4rung des Handelsministerium erw\u00e4hnt Seltene Erden nicht einmal explizit. Sondern bekr\u00e4ftigt lediglich, man wolle \u201eExportantr\u00e4ge f\u00fcr beschr\u00e4nkte Artikel, die die Voraussetzungen erf\u00fcllen, in \u00dcbereinstimmung mit den Gesetzen genehmigen\u201c. Das l\u00e4sst jede Menge Hintert\u00fcren offen, die Versorgung jederzeit zu kappen.<\/p>\n<p>Zudem sollen die Exportlizenzen f\u00fcr seltene Erden, die China den USA in London vor etwa zwei Wochen versprochen hat, laut \u201eWall Street Journal\u201c nur befristet f\u00fcr sechs Monate gelten. UndUS-Pr\u00e4sident Donald hat der \u00dcbereinkunft zwar bereits zugestimmt &#8211; Chinas Pr\u00e4sident Xi Jinping hingegen noch nicht. Solange er nicht ja sagt, \u00e4ndert sich also an der Versorgungslage gar nichts.<\/p>\n<p>Alles h\u00e4ngt von der Umsetzung des Abkommens ab. Niemand wei\u00df, wie lange es dauern wird, den R\u00fcckstau von wom\u00f6glich zigtausenden Exportantr\u00e4gen abzuarbeiten. Und ob Peking das \u00fcberhaupt will: &#8222;Es ist nicht davon auszugehen, dass China seine Exportauflagen so kurz nach deren Einf\u00fchrung wieder zur\u00fccknimmt&#8220;, meint R\u00fcth. &#8222;Die Ma\u00dfnahmen unterstreichen den politischen Anspruch, als Rohstoffmacht ernst genommen zu werden.&#8220; Wom\u00f6glich w\u00fcrden einige Antr\u00e4ge etwas schneller bearbeitet. &#8222;An der grunds\u00e4tzlichen Linie d\u00fcrfte sich dennoch wenig \u00e4ndern.&#8220;<\/p>\n<p>Als Peking im Sommer 2023 \u00e4hnliche Exportlizenzen f\u00fcr Gallium und Germanium einf\u00fchrte, lag die Bearbeitungsdauer bei etwa 45 Tagen. Alles kommt also darauf an, was China jetzt tut, nicht was es sagt. Die Zolldaten erscheinen in der Regel mit einer Verz\u00f6gerung von etwa drei Wochen. Es kann also bis August dauern, bis die Welt wei\u00df, ob China seine Versprechen h\u00e4lt. Bis dahin ist es wom\u00f6glich schon zu sp\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;China l\u00e4sst Muskeln spielen&#8220; Exporte seltener Erden fallen auf null Von Hannes Vogel 28.06.2025, 07:18 Uhr Artikel anh\u00f6ren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":225467,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,227,170,169,29,106,303,30,171,174,105,173,172,55,10257,211],"class_list":{"0":"post-225466","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-china","10":"tag-companies","11":"tag-companies-markets","12":"tag-deutschland","13":"tag-donald-trump","14":"tag-exporte","15":"tag-germany","16":"tag-markets","17":"tag-maerkte","18":"tag-seltene-erden","19":"tag-unternehmen","20":"tag-unternehmen-maerkte","21":"tag-wirtschaft","22":"tag-xi-jinping","23":"tag-zoelle"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114759881470777033","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/225466","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=225466"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/225466\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/225467"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=225466"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=225466"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=225466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}