{"id":226012,"date":"2025-06-28T12:39:17","date_gmt":"2025-06-28T12:39:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/226012\/"},"modified":"2025-06-28T12:39:17","modified_gmt":"2025-06-28T12:39:17","slug":"hat-ein-lebensmittel-port-am-lindenauer-hafen-ueberhaupt-eine-chance-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/226012\/","title":{"rendered":"Hat ein Lebensmittel-Port am Lindenauer Hafen \u00fcberhaupt eine Chance? + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Am Ende flog dann noch das Wort \u201eFeiglinge\u201c durch den Raum, denn den Mut, einem gemeinsamen Antrag von Gr\u00fcnen und SPD zum Lebensmittel-Port am Lindenauer Hafen zuzustimmen, hatte die Stadtratsmehrheit dann doch nicht. Entsiegelung \u2013 ja. Aber einen Verkaufsort f\u00fcr landwirtschaftliche Produkte aus der Region? Ochnee, nicht so wichtig. So kann man die Haltung der Stadtratsmehrheit am 25. Juni durchaus interpretieren, die lieber dem sehr vagen Verwaltungsstandpunkt zustimmte als dem etwas forscheren Antrag von Gr\u00fcnen und SPD.<\/p>\n<p>Dass es bei den derzeit noch von der Polizei genutzten Bauten an Westufer des Lindenauer Hafens auch um das Thema Graue Energie geht und eine m\u00f6gliche Nachnutzung eben als <a href=\"http:\/\/lebensmittelport.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lebensmittel-Port<\/a>, das betonte die Gr\u00fcnen-Fraktionsvorsitzende Kristina Weyh gleich mehrfach.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/0adb5f1509ad4df58186ca7f9fb6ea97.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/2025\/06\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/2025\/06\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>\u201eWenn es ernsthaft gewollt ist, dass unsere Bauern in der Region nachhaltiger und klimagerechter produzieren, brauchen sie unsere Unterst\u00fctzung und wir brauchen kurze Wertsch\u00f6pfungsketten zum Verbraucher, um die gro\u00dfartigen Produkte bezahlbar in der Stadt anbieten zu k\u00f6nnen. Au\u00dferdem entspricht die Umsetzung solcher Themen der EKSP-Strategie der Stadt Leipzig und bietet viele M\u00f6glichkeiten, die Stadt-Umland-Beziehungen nachhaltig zu st\u00e4rken\u201c, <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025653&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2168638\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">betonten die beiden Fraktionen von Gr\u00fcnen und SPD ihr Anliegen<\/a>, eben nicht nur das Thema Entsiegelung \u2013 und damit den Komplettabriss aller Hallen an dieser Stelle \u2013 zu denken.<\/p>\n<p>\u201eDie Pl\u00e4ne f\u00fcr eine vollst\u00e4ndige Renaturierung der westlichen Seite des Lindenauer Hafens stammen aus dem Jahre 2010. Nach wie vor ist eine weitestm\u00f6gliche Entsiegelung und Renaturierung von Fl\u00e4chen erstrebenswert, ist jedoch dort zu hinterfragen, wo daf\u00fcr intakte und nachnutzbare Geb\u00e4ude abgerissen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Zugleich hat in Zeiten von Klimawandel und Zero-Waste-Strategie erg\u00e4nzend zu einem Landschaftspark auch die Produktion und der B2B Verkauf nachhaltiger Lebensmittel seinen Platz und seine Berechtigung. Dem kann mit einer Nachnutzung der vorhandenen Geb\u00e4ude entsprochen werden. Zudem entspricht der Erhalt der in den vorhandenen Geb\u00e4uden gebundenen Grauen Energie den Zielsetzungen der Stadt.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-627903\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Stadtrat-Andreas_Geisler-SPD-00009175.jpg\" alt=\"\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/>Andreas Geisler (SPD) im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Und der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Andreas Geisler sprang ihr immer wieder mit eigenen Wortmeldungen zur Seite.<\/p>\n<p>Denn die Stadt w\u00fcrde eigentlich am liebsten an den alten Abrisspl\u00e4nen festhalten, auch wenn sie <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2023542&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mit ihrer Stellungnahme<\/a> zumindest eine Pr\u00fcfung der vorgebrachten anderweitigen Nutzungen zugesteht.<\/p>\n<p>Fl\u00e4chennutzungsplan seht Gr\u00fcnfl\u00e4che vor<\/p>\n<p>Denn aktuell gelten hier zwei vom Stadtrat beschlossene Pl\u00e4ne \u2013 ein Landschaftsplan und ein Fl\u00e4chennutzungsplan aus dem Jahr 2010. Beide sehen die komplette Entsiegelung der von der Polizei genutzten Fl\u00e4chen vor und mittelfristig die Schaffung eines gro\u00dfen Sch\u00f6nauer Landschaftsparks.<\/p>\n<p>Womit die Stadt auch ihrem Ziel der Netto-Null-Versiegelung entsprechen m\u00f6chte, wie Baub\u00fcrgermeister Thomas Dienberg betonte. Hei\u00dft im Klartext: Die Stadt wartet schon seit Jahren sehns\u00fcchtig darauf, dass sie an dieser Stelle gro\u00dffl\u00e4chig entsiegeln kann als Ausgleich f\u00fcr die vielen st\u00e4dtischen Bauprojekte in der Stadt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-627904\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Stadtrat-Beigeordneter-Thomas_Dienberg-Gruene-00009181.jpg\" alt=\"\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/>Thomas Dienberg (B\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen), Beigeordneter f\u00fcr Stadtentwicklung und Bau, im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Dass das bisher nicht passiert ist, obwohl die Stadt die Fl\u00e4chen schon mit der Polizei des Freistaats getauscht hat, liegt daran, dass die Polizei diese Geb\u00e4ude urspr\u00fcnglich noch bis 2025 nutzen wollte. Inzwischen hat sie bei der Stadt sogar angefragt, ob sie bis 2030 vor Ort bleiben kann.<\/p>\n<p>Aus der Sicht von Andreas Geisler eigentlich eine ideale Gelegenheit, auch den Fl\u00e4chennutzungsplan noch einmal zu \u00fcberdenken. Und eben alles zu pr\u00fcfen, was Gr\u00fcne und SPD in der Neufassung ihres Antrags aufgeschrieben haben, nachdem die Stellungnahme der Stadt schon eine halbe Zustimmung gewesen war.<\/p>\n<p>\u201eDie Antragstellerinnen begr\u00fc\u00dfen das grunds\u00e4tzliche Interesse der Verwaltung an einem Kompromiss zwischen Ausgleichsma\u00dfnahmen, Erhalt der in den Geb\u00e4uden gebundenen Grauen Energie und einer Unterst\u00fctzung des Konzepts \u2018Lebensmittel-Port\u2019. Die Neufassung erg\u00e4nzt den Verwaltungsstandpunkt um wesentliche Punkte. Die Pr\u00fcfung eines Erhalts der Geb\u00e4ude in Bauabschnitt 3 im Rahmen des landschaftsplanerischen Wettbewerbs ist sinnvoll, um die Einbettung in den Landschaftspark zu betrachten\u201c, betonten die beiden Fraktionen.<\/p>\n<p>\u201eZugleich m\u00fcssen weitere Aspekte in der Pr\u00fcfung, wie die Frage der grunds\u00e4tzlichen Eignung der Geb\u00e4udesubstanz gepr\u00fcft werden. Bei grunds\u00e4tzlicher Eignung ist ein Erhalt anzustreben f\u00fcr eine Nachnutzung. Im Falle eines Abrisses nachnutzungsf\u00e4higer Geb\u00e4ude ist analog zur Beschlussfassung zum Alten Technischen Rathaus ein ortsnaher CO\u2082-Ausgleich der gebundenen Grauen Energie vorzunehmen. Zudem ist zu beachten, dass im derzeitigen versiegelten Zustand eine spezifische Artenvielfalt am Standort gewachsen ist, die es ggf. mit einem Teilerhalt versiegelter Fl\u00e4chen zu sichern gilt.\u201c<\/p>\n<p>Aber so recht \u00fcberzeugt war Thomas Dienberg nicht, ob hier wirklich eine Weiternutzung gewollt sein k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Auch den Tourismus mitbedenken?<\/p>\n<p>Erst recht bei dem weitergehenden Pr\u00fcfungswunsch von SPD und Gr\u00fcnen, der so klang: \u201eDie Errichtung des Lebensmittelports ist eine begr\u00fc\u00dfenswerte, gleichwohl nicht die einzige Nachnutzungsoption vor Ort. Ebenso denkbar und ggf. mit einem Lebensmittelport kombinierbar sind wasser- und radtouristische Nutzungen (Wasser- und Radwanderplatz o.\u00e4.) im unmittelbaren Hafenbereich und eine kulturelle Nutzung. Dies kann insgesamt dazu beitragen, die Angebotsvielfalt in Gr\u00fcnau und die Standortattraktivit\u00e4t des Lindenauer Hafens deutlich zu verbessern.\u201c<\/p>\n<p>Aber das ging dann AfD-Stadtrat Udo B\u00fctow irgendwie zu weit und er beantragte die Abstimmung des deutlich zur\u00fcckhaltenderen Verwaltungsstandpunkts. Und da diesmal auch die Linken das Anliegen von Gr\u00fcnen und SPD nicht unterst\u00fctzten, war es am Ende der Verwaltungsstandpunkt, der mit 33:23 Stimmen bei sieben Enthaltungen die n\u00f6tige Mehrheit fand.<\/p>\n<p>Also irgendwie der Kompromiss zum Kompromiss, der einige der Pr\u00fcfw\u00fcnsche \u00fcbernahm. Auch den zu einer Weiternutzung einiger Geb\u00e4ude und auch \u201eNutzungen einer regional orientierten Lebensmittelproduktion und -vermarktung in erhaltenen Geb\u00e4uden des Bauabschnitts 3\u201c, insofern sie \u201evertr\u00e4glich mit den Zielen des Landschaftsparks kombiniert werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Hei\u00dft im Klartext: Hauptziel ist die Herstellung des geplanten Landschaftsparks. Und nur was sich da integrieren l\u00e4sst, kann auch erhalten werden.<\/p>\n<p>Was da alles kompensiert werden soll, hatte das Planungsdezernent auch aufgelistet: \u201eIm \u2018Landschaftspark Sch\u00f6nau\u2019 sollen Eingriffe kommunaler Bauvorhaben in Natur und Landschaft in einem r\u00e4umlichen Zusammenhang mit hoher Strukturvielfalt und \u00f6kologischer Wertigkeit ausgeglichen werden. Auf dem Areal sollen anteilig Ausgleichs- und Kompensationsma\u00dfnahmen f\u00fcr Bebauungspl\u00e4ne (z. B. B-Plan Nr. 397.1 \u2018Stadtraum Bayerischer Bahnhof \u2013 Stadtquartier L\u00f6\u00dfniger Stra\u00dfe\u2019 und B-Plan Nr. 462 \u2018Schulstandort am Bahngraben\u2019) sowie f\u00fcr st\u00e4dtische Bauvorhaben (soziale Infrastruktur, gewerbliche Fl\u00e4che, Wegebau) umgesetzt werden. Ein Erhalt der Bestandsimmobilien und versiegelten Fl\u00e4chen w\u00fcrde die Kompensations- und Ausgleichsma\u00dfnahmen entsprechend reduzieren. Im negativsten Fall w\u00fcrden sich dadurch Bauvorhaben verz\u00f6gern oder als nicht umsetzbar erweisen.\u201c<\/p>\n<p>Eine Zwickm\u00fchle. Aber gerade deshalb \u2013 so Kristina Weyh \u2013 sei das alles als Pr\u00fcfauftrag formuliert worden. Erst wenn die Pr\u00fcfung vorliegt, k\u00f6nnen auch die Ratsfraktionen einsch\u00e4tzen, ob alle W\u00fcnsche vor Ort umsetzbar sind oder eben nicht.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Ende flog dann noch das Wort \u201eFeiglinge\u201c durch den Raum, denn den Mut, einem gemeinsamen Antrag von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":226013,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,71778,30,71,42994,859,1108,5329],"class_list":{"0":"post-226012","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-flaechenentsiegelung","11":"tag-germany","12":"tag-leipzig","13":"tag-lindenauer-hafen","14":"tag-sachsen","15":"tag-stadtrat","16":"tag-video"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/226012","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=226012"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/226012\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/226013"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=226012"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=226012"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=226012"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}