{"id":226824,"date":"2025-06-28T19:56:14","date_gmt":"2025-06-28T19:56:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/226824\/"},"modified":"2025-06-28T19:56:14","modified_gmt":"2025-06-28T19:56:14","slug":"arabische-gemeinden-in-israel-nach-den-iranischen-angriffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/226824\/","title":{"rendered":"Arabische Gemeinden in Israel nach den iranischen Angriffen"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>Reportage<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 28.06.2025 20:40 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Die Waffenruhe mit dem Iran h\u00e4lt. Auch in den betroffenen arabischen Gemeinden in Israel laufen die Aufr\u00e4umarbeiten. Neben den Sch\u00e4den kommt ans Licht, wie unterschiedlich das Land seine B\u00fcrger sch\u00fctzt.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/bettina-meier-107.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Bettina Meier\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/bettina-meier-109.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nHassan Shama fegt Schutt und Glassplitter im Erdgeschoss zusammen. Ein Bagger hebt Tr\u00fcmmer aus seinem Garten. Die Scheiben, die M\u00f6bel &#8211; alles im Einfamilienhaus ist zerst\u00f6rt. Nur die W\u00e4nde haben der Explosion standgehalten, sagt der \u00e4ltere Mann aus der arabischen Kleinstadt Tamra im Norden Israels.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWeil er in seinem Schutzraum war, \u00fcberlebte er den Einschlag einer ballistischen Rakete aus dem Iran, erz\u00e4hlt Hassan und wischt sich den Schwei\u00df von der Stirn. &#8222;Die Explosion war so stark. Zuerst dachte ich, die Rakete ist in mein Haus eingeschlagen.&#8220; Das Licht sei ausgegangen, berichtet er. Dann habe er den Nachbarn rufen geh\u00f6rt. &#8222;Da wusste ich, etwas Schreckliches ist passiert. Erst Corona, dann der 7. Oktober, Krieg mit der Hisbollah, mit dem Iran und als N\u00e4chstes? Es reicht!&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;Es knallte, alles war dunkel&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Rakete, die die Gr\u00f6\u00dfe eines Eisenbahnwaggons hatte, traf das Nachbarhaus direkt. Manar Khatib, ihre Schw\u00e4gerin und ihre zwei T\u00f6chter Shada und Hala, 20 und 13 Jahre alt, waren im Obergeschoss, als sie starben. Zwei Wochen ist das her. Familienvater Raja Khatib kann es immer noch nicht fassen. Er habe gerade die Haust\u00fcr ge\u00f6ffnet, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Es knallte, alles war dunkel. Ich dachte, ich sterbe. Ich wollte nach oben. Meine 16-j\u00e4hrige Tochter kam mir zitternd und mit zerzausten Haaren entgegen.&#8220; Als er nach der Mutter und den Schwestern gefragt habe, habe sie geweint, erz\u00e4hlt er schluchzend. &#8222;Die Rakete h\u00e4tte mich t\u00f6ten sollen, dann k\u00f6nnte ich in Frieden mit ihnen ruhen. Drei oder vier Sekunden und ein paar Schritte mehr &#8211; und ich w\u00e4re auch gestorben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nKhatib ist Anwalt in der Stadt. Sein Haus hatte mehrere selbst gebaute Schutzr\u00e4ume. Es sei sein Traumhaus gewesen, noch immer bringt er es nicht fertig, dorthin zur\u00fcckzukehren. Dach und W\u00e4nde sind eingebrochen. Kleiderfetzen h\u00e4ngen aus Spalten, zertr\u00fcmmerte Autos stehen neben dem Haus.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Das Haus der Familie Khatib wurde direkt von einer iranischen Rakete getroffen.\n                    <\/p>\n<p>    37.000 Einwohner &#8211; und keine \u00f6ffentlichen Bunker<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSein Nachbar Hassan Shama schaut nach dem Rechten, gerade hat er ein Raketenteil in seinem Flur gefunden. Durch ein kaputtes Fenster ist der Schuttberg zu sehen, der einst das Haus von Raja Khatib war. &#8222;Sehen sie die R\u00f6hre da. Da dr\u00fcben war ein Schutzraum, wo die Familie drin war&#8220;, sagt Hassan Shama. Die Rakete sei genau dort im Schutzraum explodiert &#8211; keine Chance, sagt der Nachbar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n60 Prozent der Einwohner von Tamra h\u00e4tten gar keine Schutzm\u00f6glichkeit, erz\u00e4hlt er. Sie m\u00fcssten sich unter Treppen verstecken, oder im Keller, wenn die Sirene ert\u00f6nt. &#8222;Die Menschen haben kein Geld, um selbst einen zu bauen.&#8220; \u00d6ffentliche Bunker gebe es in Tamra nicht &#8211; bei 37.000 Einwohnern. &#8222;Unsere j\u00fcdische Nachbargemeinde hat 1.000 &#8211; 2.000 Einwohner, und da gibt es zehn bis 20 \u00f6ffentliche Bunker. Zu uns hat die Regierung gesagt, dass sie nicht genug Geld hat.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Nachbar Hassan Shama klagt, dass es keine \u00f6ffentlichen Schutzr\u00e4ume in seinem Ort gibt.\n                    <\/p>\n<p>    Die Angst sitzt tief<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nViele Einwohnerinnen und Einwohner in Tamra f\u00fchlen sich benachteiligt. Ilham Sammar ist Mitte 60 und lebt in einem alten Haus. W\u00e4hrend des Alarms verbarrikadiert sie sich mit Enkeln und T\u00f6chtern, zu neunt in einer Abstellkammer, die keine Fenster hat. Sammar \u00f6ffnet eine T\u00fcr aus Pressspan. &#8222;Ja, das ist Holz&#8220;, sagt sie. &#8222;Das ist eben alles was ich an Schutz habe. Das ist, was Gott mir gegeben hat, und er besch\u00fctzt mich.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSammar hat zw\u00f6lf Tage Krieg mit dem Iran \u00fcberstanden. Doch die Angst sitzt tief. Die Kinder zitterten jedes Mal, wenn das Telefon klingelt, weil das immer vor den Raketen gewarnt habe, erz\u00e4hlt sie. &#8222;Die Angst kontrolliert unsere ganze Familie. Als die Rakete in Tamra einschlug und die Frauen t\u00f6tete, ist hier Panik ausgebrochen.&#8220; Viele h\u00e4tten nicht zur Arbeit gekonnt, weil es auch dort keine Schutzr\u00e4ume gegeben habe. &#8222;Wie soll man da arbeiten? Alle hatten einfach Angst.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Eine Abstellkammer ist der einzige Schutz vor Raketen f\u00fcr Ilham Sammar und ihre Familie.\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Ich m\u00f6chte die Hoffnung nicht aufgeben&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Sch\u00e4den in Tamra gehen \u00fcber das Materielle hinaus. Vielleicht k\u00f6nne er mit einer Entsch\u00e4digung vom Staat rechnen, hofft Nachbar Hassan Shama. Raja Khatib sagt, sein Haus k\u00f6nne er neu bauen &#8211; seine Familie aber komme nie wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr m\u00f6chte noch eine Botschaft loswerden: &#8222;Meine Frau war Lehrerin. Sie hat Arabisch und Hebr\u00e4isch gelehrt. Ich hoffe, dass meine Familienmitglieder die letzten Opfer sind&#8220;, sagt er. &#8222;Ich m\u00f6chte nicht, dass anderen das passiert, ob sie Muslime, Christen oder Juden sind. Wir sind alle Menschen. Meine Botschaft ist: Beendet alle Kriege!&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOhne Frieden explodiere der Nahe Osten, sagt Khatib. Sein Name, Raja, bedeute Hoffnung &#8211; &#8222;und ich m\u00f6chte die Hoffnung nicht aufgeben&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Reportage Stand: 28.06.2025 20:40 Uhr Die Waffenruhe mit dem Iran h\u00e4lt. 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