{"id":22725,"date":"2025-04-11T06:25:39","date_gmt":"2025-04-11T06:25:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/22725\/"},"modified":"2025-04-11T06:25:39","modified_gmt":"2025-04-11T06:25:39","slug":"berlin-rakete-in-wohnung-geschossen-bewaehrungsstrafe-fuer-influencer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/22725\/","title":{"rendered":"Berlin: Rakete in Wohnung geschossen \u2013 Bew\u00e4hrungsstrafe f\u00fcr Influencer"},"content":{"rendered":"<p>Im Fall des Influencers, der in der Silvesternacht eine Feuerwerksrakete in eine Berliner Wohnung schoss, spricht die Staatsanwaltschaft von Vorsatz und fordert zwei Jahre auf Bew\u00e4hrung. Das Gericht folgt der Auffassung teilweise. Der Verteidiger hatte Freispruch gefordert.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ein Influencer, der eine Silvesterrakete auf eine Berliner Wohnung abgeschossen hat, ist zu einer Bew\u00e4hrungsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach den 23-J\u00e4hrigen wegen Sachbesch\u00e4digung schuldig. Den angeklagten Vorwurf der versuchten schweren Brandstiftung und versuchten gef\u00e4hrlichen K\u00f6rperverletzung sah es nicht best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Der Influencer hatte am fr\u00fchen Abend des 31. Dezember 2024 eine Rakete in Richtung eines Mehrfamilienhauses in Neuk\u00f6lln geschossen. Sie durchschlug ein Fenster und explodierte im Schlafzimmer eines Ehepaars, das sich im Nebenzimmer aufhielt. Nur der schnellen Reaktion des Bewohners, der die \u00dcberreste der Rakete aus dem Fenster warf, war es laut Anklage zu verdanken, dass kein Brand entstand.<\/p>\n<p>Durch die Rakete wurden Teile des Inventars besch\u00e4digt, verletzt wurde niemand. Der Beschuldigte und seine Freunde flohen nach der Tat und ver\u00f6ffentlichten ein Video davon in Onlinemedien. Am n\u00e4chsten Tag kehrten sie zu dem Haus zur\u00fcck, um sich bei dem Bewohner zu entschuldigen.<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft hatte eine zweij\u00e4hrige Bew\u00e4hrungsstrafe gefordert. Er gehe davon aus, dass der pal\u00e4stinensische Influencer vors\u00e4tzlich gehandelt habe, sagte Staatsanwalt Tobias Dettmer in seinem Pl\u00e4doyer am Mittwoch vor dem Berliner Landgericht. Der Anwalt des Angeklagten, Axel Czapp, forderte hingegen Freispruch f\u00fcr seinen Mandanten.<\/p>\n<p>Der Beschuldigte habe aus purem Eigennutz gehandelt und die Aufmerksamkeit, die er mit der Aktion erzielen wollte, allen anderen Aspekten untergeordnet, sagte Staatsanwalt Dettmer vor Urteilsverk\u00fcndung. H\u00e4tte sich ein Mensch in dem Zimmer aufgehalten, h\u00e4tte dieser durch die Rakete verletzt werden k\u00f6nnen. Wenn niemand zu Hause gewesen w\u00e4re, h\u00e4tte zudem ein Brand entstehen k\u00f6nnen. Eine Sachverst\u00e4ndige habe von einem \u00e4hnlichen Fall berichtet, bei dem eine K\u00fcche vollst\u00e4ndig ausgebrannt sei, sagte Dettmer.<\/p>\n<p>Die Angabe des Angeklagten, er sei davon ausgegangen, dass die Rakete in Richtung Himmel fliegen w\u00fcrde, halte er f\u00fcr eine Schutzbehauptung, sagte der Staatsanwalt. Auf dem Video sei nicht zu erkennen, dass der Arm absinke. Er beantragte, den Angeklagten wegen versuchter schwerer Brandstiftung, versuchter schwerer K\u00f6rperverletzung und Sachbesch\u00e4digung zu verurteilen.<\/p>\n<p>Die Sachbesch\u00e4digung sei durch die Untersuchungshaft bereits verb\u00fc\u00dft, argumentierte der Verteidiger<\/p>\n<p>Es sei nicht belegt, dass der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/auslaenderkriminalitaet\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/themen\/auslaenderkriminalitaet\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Angeklagte<\/a> die Rakete zielgerichtet auf das Haus geschossen habe, argumentierte hingegen Verteidiger Czapp. Das Gesicht seines Mandanten sei nicht zu sehen gewesen. Er gehe davon aus, dass er darauf bedacht war, sich selbst nicht zu verletzen. Zudem habe der Angeklagte nicht damit rechnen k\u00f6nnen, dass das Fenster zu Bruch gehe.<\/p>\n<p>Die Beweisaufnahme habe zudem ergeben, dass es nicht zu einer Flammenbildung in dem Zimmer gekommen sei, so Czapp. Der Bewohner, der als Zeuge vernommen wurde, habe berichtet, dass er nichts l\u00f6schen musste und nur glimmende Papierreste vorgefunden habe.<\/p>\n<p>Er sehe nur die Sachbesch\u00e4digung als erwiesen an, sagte der Verteidiger. Die Strafe f\u00fcr diese habe sein Mandant durch die dreimonatige Untersuchungshaft aus seiner Sicht bereits verb\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Der Influencer war am 4. Januar am Flughafen Berlin-Brandenburg festgenommen worden, als er ausreisen wollte. Zuvor hatte er sich seinem Anwalt zufolge bei der Polizei erkundigt, ob etwas gegen ihn vorliege. Dies sei aber an Verst\u00e4ndigungsproblemen gescheitert, sagte Czapp.<\/p>\n<p>AFP\/dpa\/luz\/s\u00e4d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Fall des Influencers, der in der Silvesternacht eine Feuerwerksrakete in eine Berliner Wohnung schoss, spricht die Staatsanwaltschaft&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":18556,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,4852,29,30,682,110,2552,2281,45],"class_list":{"0":"post-22725","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-brandstiftung","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-koerperverletzung","13":"tag-newsteam","14":"tag-sachbeschaedigung","15":"tag-silvester","16":"tag-texttospeech"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114317906641409561","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22725","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22725"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22725\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18556"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22725"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22725"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22725"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}