{"id":22762,"date":"2025-04-11T06:49:23","date_gmt":"2025-04-11T06:49:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/22762\/"},"modified":"2025-04-11T06:49:23","modified_gmt":"2025-04-11T06:49:23","slug":"eine-liebe-in-afghanistan-von-deutschland-verraten-ndr-de-fernsehen-sendungen-a-z-panorama-sendungsarchiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/22762\/","title":{"rendered":"Eine Liebe in Afghanistan: Von Deutschland verraten | NDR.de &#8211; Fernsehen &#8211; Sendungen A-Z &#8211; Panorama &#8211; Sendungsarchiv"},"content":{"rendered":"<p>\nStand: 10.04.2025 06:00 Uhr\n<\/p>\n<p class=\"preface\">Deutschland hatte versprochen, Tausende gef\u00e4hrdete Afghanen in Sicherheit zu bringen. Aber die Beh\u00f6rden sind so langsam, dass es f\u00fcr manche bereits zu sp\u00e4t ist &#8211; wie f\u00fcr Khadija Panahi.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Armin Ghassim<\/p>\n<p>Als Mohsen Qiasi und Khadija Panahi im Oktober 2022 ihren Antrag f\u00fcr das deutsche Bundesaufnahmeprogramm abschicken, glauben sie noch an eine gemeinsame Zukunft in Deutschland. Das Ehepaar ist jung, liberal, mutig &#8211; als freies Kamerateam in Afghanistan haben sie auch f\u00fcr das ARD-Magazin Panorama und STRG_F\u00a0gearbeitet.\u00a0<\/p>\n<p>Deutschland hatte nach der Macht\u00fcbernahme der Taliban 2021 versprochen, solche besonders gef\u00e4hrdeten Afghaninnen und Afghanen nach Deutschland zu holen. Bis zu 1.000 Personen sollten monatlich \u00fcber das Bundesaufnahmeprogramm (BAP) aufgenommen werden. Doch zwischen Versprechen und Wirklichkeit lagen schon damals Welten. Nach einem Jahr hatte Deutschland 13 Personen tats\u00e4chlich aufgenommen. 13 anstatt der angek\u00fcndigten 12.000.\u00a0<\/p>\n<p>Auch Mohsen und Khadija hatten bereits ein Jahr auf eine Antwort von deutschen Beh\u00f6rden gewartet.<\/p>\n<p>Die Bombe detoniert auf dem Heimweg<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/screenshot1918570_v-contentgross.jpg\" class=\"zoomimage\" title=\"Khadija ist auf dem Heimweg, als der Sprengsatz direkt neben ihrem Bus explodiert. \u00a9 Screenshot\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/screenshot1918570_v-contentgross.jpg\" alt=\"Brennendes Buswrack nach einem Bombenanschlag in Kabul \u00a9 Screenshot \" title=\"Brennendes Buswrack nach einem Bombenanschlag in Kabul\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><br \/>\nKhadija ist auf dem Heimweg, als der Sprengsatz direkt neben ihrem Bus explodiert.<\/p>\n<p>Dann, der 6. Januar 2024. Khadija ist gerade im Bus auf dem Weg zur\u00fcck vom Englisch-Kurs. Das Ehepaar geh\u00f6rt der ethnischen und religi\u00f6sen Minderheit der Hazara an, die vorwiegend im Stadtteil Barchi in Kabul leben. Das macht sie zus\u00e4tzlich zum Feindbild von Islamisten. In diesem Stadtteil kommt es zu dieser Zeit immer wieder zu Anschl\u00e4gen von IS-Terroristen. So auch an diesem Tag.<\/p>\n<p>Die Bombe detoniert direkt am Bus, in dem Khadija gerade nach Hause f\u00e4hrt. Der Bus brennt vollst\u00e4ndig aus. Khadija stirbt.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Ich h\u00e4tte niemals gedacht, dass sie auf diese Art geht. Das hatte sie nicht verdient. Wir hatten noch so viele Tr\u00e4ume&#8220;, schreibt Mohsen zwei Tage nach dem schlimmsten Tag seines Lebens.\u00a0Wenige Monate sp\u00e4ter kommt die Aufnahmezusage aus Deutschland &#8211; f\u00fcr Khadija zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p>Tausende Afghanen warten in Pakistan auf ihre Ausreise<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/screenshot1918572_v-contentgross.jpg\" class=\"zoomimage\" title=\"Panorama-Autor Armin Ghassim (links) mit Khadija Panahi (Mitte) und Mohsen Qiasi (rechts). \u00a9 Screenshot\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/screenshot1918572_v-contentgross.jpg\" alt=\"Panorama-Autor Armin Ghassim (links) mit Khadija Panahi (Mitte) und Mohsen Qiasi (rechts). \u00a9 Screenshot \" title=\"Panorama-Autor Armin Ghassim (links) mit Khadija Panahi (Mitte) und Mohsen Qiasi (rechts).\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><br \/>\nPanorama-Autor Armin Ghassim (links) mit Khadija Panahi (Mitte) und Mohsen Qiasi (rechts).<\/p>\n<p>Um die deutsche Zusage einzul\u00f6sen, wird Mohsen aufgefordert, nach Pakistan auszureisen, wo er auf einen Termin zur weiteren Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung in der deutschen Botschaft in Islamabad warten m\u00fcsse. Er reist dorthin &#8211; seitdem wartet er, mittlerweile seit acht Monaten.<\/p>\n<p>Wie Mohsen harren in Islamabad etwa 2.800 Afghaninnen und Afghanen mit g\u00fcltiger Aufnahmezusage aus Deutschland aus. Auch sie warten &#8211; auf Papiere, auf eine Entscheidung, auf ihr Leben. Doch die Stimmung in Deutschland hat sich gedreht. Mit jeder Debatte \u00fcber Abschiebungen, mit jedem Attentat. Auch durch T\u00e4ter aus Afghanistan. Die Empathie von einst ist einem politischen \u00dcberbietungswettbewerb der Abschottung gewichen.\u00a0<\/p>\n<p>Neue Bundesregierung will Programm beenden<\/p>\n<p>Jetzt will die kommende Bundesregierung das Bundesaufnahmeprogramm endg\u00fcltig beenden. Was mit denen passiert, die l\u00e4ngst eine deutsche Zusage haben, wei\u00df niemand. Auf Anfrage von Panorama teilen Union und SPD mit, dass sie sich derzeit nicht zu dieser Frage \u00e4u\u00dfern m\u00f6chten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Mohsen und die anderen geht es um ihr Leben. Und darum, ob ein Land sein Versprechen h\u00e4lt &#8211; oder es zu sp\u00e4t kommt. Wie bei Khadija.<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/aufnahmeprogramm100_v-contentgross.jpg\" alt=\"Demonstration f\u00fcr die Aufnahme gef\u00e4hrdeter afghanischer Ortskr\u00e4fte vor dem Bundeskanzleramt (Archiv). \u00a9 picture alliance \/ Geisler-Fotopress Foto: Ben Kriemann\" title=\"Demonstration f\u00fcr die Aufnahme gef\u00e4hrdeter afghanischer Ortskr\u00e4fte vor dem Bundeskanzleramt (Archiv).\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nMit dem Bundesaufnahmeprogramm sollen besonders gef\u00e4hrdete Afghaninnen und Afghanen ein Visum f\u00fcr Deutschland erhalten. Panorama offenbart erstmals Inhalte der &#8222;Sicherheitspr\u00fcfung.&#8220;<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Rettung von Afghanen: Wieder ein gebrochenes Versprechen\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/panorama\/archiv\/2024\/Rettung-von-Afghanen-Wieder-ein-gebrochenes-Versprechen,bundesaufnahmeprogramm102.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/afghanistan1488_v-contentgross.jpg\" alt=\"Mariam Nooris Gro\u00dfvater \u00a9 NDR \" title=\"Mariam Nooris Gro\u00dfvater\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nVom erbitterten Gegner der Taliban wurde Mariam Nooris Gro\u00dfvater zum Unterst\u00fctzer. Warum hat er seine Meinung ge\u00e4ndert? Zusammen mit dem Kollegen Armin Ghassim reist sie nach Afghanistan, um ihn zu verstehen.<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Afghanistan: Besuch bei den Taliban\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/panorama\/archiv\/2022\/Afghanistan-Besuch-bei-den-Taliban,afghanistan1470.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p>Dieses Thema im Programm:<\/p>\n<p>Das Erste |<br \/>\nPanorama |<br \/>\n10.04.2025 | 21:45 Uhr<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/ndr_printlogo.gif\" alt=\"NDR Logo\" title=\"NDR Logo\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 10.04.2025 06:00 Uhr Deutschland hatte versprochen, Tausende gef\u00e4hrdete Afghanen in Sicherheit zu bringen. 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