{"id":227776,"date":"2025-06-29T05:12:10","date_gmt":"2025-06-29T05:12:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/227776\/"},"modified":"2025-06-29T05:12:10","modified_gmt":"2025-06-29T05:12:10","slug":"queerfeindliche-gewalt-nimmt-zu-und-verunsichert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/227776\/","title":{"rendered":"Queerfeindliche Gewalt nimmt zu und verunsichert"},"content":{"rendered":"<p>Vorlesen<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline group grid items-center rounded-8 bg-whitelilac text-black grid-cols-[min-content_34px] gap-8 px-8 py-[6px] text-12 hover:bg-magenta hover:text-whitelilac hover:dark:text-salemsfur\" href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAqBwgKMOO9twsw8NjOAw\" aria-label=\"Auf Google News folgen\">News folgen<\/a><img style=\"--width:16;--height:16\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/muenchen.t-online.de\/s\/paper\/_next\/static\/media\/sharing-menu-icon.1eb71368.svg\" alt=\"Teilen Menu auf machen\" title=\"Teilen Menu auf machen\" class=\"block h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)] w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)] max-w-none group-hover:contrast-200 group-hover:grayscale group-hover:invert dark:group-hover:invert dark:contrast-200 dark:grayscale dark:invert\" decoding=\"async\"\/>Artikel teilen<\/p>\n<p class=\"font-bold text-18 leading-17\">Beleidigungen, Bedrohungen, \u00dcbergriffe: Queerfeindliche Gewalt ist in M\u00fcnchen auf dem Vormarsch. Beraterin Leonie L. von der Fachstelle &#8222;Strong!&#8220; erkl\u00e4rt im Interview, warum viele Betroffene nicht zur Polizei gehen \u2013 und was sich \u00e4ndern muss.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">M\u00fcnchen steckt mitten in den Pride Weeks 2025 und feiert als gro\u00dfes Highlight am Samstag, 28. Juni, die gro\u00dfe CSD-Parade. Doch die Vorfreude ist getr\u00fcbt. Denn queerfeindliche Gewalt nimmt in der Stadt zu. Im vergangenen Jahr z\u00e4hlte die Fachstelle &#8222;Strong!&#8220; 289 gemeldete Vorf\u00e4lle \u2013 59 mehr als noch 2023. Die Spannbreite reicht von allt\u00e4glichen Diskriminierungen bis hin zu schwerer Gewalt. Auch die offiziellen Zahlen der Staatsregierung zeigen: F\u00fcr 2024 wurden bisher 177 queerfeindliche Straftaten angezeigt.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Was bedeuten diese Entwicklungen f\u00fcr queere Menschen im Alltag? Und warum wenden sich viele Betroffene nicht an die Beh\u00f6rden? Dar\u00fcber hat t-online mit Leonie L. gesprochen. Sie ist Beraterin bei &#8222;Strong!&#8220;, einer Anlaufstelle f\u00fcr von queerfeindlicher Gewalt betroffene Personen in Bayern. Aus Sicherheitsgr\u00fcnden tritt sie \u00f6ffentlich nur mit ihrem Vornamen und abgek\u00fcrztem Nachnamen auf.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">t-online: Frau L., die aktuellen Zahlen zeigen: Queerfeindliche \u00dcbergriffe in M\u00fcnchen nehmen zu. Wie erleben Sie pers\u00f6nlich die Stimmung in der Stadt?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Leonie L.:<\/strong> Ich erlebe M\u00fcnchen trotz der steigenden Fallzahlen weiterhin als vielf\u00e4ltige und offene Stadt mit vielen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr LGBTIQ* Personen. Gleichzeitig bemerke ich trotzdem, dass sich viele queere Menschen vermehrt Gedanken um Sicherheit machen und Sorgen \u00fcber Diskriminierung und Gewalt haben. Diese beiden Aspekte existieren gleichzeitig und zeigen eine Parallele zur gesellschaftlichen Stimmung: Es gibt mehr CSDs als je zuvor und queere Menschen haben in den letzten Jahrzehnten viele Rechte errungen, und dennoch wird der Ton rauer und Diskriminierung wieder pr\u00e4senter.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Welche Formen von Diskriminierung oder Gewalt begegnen queeren Menschen in M\u00fcnchen besonders h\u00e4ufig?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Das, was wir am h\u00e4ufigsten berichtet bekommen, sind Bel\u00e4stigungen, darunter fassen wir unter anderem Beleidigungen, Bedrohungen und Einsch\u00fcchterungen. Aber auch Alltagsdiskriminierungen sowie k\u00f6rperliche und sexuelle \u00dcbergriffe nehmen zu: Queerfeindlichkeit gibt es leider \u00fcberall. Festzuhalten ist aber auch, dass unsere Zahlen nicht repr\u00e4sentativ sind und insbesondere Alltagsdiskriminierungen h\u00e4ufig nicht wirklich erfasst werden.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Immer wieder zeigen Betroffene \u00dcbergriffe nicht an. Warum?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Viele queere Betroffene erstatten keine Anzeige, weil sie den juristischen Aufwand scheuen, kaum Erfolgschancen sehen oder Angst vor Repressalien haben \u2013 etwa durch Abh\u00e4ngigkeiten am Arbeitsplatz, im sozialen Umfeld oder im Bereich Wohnen. Zudem fehlt h\u00e4ufig das Vertrauen in die Polizei, vor allem bei mehrfach diskriminierten Menschen. Um Vertrauen aufzubauen, braucht es sensibilisierte Ansprechpersonen bei Polizei und Justiz, niedrigschwellige Unterst\u00fctzungsangebote sowie \u00f6ffentlichen R\u00fcckhalt f\u00fcr queere Realit\u00e4ten. Projekte wie &#8222;Strong!&#8220; bieten dabei anonyme Melde- und Beratungswege an und k\u00f6nnen Br\u00fccken zwischen Betroffenen und Beh\u00f6rden schlagen.<\/p>\n<p class=\"pt-8 text-14 md:pt-8 leading-17\">Die Fachstelle &#8222;Strong!&#8220; ist ein Beratungs- und Meldesystem f\u00fcr von queerfeindlicher Gewalt Betroffene in Bayern. Dabei versteht sie sich als Br\u00fccke zwischen Betroffenen, Community und Beh\u00f6rden. Sie bietet anonyme Unterst\u00fctzung, vermittelt Hilfsangebote und dokumentiert Vorf\u00e4lle, um gesellschaftliche Entwicklungen sichtbar zu machen. Die Tr\u00e4gerschaft liegt beim Verein &#8222;Queer Leben Bayern e. V.&#8220;, die Arbeit wird vom Bayerischen Sozialministerium gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Queerfeindlichkeit ist und bleibt ein Problem. Was macht das im Alltag mit den Betroffenen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Das angespannte gesellschaftliche Klima f\u00fchrt bei queeren Menschen zu wachsender Unsicherheit, R\u00fcckzug, Selbstzensur und psychischen Belastungen. Beispielsweise berichten viele queere Personen davon, auf Hin- und R\u00fcckwegen von CSDs ihre Regenbogenflaggen zu verstecken oder am Arbeitsplatz Fragen zu ihrem Privatleben auszuweichen. Ratsuchende \u00e4u\u00dfern Angst vor Anfeindungen, analog und online, und f\u00fchlen sich oft nicht sicher. Zeitgleich bemerken wir aber auch einen wachsenden Zusammenhalt und Engagement aus der Community gegen Queerfeindlichkeit.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">In den USA erleben wir unter Trump erneut eine gezielte Einschr\u00e4nkung queerer Rechte. Gibt es Sorge, dass solche Dynamiken auch nach Europa schwappen k\u00f6nnten?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Ja, diese Sorgen gibt es in der Community definitiv. In Teilen von Europa sehen wir bereits R\u00fcckschritte in der Offenheit gegen\u00fcber LGBTIQ* Personen und in der rechtlichen Lage. Die zunehmenden Vorf\u00e4lle in Bayern zeigen, dass Queerfeindlichkeit auch bereits hier angekommen ist. Dennoch sehen wir die Entwicklungen der letzten Jahre, wie die Einf\u00fchrung des Selbstbestimmungsgesetzes, als wichtige und positive Schritte f\u00fcr die Situation queerer Menschen in Deutschland.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Sie begleiten Menschen, die t\u00e4glich mit Diskriminierung leben. Gibt es eine Geschichte, eine Begegnung, die Sie nicht mehr losgelassen hat?<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"VorlesenNews folgenArtikel teilen Beleidigungen, Bedrohungen, \u00dcbergriffe: Queerfeindliche Gewalt ist in M\u00fcnchen auf dem Vormarsch. 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