{"id":228510,"date":"2025-06-29T11:57:09","date_gmt":"2025-06-29T11:57:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/228510\/"},"modified":"2025-06-29T11:57:09","modified_gmt":"2025-06-29T11:57:09","slug":"wie-viel-open-source-steckt-noch-in-muenchen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/228510\/","title":{"rendered":"Wie viel Open Source steckt noch in M\u00fcnchen? &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t ist das Gebot der Stunde. Mit einem erratisch agierenden US-Pr\u00e4sidenten merkt Europa gerade, wie abh\u00e4ngig es bei digitalen Diensten von gro\u00dfen US-Konzernen wie <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Microsoft\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Microsoft<\/a>, Google, Apple oder Amazon ist. Nicht anders ist das bei der Stadt <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcnchen<\/a>. Die Leiterin des IT-Referats, Laura Dornheim, sprach am Freitag auf dem Digitaltag der Stadt, zu dem 450 interessierte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ins IT-Rathaus am Agnes-Pockels-Bogen gekommen waren, von einem \u201eWake-up-call\u201c.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eDonald Trump lehrt uns, wie wichtig es ist, zu diversifizieren und nicht nur auf ein Pferd zu setzen\u201c, sagte Dornheim. Und ein Hebel, um nicht in Abh\u00e4ngigkeiten bei der digitalen Transformation zu geraten, sei Open-Source-<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Software\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Software<\/a>. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Open_Source\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Open Source<\/a> hei\u00dft, dass die Entwicklerinnen und Entwickler den Quellcode ihrer Programme ver\u00f6ffentlichen. Er ist f\u00fcr jeden (der sich auskennt) einsehbar und kann ohne Lizenzgeb\u00fchren genutzt und weiterentwickelt werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Nun hat die Stadt M\u00fcnchen eine eher wechselvolle Geschichte mit dem Thema: 2003 hatte der Stadtrat beschlossen, die Verwaltung auf Open-Source-Software umzustellen \u2013 weg von Windows und Office. Die Stadt wollte nicht nur teure Lizenzkosten f\u00fcr den US-Techkonzern Microsoft einsparen, die Verwaltung sollte auch unabh\u00e4ngiger und flexibler, heute w\u00fcrde man sagen: digital souver\u00e4ner werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Doch das <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Linux\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Linux<\/a>-Projekt namens LiMux scheiterte im Jahr 2017, nach nur drei Jahren Einsatz in der Verwaltung. Das Programm sei zu kompliziert und nicht mit anderen Anwendungen kompatibel. Man wolle zur\u00fcck zum \u201eIndustriestandard\u201c, sagte seinerzeit Oberb\u00fcrgermeister Dieter Reiter.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die 43 000 st\u00e4dtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen also mittlerweile wieder Word, Outlook und PowerPoint. Doch sie, und auch die 1,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt, kommen durchaus in Kontakt mit Open-Source-Anwendungen; auch wenn sie das auf den ersten Blick nicht erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">M\u00fcnchen bietet mittlerweile rund <a href=\"https:\/\/stadt.muenchen.de\/infos\/online-services.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">300 digitale Dienstleistungen an<\/a>, vom Anmelden des Hauptwohnsitzes \u00fcber das Beantragen des Anwohnerparkausweises bis zum Stellen eines Bauantrags. 100 davon basieren auf Open-Source-Software, sagte am Freitag Dirk Gernhardt, der Open-Source-Beauftragte der Stadt und Leiter der Entwicklungsabteilung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">M\u00fcnchen hat sich mit dem Ende von LiMux also keineswegs von offener und freier Software verabschiedet \u2013 auf der Website <a href=\"http:\/\/www.opensource.muenchen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">opensource.muenchen.de<\/a>\u00a0kann sich jeder ein Bild davon machen und sich die Projekte anschauen.\u00a0 Eines davon ist beispielsweise \u201eZammad\u201c (bayerisch f\u00fcr \u201ezusammen\u201c). Das System teilt den M\u00fcnchnerinnen und M\u00fcnchnern mit, wie weit die Bearbeitung ihres digitalen Anliegens bereits gediehen ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die Stadt hat sich mittlerweile dem Grundsatz \u201epublic money, public code\u201c verpflichtet, also dass \u00f6ffentliche Gelder in offene Software flie\u00dfen sollen. So muss seit Januar 2024 bei neuen Projekten gepr\u00fcft werden, ob eine Open-Source-Alternative zu kommerzieller und propriet\u00e4rer Software m\u00f6glich und sinnvoll ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eDas hat den Effekt, dass Open Source im Entscheidungsprozess st\u00e4rker eingebunden wird\u201c, sagt Gernhardt. Allerdings gebe es in manchen Fachbereichen so spezielle Anforderungen, dass sich f\u00fcr diese oft keine ausgereiften alternativen L\u00f6sungen finden lassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-it-sicherheit-cyberangriffe-hacker-laura-dornheim-lux.9b43jxMdtF7tH7TCoH1buc\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;wie_sich_die_stadt_muenchen_gegen_cyber_angriffe_schuetzt&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;politik_muenchen&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;lux.9b43jxMdtF7tH7TCoH1buc&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;metered&quot;,&quot;section&quot;:&quot;muenchen&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedemuenchenmuenchen-it-sicherheit-cyberangriffe-hacker-laura-dornheim-lux9b43jxMdtF7tH7TCoH1buc\" class=\"css-14tg8sh\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/5081b9c9-27be-46b1-b9e9-f720cf7c0b78.jpeg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>IT-Sicherheit<\/p>\n<p>:Wie sich die Stadt M\u00fcnchen gegen Cyber-Angriffe sch\u00fctzt<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Die digitale Infrastruktur von Kommunen vor Kriminellen abzuschirmen, wird immer wichtiger. In M\u00fcnchen gibt es darum nun eine eigene Hauptabteilung im IT-Referat. Pro Monat werden hier allein vier Millionen Phishing- oder Spam-Mails aussortiert. Es ist ein Rennen gegen die Zeit.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die IT-Landschaft der gr\u00f6\u00dften Kommunalverwaltung Deutschlands mit 15 verschiedenen Referaten ist extrem vielf\u00e4ltig. \u201eWir sind kein Industrieunternehmen, das sagen kann, wir fokussieren uns auf unsere Kernkompetenz\u201c, sagt Gernhardt. \u201eKlar, wir geben Personalausweise aus, aber im Gesundheitsamt arbeiten \u00c4rzte, und die brauchen Software, um R\u00f6ntgenger\u00e4te zu betreiben. Im Baureferat arbeiten Ingenieure, die CAD-Systeme am Laufen haben.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Einfacher sei die Software-Frage bei den Servern im st\u00e4dtischen Rechenzentrum zu beantworten. Zwar haben man durchaus auch Windows-Server, aber die meisten laufen mit Linux, so Gernhardt. Ungef\u00e4hr 20 Prozent der genutzten Software entwickle man im Haus selbst, 80 Prozent werden eingekauft.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Nun wurde M\u00fcnchen vom Branchenverband Bitkom 2024 zum zweiten Mal nacheinander zur \u201esmartesten Stadt\u201c Deutschlands gek\u00fcrt, vor Hamburg und K\u00f6ln. Und so k\u00f6nnte man auf die Idee kommen, dass sich die St\u00e4dte untereinander austauschen und vielleicht auch gemeinsam eine Software entwickeln oder die einer anderen Kommune nutzen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Zwar gibt es mittlerweile die Plattform\u00a0<a href=\"https:\/\/opencode.de\/de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">opencode.de<\/a>, die\u00a0vom Zentrum f\u00fcr Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t der \u00d6ffentlichen Verwaltung (ZenDiS) betrieben wird und auf der Verwaltungen den Code ihrer Software ver\u00f6ffentlichen k\u00f6nnen. Und dort finde sich auch ein Programm des Mobilit\u00e4tsreferats, mit dem Verkehrsdaten analysiert und visualisiert werden k\u00f6nnen, sagt Gernhardt, f\u00fcr das sich andere Kommunen schon interessiert h\u00e4tten. Aber bis heute habe man es nicht geschafft, dass es auch andere St\u00e4dte betreiben. Vor allem kleinere St\u00e4dte h\u00e4tten oft nicht die Fachleute, um eine selbst entwickelte Anwendung in die eigene IT-Infrastruktur zu integrieren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Und Kooperationen \u00fcber Bundeslandgrenzen scheiterten h\u00e4ufig am F\u00f6deralismus, weil Projekte nur mit Partnern aus dem eigenen Land gemacht werden d\u00fcrfen, so Gernhardt. So wollte M\u00fcnchen Pl\u00e4ne mit dem Land Schleswig-Holstein umsetzen, das seine <a href=\"https:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/landesregierung\/themen\/digitalisierung\/linux-plus1\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Verwaltung frei von Microsoft-Produkten machen und auf Open Source umstellen will<\/a>, durfte es aber letztlich nicht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Auch von landeseigenen Identifizierungssystemen wie der Bayern ID h\u00e4lt Gernhardt nicht viel. \u201eWas macht ein Bayer damit, wenn er nach Hamburg zieht?\u201c\u00a0 Ideal w\u00e4re f\u00fcr ihn eine europaweit einheitliche EU-ID. Aber bis zur digitalen Souver\u00e4nit\u00e4t Europas d\u00fcrfte es noch ein weiter Weg werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t ist das Gebot der Stunde. 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