{"id":229278,"date":"2025-06-29T18:57:18","date_gmt":"2025-06-29T18:57:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/229278\/"},"modified":"2025-06-29T18:57:18","modified_gmt":"2025-06-29T18:57:18","slug":"nach-dem-ja-wort-in-die-achterbahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/229278\/","title":{"rendered":"Nach dem Ja-Wort in die Achterbahn"},"content":{"rendered":"<p><strong>BAYER. UNTERMAIN (ps\/acm). Es ist f\u00fcr viele der sch\u00f6nste Tag im Leben und die absolute Kr\u00f6nung der gemeinsamen Liebe: Der Tag, an dem sich Paare offiziell das Ja-Wort geben und sich schw\u00f6ren, immer f\u00fcreinander da zu sein. Wenn geheiratet wird, muss alles passen, schlie\u00dflich ist der Hochzeitstag bei vielen einer der kostspieligsten Tage im Leben. Warum m\u00f6chten immer mehr Paare eine freie Trauung? Und wie tief wird in die Tasche gegriffen? PrimaSonntag hat mit einem heiratswilligen P\u00e4rchen vom Bayerischen Untermain, Standesbeamten, freien Traurednern und einem Brautmoden-Ausstatter aus der Region gesprochen. <\/strong><\/p>\n<p>Leonie Maibaum und Florian Keller wollen ihre Liebe nach fast vier Jahren offiziell kr\u00f6nen: Im April n\u00e4chstes Jahr wird geheiratet. Im PrimaSonntag-Interview erz\u00e4hlt die 23-J\u00e4hrige von den anstrengenden und umfangreichen Vorbereitungen. \u201eInsgesamt wird die Hochzeit 25.000 Euro kosten, also Polterabend, Standesamt und kirchliche Hochzeit\u201c, sch\u00e4tzt Leonie Maibaum. \u201eDie Locationsuche war das Schwierigste. Wir haben uns ein Budget festgelegt und bei der Location sind wir jetzt bei 13.000 Euro mit allem Drum und Dran, also auch mit Essen und Trinken.\u201c Sie und ihr Zuk\u00fcnftiger heiraten in einem prunkvollen Jagdschloss. \u201eF\u00fcr die Blumen sind wir bei 250 Euro, der DJ kostet 1.200 Euro.\u201c Das Paar freut sich schon sehr auf die Trauung, 65 Freunde und Familienmitglieder sind eingeladen. Wie teuer alles ist, finden sie heftig. \u201eBei den Kosten schluckt man erstmal, ohne Frage, das ist ein Haufen Geld. Man merkt einfach, dass alles teurer geworden ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>Weniger Kirche &#8211; <br \/>mehr Individualit\u00e4t <\/strong><strong><br \/><\/strong>Dass immer weniger Paare kirchlich heiraten, ist ein deutschlandweiter Trend. Die Zahl katholischer Trauungen lag hier in der Region in den 2010er-Jahren immer deutlich \u00fcber 1.000, teilt das Bistum W\u00fcrzburg mit. In den letzten Jahren ist diese Zahl deutlich gesunken: Im Jahr 2024 heirateten noch 761 katholische Paare am Bayerischen Untermain kirchlich. Das evangelische Dekanat Aschaffenburg verzeichnet 79 Trauungen im Jahr 2024. Das sind fast doppelt so viele, wie aus dem Jahr 2023. Christian Mantel arbeitet beim Aschaffenburger Standesamt und ist zus\u00e4tzlich freier Trauredner. Ihm ist diese Entwicklung auch schon aufgefallen. \u201eEs war fr\u00fcher ganz oft so, dass nach der standesamtlichen Trauung die kirchliche Hochzeit war. Das f\u00e4llt jetzt \u00f6fter weg. Man h\u00f6rt kaum noch, dass kirchlich geheiratet wird. Zumindest ist das unser Eindruck\u201c, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n<p><strong>Nur noch standesamtlich?<\/strong><strong><br \/><\/strong>Heute k\u00e4men viele Paare sehr schick zur standesamtlichen Hochzeit, weil das h\u00e4ufig die einzige Hochzeit sei, die die beiden haben, so Mantel. Allerdings haben sich auch die standesamtlichen Trauungen gewandelt: Mittlerweile w\u00fcrden auch \u00f6fter pers\u00f6nliche Worte gesprochen werden, das sei fr\u00fcher nicht so gang und gebe gewesen. \u201eViele Paare w\u00fcnschen sich, dass man ihre Geschichte wiedergibt und dass man Musik mit einbaut. Das wird jetzt h\u00e4ufiger sehr zelebriert.\u201c Es gebe aber auch Paare, die die standesamtliche Trauung ganz locker abhalten und einige Tage sp\u00e4ter dann kirchlich heiraten oder eine freie Zeremonie haben. \u201eMan kann es nicht pauschalisieren. Mir f\u00e4llt aber auch auf, dass es heute oft zwischen 30 und 100 G\u00e4ste sind. Das gab es fr\u00fcher auch nicht unbedingt \u2013 man hat halt das Standesamt mit Familie und dem engsten Kreis gemacht und die kirchliche Trauung dann mit allen\u201c, so Mantel.<\/p>\n<p><strong>Ab ins Ausland <\/strong><strong><br \/><\/strong>F\u00fcr den Boom freier Trauungen k\u00f6nnte es aber weitere Gr\u00fcnde geben. Sabrina Noll, freie Traurednerin und Standesbeamtin, hat schon viele Paare verheiratet, unter anderem im Aschaffenburger Park Sch\u00f6nbusch und am Seehotel Niedernberg. \u201eZum einen sind viele Menschen gar nicht mehr der Kirche angeh\u00f6rig. Zum anderen ist es vielen Paaren heute wichtig, dass die Zeremonie so pers\u00f6nlich wie m\u00f6glich gestaltet wird. Freie Trauredner nehmen sich sehr viel Zeit f\u00fcr die Paare und sprechen h\u00e4ufig auch mit den Familienangeh\u00f6rigen\u201c, so Noll. Ein dritter Grund k\u00f6nne sein, dass freie Trauungen nicht ortsgebunden seien. \u201eOb am Strand oder daheim im Garten, das kann das Paar ganz individuell entscheiden.\u201c Ihre verr\u00fcckteste Trauung habe in einem Freizeitpark stattgefunden. \u201eDa sind wir direkt nach dem Ja-Wort zur Achterbahn gegangen und damit gefahren. In diesem Jahr darf ich au\u00dferdem zu gleich zwei Hochzeiten ins Ausland reisen, einmal eine Trauung auf Mallorca und noch eine in Portugal\u201c, erz\u00e4hlt Noll. Sie kann sich vorstellen, dass Auslandshochzeiten zum Trend werden. Leonie Maibaum spricht von einem weiteren Trend: dem \u201eWedding-Weekend\u201c. \u201eDas gibt es jetzt immer \u00f6fter, dass ein komplettes Wochenende lang gefeiert wird.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ivory, Ros\u00e9 und Satin <\/strong><strong><br \/><\/strong>Klaus Sch\u00fc\u00dfler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer vom Modehaus KS Topdress in Leidersbach, wei\u00df, welche Kleiderformen und Farbt\u00f6ne dieses Jahr angesagt sind. \u201eEs gibt wie immer die klassische A-Linie, die ist nach wie vor gefragt. Fit and Flair ist momentan nicht so angesagt, also k\u00f6rperbetonte, eng anliegende Schnitte wie die Mermaid-Form.\u201c Ivory, also ein Creme-Farbton, sei nach wie vor im Trend, reinwei\u00df gebe es eigentlich seit vier, f\u00fcnf Jahren gar nicht mehr. \u201eWenn ein Farbklecks dabei ist, geht es h\u00e4ufig ins Champagner- oder Ros\u00e9-Farben.\u201c Im Kommen w\u00e4ren \u201ecleane Kleider\u201c. \u201eDas sind Kleider, die allein von ihrem Schnitt und dem Stoff leben und h\u00e4ufig aus Satin sind\u201c, erkl\u00e4rt Klaus Sch\u00fc\u00dfler. \u201eLetztens hatte ich eine Kundin, die in den Bergen geheiratet hat und da waren auch ein paar schamanische Br\u00e4uche dabei, also es ist eine bunte Mischung.\u201c Wie auch immer geheiratet wird, ob kirchlich, frei oder nur standesamtlich: Solange das Brautpaar gl\u00fccklich ist, ist die Wahl die Richtige.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"BAYER. UNTERMAIN (ps\/acm). Es ist f\u00fcr viele der sch\u00f6nste Tag im Leben und die absolute Kr\u00f6nung der gemeinsamen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":229279,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[29,214,30,1779,810,215],"class_list":{"0":"post-229278","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-music","12":"tag-musik","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114768186200274343","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=229278"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229278\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/229279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=229278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=229278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=229278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}