{"id":229670,"date":"2025-06-29T22:37:24","date_gmt":"2025-06-29T22:37:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/229670\/"},"modified":"2025-06-29T22:37:24","modified_gmt":"2025-06-29T22:37:24","slug":"ratten-fuehlen-sich-nicht-nur-in-paunsdorf-wohl-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/229670\/","title":{"rendered":"Ratten f\u00fchlen sich nicht nur in Paunsdorf wohl \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal sieht man sie auch am helllichten Tag. Sie leben unter uns. \u201eAuf jeden Deutschen kommen vier Ratten\u201c, stellte Umweltb\u00fcrgermeister Heiko Rosenthal am Mittwoch, dem 25. Juni, trocken fest, als ein Antrag aus dem Stadtbezirksbeirat Ost zum Aufruf kam. Dort haben Ratten in den letzten zwei Jahren f\u00fcr einige Aufregung gesorgt.<\/p>\n<p>B\u00fcrger riefen bei der Stadt an, bei der LWB, im Stadtbezirksbeirat. Sie wandten sich ans Quartiersmanagement. Am Ende wandte sich der Stadtbezirksbeirat direkt an die Ratsversammlung. Und da wurde das Thema dann hei\u00df diskutiert.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/ba5fb77ded1f4944a7a4ba555ba1c927.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/06\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2025\/06\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Hat Paunsdorf ein besonderes Rattenproblem? Im <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2024396&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2167934\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antrag des Stadtbezirksbeirats<\/a> klang das zumindest so: \u201eDas Quartiersmanagement Paunsdorf machte die Stadtbezirksbeir\u00e4te Ost Ende letzten Jahres auf die Lage eines starken Rattenbefalls im Stadtteil Paunsdorf an mehreren Standorten aufmerksam. Es wurden durch entsprechende Wohnungsbauunternehmen bereits Ma\u00dfnahmen in deren Zust\u00e4ndigkeit getroffen. Das Problem weitet sich jedoch stark aus und macht die getroffenen Ma\u00dfnahmen nahezu obsolet.\u201c<\/p>\n<p>Entsprechend dringlich trug Christoph Sedlaczek, Mitglied des Stadtbezirksbeirats Ost, am 25. Juni das Anliegen vor. Denn im Stadtbezirksbeirat wird das Thema seit \u00fcber zwei Jahren immer wieder angesprochen. Und das, was die Wohnungsunternehmen gegen die Rattenplage machen, scheint nicht zu gen\u00fcgen.<\/p>\n<p>\u201eEs wird bef\u00fcrchtet, dass sich die Nester noch st\u00e4rker verbreiten als bisher einsch\u00e4tzbar ist und sich die Plage auf weitere Stadtteile ausweitet. Trotz der Beschreibung durch das Quartiersmanagement Paunsdorf, dass nicht alle Bereiche einsehbar sind, reichen die Sichtungen aus, um von einer \u00fcberdurchschnittlichen Anzahl Ratten im Stadtteil (einer Gro\u00dfstadt) und einer Plage zu sprechen.<\/p>\n<p>Das Quartiersmanagement Paunsdorf hat uns gebeten, aufgrund eigener Kapazit\u00e4tsgrenzen erneut Meldung und Handlungsaufforderung zu stellen\u201c, so der Stadtbezirksbeirat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/muell.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-579073 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/muell.jpg\" alt=\"\u00d6ffentlicher M\u00fcllbeh\u00e4lter, Abfall liegt daneben.\" width=\"2248\" height=\"1500\"  \/><\/a>So sieht es an den Papierk\u00f6rben in den Leipziger Parks regelm\u00e4\u00dfig aus. Foto: Ralf Julke<\/p>\n<p>Das Quartiersmanagement war in einer Mail im Januar um dringliche Worte auch nicht verlegen: \u201eDie Rattenplage in Paunsdorf wird von den ans\u00e4ssigen Wohnungsbauunternehmen sehr ernsthaft verfolgt. Ratten-Nester im Bereich der Fl\u00e4chen der Wohnungsbauunternehmen werden zeitnah bek\u00f6dert. Leider bewegen sich die Tiere auch in\/auf\/unter Fl\u00e4chen, die der Stadt geh\u00f6ren, z.B. im Parkstreifen Platanenstra\u00dfe, der von kleinen Gr\u00fcnfl\u00e4chen mit Bodendeckern begrenzt wird.<\/p>\n<p>Die Bodendecker sind so stark wuchernd, dass ein Einblick nicht m\u00f6glich ist und daher auch schwer zu sagen, ob und wo sich unter ihnen Nester befinden. Besonders offensichtliche Nester befinden sich z. B. in der Goldsternstra\u00dfe, angrenzend an den Aldi Parkplatz.<\/p>\n<p>Um das Problem in seiner G\u00e4nze zu dokumentieren und einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, w\u00e4re eine gr\u00fcndliche Begehung s\u00e4mtlicher \u00f6ffentlicher Fl\u00e4chen erforderlich, f\u00fcr die das Quartiersmanagement im Moment und in Anbetracht des knappen Zeitfensters keine Kapazit\u00e4ten hat. Nur durch eine gr\u00fcndliche Pr\u00fcfung sind einzelne Ma\u00dfnahmen der Wohnungsbauunternehmen nachhaltig und zielf\u00fchrend.\u201c<\/p>\n<p>Tut die Stadt denn nichts?<\/p>\n<p>Ist der Alarm nicht bei der Stadt angekommen? Oder ist das Problem nicht doch ein Menschliches? Darauf ging Linke-Stadtr\u00e4tin Beate Ehms in einem durchaus launigen Beitrag ein, in dem sie eben darauf verwies, dass Ratten Kulturfolger sind. Sie folgen dem Menschen, weil der sie mit Nahrung versorgt. Meist ungewollt.<\/p>\n<p>Aber in der Regel fahrl\u00e4ssig. Auch in Leipzig. Da hilft es nicht die Bohne, wenn Wohnungsgesellschaften ihre Grundst\u00fccke mit K\u00f6dern best\u00fccken und die Stadtreinigung \u00f6fter durchkommt, um die Papierk\u00f6rbe zu leeren. Denn der bequem gewordene Mensch der Gegenwart entsorgt seine Essensreste oft genug v\u00f6lig gedankenlos. Worauf auch SPD-Stadtrat Andreas Geisler einging, der dasselbe Problem aus dem Umfeld einer Schule in Gohlis-Nord kennt.<\/p>\n<p>Es taucht \u00fcberall auf, wo Menschen Essbares gedankenlos in die Landschaft entsorgen. Ob nun in Papierk\u00f6rben oder unverschlossenen M\u00fclltonnen. Oder auch einfach auf Weg und Steg, wo man gerade lief und a\u00df. Selbst die Leipziger Kr\u00e4hen wissen das und finden dort ihr Futter. Und wenn dann Essensreste auch noch in die Kanalisation gesp\u00fclt werden, sind auf einmal auch die Wasserwerke involviert.<\/p>\n<p>Brauchte es also wirklich erst eines Antrags aus dem SBB Ost, damit die Stadt handelt? Das fragte SPD-Stadtr\u00e4tin Anja Feichtinger. Nein, sagte Umweltb\u00fcrgermeister Heiko Rosenthal, der das Problem durchaus kennt und auch wei\u00df, dass man mit verst\u00e4rkten Ma\u00dfnahmen gegen Ratten auch das Gegenteil bewirken kann. Das klingt dann f\u00fcr die Betroffenen so, als wolle er gar nichts machen. Oder \u2013 wie Gr\u00fcnen-Stadtr\u00e4tin Marsha Richarz erkl\u00e4rte \u2013 die B\u00fcrger w\u00fcrden zwischen den Ansprechpartnern der Stadt nur hin und her geschoben.<\/p>\n<p>Was so freilich auch in der <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2024628&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stellungnahme des Ordnungsamtes<\/a> nicht stand. Man habe die zehn erfassten B\u00fcrgerhinweise durchaus ernst genommen und die Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer (in einem Fall auch die Stadt) zum Handeln aufgefordert.<\/p>\n<p>Eine Arbeitsgruppe f\u00fcr Paunsdorf<\/p>\n<p>Aber den Wunsch des Stadtbezirksbeirats zu Gr\u00fcndung einer Arbeitsgruppe, die sich dem Rattenbefall in Paunsdorf widmet, wolle man durchaus nachkommen: \u201eUm \u00fcber den konkret gefahrenabwehrrechtlichen Anlass hinaus einen objektiven \u00dcberblick \u00fcber die Lage im Stadtteil Paunsdorf zu erlangen, sollte die umfangreiche Pr\u00fcfung und Begutachtung der Situation durch die zust\u00e4ndigen Fach\u00e4mter, in Form einer dezernats- und \u00e4mter\u00fcbergreifenden Arbeitsgruppe, erfolgen.<\/p>\n<p>Aus den gesammelten Ergebnissen inkl. der Ermittlung der Ursachen k\u00f6nnen im Anschluss Handlungsempfehlungen und das gemeinsame Vorgehen abgestimmt werden.<\/p>\n<p>Ein gemeinsam abgestimmtes umsetzungsf\u00e4higes Verfahren aller Fl\u00e4cheneigent\u00fcmer, Trinkwasser- und Abwassernetzbetreiber, beteiligte \u00c4mter ist notwendig. Ziel sollte ein langfristiges ineinandergreifendes Handeln sein, welches nicht nur bei Bekanntwerden eines Befalls greift, sondern auch zu einem fr\u00fchzeitigen, vorbeugenden Unterbinden des Problems beitr\u00e4gt (Pr\u00e4vention). Ein gesamtheitliches Herangehen dient ebenso der Vermeidung von weiteren Sch\u00e4den in der Infrastruktur \u2013 defekte Fu\u00dfwege und Wasserleitungen.\u201c<\/p>\n<p>Und zur Pr\u00e4vention geh\u00f6rt nun einmal auch der Mensch, der mit seinen gedankenlos in die Landschaft geworfenen Essensresten die Ratten regelrecht anlockt: \u201eNeben abgestimmten baulichen Ma\u00dfnahmen sind auch bildungsgesellschaftliche Aspekte, wie z.B. gezielte Wissensvermittlung \u00fcber M\u00fcllentsorgung, M\u00fclltrennung u.\u00e4., zu unterst\u00fctzen und weiter auszubauen\u201c, so das Ordnungsamt.<\/p>\n<p>Dem Anliegen des Stadtbezirksbeirats, so eine umfassende Pr\u00fcfung zu initiieren, folgte die Ratsversammlung dann mit klarer Mehrheit. Vielleicht k\u00f6nnte Paunsdorf ja beispielhaft werden f\u00fcr das Vorgehen Leipzigs gegen zu viele Ratten. Ganz wird man die Tierchen ganz bestimmt nicht los. Dazu gibt es viel zu viele Futterquellen, die die Tiere in die Stadt locken. Und viel zu viele gedankenlose Zeitgenossen, denen das v\u00f6llig egal ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Manchmal sieht man sie auch am helllichten Tag. 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