{"id":230235,"date":"2025-06-30T04:13:09","date_gmt":"2025-06-30T04:13:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/230235\/"},"modified":"2025-06-30T04:13:09","modified_gmt":"2025-06-30T04:13:09","slug":"muenchner-bahnhofsgegend-was-sich-in-sachen-sicherheit-getan-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/230235\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchner Bahnhofsgegend: Was sich in Sachen Sicherheit getan hat"},"content":{"rendered":"<p>Romi ist regelm\u00e4\u00dfig im M\u00fcnchner Bahnhofsviertel unterwegs. Sie verbringt hier, auf der Stra\u00dfe, einen Gro\u00dfteil ihrer Zeit und konsumiert Beruhigungstabletten oder Heroin. Ein Sitzkreis aus Steinen war f\u00fcr Romi und andere Konsumierende ein Treffpunkt: &#8222;Da haben wir immer gechillt.&#8220; Aber: &#8222;Die Polizei hat dann angeordnet, die Steine zu entsorgen, sodass wir keine Sitzfl\u00e4che mehr haben.&#8220; <\/p>\n<p>Den Drogenabh\u00e4ngigen keine R\u00fcckzugsorte lassen &#8211; nur eine von vielen Ma\u00dfnahmen, die im Zuge des umfassenden Sicherheitskonzepts im Bahnhofsviertel umgesetzt wurden. Vor einem Jahr beauftragte M\u00fcnchens SPD-Oberb\u00fcrgermeister Dieter Reiter das Kreisverwaltungsreferat, eine Taskforce zu bilden. Ziel war es, in enger Zusammenarbeit mit Polizei, Sozial- und Baureferat die wachsenden Probleme mit Drogenkonsum, Gewalt und Kleinkriminalit\u00e4t im Bahnhofsviertel zu bek\u00e4mpfen. Der Einsatz scheint Wirkung zu zeigen.<\/p>\n<p>Polizei: Weniger Straftaten am M\u00fcnchner Hauptbahnhof<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich geht die Kriminalit\u00e4t im Bahnhofsviertel laut Statistik zur\u00fcck. Die Zahl sank hier von 5.397 Delikten im Jahr 2023 auf 4.185 im Jahr 2024. Ein umfangreiches Ma\u00dfnahmenpaket soll Grund f\u00fcr die sinkenden Fallzahlen sein.<\/p>\n<p>Seit die Taskforce im Einsatz ist, wurden rund 5.000 Personenkontrollen durchgef\u00fchrt. &#8222;Es geht darum, ein Sicherheitsgef\u00fchl beim B\u00fcrger herzustellen, dass er sich denkt: Ich kann nach M\u00fcnchen gehen, ohne mir Sorgen zu machen&#8220;, erkl\u00e4rt eine Bereitschaftspolizistin, die solche Personenkontrollen durchf\u00fchrt. &#8222;Unser Ziel ist zu zeigen, dass wir unterwegs und pr\u00e4sent sind&#8220;, erg\u00e4nzt ein Kollege.<\/p>\n<p>Neben den Personenkontrollen wurden \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze umgestaltet, beispielsweise am Alten Botanischen Garten, wo nicht nur Kameras und Flutlichter installiert wurden, sondern im Sommer 2024 auch ein alkoholfreier Biergarten er\u00f6ffnet wurde. Aktuell entsteht dort ein Skatepark. Von solchen Ver\u00e4nderungen erhofft sich die Taskforce ein belebteres Viertel.  <\/p>\n<p>&#8222;So ein Bahnhof passt nicht zu M\u00fcnchen&#8220;<\/p>\n<p>Das Polizeipr\u00e4sidium M\u00fcnchen schreibt auf Anfrage des BR, dass das Sicherheitskonzept auf positive Resonanz gesto\u00dfen sei: Die Ma\u00dfnahmen h\u00e4tten ein &#8222;positives Resultat&#8220; und von Anwohnern, Gewerbetreibenden, Besuchern und Touristen gebe es &#8222;positives Feedback zur verst\u00e4rkten, polizeilichen Pr\u00e4senz&#8220;. Es gebe eine sp\u00fcrbare Verbesserung des Sicherheitsgef\u00fchls.<\/p>\n<p>F\u00fcr Jan, der seinen Kosmetikladen direkt am Hauptbahnhof f\u00fchrt, sind die Ma\u00dfnahmen trotzdem noch nicht ausreichend: &#8222;Die Polizei muss noch verst\u00e4rkter hier sein und energischer durchgreifen. Dieses Rumlungern mit Bierflaschen und Drogen, so ein Bahnhof passt nicht zu M\u00fcnchen.&#8220; <\/p>\n<p>Auch andere bayerische St\u00e4dte k\u00f6nnen Erfolge bei der Bek\u00e4mpfung von Straftaten verzeichnen. <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/br24-live-16-uhr-nuernberger-hauptbahnhof-soll-sicherer-werden,UZTZ7zn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Am N\u00fcrnberger Hauptbahnhof etwa<\/a> wurden 2024 im Vergleich zum Vorjahr rund 300 Straftaten weniger registriert, nachdem zuvor auch dort Ma\u00dfnahmen ergriffen wurden. Bayernweit sank die Zahl der registrierten Straftaten um 1.622 F\u00e4lle, was einem R\u00fcckgang von 9,2\u202fProzent entspricht. Es gibt aber auch Negativbeispiele: In Regensburg stieg die Zahl der Straftaten um 29 F\u00e4lle und in Augsburg blieb sie konstant.  <\/p>\n<p>Kritik an den Ma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Trotz dieser Entwicklung bleibt offen, ob die Ma\u00dfnahmen langfristig wirken. Der M\u00fcnchner &#8222;Drogennotdienst L43&#8220; kritisiert, dass die Taskforce Drogenkonsumierende aus dem Viertel verdr\u00e4nge und somit keine nachhaltige L\u00f6sung anbiete. Ein Vorschlag des L43 sind Akzeptanzr\u00e4ume, also Bereiche, in denen sich Menschen ohne Kontrolldruck aufhalten und Hilfe bekommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch Romi schildert, dass sie und andere Abh\u00e4ngige durch die Polizeikontrollen verdr\u00e4ngt w\u00fcrden: &#8222;Die Polizei will uns eigentlich immer verjagen. Wenn Kontrollen kommen, gibt&#8217;s meist Platzverweis, f\u00fcr den ganzen Tag.&#8220; Es f\u00fchle sich an, als wolle die Stadt sie und die anderen am liebsten in einen Karton stecken und wegpacken. &#8222;Weg kriegen sie uns nicht von hier&#8220;, sagt Romi dennoch. F\u00e4hrt der Polizeibus beispielsweise am Nu\u00dfbaumpark vor, w\u00fcrden sie weiterziehen zum n\u00e4chsten Ort. <\/p>\n<p>Die Taskforce plant derweil keine Ma\u00dfnahmen, wie sie der Drogennotdienst vorschl\u00e4gt. Sie soll in ihrer jetzigen Form mindestens bis zum Fr\u00fchjahr 2026 im Einsatz bleiben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Romi ist regelm\u00e4\u00dfig im M\u00fcnchner Bahnhofsviertel unterwegs. 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