{"id":230241,"date":"2025-06-30T04:16:09","date_gmt":"2025-06-30T04:16:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/230241\/"},"modified":"2025-06-30T04:16:09","modified_gmt":"2025-06-30T04:16:09","slug":"hamburg-schleswig-holstein-panthera-erfolgreich-im-kampf-gegen-luxusauto-diebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/230241\/","title":{"rendered":"Hamburg &#038; Schleswig-Holstein: &#8222;Panthera&#8220; erfolgreich im Kampf gegen Luxusauto-Diebe"},"content":{"rendered":"<p>                    Hamburg &amp; Schleswig-Holstein<br \/>\n                &#8222;Panthera&#8220; erfolgreich im Kampf gegen Luxusauto-Diebe<\/p>\n<p>\t\t\t\t              30.06.2025, 05:33 Uhr<\/p>\n<p><strong>Der Diebstahl von Luxus-Autos ist gut organisiert. Hamburg steht als Hauptstadt der Million\u00e4re im Fokus der Banden. Eine gut vernetzte Ermittlungsgruppe der Polizei versetzt ihnen einen Schlag.<\/strong><\/p>\n<p>Hamburg (dpa\/lno) &#8211; Panthera ist der Oberbegriff f\u00fcr Gro\u00dfkatzen &#8211; &#8222;f\u00fcr die echten Raubkatzen, solche, die br\u00fcllen k\u00f6nnen&#8220;, sagt der Chef des Hamburger Landeskriminalamts, Jan Hieber. Ein Jaguar sei ein solches Raubtier, ein Macan &#8211; was aus dem Indonesischen \u00fcbersetzt Tiger hei\u00dfe &#8211; auch. Was also liegt n\u00e4her, als die Ermittlungsgruppe im Kampf gegen den organisierten Diebstahl von Luxusautos &#8222;Panthera&#8220; zu nennen &#8211; stehen doch das Macan-Modell von Porsche und die Land-Rover-SUVs von Jaguar im Fokus der Diebe.<\/p>\n<p>Rund ein Jahr, nachdem die Gro\u00dfkatze im Hamburger Polizeipr\u00e4sidium zu br\u00fcllen begann, vermeldet Hieber nun Erfolge: &#8222;Der organisierte Diebstahl in diesem hochpreisigen Segment ist nachhaltig geschw\u00e4cht&#8220;, sagt er der Deutschen Presse-Agentur. 16 Festnahmen gab es und bereits erste Verurteilungen zu teils mehrj\u00e4hrigen Haftstrafen.<\/p>\n<p>In Million\u00e4rsstadt Hamburg fahren Luxusautos Dieben \u00fcber die F\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Doch von Anfang an: Der Diebstahl der Luxus-Karossen ist international gut organisiert &#8211; Deutschland geografisch in Regionen aufgeteilt. &#8222;Hamburg ist nat\u00fcrlich ein hochattraktives Ziel: viele Million\u00e4re und eine entsprechend hohe Porsche- beziehungsweise Landrover-SUV-Dichte&#8220;, sagt Hieber. &#8222;Das ist f\u00fcr die T\u00e4ter anziehend, weil sie nicht lange nach Fahrzeugen suchen m\u00fcssen. Die fahren ihnen hier quasi \u00fcber die F\u00fc\u00dfe.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Diebst\u00e4hle habe es deshalb auch schon fr\u00fcher gegeben, doch Ende 2023 h\u00e4tten die Zahlen &#8222;sp\u00fcrbar angezogen&#8220;, erinnert sich der LKA-Chef. Der Schaden sei hoch, da die Neupreise der Fahrzeuge im sechsstelligen Bereich l\u00e4gen. &#8222;Darunter geht meist nichts. Man kann grob rechnen: 25 Fahrzeuge sind 2,5 Millionen Euro.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Nach Angaben der Autoversicherer wurden 2023 in Hamburg 853 kaskoversicherte Autos gestohlen. Der wirtschaftliche Schaden betrug demnach mehr als 20 Millionen Euro.\u00a0<\/p>\n<p>Die Zahlen h\u00e4tten deutlich gemacht, &#8222;dass die Organisierte Kriminalit\u00e4t hier fr\u00f6hliche Urst\u00e4nde feiert und wir hart dagegen vorgehen m\u00fcssen&#8220;, sagt Hieber. Die Entscheidung zur Gr\u00fcndung der EG &#8222;Panthera&#8220; war gefallen.\u00a0<\/p>\n<p>Porsche-Spur f\u00fchrte nach Polen &#8211; Landrover-Spur nach Litauen<\/p>\n<p>Schnell habe man festgestellt, dass in Hamburg drei T\u00e4tergruppen markenabh\u00e4ngig operieren. &#8222;Die Landrover-Schiene f\u00fchrte nach Litauen, ebenso die Porsche-Macan-Schiene einer anderen Gruppierung. Weitere Diebst\u00e4hle haupts\u00e4chlich von Porsche-Modellen gingen wiederum auf das Konto polnischer T\u00e4ter.&#8220; Hier sei der Ermittlungsgruppe die jahrzehntelange Erfahrung ihres Leiters zugutegekommen, der bereits in vielen Bereichen der organisierten Kriminalit\u00e4t ermittelt habe und auch international gut vernetzt ist.<\/p>\n<p>Beim Diebstahl der Autos gebe es eine Dreiteilung: Die sogenannten Residenten, die in Hamburg f\u00fcr das Organisatorische zust\u00e4ndig sind und den Hinterleuten im Ausland unterstehen. Die Experten, die hoch spezialisiert die Sicherheitstechnik der Fahrzeuge umgehen, Ortungssignale unterbinden und sie fahrbar machen. Und die Kuriere, die die Wagen zur weiteren Bearbeitung zun\u00e4chst an einen sicheren Ort und schlie\u00dflich au\u00dfer Landes bringen.<\/p>\n<p> Autodiebe arbeiten mit hoch spezialisierte Experten<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst w\u00fcrden die Experten die Steuerungsger\u00e4te der Fahrzeuge ausbauen und in sicherem Umfeld manipulieren. Die T\u00e4ter seien dabei &#8222;sehr zielorientiert&#8220; und gingen &#8222;mit gro\u00dfer Vehemenz vor&#8220;, sagt Hieber. &#8222;Sie lassen sich auch nicht von einer zus\u00e4tzlichen Sicherung abschrecken.&#8220; Sp\u00e4ter kehrten sie zum Fahrzeug zur\u00fcck und bauten das Steuerungsger\u00e4t wieder ein, um die Autos dann mit einem &#8222;neu angelernten Schl\u00fcssel&#8220; zu entwenden.<\/p>\n<p>Immer mal wieder passiere es aber, dass sich die elektronische Sicherung der gestohlenen Fahrzeuge doch noch einmal meldet und Standortdaten sendet. Genau durch solche Vorf\u00e4lle sei eine &#8222;F\u00e4lscherwerkstatt&#8220; in Belgien entdeckt worden.\u00a0<\/p>\n<p>Dort sei die Elektronik von in Hamburg gestohlenen Wagen von Spezialisten wieder in einen &#8222;sauberen&#8220; Zustand versetzt und die Fahrzeugidentifizierungsnummer umgearbeitet worden &#8211; so gut, dass sie von dort aus wieder zur\u00fcck nach Deutschland und dann Richtung Osten gefahren worden seien. Die \u00fcblichen Vertriebswege gestohlener Fahrzeuge f\u00fchrten dann in Richtung S\u00fcdosteuropa, Naher Osten und Afrika.\u00a0<\/p>\n<p>Vergleichsweise hohe Haftstrafen f\u00fcr Kuriere<\/p>\n<p>Die Kuriere tr\u00fcgen das gr\u00f6\u00dfte Risiko, geschnappt zu werden. &#8222;Wenn die Kurierfahrer merken, dass sie polizeilich am Haken sind, geben sie nicht immer auf. Einige sind sehr fluchtgeneigt&#8220;, erz\u00e4hlt Hieber. Unter hohem Risiko versuchten sie, mit den zumeist sportlichen motorisierten Fahrzeugen zu entkommen.<\/p>\n<p>In einem Fall aus den &#8222;Panthera&#8220;-Ermittlungen wurde ein Kurier bereits zu vier Jahren und sechs Monaten Gef\u00e4ngnis verurteilt. &#8222;F\u00fcr einen Erstt\u00e4ter ist das eine recht knackige Strafe&#8220;, was der Gewerbsm\u00e4\u00dfigkeit der Taten geschuldet sei.<\/p>\n<p>Festnahmen sofort bei Diebstahlzahlen ablesbar\u00a0<\/p>\n<p>Nach der Festnahme weiterer Kuriere wurden im M\u00e4rz dieses Jahres auch die Hauptt\u00e4ter dingfest gemacht: Ein polnischer und zwei litauische Staatsangeh\u00f6rige wurden verhaftet &#8211; der Pole noch auf frischer Tat, als er in einem in Ottensen gestohlenen Porsche wegfahren wollte.<\/p>\n<p>Die Festnahmen der M\u00e4nner seien sofort in der Statistik erkennbar gewesen. &#8222;Die Zahlen beim Kfz-Diebstahl gingen um 40 Prozent runter. Das war schon extrem&#8220;, sagt Hieber. Und der Effekt halte noch immer an &#8211; wenn auch nicht mehr so stark.\u00a0<\/p>\n<p>Die kriminellen Strukturen in Hamburg m\u00fcssten sich wohl erst einmal neu finden. Zudem strahle die Arbeit der EG &#8222;Panthera&#8220; aus: &#8222;Es gibt enge Kontakte nach Polen, es gibt enge Kontakte nach Litauen und &#8211; auch, was die Hinterleute betrifft &#8211; viele Erkenntnisse. Ziel ist nat\u00fcrlich, diese kriminellen Strukturen nachhaltig kaputtzumachen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Das funktioniere nur, wenn man auch die Drahtzieher im Ausland in Haft bringe. Dass dies geschehen wird, auch da ist Hieber optimistisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg &amp; Schleswig-Holstein &#8222;Panthera&#8220; erfolgreich im Kampf gegen Luxusauto-Diebe 30.06.2025, 05:33 Uhr Der Diebstahl von Luxus-Autos ist gut&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":230242,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,30,692,7453,72751,72750,1971],"class_list":{"0":"post-230241","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-hamburg","11":"tag-kampf","12":"tag-luxusauto-diebe","13":"tag-panthera","14":"tag-schleswig-holstein"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/230241","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=230241"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/230241\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/230242"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=230241"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=230241"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=230241"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}