{"id":230895,"date":"2025-06-30T10:21:58","date_gmt":"2025-06-30T10:21:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/230895\/"},"modified":"2025-06-30T10:21:58","modified_gmt":"2025-06-30T10:21:58","slug":"grossbritannien-jetzt-sagt-labour-der-upper-class-den-kampf-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/230895\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfbritannien: Jetzt sagt Labour der Upper Class den Kampf an"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Es ist das Jahr 1999. In Gro\u00dfbritannien floriert die Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit sinkt, zum ersten Mal gibt es einen Mindestlohn. Cool Britannia ist voller Optimismus. Auf dem Parteitag der regierenden Sozialdemokraten im s\u00fcdenglischen Bournemouth wird gesungen, getanzt und gelacht. In einem voll besetzten Konferenzsaal tritt der britische Premierminister Tony Blair vor seine Anh\u00e4nger. Hinter ihm leuchtet eine rote Projektionswand mit den Worten \u201eF\u00fcr die vielen, nicht die wenigen.\u201c <\/p>\n<p>Fast eine Stunde lang referiert er, nur unterbrochen von Jubelst\u00fcrmen. Blair hat eine Vision: Gro\u00dfbritannien soll k\u00fcnftig aus einer breiten Mittelschicht bestehen. Chancengleichheit ist sein Versprechen. \u201eDer Klassenkampf\u201c, postuliert er und hebt dabei energisch den Finger, \u201eist vorbei.\u201c Am Ende verabschiedet ihn die Menge mit gro\u00dfem Beifall. Blair reckt den Daumen. Das Beste, so glauben sie an diesem Abend, kommt noch.<\/p>\n<p>Ein Vierteljahrhundert sp\u00e4ter ist Blairs gl\u00e4nzende Vision verblasst. Die Euphorie ist verflogen \u2013 geblieben sind alte Strukturen, die sich gegen Ver\u00e4nderung wehren. Auch die Ungleichheit der Einkommen hat sich kaum verringert \u2013 im Gegenteil: Die Reichen sind noch wohlhabender geworden.<\/p>\n<p>Bis heute ist es Gro\u00dfbritannien nicht gelungen, die unsichtbaren Mauern des Klassensystems einzurei\u00dfen. Das reicht zur\u00fcck bis ins Mittelalter, als die Gesellschaft streng nach Geburtsrecht in Adel, Klerus und Bauern unterteilt war. Noch immer halten die Mauern, obgleich sie stellenweise Risse bekommen haben. Zwar arbeiten heute anteilsm\u00e4\u00dfig mehr Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund in F\u00fchrungspositionen, aber die Elite ist weiterhin \u00fcberwiegend m\u00e4nnlich und wei\u00df. Die Leiter nach oben ist schmal und wackelig, und nur wenige schaffen es, sie zu erklimmen. Das Bildungssystem, die lukrativsten Wirtschaftssektoren und die Politik beg\u00fcnstigen jene, die aus privilegierten Verh\u00e4ltnissen stammen.<\/p>\n<p>Der Adel hat heute weniger Einfluss \u2013 und doch steht er weiter im Schaufenster der Nation. Er ist fest mit dem politischen System verwoben, steuerliche Vorteile inklusive. An seine Seite ist eine neue Spitze getreten \u2013 Unternehmer, Investoren, Anw\u00e4lte \u2013, die mit dem wirtschaftlichen Wandel, der Deindustrialisierung und dem Aufstieg Londons zur Finanzmetropole in Machtpositionen entstanden ist. <\/p>\n<p>\u201eEine wohlhabende Elite nimmt entscheidenden Einfluss auf die Politik\u201c, sagt der Soziologieprofessor Sam Friedman von der London School of Economics, der LSE. Zusammen mit seinem Kollegen Aaron Reeves hat er zuletzt mit dem Buch \u201eBorn to Rule\u201c eine umfassende empirische Untersuchung der britischen Oberschicht ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Weil sich an den sozialen Unterschieden wenig \u00e4ndert, w\u00e4chst in der Mittelschicht der Frust. Das Vertrauen in die Politik ist ersch\u00fcttert. 79 Prozent glauben, dass Politiker den Bezug zum Rest der Gesellschaft verloren haben. Also regt sich Widerstand: Die Oberschicht gilt nicht mehr als unantastbar. Immer weniger Menschen unterst\u00fctzen die Monarchie. Mehr als die H\u00e4lfte der Briten bef\u00fcrwortet h\u00f6here Spitzensteuers\u00e4tze.<\/p>\n<p>25 Jahre nach Blairs wegweisender Rede greift die seit vorigem Sommer amtierende Labour-Regierung die Vision ihres damaligen Premiers auf \u2013 und will sie verwirklichen. H\u00f6chste Priorit\u00e4t hat dabei das Durchbrechen der \u201eclass ceiling\u201c, der unsichtbaren Barriere f\u00fcr den Aufstieg.<\/p>\n<p>Zumindest auf dem Papier steht Labour f\u00fcr den Bruch mit Traditionen: Premier <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255749190\/Grossbritannien-Wie-Keir-Starmer-zur-Fuehrungsfigur-in-der-Ukraine-Allianz-aufsteigen-konnte.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255749190\/Grossbritannien-Wie-Keir-Starmer-zur-Fuehrungsfigur-in-der-Ukraine-Allianz-aufsteigen-konnte.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Keir Starmer <\/a>stammt als Sohn eines Werkzeugmachers und einer Krankenschwester aus einfachen Verh\u00e4ltnissen. Nur acht Prozent seiner Regierungsmitglieder haben eine Privatschule besucht. Unter Blair waren es noch 30 Prozent, unter dem konservativen Premier Rishi Sunak 60 Prozent. Bildungsministerin Bridget Phillipson nennt das Kabinett das \u201eklassenbewussteste\u201c seit Langem.<\/p>\n<p>Labour will die Erbschaftssteuer erh\u00f6hen, steuerliche Vorteile f\u00fcr Reiche verringern und es der alten sowie der neuen Oberschicht, wohlhabenden Nichtadeligen in opulenten Herrenh\u00e4usern sowie dem Adel, der bis heute qua Geburt politische \u00c4mter bekleidet, ungem\u00fctlich machen. Dabei bekommt die Partei R\u00fcckenwind \u2013 sogar aus der Elite selbst. Weniger Privilegierten will sie den Traum vom Aufstieg erf\u00fcllen. Doch gelingt es dieses Mal, an einer Ordnung zu r\u00fctteln, die so tief im sozialen Gef\u00fcge des Landes verankert ist?<\/p>\n<p>Prunk und Privilegien<\/p>\n<p>In der Grafschaft Lincolnshire erhebt sich zwischen sanften H\u00fcgeln und bescheidenen H\u00e4usern ein Herrenhaus wie ein K\u00f6nig \u00fcber sein Volk. Roter Backstein, Eckt\u00fcrme, Kuppeld\u00e4cher: Die Doddington Hall steht hier seit dem 16. Jahrhundert, erbaut im elisabethanischen Stil. Zwei kunstvoll geschnittene Buchsbaumhecken in Form eines Einhorns flankieren die Eingangst\u00fcr.<\/p>\n<p>Das Wappentier geht zur\u00fcck auf Oberstleutnant George Jarvis, der in den Napoleonischen Kriegen f\u00fcr die britische Armee k\u00e4mpfte und das Haus 1830 erbte. Heute ist Doddington Hall im Besitz von Claire Birch, geborene Jarvis, die hier mit ihrem Mann James lebt, einem Ex-Manager von Goldman Sachs. Die Hausherrin tr\u00e4gt Jeans und Pullover und empf\u00e4ngt ihren Besuch im Seitenfl\u00fcgel. Die W\u00e4nde sind zur H\u00e4lfte mit Holz vert\u00e4felt, dar\u00fcber h\u00e4ngen ein gro\u00dfer Spiegel, Landschaftsgem\u00e4lde in goldenen Rahmen und kunstvoll verzierte S\u00e4bel. \u201eJames wird Sie gleich durchs Haus f\u00fchren.\u201c Sie selbst hat heute viel zu tun, das Anwesen ist ein Fulltime-Job.<\/p>\n<p>Doddington Hall ist eines von gut 2500 erhaltenen Herrenh\u00e4usern im Land. Die meisten sind bis heute in Privatbesitz. Sie sind nicht nur architektonische Meisterwerke, sondern spiegeln das zwiesp\u00e4ltige Verh\u00e4ltnis der Briten zu ihrer Geschichte wider. Die Anwesen gelten zunehmend als Relikte einer Zeit, in der sich die Oberschicht durch ausbeuterische Kolonialpraktiken und auf Kosten der hart arbeitenden Unterschicht bereicherte. <\/p>\n<p>Doch sie verk\u00f6rpern auch den Glanz des Empire. Die Extravaganz vergangener Zeiten \u2013 weitl\u00e4ufige L\u00e4ndereien, vergoldete Badewannen, opulente Kronleuchter \u2013 fasziniert noch immer viele Menschen. Serien und Filme wie <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kmpkt\/article249245010\/The-Crown-Was-Frauen-von-der-Netflix-Serie-lernen-koennen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kmpkt\/article249245010\/The-Crown-Was-Frauen-von-der-Netflix-Serie-lernen-koennen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eThe Crown\u201c<\/a> und \u201eDownton Abbey\u201c oder \u201eSaltburn\u201c, gedreht im nahe gelegenen Drayton-Herrenhaus, sehen Millionen. Doddington Hall empf\u00e4ngt pro Jahr gut 35.000 Besucher.<\/p>\n<p>James Birch, ein Mann mit einem vorsichtigen L\u00e4cheln, in dunkelblauem Karo-Hemd und Chino-Hose, f\u00fchrt durch das Haus \u2013 vorbei an \u00fcberlebensgro\u00dfen Familienportr\u00e4ts, schweren Orientteppichen, Polstersesseln mit geschwungenen Armlehnen und kunstvoll geschnitzten Kommoden, bis hinauf aufs Dach, von wo sich der Blick \u00fcber den Landsitz \u00f6ffnet: Schmale Kieswege f\u00fchren entlang eine Parterre-Anlage mit geometrischen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/thueringen\/article251483760\/Buchsbaumzuensler-zunehmende-Plage-in-Gaerten-und-Parks.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/thueringen\/article251483760\/Buchsbaumzuensler-zunehmende-Plage-in-Gaerten-und-Parks.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Buchsbaum-Hecken<\/a> und durch Wiesen aus bl\u00fchenden Krokussen und Narzissen. Das Anwesen der Familie erstreckt sich \u00fcber 2000 Hektar. \u201eDiese H\u00e4user wecken Nostalgie\u201c, sagt Birch sp\u00e4ter beim Mittagessen im Besucher-Restaurant des Landsitzes. \u201eSie stehen f\u00fcr eine Zeit des stilvollen Lebens und des Wohlstands.\u201c<\/p>\n<p>Eigent\u00fcmer wie die Birches, die ihre Anwesen als Bestandteil der Kultur erhalten und f\u00fcr Besucher \u00f6ffnen, profitieren von Steuerverg\u00fcnstigungen. Die Regelung soll nach dem Willen der Regierung das \u201enationale Erbe bewahren\u201c, da viele H\u00e4user nach dem Zweiten Weltkrieg wegen hoher Steuern, fehlender Arbeitskr\u00e4fte und hoher Instandhaltungskosten abgerissen werden mussten. Auch die staatlich gef\u00f6rderte Organisation English Heritage unterst\u00fctzt mit Restaurierungen, \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Spenden. Die Kosten sind enorm. Die Doddington Hall verschlingt mehr als eine halbe Million Euro pro Jahr, rechnet Birch vor. Finanziert wird das unter anderem durch Eintrittsgelder, Hochzeiten und die Gesch\u00e4fte auf dem Anwesen. <\/p>\n<p>Soziologieprofessor Reeves kritisiert, dass mit den Steuerverg\u00fcnstigungen nicht nur kulturelles Erbe bewahrt werde \u2013 vielmehr zementierten sie \u201edie Machtposition der Elite\u201c. Die Herrenh\u00e4user sind ein Symbol historischer Klassenunterschiede, das gibt auch Birch unumwunden zu. \u201eAber die Zeiten haben sich ge\u00e4ndert.\u201c Soziale Ungleichheit gebe es zwar nach wie vor, aber nicht mehr so stark wie fr\u00fcher, sagt er. \u201eUnd viele Besitzer dieser H\u00e4user sind l\u00e4ngst nicht so wohlhabend, wie man denkt.\u201c Seine Familie k\u00f6nne die Kosten gerade so stemmen \u2013 in manchen Jahren verzeichneten sie hohe Verluste.<\/p>\n<p>In England und Wales geh\u00f6rt sch\u00e4tzungsweise noch immer etwa ein Drittel des Landes der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus240974517\/Wie-weiter-Grossbritannien-Das-King-Charles-Dilemma.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/plus240974517\/Wie-weiter-Grossbritannien-Das-King-Charles-Dilemma.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aristokratie<\/a> und der Gentry, dem Landadel, zu dem auch Familie Birch z\u00e4hlt. In Zeiten akuter Wohnungsnot verschafft dies den Landbesitzern eine starke Verhandlungsposition. Viele adlige Familien verpachten ihre L\u00e4ndereien oder vermieten darauf errichtete Immobilien, damit sie ihr Eigentum \u00fcber Generationen hinweg sichern und weitervererben k\u00f6nnen. Die Familie Birch folgt dieser Tradition. Auf einem Teil ihrer L\u00e4ndereien baute sie Mietsh\u00e4user f\u00fcr ihre Angestellten. Ein anderer Teil ist hingegen in ein 400-j\u00e4hriges Renaturierungsprogramm eingebunden. Ein Verkauf steht nicht zur Debatte \u2013 das Anwesen soll sp\u00e4ter an ihre drei Kinder \u00fcbergehen.<\/p>\n<p>Labour will genau das erschweren. Ab n\u00e4chstem Jahr soll der Freibetrag f\u00fcr landwirtschaftliches und gewerbliches Verm\u00f6gen im Erbfall auf eine Million Pfund (rund 1,2 Millionen Euro) begrenzt werden. Dar\u00fcber hinaus soll ein Steuersatz von 20 Prozent gelten. Wohlhabende Eigent\u00fcmer solcher Anwesen \u201esollten ihren fairen Anteil leisten\u201c, zitierte der \u201eGuardian\u201c einen Regierungsmitarbeiter. James Birch h\u00e4lt diese Reform f\u00fcr gerecht, kritisiert jedoch, dass sie seine Familie \u201ev\u00f6llig unvorbereitet\u201c treffe. Er f\u00fcrchtet, dass auf sie zus\u00e4tzliche Abgaben in H\u00f6he von umgerechnet gut 3,5 Millionen Euro zukommen. In diesem Fall m\u00fcssten sie Teile ihres Anwesens verkaufen, da sie nicht genug einnehmen.<\/p>\n<p>Adel oder Aufbruch<\/p>\n<p>Die alten Eliten bestimmen nicht nur \u00fcber ihr Land, sondern auch \u00fcber die Politik. Wer an einem sitzungsfreien Freitag durch das House of Lords streift, trifft auf Touristengruppen, die sich durch die tiefroten Sitzreihen der Lords Chamber im Westminster Palace schl\u00e4ngeln. An k\u00fchlen Fr\u00fchlingstagen wie diesem zieht es durchs Oberhaus, denn niemand heizt, wenn die noblen Herrschaften nicht zugegen sind.<\/p>\n<p>An der Stirnseite des Raumes prangt ein goldener Thron, dar\u00fcber ein kunstvoll geschnitzter, vergoldeter Baldachin. Von hier aus h\u00e4lt der Monarch bei der j\u00e4hrlichen Parlamentser\u00f6ffnung die \u201eKing\u2019s Speech\u201c, in der er die Gesetzesvorhaben der Regierung vorstellt. Als <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255643810\/Commonwealth-Unsichere-Zeiten-Koenig-Charles-III-ruft-die-ehemaligen-britischen-Kolonien-zum-Zusammenhalt-auf.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article255643810\/Commonwealth-Unsichere-Zeiten-Koenig-Charles-III-ruft-die-ehemaligen-britischen-Kolonien-zum-Zusammenhalt-auf.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">K\u00f6nig Charles III.<\/a> vergangenen Juli diesen Thron bestieg, spiegelten seine Worte die Mission der Labour-Regierung wider: Die Gesetzgebung werde auf den \u201ePrinzipien der Sicherheit, Gerechtigkeit und Chancengleichheit\u201c beruhen.<\/p>\n<p>Die Aristokratie h\u00e4lt sich bis heute fest im politischen System. Offiziell dient das Parlament dem K\u00f6nig: Er er\u00f6ffnet es, ernennt die Regierung und best\u00e4tigt Gesetze. Diese Aufgaben sind zwar nur noch zeremoniell \u2013 der Monarch folgt in der Regel dem Rat des Premiers. Doch im House of Lords hat der Adel weiterhin Mitspracherecht.<\/p>\n<p>Die Kammer stammt aus der Feudalzeit, als sie mehrheitlich aus Adligen und Gentry bestand, die den K\u00f6nig berieten. Bis heute k\u00f6nnen nur M\u00e4nner einen der f\u00fcr den Erbadel reservierten Pl\u00e4tze einnehmen. Im Jahr 1999 wollte die Regierung Blair die Erbadligen abschaffen, einigte sich nach langen Verhandlungen jedoch auf eine Reduzierung von gut 750 auf 92 M\u00e4nner. Die meisten Mitglieder werden vom Premier ernannt \u2013 ehemalige Politiker, Wirtschaftsexperten oder Personen, die sich um das Land verdient gemacht haben. Manchmal erhalten auch fragw\u00fcrdige Kandidaten einen Sitz. So ernannte der konservative Premierminister Boris Johnson den Tory-Gro\u00dfspender <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article13947033\/Cameron-empfing-Parteispender-in-der-Dienstwohnung.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article13947033\/Cameron-empfing-Parteispender-in-der-Dienstwohnung.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Peter Cruddas<\/a>, der ihn bei der Wahl zum Parteivorsitzenden finanziell unterst\u00fctzt hatte, zum Lord.<\/p>\n<p>Im Oberhaus werden Gesetze debattiert, beraten und blockiert. Da die Sitzungen manchmal stundenlang dauern, nickt schon mal jemand ein. Kein Wunder: Das Durchschnittsalter liegt bei 70 Jahren. Die Titel \u201eLife Peers\u201c werden auf Lebenszeit vergeben, und da mehr Mitglieder ernannt werden als ausscheiden, w\u00e4chst das House of Lords stetig. Heute gibt es 832 aktive Mitglieder \u2013 bei 400 Sitzen. St\u00e4rkste Fraktion sind die Konservativen.Doch selbst die verbleibenden 92 Erbadligen sollen bald Geschichte sein. Die Labour-Regierung plant, das Reformwerk Blairs zu vollenden und erbliche Adelstitel endg\u00fcltig abzuschaffen, auch will sie das Renteneintrittsalter f\u00fcr Life Peers auf 80 Jahre festlegen. Eine gro\u00dfe Mehrheit der Bev\u00f6lkerung unterst\u00fctzt das \u2013 knapp zwei Drittel lehnen den Erbadel im Oberhaus ab.<\/p>\n<p>Aber leicht lassen sich die Erbadligen nicht verjagen, schon gar nicht Charles Courtenay, einer der lautst\u00e4rksten Verteidiger alter Traditionen. Zum Interview verabredet sich der Earl of Devon in einem Caf\u00e9 neben Westminster Abbey, wo einst Queen Elizabeth II. gekr\u00f6nt wurde. Damals glaubten die Menschen noch an die Einheit von Krone und Volk. Die erste live \u00fcbertragene Kr\u00f6nung sahen fast 27 Millionen Briten \u2013 bei 36 Millionen Einwohnern im Land. Die Monarchie war nahezu unumstritten.<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article245023140\/Kroenung-Charles-III-Was-das-uralte-Zeremoniell-wirklich-bedeutet.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article245023140\/Kroenung-Charles-III-Was-das-uralte-Zeremoniell-wirklich-bedeutet.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Charles\u2019 Kr\u00f6nung<\/a> sahen nur mehr 18 Millionen. In Umfragen ist die Zustimmung f\u00fcr die Monarchie stark gesunken: Nur noch etwa die H\u00e4lfte bef\u00fcrwortet sie.<\/p>\n<p>Graf Charles tr\u00e4gt Tweedjackett und Pullover \u00fcber dem Hemd, er spricht ruhig und unaufgeregt \u2013 als h\u00e4tte er nichts zu bef\u00fcrchten. Mit 49 Jahren z\u00e4hlt er zu den j\u00fcngsten Mitgliedern des House of Lords \u2013 ganz im Gegensatz zu seinem fast 500 Jahre alten Adelstitel, einem der \u00e4ltesten im Oberhaus. \u00dcbernommen hat er ihn nach dem Tod seines Vaters, Hugh Courtenay. \u201eWir geben dem Parlament Kontinuit\u00e4t in unsicheren Zeiten\u201c, sagt der aktuelle Earl of Devon. \u201eW\u00e4hrend Politiker oft nur in f\u00fcnfj\u00e4hrigen Wahlzyklen denken, verfolgen die Erbadligen eine langfristige, generationen\u00fcbergreifende Perspektive.\u201c Courtenay h\u00e4lt es f\u00fcr akzeptabel, dass manche durch die Geburt ein politisches Mitspracherecht erhalten. \u201eVererbung ist ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Gef\u00fcges\u201c, sagt er. \u201eWir geben Grundbesitz, Eigentum, Namen und genetische Eigenschaften weiter.\u201c <\/p>\n<p>Die Gesellschaftsordnung, von der Courtenay spricht, kommt ihm in vielerlei Hinsicht zugute. An freien Tagen zieht er sich auf Powderham zur\u00fcck, dem Schloss seiner Vorfahren in S\u00fcdengland. Dort lebt er mit seiner Frau, einer amerikanischen Schauspielerin, und drei Kindern. Z\u00e4hlt er sich zur Oberschicht? Dar\u00fcber denke er nicht nach. \u201eIch bin ein Aristokrat \u2013 was das bedeutet, liegt nicht in meiner Hand.\u201c Dass soziale Herkunft den Erfolg bestimmt, glaubt er nicht: \u201eUnser Klassensystem ist durchl\u00e4ssig.\u201c<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind Macht und Einfluss nicht mehr nur eine Frage des Stammbaums, es ist l\u00e4ngst nicht allein der Adel, der eine exponierte Stellung einnimmt. Mit der oft versprochenen Chancengleichheit hat das jedoch wenig zu tun, wie der Besuch in einem Townhouse in Westminster zeigt.<\/p>\n<p>Konservativ und kapitalstark<\/p>\n<p>Es \u00fcberrascht nicht, dass Jacob Rees-Mogg seinen Besuch in einem Zweireiher mit feinem Hemd und Krawatte empf\u00e4ngt. Der formelle Stil ist sein Markenzeichen. Ger\u00fcchten zufolge besitzt er keine Jeans. Sir Jacob, wie ihn seine Angestellten nennen, geh\u00f6rt zu den umstrittensten Politikern des Landes. Der Erzkonservative, der bei der Wahl im Juli seinen Sitz im Unterhaus verlor, hat sich vor Jahren als Brexit-Hardliner einen Namen gemacht. Seine Anh\u00e4nger verehren ihn, seine Gegner halten ihn f\u00fcr einen reaktion\u00e4ren Sektierer.<\/p>\n<p>Der 56-J\u00e4hrige f\u00fchrt eine Treppe hinauf zu seinem Arbeitszimmer, vorbei an Gem\u00e4lden historischer Pers\u00f6nlichkeiten. Die Bilder stammen aus der Sammlung seiner Frau Helena, Tochter einer bedeutenden Kunstsammlerin und eine der verm\u00f6gendsten Frauen des Landes. Eines der Gem\u00e4lde habe er selbst aufgeh\u00e4ngt, erz\u00e4hlt Rees-Mogg. Dabei sei er auf Weinkisten balanciert, w\u00e4hrend sein Sohn die Leiter hielt. \u201eIch bin eigentlich kein DIY-Mann\u201c, sagt er verschmitzt. Also niemand, der zu Hause die Dinge selbst in die Hand nimmt. <\/p>\n<p>In einem anderen Lebensbereich sieht das anders aus. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/video191220797\/Mays-Gegenspieler-Darum-erntet-Jacob-Rees-Mogg-in-Grossbritannien-heftige-Kritik.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/video191220797\/Mays-Gegenspieler-Darum-erntet-Jacob-Rees-Mogg-in-Grossbritannien-heftige-Kritik.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rees-Mogg<\/a> verk\u00f6rpert die Elite, die sich mit dem Strukturwandel des Landes an die Spitze bef\u00f6rdert hat. Bereits mit elf Jahren, schreibt sein Biograf Michael A. Ashcroft, habe er sein Taschengeld in Aktien investiert und in der Schule die \u201eFinancial Times\u201c gelesen. Er war Gr\u00fcnder einer Investmentfirma, Tory-Abgeordneter, \u201eLeader of the House of Commons\u201c, Staatssekret\u00e4r und Wirtschaftsminister. Das Verm\u00f6gen des Ehepaars Rees-Mogg wird auf \u00fcber 118 Millionen Euro gesch\u00e4tzt. Selfmade, zumindest zum Teil.<\/p>\n<p>Den Aufstieg verdankt Rees-Moggs auch seinem Vater. William Rees-Mogg war als Chefredakteur der \u201eTimes\u201c bestens vernetzt und verschaffte ihm fr\u00fch Zugang zu den M\u00e4chtigen. Zu seinen ersten Kindheitserinnerungen geh\u00f6re, wie er mit seinem Vater den Landsitz des Premierministers besucht habe, so Ashcroft. Sein Vater soll ihm auch Jobs in der Finanzbranche verschafft und den Einstieg in die Politik erleichtert haben. <\/p>\n<p>\u201eEr hatte einen enormen Einfluss auf mein Leben und meine politische Pr\u00e4gung\u201c, sagt Rees-Mogg in seinem Arbeitszimmer, in dem sich die prachtvolle Kunstausstellung fortsetzt. Ein Kronleuchter taucht die dunklen viktorianischen Holzm\u00f6bel in grelles Licht. Auf einem wuchtigen Kaffeetisch liegt ein Rosenkranz \u2013 Rees-Mogg ist streng-gl\u00e4ubiger Katholik. Daneben ein vollendetes \u201eDownton Abbey\u201c-Puzzle \u2013 das Werk eines seiner S\u00f6hne. Der ist heute nicht zu Hause, sondern in Eton, einem der exklusivsten Internate der Welt. Die privilegierte Herkunft \u00f6ffnete bereits Rees-Mogg die T\u00fcren der Privatschule, sp\u00e4ter studierte er in Oxford.<\/p>\n<p>Wie sieht er das Vorhaben von Labour, die Klassenschranken zu sprengen? \u201eV\u00f6lliger Unsinn\u201c, lautet seine Antwort. \u201eKeine Gesellschaft kann absolute Gleichheit erreichen, weil wir alle in unterschiedliche Familien hineingeboren werden. Aber hat jemand, der clever ist, eine Chance, in diesem Land erfolgreich zu sein? Ja, auf jeden Fall.\u201c<\/p>\n<p>Gowns und Geheimclubs<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t sieht jedoch oft anders aus. Klugheit allein reicht kaum, um es ganz nach oben zu schaffen. Vielmehr hat sich eine gut ge\u00f6lte Maschinerie etabliert, die eine kleine Elite an die Macht bringt. Ein wichtiger Teil davon: Netzwerke. Wer Einfluss erlangen will, muss sie bereits in jungen Jahren kn\u00fcpfen \u2013 an Orten wie Oxford.<\/p>\n<p>Am Harris Manchester College wird das Abendessen serviert. Stimmengewirr erf\u00fcllt den Speisesaal. Drei lange Tafeln sind gedeckt, Studierende stehen an den Tischen. Als sich die schwere Holzt\u00fcr \u00f6ffnet, verstummen die Gespr\u00e4che. Eine Gruppe in akademischen Roben schreitet zum \u201eHigh Table\u201c an der Stirnseite des Raums \u2013 dort speisen die Dozenten. Ein Chor singt, die Rektorin spricht ein Gebet, dann beginnt das dreig\u00e4ngige Dinner. W\u00e4hrend einige Colleges an t\u00e4glichen formellen Abendessen festhalten, speisen Studenten und Dozenten am Harris Manchester College nur noch zweimal pro Woche so festlich \u2013 ein Versuch, sich von der traditionellen \u201eTown and Gown\u201c-Mentalit\u00e4t zu l\u00f6sen, die Studenten rituell von der Stadtbev\u00f6lkerung trennt. <\/p>\n<p>Dennoch sind diese Abende der H\u00f6hepunkt der Woche: Die Stimmung ist ausgelassen, die Studenten haben sich herausgeputzt: in Abendkleidern, Anz\u00fcgen, Hemden, manche tragen dar\u00fcber ihre akademischen Roben, die Gowns. Zwar w\u00e4chst unter den jungen Leuten das Bewusstsein f\u00fcr die Geschichte dieser hierarchischen Traditionen, doch zugleich bleibt der Stolz, Teil eines exklusiven Clubs zu sein.<\/p>\n<p>Oxford z\u00e4hlt neben Cambridge und der LSE zu den besten Universit\u00e4ten des Landes. Die Pl\u00e4tze sind begehrt: 2023 lag die Annahmequote bei 16 Prozent. Privatschulen fungieren als Einflugschneise zu den Eliteuniversit\u00e4ten \u2013 doch landen darf dort nur, wer sich das Ticket leisten kann. Die prestigetr\u00e4chtigste Einrichtung \u2013 Eton \u2013 kostet j\u00e4hrlich 70.000 Euro. Trotzdem bleiben Privatschulabsolventen \u00fcberrepr\u00e4sentiert: 2023 stellten sie 32 Prozent der Studenten.<\/p>\n<p>\u201ePrivatschulen sind ein zentraler Mechanismus zur Selbstreproduktion der Elite\u201c, sagt der Soziologe Friedman. Dort w\u00fcrden die Sch\u00fcler fr\u00fch mit den sozialen Codes der Oberschicht und den exklusiven Gesellschaften und Sportvereinen der Eliteuniversit\u00e4ten vertraut gemacht. Absolventen berichten, wie sich an ihren Schulen ganz selbstverst\u00e4ndlich informelle Netzwerke bilden \u2013 etwa durch ihre regionale Herkunft, Urlaube an denselben Orten oder elterliche Golf- und Jagdausfl\u00fcge. <\/p>\n<p>\u201ePrivilegierte f\u00f6rdern oft ihresgleichen\u201c, sagt Friedman, \u201enicht prim\u00e4r aufgrund von Leistung, sondern aufgrund gemeinsamer kultureller Pr\u00e4gungen. So verbleibt die Macht dort, wo sie schon immer war. Die Kombination aus erstklassiger Ausbildung und sozialem Kapital erm\u00f6glicht Zugang zur Macht: 2019 gaben 39 Prozent der Spitzenkr\u00e4fte in Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft an, eine Privatschule besucht zu haben \u2013 in der Gesamtbev\u00f6lkerung lag der Anteil bei sieben Prozent.<\/p>\n<p>Um das Zweiklassensystem im Bildungswesen aufzubrechen und mehr Sch\u00fcler ins staatliche System zu lenken, setzt die Regierung mit Reformen an: Seit dem Fr\u00fchjahr gilt auf Schulgeb\u00fchren von Privatschulen eine Mehrwertsteuer von 20 Prozent. Au\u00dferdem erhalten wohlt\u00e4tige Privatschulen keine Erm\u00e4\u00dfigung mehr bei der Grundsteuer. Daraus entstehende Einnahmen in H\u00f6he von etwa zwei Milliarden Euro j\u00e4hrlich sollen in das staatliche Schulsystem flie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wie diese Selbstreproduktion funktioniert, l\u00e4sst sich <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article231687021\/Oxford-Universitaet-Studenten-wollen-Queen-Portraet-abhaengen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article231687021\/Oxford-Universitaet-Studenten-wollen-Queen-Portraet-abhaengen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in Oxford<\/a> beobachten. \u201eDie Kontakte, die ich hier gekn\u00fcpft habe, sind Freundschaften f\u00fcrs Leben und k\u00f6nnen auch beruflich n\u00fctzlich sein\u201c, sagt Gabriel Kaufmann, Pr\u00e4sident der Studentenvereinigung am Harris Manchester College. Wer eine Karriere in Westminster anstrebt, findet die richtigen Anlaufstellen, etwa in der Oxford University Conservative Association oder der renommierten Oxford Union Society \u2013 Kaderschmieden f\u00fcr Premierminister wie Margaret Thatcher, David Cameron und Theresa May \u2013 und auch Tony Blair. Rees-Mogg hatte hier zentrale Positionen inne.<\/p>\n<p>Und dann sind da noch die ber\u00fcchtigten Geheimgesellschaften an Universit\u00e4ten, die nach wie vor den M\u00e4chtigen von morgen n\u00fctzen, obwohl wachsende Kritik ihren Einfluss geschm\u00e4lert hat. Die seit Jahrhunderten bestehenden \u201eOld Boys\u201c-Netzwerke sind bekannt f\u00fcr Dekadenz, bizarre Rituale, exzessiven Alkoholkonsum, Vandalismus \u2013 und ihre einflussreichen Mitglieder. <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article248513792\/David-Cameron-Seine-Rueckkehr-zeigt-wie-ernst-die-Lage-ist.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article248513792\/David-Cameron-Seine-Rueckkehr-zeigt-wie-ernst-die-Lage-ist.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">David Cameron<\/a> bestreitet bis heute vehement eine Behauptung, wonach er f\u00fcr die Aufnahme in die \u201ePiers Gaveston Society\u201c seinen Penis in den Mund eines toten Schweins gesteckt haben soll. Auch der \u201eBullingdon Club\u201c, ein elit\u00e4rer Herren-Dining-Club, ist f\u00fcr seine Exzesse bekannt. Boris Johnson soll andere Alumni noch Jahre sp\u00e4ter mit \u201eBuller, Buller, Buller\u201c begr\u00fc\u00dft haben. Rees-Mogg hingegen beteuert, nie dazugeh\u00f6rt zu haben. \u201eDaf\u00fcr war ich nicht stylish genug\u201c, sagt er schmunzelnd.<\/p>\n<p>Von Eton und Oxford ist der Weg in die obersten Etagen nur noch ein kurzer. Doch wer sind die Menschen, die an der Spitze Gro\u00dfbritanniens stehen? Und welchen Einfluss \u00fcben sie aus? Friedman und Reeves definieren gut 30.000 Menschen als Elite. Deren politische Orientierung ist den Wissenschaftlern zufolge mehrheitlich moderat bis Mitte-links. Besonders einflussreich innerhalb dieser Schl\u00fcsselakteure ist jedoch eine kleinere Fraktion: die sogenannte Wohlstandselite. Sie geh\u00f6rt zum obersten ein Prozent der Verm\u00f6genden \u2013 etwa 6000 Personen. Politisch sind sie deutlich aktiver als andere Mitglieder der Elite, weil sie h\u00e4ufiger an Parteien spenden und engere pers\u00f6nliche Netzwerke zu Entscheidungstr\u00e4gern pflegen. <\/p>\n<p>\u201eWeil sie sowohl Einfluss als auch Geld haben, k\u00f6nnen sie ihre politischen \u00dcberzeugungen in konkretes Handeln \u00fcbersetzen\u201c, erkl\u00e4rt Friedman. Doch diese politische Gesinnung unterscheide sich deutlich vom Rest der Elite: \u201eIhre Mitglieder tendieren stark nach rechts, lehnen Steuererh\u00f6hungen f\u00fcr Reiche ab, sehen soziale Ungleichheit seltener als Problem und bewerten das Empire positiver.\u201c Die Interessen dieser kleinen, aber m\u00e4chtigen Gruppe spiegeln sich in der Politik wider, erkl\u00e4rt er weiter. \u201eGro\u00dfbritannien wird historisch konservativ regiert, und selbst die aktuelle, bestenfalls moderate <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus256109572\/Innenministerin-Cooper-Gescheitertes-Experiment-jetzt-verschaerft-Grossbritannien-den-Ton-in-der-Migrationspolitik.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus256109572\/Innenministerin-Cooper-Gescheitertes-Experiment-jetzt-verschaerft-Grossbritannien-den-Ton-in-der-Migrationspolitik.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Labour-Regierung <\/a>scheut die Konfrontation mit den Gro\u00dfunternehmen.\u201c<\/p>\n<p>Politik und Privatwirtschaft<\/p>\n<p>Wahrscheinlich liegt das auch an der Verzahnung von Privatsektor und politischer Elite, die in Gro\u00dfbritannien besonders eng ist. Politiker wechseln m\u00fchelos zwischen Regierung und Wirtschaft, profitieren von Netzwerken und sichern sich so Einfluss und Macht. Der fliegende Wechsel zwischen Politik und Privatwirtschaft \u2013 bekannt als Revolving Door, Dreht\u00fcr \u2013 wird hierzulande weitaus entspannter gehandhabt als in anderen L\u00e4ndern. W\u00e4hrend in Deutschland ehemaligen Regierungsmitgliedern der Gang in die Privatwirtschaft f\u00fcr bis zu 18 Monate untersagt werden kann, gibt es in Gro\u00dfbritannien keine vergleichbare gesetzliche Karenzzeit.<\/p>\n<p>Oft nutzen Ex-Politiker ihre alten Kontakte, um politische Entscheidungen in ihrem Sinne zu beeinflussen. So lobbyierte der Ex-Premier Cameron als Berater eines Finanzunternehmens f\u00fcr ein staatliches Corona-Kreditprogramm \u2013 geschadet hat es ihm nicht. Die Dreht\u00fcr rotierte weiter: 2023 ernannte <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/video252367854\/Sunak-tritt-zurueck-Ruecktritt-von-Briten-Premier-Ein-eklatantes-Nein-fuer-Sunak.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/video252367854\/Sunak-tritt-zurueck-Ruecktritt-von-Briten-Premier-Ein-eklatantes-Nein-fuer-Sunak.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rishi Sunak<\/a> Cameron zum Au\u00dfenminister. Da er f\u00fcr das Amt Mitglied einer Parlamentskammer sein musste, erhob Sunak ihn kurzerhand ins House of Lords.<\/p>\n<p>Erst im April hat die Regierung ein weiteres Privileg der Elite abgeschafft, um die Kluft Arm und Reich zu verringern. Der \u201eNon-Domiciled-Status\u201c erm\u00f6glichte es wohlhabenden Ausl\u00e4ndern sowie Briten mit ausl\u00e4ndischen Wurzeln, Auslandseink\u00fcnfte vom Fiskus fernzuhalten. Jetzt werden Abgaben in Gro\u00dfbritannien f\u00e4llig. Erste Folgen lie\u00dfen sich in der Mitte Mai von der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.thetimes.com\/sunday-times-rich-list\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.thetimes.com\/sunday-times-rich-list&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\">\u201eSunday Times\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlichten Rangliste der verm\u00f6gendsten Menschen im Land ablesen: Die Zahl der Milliard\u00e4re sank im vergangenen Jahr von 165 auf 156. Nie in der 37-j\u00e4hrigen Geschichte des Rankings haben so viele Superreiche das Vereinigte K\u00f6nigreich auf einmal verlassen. <\/p>\n<p>Standpunkte statt Stammbaum<\/p>\n<p>Nicht nur die Labour-Regierung will den Status quo kippen. Manchmal regt sich der Widerstand sogar innerhalb der Institutionen, wie im Fall von Carmen Smith. Die 29-J\u00e4hrige bittet zum Gespr\u00e4ch in ihr B\u00fcro in Westminster. Im vergangenen Jahr ist die Waliserin als j\u00fcngstes Mitglied der Geschichte ins Oberhaus eingezogen \u2013 ausgew\u00e4hlt in einem internen Verfahren ihrer Mitte-links-Partei Plaid Cymru, nachdem ein Abgeordneter zur\u00fcckgetreten war. <\/p>\n<p>In ihrem B\u00fcro geht es weit weniger prachtvoll zu als im nur wenige Hundert Meter entfernten Westminster Palace. Die wei\u00dfen W\u00e4nde und der graue Teppichboden erinnern mehr an ein Kranken-, denn an ein K\u00f6nigshaus. Auf Smiths Schreibtisch liegt ein Buch mit dem Titel \u201eThe Power of the People\u201c, an der Wand h\u00e4ngt ein Druck der Lichtinstallation \u201eNew Dawn\u201c von Mary Branson, eine Hommage an die Suffragetten-Bewegung, die f\u00fcr das <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article183735732\/100-Jahre-Frauenwahlrecht-Aus-der-Tatsache-dass-es-mich-gibt-darf-kein-Alibi-werden.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article183735732\/100-Jahre-Frauenwahlrecht-Aus-der-Tatsache-dass-es-mich-gibt-darf-kein-Alibi-werden.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frauenwahlrecht<\/a> k\u00e4mpfte.<\/p>\n<p>Die ehemalige Aktivistin Smith betrachtet ihre Arbeit als einen Akt des Protests.\u201eLeute wie ich landen normalerweise nicht hier\u201c, sagt sie. W\u00e4hrend den meisten Lords der Weg geebnet wurde, musste sie ihn sich erst freik\u00e4mpfen. Smith wuchs in armen Verh\u00e4ltnissen in Wales auf und k\u00fcmmerte sich gemeinsam mit ihrer Mutter um ihren demenzkranken Vater. Ihren Titel \u201eBaroness of Llanfaes\u201c w\u00e4hlte sie in Anlehnung an die Sozialbausiedlung, in der sie aufwuchs. Der ganze zeremonielle Pomp? V\u00f6llig \u00fcbertrieben, findet sie. F\u00fcr ihre erste Rede lieh sie sich eine Robe aus Kunstpelz. Ihren Titel erw\u00e4hnt sie nur ungern; er schaffe \u201eeine Hierarchie \u00fcber einer bestehenden Hierarchie\u201c, konstatiert sie.<\/p>\n<p>F\u00fcr Smith ist das britische Parlament vor allem eines: \u201eein Club\u201c. Auch die Grundidee des House of Lords lehnt sie ab. \u201eIch glaube nicht an ein ungew\u00e4hltes Haus.\u201c Stattdessen pl\u00e4diert sie daf\u00fcr, das Oberhaus durch eine demokratisch gew\u00e4hlte Kammer zu ersetzen, welche die Regionen und Nationen des Vereinigten K\u00f6nigreichs repr\u00e4sentativ widerspiegeln soll. \u201ePolitik braucht Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen\u201c, sagt sie. \u201eViele Abgeordnete verteidigen die Existenz von Privatschulen, weil sie selbst dort waren oder ihre Kinder und Enkel dorthin schicken.\u201c Smiths Ideen sind keineswegs unrealistisch. Auch die Sozialdemokraten streben eine demokratisch gew\u00e4hlte Kammer an. 55 Prozent der Briten unterst\u00fctzen diesen Plan.<\/p>\n<p>Gelingt Labour der ersehnte Wandel? Kann die Regierung die Klassenschranken durchbrechen? Die Pl\u00e4ne sind mindestens ehrgeizig. Von gro\u00dfen Teilen der Bev\u00f6lkerung, der die Vormachtstellung einer privilegierten Minderheit zunehmend missf\u00e4llt, mag sie R\u00fcckenwind erhalten. Soziologieprofessor Sam Friedman lobt das Vorgehen: \u201eSelbst weitaus radikalere Labour-Regierungen haben sich nicht an die Besteuerung von Privatschulen herangewagt.\u201c Dennoch d\u00e4mpft er allzu hohe Erwartungen. Es gebe \u201eeinen Unterschied zwischen dem, woran man glaubt, und dem, was man umsetzen kann\u201c. Die Elite, sagt er, \u201ewird ihren Status nicht kampflos aufgeben.\u201c<\/p>\n<p>Als Tony Blair 1999 vor seine Anh\u00e4nger trat, erkl\u00e4rte er den Klassenkampf voreilig f\u00fcr beendet. Darauf lie\u00df er einen weiteren Satz folgen. \u201eDer Kampf f\u00fcr wahre Gleichheit beginnt jetzt.\u201c Seine Worte gelten noch immer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist das Jahr 1999. 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