{"id":231081,"date":"2025-06-30T12:05:12","date_gmt":"2025-06-30T12:05:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/231081\/"},"modified":"2025-06-30T12:05:12","modified_gmt":"2025-06-30T12:05:12","slug":"das-s-bahn-angebot-2025-2026-wird-schlicht-durch-knappe-gelder-limitiert-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/231081\/","title":{"rendered":"Das S-Bahn-Angebot 2025\/2026 wird schlicht durch knappe Gelder limitiert \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Die Einschr\u00e4nkungen im Fahrplan im n\u00e4chsten Jahr im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz haben f\u00fcr jede Menge Aufregung gesorgt. Bei Betroffenen, bei Verb\u00e4nden, in den Kommunen. Die meisten Einschr\u00e4nkungen resultieren schlichtweg daraus, dass der Zweckverband f\u00fcr den Nahverkehr Leipzig (ZVNL) im Dezember 2025 eigentlich das neue S-Bahn-Netz 2025plus starten wollte.<\/p>\n<p>Aber Verz\u00f6gerungen bei der Lieferung der neuen Fahrzeuge sorgten daf\u00fcr, dass das Ganze ein Jahr sp\u00e4ter startet und ein Interims-Fahrplan aus dem Boden gestampft werden musste. Zu dem freilich auch die SPD-Fraktion im Leipziger Stadtrat ein paar Nachfragen hatte.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/a63088827be649b8bf88d70488f1c4f8.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/mobilitaet\/2025\/06\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/mobilitaet\/2025\/06\/1\"\/><\/p>\n<p>Einige der Einschnitte wurden ja bekanntlich<a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/mobilitaet\/2025\/06\/s-bahn-mitteldeutschland-ungeplantes-interim-wichtige-korrekturen-627764\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> auf der Verbandstagung des ZVNL am 23. Juni noch zur\u00fcckgenommen.<\/a> Zumindest so weit das mit dem beim ZVNL verf\u00fcgbaren Geld m\u00f6glich ist. Und dieses Geld hat seine Grenzen. Es stammt aus den Regionalisierungsmitteln des Bundes, die dieser an die Bundesl\u00e4nder ausreicht. Und der Freistaat Sachsen gibt dieses Geld nicht vollst\u00e4ndig an die Zweckverb\u00e4nde weiter, sodass deren Spielr\u00e4ume bei der Vertragsgestaltung denkbar eng sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2025813&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Darauf weist auch das Mobilit\u00e4ts- und Tiefbauamt hin<\/a>, das auf die SPD-Anfrage hin die Antworten formulierte.<br \/>\u201eDie 98. Verbandsversammlung hat am 23.06.2025 den Verbandsvorsitzenden erm\u00e4chtigt, unter Beachtung der konkreten weiteren finanziellen Entwicklungen im ZVNL<a href=\"http:\/\/zvnl.de\/2025\/06\/24\/pressemappe-zur-98-verbandsversammlung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> f\u00fcr das Fahrplanjahr 2025\/26 zus\u00e4tzliche Verkehrsleistungen im SPNV zu verhandeln und zu bestellen.<\/a> Das betrifft die Verl\u00e4ngerung von 2 Fahrtenpaaren Halle-Leipzig bis Borna; Verdichtung der S1 im Abendverkehr mit vier Fahrtenpaaren<br \/>Verdichtung der S5 im Abendverkehr mit einer Fahrt.\u201c<\/p>\n<p>Es sind vor allem Angebotserweiterungen auf sowieso bestellten Strecken.<\/p>\n<p>\u201eM\u00f6glich werden diese Nachbestellungen, da in der Haushaltsbewirtschaftung im Verband zus\u00e4tzliche unplanm\u00e4\u00dfige Einnahmen (P\u00f6nale der letzten Jahre, die jetzt haushaltswirksam werden) festzustellen sind. In der intensiven Abstimmung der Verbandsmitglieder untereinander und mit der Gesch\u00e4ftsstelle des ZVNL wurden die oben genannten zus\u00e4tzlichen Leistungen als technisch umsetzbar und finanziell machbar identifiziert. Dabei war auch die verkehrliche Wirkung im Verbandsgebiet ein Kriterium.\u201c<\/p>\n<p>Eine unbefriedigende Entwicklung<\/p>\n<p>Dabei hatte auch Leipzig damit gerechnet, dass sich das S-Bahn-Angebot mit der n\u00e4chsten Stufe des S-Bahn-Netzes sp\u00fcrbar ausweitet. So betrachtet auch Leipzigs Verwaltung das Interims-Jahr mit einiger Sorge: \u201eMa\u00dfnahmen, wie die Ausd\u00fcnnung des Abendtakts oder die Reduzierung von Zugkilometern im SPNV, stellen auch f\u00fcr die Stadt Leipzig eine unbefriedigende Entwicklung dar. Die Ma\u00dfnahmen fallen in eine Zeit positiver Nachfragelage, da die Fahrgastzahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind.<\/p>\n<p>Die Ma\u00dfnahmen f\u00fchren aus Sicht der Stadtverwaltung dazu, dass den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern weniger M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung stehen, um auf umweltfreundliche Verkehrsmittel wie die Bahn umzusteigen. Dieser Umstand l\u00e4uft den verkehrspolitischen Zielen der Stadt entgegen.\u201c<\/p>\n<p>Aber das Mobilit\u00e4ts- und Tiefbauamt formuliert auch: \u201eGleichzeitig ist sich die Stadt der strukturellen Herausforderungen im SPNV bewusst. Eine verl\u00e4ssliche Finanzierung sowie ein konsequenter Ausbau der Eisenbahninfrastruktur sind grundlegende Voraussetzungen, um ein attraktives und leistungsf\u00e4higes Angebot langfristig zu sichern. Die Stadtverwaltung steht daher in kontinuierlichem Austausch mit relevanten Partnern wie dem ZVNL und wird sich f\u00fcr die Nachbestellung zus\u00e4tzlicher Verkehrsleistungen f\u00fcr das Fahrplanjahr 2025\/26 einsetzen.\u201c<\/p>\n<p>Und f\u00fcr die Einschnitte im Interims-Jahr gilt letztlich: \u201eDie Gr\u00fcnde sind ausschlie\u00dflich fehlende finanzielle Mittel, um den IST-Stand 2025 dauerhaft aufrechtzuerhalten.\u201c<\/p>\n<p>Kostensteigerungen begrenzen das Angebot<\/p>\n<p>Und es gilt nicht nur f\u00fcr 2025, dass die Zuweisungen des Bundes nicht ausreichen, die Kostensteigerungen im \u00d6PNV auszugleichen. Das ist vielen Fahrg\u00e4sten nicht bewusst. Allein die Trassenpreise verschlingen einen Gro\u00dfteil der vom Zweckverband eingesetzten Gelder. Dazu kommen aber auch noch die heftigen Kostensteigerungen beim ganz normalen Betrieb der S-Bahnen, welche die eigentlich notwendige Ausweitung sogar verhindern. Bund und Land m\u00fcssten also deutlich mehr Geld zur Verf\u00fcgung stellen, um das Angebot ausweiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>So aber frisst die Inflation die eher kleinen j\u00e4hrlichen Steigerungen auf.<\/p>\n<p>Oder mit den Worten des Mobilit\u00e4ts- und Tiefbauamtes: \u201eDieses ist wesentlich von der Kostenentwicklung von Energie, Personal, Instandhaltung und Infrastruktur abh\u00e4ngig. Hier waren seit 2021 Kostenspr\u00fcnge zu verzeichnen. Wir m\u00fcssen davon ausgehen, dass dem ZVNL j\u00e4hrlich rund 20 Mio. \u20ac (dynamisiert) zus\u00e4tzlich zur Verf\u00fcgung stehen m\u00fcssen. Durch die Fahrten in benachbarte s\u00e4chsische Aufgabentr\u00e4gergebiete \u2013 aber auch in die Bundesl\u00e4nder Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen \u2013 m\u00fcssen auch dort mehr finanzielle Mittel zur Verf\u00fcgung stehen. Insofern ist dies eine gesamtdeutsche Aufgabe zur Ausstattung mit Regionalisierungsmitteln.\u201c<\/p>\n<p>Was noch zur\u00fcckhaltend formuliert ist. Wenn es die deutsche Bundesregierung mit der Verkehrswende wirklich ernst meinen w\u00fcrde, w\u00fcrde sie die Gelder f\u00fcr den Nahverkehr deutlich st\u00e4rker anheben. Stattdessen sorgen die Mindereinnahmen durch das so wichtige Deutschland-Ticket daf\u00fcr, dass das Geld bei den Zweckverb\u00e4nden noch knapper wird.<\/p>\n<p>Auch der Freistaat Sachsen knausert<\/p>\n<p>\u201eGibt es Gespr\u00e4che bzw. Verhandlungen mit dem Freistaat Sachsen und dem ZVNL, damit die Einschr\u00e4nkungen vermieden werden k\u00f6nnen?\u201c, wollte die SPD-Fraktion deshalb wissen.<\/p>\n<p>Aber der Rau Leipzig steht mit dem Problem nicht allein da: \u201eAlle s\u00e4chsischen Aufgabentr\u00e4ger haben den Freistaat \u00fcber ihre angespannte finanzielle Situation unterrichtet. Der Freistaat hat ab 2023 (r\u00fcckwirkend auf 2022) den s\u00e4chsischen Zweckverb\u00e4nden zus\u00e4tzliche Mittel aus dem Fond der Regionalisierungsmittel zugewiesen. Im Jahr 2025 sind dies 26.153.767 \u20ac. F\u00fcr 2026 und 2027 wird dieser Betrag reduziert.<\/p>\n<p>Ab 2028 liegt keine Zusage durch den Freistaat vor. Den Gro\u00dfteil davon ben\u00f6tigt der SPNV, um die unter Punkt 3 genannten Mehrkosten zu kompensieren. Die weiteren Mittel werden den Verbandsmitgliedern zur Verf\u00fcgung gestellt, um z.B. ebenfalls diese Mehrkosten im \u00d6SPV auszugleichen.\u201c<\/p>\n<p>Wobei letztlich nicht die Fahrgastzahlen ausschlaggebend sind, wie sich das S-Bahn-Netz finanziert. Sie k\u00f6nnten \u2013 wie der ZVNL-Verbandsvorsitzender Kai Emanuel sagt \u2013 bestenfalls helfen, die Finanzierungsl\u00fccke zu schlie\u00dfen, wenn die Fahrgasteinnahmen steigen w\u00fcrden. Aber genau das verhindert ja das Deutschland-Ticket. Es erm\u00f6glicht vielen Fahrg\u00e4sten, \u00fcberhaupt bezahlbar im \u00d6PNV unterwegs zu sein, mindert aber die Fahrgasteinnahmen der Zweckverb\u00e4nde. Hier m\u00fcsste also der Staat einspringen.<\/p>\n<p>Und so betont das Mobilit\u00e4ts- und Tiefbauamt: \u201e(Wieder-)Bestellung von S-Bahnen sind in allererster Linie eine finanzielle Frage und bedingen zus\u00e4tzliches Personal und ggf. auch Fahrzeuge und Infrastruktur. Im g\u00fcnstigsten Fall kann innerhalb eines Jahres mehr Verkehr m\u00f6glich werden. Bei Beschaffung neuer Fahrzeuge sind 4 Jahre anzunehmen. Es muss aber sichergestellt werden, dass die Zugbestellung \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erfolgt. Ansonsten schlagen sehr hohe Fixkosten zu Buche, die die Finanzsituation weiter belasten.\u201c<\/p>\n<p>Was ein Grund daf\u00fcr war, dass die S-Bahn 10 nach Gr\u00fcnau wieder gestrichen wurde. Sie war im Betrieb schlicht zu unzuverl\u00e4ssig und zu teuer.<\/p>\n<p>F\u00fcrs eigene Liniennetz sehen die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) eher keine Auswirkungen durch das Interims-Angebot der S-Bahn im Jahr 2025\/2026. Im Dezember 2026 sollte dann das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz 2025plus in Kraft treten, mit neuen Angeboten und vor allem gr\u00f6\u00dferen Fahrzeugen, die deutlich mehr Fahrg\u00e4ste (und Fahrr\u00e4der) aufnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Einschr\u00e4nkungen im Fahrplan im n\u00e4chsten Jahr im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz haben f\u00fcr jede Menge Aufregung gesorgt. 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