{"id":231476,"date":"2025-06-30T15:40:16","date_gmt":"2025-06-30T15:40:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/231476\/"},"modified":"2025-06-30T15:40:16","modified_gmt":"2025-06-30T15:40:16","slug":"russland-provider-blockieren-auslaendische-inhalte-mit-16-kbyte-trick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/231476\/","title":{"rendered":"Russland: Provider blockieren ausl\u00e4ndische Inhalte mit 16-KByte-Trick"},"content":{"rendered":"<p>Russland blockiert offenbar seit Anfang Juni westliche Cloud-Provider und CDNs mit neuen Tricks. Der CDN-Anbieter Cloudflare verzeichnet erheblich weniger Zugriffe aus dem immer st\u00e4rker abgeschirmten Land und f\u00fchrt das auf heimlich umgesetzte Sperrma\u00dfnahmen zur\u00fcck. Eine offizielle Best\u00e4tigung gibt es jedoch weder von der russischen Regierung noch von den dortigen Internetprovidern.<\/p>\n<p>Eine Analyse des Netzwerkverkehrs nach Russland habe ergeben, dass dieser seit dem 9. Juni 2025 teilweise um f\u00fcnfzig Prozent eingebrochen sei. F\u00fcr Nutzer w\u00fcrden betroffene Internetseiten und -dienste de facto unbenutzbar, konstatieren die Netzexperten, denn: Die Filterma\u00dfnahmen lassen nur 16 KByte jeder Datei durch und regeln den Datenverkehr dann ab. Zum Vergleich: Allein das HTML-Dokument der heise-online-Startseite ist 118 KByte gro\u00df. Bei Internetnutzern, die aus Russland Webseiten im Cloudflare-CDN abrufen wollen, kommen also nur Bruchst\u00fccke an.<\/p>\n<p>Doch nicht nur das Datenvolumen sei stark gefallen, weitere Indizien sprechen laut Cloudflare ebenfalls f\u00fcr eine Blockade: Das &#8222;Network Error Logging&#8220;, freiwillig durch Browser ans CDN \u00fcbermittelte Fehlerdaten und interne Statistiken. So zeigt ein Fehlerdiagramm die massive Verschlechterung der Netzwerkqualit\u00e4t: Der Paketverlust pendelt sich zwischen 70 und 80 Prozent ein. F\u00fcr anspruchsvolle Internetanwendungen ist diese Fehlerrate untragbar.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/8\/8\/5\/9\/7\/3\/BLOG-2859_4-9dca5def1476b387.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Paketverlust nach Russland bei Cloudflare\" height=\"831\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1999 \/ 831; object-fit: cover;\" width=\"1999\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Steile Flanke: Seit dem 9. Juni hat sich der Paketverlust nach Russland bei Cloudflare drastisch erh\u00f6ht.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0Cloudflare)\n    <\/p>\n<p>Nicht nur der US-Anbieter Cloudflare ist betroffen, sondern offenbar auch DigitalOcean, Hetzner und OVH. Ob die Blockade nur kurzfristig oder dauerhaft aufrechterhalten wird, ist unklar. Auch steht eine offizielle Best\u00e4tigung aus: Weder die russische Regierung noch die mutma\u00dflich beteiligten Provider haben sich ge\u00e4u\u00dfert. <a href=\"https:\/\/blog.cloudflare.com\/russian-internet-users-are-unable-to-access-the-open-internet\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Cloudflare gesteht ein<\/a>, derzeit keine L\u00f6sung zu haben \u2013 russische Nutzer sollten sich an die dortigen Verantwortlichen wenden, um die Blockade aufzuheben. <\/p>\n<p>Inl\u00e4ndische L\u00f6sung nutzen &#8211; aber welche?<\/p>\n<p>Hinter der Blockade steckt die russische Strategie, m\u00f6glichst wenig von ausl\u00e4ndischen Providern und Internetdiensten abh\u00e4ngig zu sein. Das RUnet, ein autarkes russisches Internet, ist erkl\u00e4rtes Ziel der Regierung, doch gibt es auch kritische Stimmen. Obgleich die Aufsichtsbeh\u00f6rde Roskomnadsor (RKN), die Internet-Blockaden anordnet und ihre Umsetzung \u00fcberwacht, bereits seit Ende 2024 vor der Nutzung des Cloudflare-CDN warnt, gibt es keine einheimische Alternative zu dem US-Dienst. Bereits <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Blockade-durch-Zensurbehoerde-Russland-zensiert-Cloudflare-Websites-10010100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">im vergangenen November<\/a> lie\u00df RKN Cloudflare blockieren, seinerzeit aus Protest gegen die Einf\u00fchrung eines neuen TLS-Merkmals zur Erh\u00f6hung der Privatsph\u00e4re.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich sind seit Kurzem 18 weitere EU-Publikationen in Russland blockiert, <a href=\"https:\/\/www.rbc.ru\/politics\/30\/06\/2025\/686263789a7947841868be9f\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">berichtet<\/a> die russische Wirtschaftszeitung Kommersant. Welche das sind, sei nicht bekannt, so der Bericht. Die Blockliste der russischen Telekommunikationsbeh\u00f6rde Roskomnadsor ist derzeit entweder offline oder von au\u00dferhalb Russlands nicht aufrufbar. Ob beide Blockaden zusammenh\u00e4ngen, ist unklar.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:cku@heise.de\" title=\"Dr. Christopher Kunz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">cku<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Russland blockiert offenbar seit Anfang Juni westliche Cloud-Provider und CDNs mit neuen Tricks. 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