{"id":23193,"date":"2025-04-11T10:49:08","date_gmt":"2025-04-11T10:49:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/23193\/"},"modified":"2025-04-11T10:49:08","modified_gmt":"2025-04-11T10:49:08","slug":"zollkonflikt-flutet-china-jetzt-die-eu-mit-billigprodukten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/23193\/","title":{"rendered":"Zollkonflikt: Flutet China jetzt die EU mit Billigprodukten?"},"content":{"rendered":"<p>Solaranlagen, Mobiltelefone, Computer, Fernseher und zunehmend auch Kleidung, Chemikalien und Autos: Die Liste von Produkten ist lang, die chinesische Unternehmen auf dem europ\u00e4ischen Markt verkaufen. Oft unterbieten sie die Preise europ\u00e4ischer Konkurrenten deutlich und dr\u00e4ngen so heimische Anbieter aus dem Markt. Dieser Druck k\u00f6nnte noch einmal zunehmen. N\u00e4mlich dann, wenn Chinas Exporteure ganze Warenstr\u00f6me umleiten, die bisher in die USA geflossen waren. <\/p>\n<p>Es geht um Produkte im Wert von mehreren hundert Milliarden Euro: Maschinen, Spielzeug, K\u00fcchenger\u00e4te, aber auch Elektronikprodukte und Autoteile. Hintergrund ist <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/china-erhoeht-zoelle-auf-us-importe-auf-125-prozent,Ui2vk8u\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der eskalierende Zollstreit zwischen den USA und China<\/a>, der es f\u00fcr chinesische Firmen zunehmend unattraktiv machen k\u00f6nnte, in die Vereinigten Staaten zu liefern. Auf Europa k\u00f6nnte deshalb eine Flut von Billigimporten zukommen. In manchen Branchen sind die Folgen schon jetzt abzusehen.<\/p>\n<p>Chinesische Online-Billigmode verdr\u00e4ngt Einzelh\u00e4ndler<\/p>\n<p>Auch wenn viele Branchen in Deutschland unter der Konjunkturkrise und der <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/konsumstimmung-bleibt-verhalten-verbraucher-setzen-aufs-sparen,UgigMmD\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur\u00fcckhaltung der Verbraucher<\/a> leiden \u2013 ein Markt boomt: Fast Fashion, also Billigkleidung, die vor allem von jungen Menschen gekauft und oft nach kurzer Zeit wieder weggeworfen wird. Dominiert wird dieses Gesch\u00e4ft vor allem von chinesischen Internet-Plattformen wie Temu und Shein. Sie sind zuletzt rasant gewachsen. <\/p>\n<p>So hat sich die Zahl der aus China in die EU gelieferten Sendungen mit einem Warenwert von unter 22 Euro im vergangenen Jahr ungef\u00e4hr verdoppelt. Sie lag zuletzt bei mehr als vier Milliarden Paketen. F\u00fcr den europ\u00e4ischen Einzelhandel sind die Anbieter aus Fernost inzwischen eine echte Gefahr, ist man bei der EU \u00fcberzeugt. Und auch Verbrauchersch\u00fctzer warnen immer wieder, dass die Produkte aus China oft nicht hiesigen Standards entsprechen und <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/billig-aber-nicht-sicher-mehr-kontrolle-von-temu-shein-and-co,URwHchp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">teilweise sogar gef\u00e4hrlich seien<\/a>, zum Beispiel wenn Elektroger\u00e4te nicht gut verarbeitet sind. <\/p>\n<p>EU will strenger gegen Temu, Shein &amp; Co vorgehen<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat inzwischen <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/temu-und-shein-eu-kommission-nimmt-billig-onlinehaendler-ins-visier,Uc117TB\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schritte gegen die Billigplattformen<\/a> angek\u00fcndigt. Br\u00fcssel will unter anderem eine Bearbeitungsgeb\u00fchr f\u00fcr Pakete der Anbieter einf\u00fchren. Bisher sind Sendungen mit einem Wert unter 150 Euro von Z\u00f6llen befreit. <\/p>\n<p>Bei europ\u00e4ischen Wirtschaftsverb\u00e4nden sto\u00dfen diese Pl\u00e4ne auf gro\u00dfe Zustimmung. Hierzulande soll au\u00dferdem das Bundeskartellamt die Billigheimer strenger kontrollieren. Der Handelsverband Deutschland HDE hat bei der Beh\u00f6rde Beschwerde gegen Temu eingereicht. Die Vorw\u00fcrfe: Das Unternehmen beachte oft die europ\u00e4ischen Produktstandards nicht, au\u00dferdem locke man die Kundschaft mit unlauteren Methoden an \u2013 etwa mit gef\u00e4lschten Bewertungen und vorget\u00e4uschten Rabattaktionen. <\/p>\n<p>Immer mehr China-Produkte zu immer g\u00fcnstigeren Preisen<\/p>\n<p>Schon in den vergangenen Jahren sind chinesische Produkte auf dem EU-Markt tendenziell billiger geworden. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat allein f\u00fcr das Jahr 2024 f\u00fcr die wichtigsten Warengruppen einen durchschnittlichen Preisr\u00fcckgang um 8,8 Prozent berechnet. Gleichzeitig stieg die Menge der importierten Produkte. China lieferte also mehr Waren zu immer g\u00fcnstigeren Preisen. <\/p>\n<p>Das ist zwar aus Sicht der Kunden zun\u00e4chst erfreulich. F\u00fcr europ\u00e4ische Hersteller aber stellt es ein Problem dar, zum Beispiel bei chemischen Erzeugnissen, deren Importpreise besonders deutlich nachgaben. So k\u00f6nnen zum Beispiel bayerische Chemie-Unternehmen angesichts hoher Lohn- und Energiekosten am Standort Deutschland immer weniger mit der Konkurrenz aus Fernost mithalten. <\/p>\n<p>Immer weniger Export nach China<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Importe aus China in die EU boomen sieht es auf der umgekehrten Handelsroute zunehmend d\u00fcster aus. Nach Zahlen der <a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/studien\/juergen-matthes-problematische-befunde-im-detail.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aktuellen IW-Studie<\/a> (externer Link) schrumpften die deutschen Exporte nach China in den vergangenen beiden Jahren um insgesamt rund 16 Prozent. Es tut sich also eine immer gr\u00f6\u00dfere Schere in der Handelsbilanz auf, zu Ungunsten der deutschen Wirtschaft. IW-Experte J\u00fcrgen Matthes spricht angesichts dieser Zahlen von &#8222;beunruhigenden Befunden&#8220; und einer regelrechten &#8222;Implosion&#8220; des dortigen Exportmarkts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Solaranlagen, Mobiltelefone, Computer, Fernseher und zunehmend auch Kleidung, Chemikalien und Autos: Die Liste von Produkten ist lang, die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23194,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,227,13936,548,663,158,3934,3935,6803,1494,13,4023,14,15,12,13937,13938,3107],"class_list":{"0":"post-23193","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-china","11":"tag-dumpingpreise","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-europe","16":"tag-european-union","17":"tag-export","18":"tag-handelsstreit","19":"tag-headlines","20":"tag-import","21":"tag-nachrichten","22":"tag-news","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-shein","25":"tag-temu","26":"tag-zollstreit"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114318945019722404","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23193","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23193"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23193\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23194"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23193"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23193"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23193"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}