{"id":232213,"date":"2025-06-30T22:19:35","date_gmt":"2025-06-30T22:19:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/232213\/"},"modified":"2025-06-30T22:19:35","modified_gmt":"2025-06-30T22:19:35","slug":"inflation-faellt-auf-20-prozent-guenstigere-energie-hilft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/232213\/","title":{"rendered":"Inflation f\u00e4llt auf 2,0 Prozent \u2013 g\u00fcnstigere Energie hilft"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden (dpa) &#8211; G\u00fcnstigere Energie und geringere Preissteigerungen bei Lebensmitteln: Die Inflationsrate in Deutschland ist \u00fcberraschend auf den niedrigsten Stand seit \u00fcber einem halben Jahr gesunken. Im Juni lagen die Verbraucherpreise um 2,0 Prozent \u00fcber dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. So niedrig war die Teuerung zuletzt im Oktober 2024. Im Mai hatte die Rate noch 2,1 Prozent betragen.\u00a0<\/p>\n<p>Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater sieht die Inflation geb\u00e4ndigt: \u00abDie Zinsen sind gefallen, die akute Inflationsbedrohung ist vorbei.\u00bb Zum Sinken der Inflationsrate trug erneut billigere Energie als im Vorjahresmonat bei (-3,5 Prozent), allerdings flacht der R\u00fcckgang langsam ab.\u00a0<\/p>\n<p>Iran-Konflikt ohne gro\u00dfe Folgen<\/p>\n<p>Auch der Konflikt zwischen Israel und Iran, der die Preise f\u00fcr Roh\u00f6l und Sprit zeitweise kr\u00e4ftig nach oben getrieben hatte, blieb weitgehend folgenlos. Denn der starke Euro, der zum Dollar aufgewertet hat, verbilligt Importe. Lebensmittel verteuerten sich noch um 2,0 Prozent nach einem Plus von 2,8 Prozent im Mai.\u00a0<\/p>\n<p>Hartn\u00e4ckig bleibt die Inflation bei Dienstleistungen, zu denen Versicherungen, Pauschalreisen und Autoreparaturen z\u00e4hlen. Im Juni kletterten die Preise f\u00fcr Dienstleistungen um 3,3 Prozent &#8211; eine Folge gestiegener L\u00f6hne. \u00abDie Urlaubszeit bringt keine Erholung von der Teuerung\u00bb, sagt Michael Heise, Chefvolkswirt beim Verm\u00f6gensverwalter HQ Trust. \u00abWer verreist, sp\u00fcrt es bei der Buchung vom Hotelzimmer \u2013 wer daheim bleibt, in der Eisdiele.\u00bb<\/p>\n<p>Preiswelle mit Ukraine-Krieg<\/p>\n<p>Trotz der moderaten Teuerungsrate sp\u00fcren Verbraucher in Deutschland die deutlich gestiegenen Preise beim Einkaufen im Alltag. Butter, Schokolade, Obst und Gem\u00fcse etwa haben sich st\u00e4rker verteuert als der gesamte Warenkorb.\u00a0<\/p>\n<p>Nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine 2022 war die Inflation nach oben geschossen, die Preise f\u00fcr Energie und Lebensmittel kletterten rasant. 2022 lag die Inflation im Schnitt bei 6,9 Prozent und 2023 bei 5,9 Prozent, bevor sie im vergangenen Jahr auf 2,2 Prozent abflaute. Viele Verbraucher haben daher Kaufkraft verloren. Sie k\u00f6nnen sich f\u00fcr einen Euro weniger leisten.<\/p>\n<p>Commerzbank-Chefvolkswirt J\u00f6rg Kr\u00e4mer sieht trotz der erneuten Abnahme weiterhin hohe Inflationsrisiken. \u00abOhne die schwankungsanf\u00e4lligen Preise f\u00fcr Energie und Nahrungsmittel ist die Inflation im Juni kaum gefallen und liegt nach wie vor \u00fcber dem EZB-Ziel von zwei Prozent.\u00bb Diese \u00abKerninflation\u00bb lag laut Statistik im Juni bei 2,7 Prozent &#8211; nach 2,8 Prozent im Vormonat.\u00a0<\/p>\n<p>Risikofaktor Zollstreit<\/p>\n<p>Wie es mit der Inflation weitergeht, ist mit der aggressiven Zollpolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump ungewisser geworden. So k\u00f6nnten Z\u00f6lle auf die Preise von Industrieg\u00fctern durchschlagen und auf Umwegen Verbraucher treffen. Die EU versucht in Verhandlungen mit Washington einen Handelskrieg abzuwenden. Ein erneuter Zollschock k\u00f6nnte die Inflation in der Eurozone wieder antreiben.\u00a0<\/p>\n<p>Auch die geplanten Milliarden f\u00fcr Verteidigung und Infrastruktur k\u00f6nnten die Inflation in Deutschland beeinflussen. Manche \u00d6konomen erwarten, dass die Teuerung steigt, weil mit den zus\u00e4tzlichen Mitteln eine zus\u00e4tzliche Nachfrage geschaffen wird.\u00a0<\/p>\n<p>2,0 Prozent auch im Gesamtjahr?\u00a0<\/p>\n<p>Die Bundesbank geht davon aus, dass die Inflationsrate in Deutschland in den kommenden Monaten um die Zwei-Prozent-Marke schwanken wird. Das w\u00fcrde der Zielmarke der Europ\u00e4ischen Zentralbank entsprechen, die bei diesem Wert eine Preisstabilit\u00e4t annimmt. \u00d6konomen, darunter der Sachverst\u00e4ndigenrat (\u00abWirtschaftsweise\u00bb), rechnen damit, dass ein Wert um zwei Prozent auch im Jahresschnitt 2025 herauskommen wird.<\/p>\n<p>Wie handelt die EZB?<\/p>\n<p>Die Entwicklung der Inflation in Europas gr\u00f6\u00dfter Volkswirtschaft ist ein wichtiger Indikator f\u00fcr die EZB, die sich im Kampf gegen die Inflation alle Mittel offen h\u00e4lt. Angesichts von Sorgen um die Konjunktur und einer abflauenden Teuerung hat die Notenbank den f\u00fcr Sparer und Banken relevanten Einlagenzins zum achten Mal sei dem vergangenen Sommer gesenkt &#8211; zuletzt auf 2,0 Prozent.\u00a0<\/p>\n<p>Beim n\u00e4chsten EZB-Entscheid am 24. Juli rechnen die meisten \u00d6konomen mit einer Zinspause. \u00abDie EZB d\u00fcrfte sich in ihrem Kurs best\u00e4tigt f\u00fchlen\u00bb, sagt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank. Der noch immer deutliche Anstieg der Dienstleistungspreise d\u00fcrfte seiner Ansicht nach die EZB vorerst von weiteren Zinssenkungen abhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wiesbaden (dpa) &#8211; G\u00fcnstigere Energie und geringere Preissteigerungen bei Lebensmitteln: Die Inflationsrate in Deutschland ist \u00fcberraschend auf den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":232214,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[3364,29,30,871,1209,828,625,4418],"class_list":{"0":"post-232213","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-inflation","12":"tag-nordrhein-westfalen","13":"tag-preis","14":"tag-verbraucher","15":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114774643351280476","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/232213","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=232213"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/232213\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/232214"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=232213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=232213"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=232213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}