{"id":232465,"date":"2025-07-01T00:39:16","date_gmt":"2025-07-01T00:39:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/232465\/"},"modified":"2025-07-01T00:39:16","modified_gmt":"2025-07-01T00:39:16","slug":"zu-wenig-gruendungen-und-pleiten-wie-deutschlands-wirtschaft-veraltet-und-verkrustet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/232465\/","title":{"rendered":"Zu wenig Gr\u00fcndungen und Pleiten: Wie Deutschlands Wirtschaft veraltet und verkrustet"},"content":{"rendered":"<p>                    Zu wenig Gr\u00fcndungen und Pleiten<br \/>\n                Wie Deutschlands Wirtschaft veraltet und verkrustet<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t              \tVon Max Borowski<br \/>\n\t\t\t\t              30.06.2025, 18:25 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Damit eine Volkswirtschaft erfolgreich ist, muss sie sich st\u00e4ndig erneuern. Neue Unternehmen m\u00fcssen entstehen, alte Firmen mit \u00fcberholten Gesch\u00e4ftsmodellen m\u00fcssen ihnen Platz machen. Eine aktuelle Studie zeigt, wie dieser Prozess in Deutschland erlahmt ist<\/strong><\/p>\n<p>Diese Statistik birgt nur auf den ersten Blick eine positive Nachricht: Jahr f\u00fcr Jahr w\u00e4chst die Zahl der Unternehmen in Deutschland. Zwischen gut 12.000 und knapp 40.000 mehr Firmen werden gegr\u00fcndet, als durch Insolvenz oder Gesch\u00e4ftsaufgabe geschlossen werden &#8211; jedes Jahr. Laut dem \u00d6konomen Claus Michelsen tr\u00fcgt dieser Schein allerdings. Hinter dem positiven Saldo der Unternehmenszahlen verbirgt sich, dass sowohl die Zahl der Neugr\u00fcndungen als auch der Aufgaben seit 2009 stetig zur\u00fcckgehen. Beides ist in Zeiten eines wirtschaftlichen Umbruchs problematisch.<\/p>\n<p>&#8222;Damit Deutschlands Wirtschaft erfolgreich bleibt, m\u00fcsste auch Deutschlands Unternehmenslandschaft sich stetig erneuern und verj\u00fcngen, doch sie verkrustet und veraltet&#8220;, sagt Michelsen im Gespr\u00e4ch mit ntv.de. Der ehemalige Konjunkturchef des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) ist seit 2021 Chef\u00f6konom beim Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA). In einer Datenauswertung zu Gr\u00fcndungen und Unternehmensaufgaben in Deutschland bilanziert er gemeinsam mit seinem Kollegen Simon Junker: Damit der Standort Deutschland erfolgreich bleibt, brauche es angesichts der technologischen, demografischen und wirtschaftlichen Umbr\u00fcche &#8222;Ver\u00e4nderungen in den Unternehmen&#8220;. &#8222;Junge Unternehmen&#8220; seien gefragt, die neue Ideen zum Erfolg f\u00fchrten. &#8222;Und es braucht Unternehmen, die neuen Ideen Platz machen&#8220;, hei\u00dft es in der Studie, die ntv.de exklusiv vorliegt. Insolvenzen seien &#8222;keine Seltenheit im \u00f6konomischen Umbruch &#8211; im Gegenteil, sie sind durchaus gew\u00fcnscht&#8220;.<\/p>\n<p>Das Wirtschaftswachstum, schreiben die beiden \u00d6konomen, h\u00e4nge eng mit dem Gr\u00fcndungsgeschehen zusammen. Und um dieses ist es in Deutschland schlecht bestellt. So sind die Gr\u00fcndungen nicht nur stark zur\u00fcckgegangen, sie liegen auch weit unter dem Niveau anderer L\u00e4nder. In Nordeuropa und in den baltischen Staaten w\u00fcrde im Vergleich zur Bev\u00f6lkerungsgr\u00f6\u00dfe jedes Jahr ein Vielfaches an neuen Unternehmen gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Neue Arbeitspl\u00e4tze schaffen, statt alte zu retten<\/p>\n<p>2009 wurden in Deutschland noch mehr als 150.000 &#8222;wirtschaftlich bedeutende&#8220; Unternehmen neu gegr\u00fcndet. Gr\u00fcndungen etwa im Nebenerwerb werden dabei nicht ber\u00fccksichtigt. 2022 erreichte die Zahl solcher Gr\u00fcndungen mit 115.000 einen Tiefpunkt. Trotz eines leichten Anstiegs in den beiden vergangenen Jahren sei eine Trendwende nicht erkennbar, so Michelsen. Im gleichen Zeitraum ging auch die Zahl der Unternehmensaufgaben stark zur\u00fcck, in der Corona-Krise verst\u00e4rkt durch staatliche Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen und die teilweise Aussetzung der Insolvenzantragspflicht. Dass zuletzt auch wieder mehr Unternehmen pleitegehen oder auf anderem Wege schlie\u00dfen, erkl\u00e4ren die Autoren mit einem &#8222;Nachholeffekt&#8220;. <\/p>\n<p>Zwischen dem R\u00fcckgang der Gr\u00fcndungen und dem der Betriebseinstellungen sieht Michelsen auch einen kausalen Zusammenhang. Junge und alte Unternehmen st\u00fcnden im Wettbewerb um Ressourcen, vor allem um Fachkr\u00e4fte. Unterst\u00fctze der Staat Unternehmen mit abnehmender Produktivit\u00e4t und veralteten Gesch\u00e4ftsmodellen, mache er es Newcomern schwer und bremse die notwendige Erneuerung der Unternehmen. <\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde, warum in Deutschland vergleichsweise wenige Unternehmen gegr\u00fcndet werden, sind weitgehend bekannt. Michelsen und Junker nennen unter anderem die B\u00fcrokratie, schwierigen Zugang zu Gr\u00fcndungskapital, fehlende Risikobereitschaft und mangelnde Durchl\u00e4ssigkeit zwischen Wissenschaft und Unternehmen. <\/p>\n<p>Daneben, sagt Michelsen im Gespr\u00e4ch mit ntv.de, sei es aber auch notwendig, dass die Politik das Scheitern von Unternehmen zulasse. &#8222;Politiker retten Unternehmen und Arbeitspl\u00e4tze auch ein wenig aus Angst um die Stimmen der Betroffenen.&#8220; Sinnvoller als diese &#8222;Politik der Angst&#8220; sei jedoch, den Wandel der Wirtschaft zu f\u00f6rdern. &#8222;Im Fokus sollte stehen, neue Unternehmen und Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zu wenig Gr\u00fcndungen und Pleiten Wie Deutschlands Wirtschaft veraltet und verkrustet Von Max Borowski 30.06.2025, 18:25 Uhr Artikel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":232466,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,1551,10268,171,174,36354,173,172,55,381],"class_list":{"0":"post-232465","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-insolvenz","14":"tag-konjunktur","15":"tag-markets","16":"tag-maerkte","17":"tag-start-ups","18":"tag-unternehmen","19":"tag-unternehmen-maerkte","20":"tag-wirtschaft","21":"tag-wirtschaftspolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/232465","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=232465"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/232465\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/232466"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=232465"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=232465"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=232465"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}