{"id":232742,"date":"2025-07-01T03:15:14","date_gmt":"2025-07-01T03:15:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/232742\/"},"modified":"2025-07-01T03:15:14","modified_gmt":"2025-07-01T03:15:14","slug":"vera-bucks-der-dunkle-sommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/232742\/","title":{"rendered":"Vera Bucks &#8222;Der Dunkle Sommer&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Bereits vergangenes Jahr sorgte Vera Buck mit ihrem Thriller &#8222;Das Baumhaus&#8220; f\u00fcr Spannung und G\u00e4nsehaut. Nun hat sie mit &#8222;Der dunkle Sommer&#8220; nachgelegt, und wieder gelingt es ihr, verschiedene Personen, Zeit- und Handlungsebenen so geschickt miteinander zu verweben, dass sich viele Fragen der Leser erst ganz zum Ende kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Erz\u00e4hlt wird die Geschichte abwechselnd aus drei Perspektiven: Architektin Tilda, eine 40-j\u00e4hrige Deutsch-Italienerin, hat f\u00fcr einen Euro ein altes Haus im (fiktiven) Geisterdorf Botigalli auf Sardinien gekauft. Die H\u00e4user hier werden gerade verscherbelt, um die Stadt, in der seit einem dramatischen Massaker im Jahr 1982 (fast) niemand mehr wohnt, wiederzubeleben. F\u00fcr Tilda die ideale M\u00f6glichkeit, nach einer pers\u00f6nlichen Trag\u00f6die in aller Abgeschiedenheit zur Ruhe zu kommen. Doch sie wird alles andere als freundlich auf der Insel in Empfang genommen.<\/p>\n<p>Die zweite Perspektive ist die des Journalisten Enzos, der seit Ewigkeiten versucht, die Umst\u00e4nde des damaligen Massakers aufzukl\u00e4ren. Es gibt einen \u00dcberlebenden von damals, Silvio, der \u2013 heute ein alter, gebrechlicher und griesgr\u00e4miger Mann \u2013 als einziger mit seiner Pflegerin noch in Botigalli haust. Silvios Frau und seine Tochter sind bei dem Blutbad, das zu allem \u00dcberfluss auch noch w\u00e4hrend einer Hochzeitsfeier stattfand, ums Leben gekommen. Doch Enzo ist sich sicher, dass Silvio nicht nur Opfer war. Denn auch das Dorf Botigalli lebte einst \u2013 wie viele andere Orte auf Sardinien \u2013 von Entf\u00fchrungen und damit verbundenen L\u00f6segeldzahlungen. Meist wurden die Entf\u00fchrten in den H\u00f6hlen der Bergregion versteckt und nach der Zahlung freigelassen. Steht dieses zweifelhafte Business in Zusammenhang mit dem Massaker?<\/p>\n<p>Einblicke in die Vergangenheit<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich w\u00e4re da noch Franca, die in den 80er-Jahren als junge Frau in Botigalli lebte und den Leser mit in die Vergangenheit nimmt. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck bringen ihre Erz\u00e4hlungen und Erlebnisse ans Licht, wie und warum 1982 so viele Menschen ums Leben kamen. Durch sie lernt der Leser die Bewohner Botigallis kennen. Ebenso begleitet er Frankas ganz pers\u00f6nlichen Kampf um Gerechtigkeit \u2013 f\u00fcr sich selbst und eines der damaligen Entf\u00fchrungsopfer.<\/p>\n<p>&#8222;Der dunkle Sommer&#8220; ist ein spannender, schlau konstruierter und \u00fcberraschender Roman, der ganz nebenbei noch Einblicke in ein d\u00fcsteres Kapitel italienischer Geschichte und das Leben der sardinischen Frauen vor einigen Jahrzehnten gibt und der einmal mehr beweist, was f\u00fcr eine grandiose Geschichtenerz\u00e4hlerin Vera Buck ist.<\/p>\n<p>Sie gibt ihrem Buch und ihren Figuren viel Zeit, sich entwickeln zu k\u00f6nnen. Langweilig wird der Roman dadurch aber nie. Viel zu aufregend sind die einzelnen Handlungsstr\u00e4nge. Seite f\u00fcr Seite will man mehr \u00fcber die Geschichte des Hauses erfahren, in das Tilda gezogen ist, dar\u00fcber, warum sie vor ihrer Vergangenheit fliegt. Dar\u00fcber, was Silvio verbirgt. \u00dcber Francas tragische Coming-of-Age-Geschichte und dar\u00fcber, was Enzo antreibt, sich all die Jahre nur mit diesem einen Thema zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Auch wenn sich all diese pers\u00f6nlichen Schicksale teils langsam entfalten, passiert in diesem Roman einfach so viel, dass er von der ersten bis zur letzten Seite das reinste Lesevergn\u00fcgen ist \u2013 es sei denn, man befindet sich gerade ganz alleine in einem italienischen Geisterdorf. Dann sollte man sich vielleicht f\u00fcr eine andere Lekt\u00fcre entscheiden.<\/p>\n<p>                Info<\/p>\n<p>Vera Buck: Der dunkle Sommer. Rowohlt Polaris, Hamburg. 384 Seiten, 17 \u20ac. Unser n\u00e4chster Krimisommer-Tipp spielt in D\u00e4nemark.<\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc80yo17f7pdgjlf1q64b\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/kultur\/literatur\/1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bereits vergangenes Jahr sorgte Vera Buck mit ihrem Thriller &#8222;Das Baumhaus&#8220; f\u00fcr Spannung und G\u00e4nsehaut. 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