{"id":232890,"date":"2025-07-01T04:35:22","date_gmt":"2025-07-01T04:35:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/232890\/"},"modified":"2025-07-01T04:35:22","modified_gmt":"2025-07-01T04:35:22","slug":"vom-standardwerk-bis-zum-comic-buecher-zur-frauenfussball-em","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/232890\/","title":{"rendered":"Vom Standardwerk bis zum Comic: B\u00fccher zur Frauenfussball-EM"},"content":{"rendered":"<p>In den 1920er Jahren schlug er zaghaft erste Wurzeln, der Frauenfussball in der Schweiz. Es war ein langer Weg bis heute, wo die Europameisterschaft der Frauen dem Sport hierzulande einen Popularit\u00e4tsschub verpassen soll. Marianne Meier und Monika Hofmann zeichnen in ihrem Buch \u00abDas Recht zu kicken\u00bb den zuweilen steinigen Weg des Frauenfussballs in der Schweiz nach und legen damit erstmals ein historisches Standardwerk vor.<\/p>\n<p>Wer lieber nach vorne schaut als zur\u00fcck, ist mit Marco Kellers \u00abFussball EURO 2025 Schweiz\u00bb gut bedient. Das Vorschaubuch enth\u00e4lt zahlreiche Interviews und Portr\u00e4ts von aktuellen Leaderfiguren des Nationalteams.<\/p>\n<p>Die Nationalspielerinnen Lia W\u00e4lti und Coumba Sow haben sich beide entscheiden, ihre eigene Geschichte zwischen zwei Buchdeckel zu verpacken. W\u00e4hrend W\u00e4lti gemeinsam mit ihrer Schwester das Kinderbuch \u00abLia am Ball\u00bb geschrieben hat, mit dem sie M\u00e4dchen ermutigen und ihnen ein weibliches Fussballvorbild sein will, das sie selbst nicht hatte, hat sich Sow f\u00fcr die Form der Graphic Novel entschieden. In Zusammenarbeit mit der Genfer Autorin und Musikerin Licia Chery und dem haitianischen Illustrator Chevelin Pierre erz\u00e4hlt \u00abCoumba Sow &#8211; ein Weg aus Liebe zum Fussball\u00bb von Sows steinigem Weg zur Profifussballerin. Ein Mutmacherbuch f\u00fcr alle, die einen Traum verfolgen und dabei immer wieder mit R\u00fcckschl\u00e4gen und Diskriminierung zu k\u00e4mpfen haben.<\/p>\n<p>MARCO KELLER: \u00abFUSSBALL EURO 2025 SCHWEIZ\u00bb: Was denkt M\u00e4nner-Nationaltrainer Murat Yakin \u00fcber den Frauenfussball und was bewundert er an der Schweizer Nationaltrainerin Pia Sundhage? Wieso hat Riana, die Tochter von Trainerlegende Urs Fischer, trotz grossem Talent nie f\u00fcr die Landesauswahl gespielt? Welche Tricks musste Madeleine Boll damals anwenden, damit sie \u00fcberhaupt als erste Frau in der Schweiz offiziell Fussball spielen durfte und was macht der langj\u00e4hrige Schweizer Nationalspieler Johan Djourou im Staff des Nationalteams? Das sind nur einige der Fragen, die im umfassenden Vorschaubuch von Marco Keller zur Women\u2019s Euro beantwortet werden. Das Werk deckt auf 144 Seiten zahlreiche Facetten des Frauenfussballs in der Schweiz ab. Es gibt Portr\u00e4ts von Leaderfiguren des Nationalteams, von Protagonistinnen und nat\u00fcrlich auch von Turnierdirektorin Doris Keller. Alle anderen 15 Teams werden ebenfalls vorgestellt. In einem Gastbeitrag wird beleuchtet, wie der Schweizerische Fussballverband (SFV) daf\u00fcr sorgen will, dass die Euphorie nach Turnierende nicht verpufft, und Nationalr\u00e4tin Aline Trede sagt, was sie politisch ver\u00e4ndern m\u00f6chte. Komplettiert wird das Werk durch ein XXL-Poster.<\/p>\n<p>Marco Keller: \u00abFussball-Euro 2025 Schweiz\u00bb. Helvetia Verlag, Bern 2025, 144 Seiten. Set mit diversen Artikeln 34.90 Franken (UVP).<\/p>\n<p>MARIANNE MEIER UND MONIKA HOFMANN: \u00abDAS RECHT ZU KICKEN\u00bb: Wie in vielen L\u00e4ndern waren Frauen, die Fussball spielen, auch in der Schweiz lange eine Seltenheit, beziehungsweise sogar etwas Verbotenes. Entsprechend anspruchsvoll ist es, die Geschichte des Frauenfussballs in der Schweiz nachzuzeichnen. Marianne Meier und Monika Hofmann gelingt aber genau das. Die beiden Forscherinnen am Interdisziplin\u00e4ren Zentrum f\u00fcr Geschlechterforschung der Universit\u00e4t Bern beleuchten den Frauenfussball von den leisen Anf\u00e4ngen in den 1920er Jahren \u00fcber die Institutionalisierung mit der Gr\u00fcndung von Klubs und Ligen bis zur nun im Zug der Europameisterschaft in der Schweiz gewachsenen Popularit\u00e4t, die ein nachhaltiges Wachstum erm\u00f6glichen soll. Meier, die schon vor \u00fcber 20 Jahren zur Geschichte des Schweizer Frauenfussballs publizierte, verbrachte viel Zeit in Archiven. Sie hat eine eindr\u00fcckliche Sammlung an Quellen zusammengetragen und so die Entwicklung des Sports rekonstruiert. Entstanden ist das historische Standardwerk, das lange gefehlt hat. Die Autorinnen richten ihren Blick jedoch nicht nur auf Historisches, sondern stellen in Interviews und Portr\u00e4ts zahlreiche Frauen vor, die den Frauenfussball gepr\u00e4gt haben. Pionierinnen wie Madleine Boll und Margrit N\u00e4f finden ebenso ihren Platz wie die Schweizer Nationaltrainerin Pia Sundhage und Rekordnationalspielerin und -torsch\u00fctzin Ana-Maria Crnogorcevic. Im zum Buch geh\u00f6rigen Podcast \u00abFussballpionierinnen\u00bb lassen Meier und Hofmann die Frauen selbst zu Wort kommen.<\/p>\n<p>Marianne Meier und Monika Hofmann: \u00abDas Recht zu kicken. Die Geschichte des Schweizer Frauenfussballs\u00bb. Hier und Jetzt Verlag, Z\u00fcrich 2025, 336 Seiten. Gebunden 39.00Franken (UVP).<\/p>\n<p>LIA UND MERET W\u00c4LTI: \u00abLIA AM BALL\u00bb: Lia W\u00e4lti ist eine der erfolgreichsten Schweizer Fussballerinnen und als Captain des Nationalteams eine zentrale Figur im Team von Nationaltrainerin Pia Sundhage. Die Mittelfeldspielerin, die bei Arsenal in London unter Vertrag steht, geh\u00f6rt aber zu den Fussballerinnen, deren Horizont weit \u00fcber den gr\u00fcnen Rasen hinausgeht. Mit dem Kinderbuch hat sich die Emmentalerin zusammen mit ihrer Schwester Meret einen lang gehegten Traum erf\u00fcllt. Illustriert von der Jurassierin Mireille Lachausse erz\u00e4hlen die W\u00e4lti-Schwestern Lias Weg, der im Emmentaler St\u00e4dtchen Langnau begann und in die grosse Fussballwelt f\u00fchrte. Sie zeigen dabei, mit welchen Herausforderungen ein junges M\u00e4dchen konfrontiert sein kann, wenn es Fussballerin sein m\u00f6chte. Lia W\u00e4lti will mit diesem Buch einen Beitrag dazu leisten, dass der Weg zur Fussballerin einfacher wird &#8211; schon nur dadurch, dass M\u00e4dchen, die heute Fussball spielen, weibliche Vorbilder haben, denen sie nacheifern k\u00f6nnen. Lia W\u00e4lti selber war in ihrer Kindheit ein grosser Fan von Zinedine Zidane, weibliche Idole fehlten. \u00abF\u00fcr alle, die mutig sind\u00bb steht im Umschlag des Buches, ehe erz\u00e4hlt wird, wie Lia und Meret zuhause Penaltyschiessen. Und wie Lia erstmals bei den Jungs in einem Team mitspielen durfte und der Trainer dann beeindruckt feststellte, dass Lia besser war als einige ihrer Teamkollegen. F\u00fcr Lia W\u00e4lti hat sich der Mut ausbezahlt. Nun will sie ihn weitergeben an alle M\u00e4dchen, die auch \u00abam Ball\u00bb sein m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Lia und Meret W\u00e4lti: \u00abLia am Ball. Das Fussballm\u00e4rchen ihres Lebens\u00bb. Illustriert von Mireille Lachausse. Ab 8 Jahren. Genossenschaft Kaleio, Basel 2025, 64 Seiten. Gebunden 26.90 Franken (UVP).<\/p>\n<p>COUMBA SOW \/ LICIA CHERY \/ CHEVELIN PIERRE: \u00abCOUMBA SOW \u2013 EIN WEG AUS LIEBE ZUM FUSSBALL\u00bb: Coumba Sow geh\u00f6rt seit Jahren zum Ger\u00fcst des Nationalteams. Der Weg der 30-j\u00e4hrigen Z\u00fcrcherin zur Fussballerin verlief aber keineswegs gradlinig. Als Tochter einer Niederl\u00e4nderin und eines Senegalesen hatte sie immer wieder mit Rassismus und Ausgrenzung zu k\u00e4mpfen. Und als sie ihre Leidenschaft f\u00fcr den Fussball entdeckte und in Z\u00fcrich-Oerlikon stundenlang mit Freunden auf der Strasse kickte, merkte sie schnell, dass sie als M\u00e4dchen anders ist. Sow schnitt ihre Haare ganz kurz, damit nicht auf den ersten Blick auffallen w\u00fcrde, dass sie kein Junge war. Mit 13 Jahren durfte sie schliesslich dem SV H\u00f6ngg beitreten. Heute ist die Mittelfeldspielerin Captain des FC Basel und 55-fache Nationalspielerin. Und: Sie hat in ihren jungen Jahren wohl mehr erlebt als viele in einem ganzen Leben. Ihre autobiographische Graphic Novel hat Sow zusammen mit der Genfer Autorin und Musikerin Licia Chery und dem haitianischen Illustrator Chevelin Pierre geschaffen. Stundenlang erz\u00e4hlte Sow der Autorin aus ihrem Leben: auf Diskriminierung in der Schule konnte die junge Coumba nur mit Faustschl\u00e4gen reagieren, weil ihr die Worte fehlten, um zu beschreiben, was mit ihr passiert; von ihrer Zeit als Fussballerin am College in Oklahoma in den USA; und von ihrer \u00e4lteren Schwester Nayah, die den Kampf gegen den Krebs verlor. Chery hat Sows Erz\u00e4hlungen zu einer Geschichte verwoben, die mit den kraftvollen Bildern Pierres lebendig wird. Sow weiss, dass sie als wortgewandte Fussballerin mittlerweile eine Plattform hat, die sie dazu nutzen m\u00f6chte, ein Vorbild zu sein f\u00fcr Kinder, die Diskriminierungserfahrungen machen. Denn Coumba Sow kam in ihrem Leben mehrmals in Situationen, in denen sie ans Aufgeben dachte. Doch nun hat sie ihren Weg gemacht, \u00abaus Liebe zum Fussball\u00bb.<\/p>\n<p>Coumba Sow \/ Licia Chery \/ Chevelin Pierre: \u00abCoumba Sow: Ein Weg aus Liebe zum Fussball\u00bb. Graphic Novel. Les \u00c9ditions Visibles, Genf 2025. 52 Seiten. Taschenbuch 30.00 Franken (UVP)*<\/p>\n<p>*Dieses Listicle von Maria K\u00fcnzli und Simon Scheidegger, Keystone-SDA, wurde mithilfe der Gottlieb und Hans Vogt-Stiftung realisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In den 1920er Jahren schlug er zaghaft erste Wurzeln, der Frauenfussball in der Schweiz. 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