{"id":233400,"date":"2025-07-01T09:17:09","date_gmt":"2025-07-01T09:17:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/233400\/"},"modified":"2025-07-01T09:17:09","modified_gmt":"2025-07-01T09:17:09","slug":"fraktionsspitze-der-gruenen-das-gruene-milliardenversprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/233400\/","title":{"rendered":"Fraktionsspitze der Gr\u00fcnen: Das gr\u00fcne Milliardenversprechen"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Wenn Strategie und Inhalt Grundvoraussetzungen f\u00fcr eine gelungene Kampagne sind, gilt in der Niederlage nat\u00fcrlich das Gegenteil. Dann hakte es meist irgendwo an diesen Stellen. Der gr\u00fcne Reparaturbetrieb hat nach der entt\u00e4uschenden Bundestagswahl nun in beiden Feldern M\u00e4ngel ausgemacht. Diagnose: Gro\u00dfbaustelle. Nun l\u00e4uft die Aufarbeitung.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Den ersten Punkt zur strategischen Neuausrichtung setzte Parteichef <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/felix-banaszak\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Felix Banaszak<\/a> in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/felix-banaszak-gruene-klimaschutz-klimaabgabe-interview-arbeiter-li.3264205\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">einem Interview<\/a> mit einem erneuerten Radikalit\u00e4tsversprechen an gr\u00fcne Politik (&#8222;Die Wirklichkeit, in der wir leben, ist radikal&#8220;). Sowie in einem <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/was-die-gruenen-chefs-aus-der-ampel-koalition-gelernt-haben-110535141.html\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gastbeitrag<\/a> mit seiner Co-Vorsitzenden Franziska Brantner (Ehrlichkeit und Empathie als Doppelleitstern f\u00fcr die Gr\u00fcnen).\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auf der zweit\u00e4gigen Klausur des Parteivorstands, die am Montagvormittag in Berlin begonnen hat, macht sich die F\u00fchrung der Bundestagsfraktion nun ihrerseits auf Suche nach Antworten. Eine\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/gruene-neuausrichtung-strategiepapier-li.3276157?reduced=true\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">atmosph\u00e4risch-strategische<\/a>\u00a0Analyse hat man zun\u00e4chst erarbeitet, Tenor \u00e4hnlich wie bei Banaszak: Die Partei will endlich raus aus der Defensive. In der Vergangenheit habe es zu oft an Selbstbewusstsein gefehlt.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der zweite Tag der Klausur soll Antworten geben auf die Frage, was denn nun radikal und empathisch und ehrlich und bitte mit dem n\u00f6tigen Offensivspiel vorgetragen werden soll. Die Beschlussvorlage der Fraktionsspitze, die am Mittag verabschiedet werden soll, liegt der ZEIT exklusiv vorab vor.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Unter dem Titel &#8222;Investitionen in Klimaschutz und ein Land, das einfach funktioniert statt kaputter St\u00e4dte und Gemeinden&#8220; versammelt sich im Kern ein neues gr\u00fcnes Milliardenversprechen. Mehr Geld f\u00fcr nahezu jedes \u00f6ffentliche Interesse.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Gr\u00fcnen kritisieren nun, dass die Koalition das Geld aus dem 500-Milliarden-Euro-Sonderverm\u00f6gen falsch ausgebe. Dabei hatten doch die Gr\u00fcnen mit ihren Stimmen die n\u00f6tige Grundgesetz\u00e4nderung f\u00fcr die neuen Schulden erst m\u00f6glich gemacht. &#8222;Doch die Bundesregierung nutzt diese Chance nicht \u2013 im Gegenteil: Sie rei\u00dft riesige L\u00f6cher in die Haushalte von L\u00e4ndern und Kommunen, nur um sie anschlie\u00dfend mit Schulden aus dem Sonderverm\u00f6gen zu stopfen&#8220;, hei\u00dft es in der Beschlussvorlage. &#8222;Ein Gro\u00dfteil der Steuersenkungen wird verpuffen und statt in Investitionen zu gehen, wird ein gro\u00dfer Teil des Geldes an Aktion\u00e4re durchgereicht werden.&#8220;\n<\/p>\n<p>        &#8222;Gegenpol in diesen Machtfragen unserer Zeit&#8220;        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">So bem\u00e4ngeln die Gr\u00fcnen etwa, dass die <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2025-06\/katherina-reiche-wirtschaftsministerin-klimaziele-stromsteuer-gaskraftwerke\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gasspeicherumlage nach Pl\u00e4nen<\/a> der Wirtschaftsministerin k\u00fcnftig aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) gezahlt werden k\u00f6nnte.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0Lea Dohle<\/p>\n<p>\n                    Newsletter<\/p>\n<p>                    Was jetzt? \u2013 Der t\u00e4gliche Morgen\u00fcberblick<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. 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Diktatoren wie Putin und Autokraten wie Trump bauten ihre Macht auf fossilem Gas und \u00d6l. <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/buendnis-90-die-gruenen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Gr\u00fcnen<\/a> seien &#8222;der Gegenpol in diesen Machtfragen unserer Zeit&#8220;.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Demgegen\u00fcber stellen nun die Gr\u00fcnen in sieben Unterpunkten ihre Pl\u00e4ne vor, etwa Klimaschutz, Wirtschaft, &#8222;lebenswerte St\u00e4dte und Dorfkerne&#8220;, Verkehrsinfrastruktur und Wohnen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Heizungsf\u00f6rderung aus dem KTF solle ausgeweitet werden, &#8222;um<br \/>\nmindestens eine halbe Million W\u00e4rmepumpen pro Jahr durch die F\u00f6rderung<br \/>\nf\u00fcr effiziente Geb\u00e4ude zu erreichen&#8220;. Der Hochlauf der E-Mobilit\u00e4t solle<br \/>\n gef\u00f6rdert werden. &#8222;Dazu geh\u00f6ren Investitionen in die Ladeinfrastruktur<br \/>\nmit 1 Mio. \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Ladepunkten und Kaufanreize f\u00fcr<br \/>\nE-Autos, insbesondere f\u00fcr Menschen mit geringem Einkommen.&#8220; Am<br \/>\nVerbrenner-Aus will die Partei festhalten.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Um die lahmende Wirtschaft anzukurbeln, schlagen die Gr\u00fcnen unter anderem einen &#8222;Investitionsbooster&#8220; vor, der alle Unternehmen erreichen solle. &#8222;Eine Investitionspr\u00e4mie statt reiner Abschreibungen w\u00fcrde auch Start-ups oder Firmen mit aktuell niedrigen Gewinnen oder in der Verlustphase st\u00e4rken&#8220;, hei\u00dft es in der Beschlussvorlage der Fraktion.\n<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen von &#8222;Steuergerechtigkeitsl\u00fccken&#8220;        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dar\u00fcber hinaus fordern die Gr\u00fcnen: eine Deutschland-App gegen die Schlangen im B\u00fcrgerb\u00fcro, den Aus- und Neubau von 3.500 Schienenkilometern, ebenso wie der 20 wichtigsten Bahnhofs- und Infrastrukturprojekte, elektrische Oberleitungen f\u00fcr 2.500 Schienenkilometer, 25.000 neue Elektrobusse, ein &#8222;Green Hospital F\u00f6rderprogramm&#8220;, um &#8222;mindestens 500 Krankenh\u00e4user klimaneutral umzubauen&#8220;, sowie die Sanierung von 4.000 maroden Autobahnbr\u00fccken, von 25.000 \u00f6ffentlichen Kitas und Schulen und 1.000 Sporthallen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Gr\u00fcnen k\u00e4mpften &#8222;gemeinsam mit Millionen Menschen&#8220; und &#8222;den vielen im Handwerk, die endlich g\u00fcnstigen erneuerbaren Strom wollen, mit denen in der Industrie, die auf Klimatechnologien der Zukunft setzen&#8220;, sagt Audretsch.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bezahlen wollen die Gr\u00fcnen all das nicht allein aus dem Sonderverm\u00f6gen. Auch eine Reform der Schuldenbremse, wie sie auch die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart hatte, wird gefordert.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zudem solle sich der Staat die <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btd\/21\/002\/2100226.pdf\" class=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">entgangenen Einnahmen<\/a>\u00a0(PDF) aus dem Cum-Cum-Steuerbetrug zur\u00fcckholen, bevor diese F\u00e4lle verj\u00e4hren. Von bis zu 28,5 Milliarden Euro an Einnahmen f\u00fcr den Staat ist die Rede. Dar\u00fcber hinaus wollen die Gr\u00fcnen, dass der Staat mehr Steuern eintreibt. &#8222;Wir wollen L\u00fccken im Steuersystem schlie\u00dfen, damit die Reichsten einen fairen Beitrag leisten&#8220;, sagt Fraktionsvize Audretsch.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">So fordert der Fraktionsvorstand etwa, die Gewinne aus Immobilienverk\u00e4ufen zu besteuern, die bislang nach einer sogenannten Spekulationsfrist von zehn Jahren noch steuerfrei sind. Das bringe sechs Milliarden Euro. Die Gewerbesteuerbefreiung bei Immobiliengesellschaften soll abgeschafft werden. Au\u00dferdem wollen die Gr\u00fcnen Ausnahmen und L\u00fccken bei der Erbschaftsteuer streichen und hoffen auf eine globale Milliard\u00e4rssteuer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn Strategie und Inhalt Grundvoraussetzungen f\u00fcr eine gelungene Kampagne sind, gilt in der Niederlage nat\u00fcrlich das Gegenteil. 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