{"id":233542,"date":"2025-07-01T10:39:11","date_gmt":"2025-07-01T10:39:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/233542\/"},"modified":"2025-07-01T10:39:11","modified_gmt":"2025-07-01T10:39:11","slug":"hitzewelle-in-europa-jetzt-nur-ein-kuehlen-kopf-bewahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/233542\/","title":{"rendered":"Hitzewelle in Europa: Jetzt nur ein k\u00fchlen Kopf bewahren"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/thermo-1-9b6b3c4274710557.jpeg\"  width=\"1280\" height=\"720\"  alt=\"Thermometer vor roter Erdkugel\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Europa \u00e4chzt unter Rekordtemperaturen. Die Wissenschaft sieht darin klare Anzeichen des Klimawandels. Doch Panik w\u00e4re jetzt der falsche Weg. Ein Telepolis-Leitartikel.<\/p>\n<p>Die Hitze hat Deutschland und Europa fest im Griff. Das ist nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich f\u00fcr den Hochsommer. Doch neue Daten zeigen: Die Lage ist doch au\u00dfergew\u00f6hnlich. Und das nicht erst seit gestern. Denn der mutma\u00dflich menschengemachte Klimawandel beeinflusst die Atmosph\u00e4re schon seit \u00fcber 130 Jahren. Jetzt erreichen die Temperaturen immer neue H\u00f6chstwerte. Wissenschaftler warnen eindringlich vor den gef\u00e4hrlichen Folgen f\u00fcr Mensch und Natur. Entschlossenes Handeln ohne Panik ist gefragt.<\/p>\n<p>Die globalen Temperaturen erreichten im M\u00e4rz 2025 erneut Rekordwerte, wie die EU-Klimabeobachtungsstelle Copernicus berichtet. In Europa war es der mit Abstand w\u00e4rmste M\u00e4rz seit Beginn der Aufzeichnungen. Weltweit gesehen war es der zweitw\u00e4rmste M\u00e4rz in den Copernicus-Daten seit Beginn der Messungen.<\/p>\n<p>Damit setzt sich eine fast ununterbrochene Serie von Rekord- oder Fast-Rekordtemperaturen fort, die bereits seit Juli 2023 anh\u00e4lt. Seitdem lagen die globalen Durchschnittstemperaturen in fast jedem Monat mindestens 1,5 Grad Celsius \u00fcber dem vorindustriellen Niveau, als der Mensch begann, in gro\u00dfem Stil fossile Brennstoffe wie Kohle, \u00d6l und Gas zu verbrennen und damit den Treibhauseffekt massiv zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>&#8222;Dass wir immer noch bei 1,6 Grad \u00fcber dem vorindustriellen Niveau liegen, ist in der Tat bemerkenswert und alarmierend&#8220;, sagt Friederike Otto vom Grantham Institute for Climate Change am Imperial College London gegen\u00fcber der franz\u00f6sischen Nachrichtenagentur AFP. &#8222;Wir stecken sehr fest im Griff des menschengemachten Klimawandels&#8220;, schlussfolgert die Klimaforscherin.<\/p>\n<p>Temperaturen gehen doch nicht zur\u00fcck<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hatten Wissenschaftler erwartet, dass die extremen Temperaturen nach dem H\u00f6hepunkt eines w\u00e4rmenden El-Ni\u00f1o-Ereignisses Anfang 2024 wieder etwas nachlassen w\u00fcrden. Doch sie halten hartn\u00e4ckig an und wollen einfach nicht sinken. &#8222;Wir erleben weltweit immer noch extrem hohe Temperaturen. Das ist eine au\u00dfergew\u00f6hnliche und beunruhigende Situation&#8220;, sagt Robert Vautard, f\u00fchrender Wissenschaftler beim Weltklimarat IPCC, im Gespr\u00e4ch mit AFP.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>R\u00fcckblick zeigt Trend zu Erw\u00e4rmung<\/p>\n<p>Die Temperaturanomalien f\u00fcr M\u00e4rz 2025 im Vergleich zu den M\u00e4rz-Durchschnittswerten f\u00fcr den Zeitraum 1991-2020 zeigen das Ausma\u00df der Erw\u00e4rmung. Auch die Niederschlagsanomalien, ausgedr\u00fcckt als Prozentsatz des Durchschnitts von 1991-2020, offenbaren signifikante Ver\u00e4nderungen im Wasserkreislauf.<\/p>\n<p>Folgen des Klimawandels f\u00fcr Wetter und Natur<\/p>\n<p>Wissenschaftler warnen seit langem, dass jeder noch so kleine Bruchteil eines Grades globaler Erw\u00e4rmung die Intensit\u00e4t und H\u00e4ufigkeit von Extremwetterereignissen wie Hitzewellen, Starkregen und D\u00fcrren erh\u00f6ht \u2013 mit Folgen f\u00fcr die Natur und die menschliche Zivilisation. Der Klimawandel betrifft dabei nicht nur die Temperaturen, sondern beeinflusst auch die Niederschlagsmuster weltweit.<\/p>\n<p>Schon im M\u00e4rz viel Trockenheit<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2025 erlebten einige Teile Europas den trockensten M\u00e4rz seit rund einem halben Jahrhundert, w\u00e4hrend andere Regionen von Rekordniederschl\u00e4gen und \u00dcberschwemmungen heimgesucht wurden, berichtet Samantha Burgess vom Europ\u00e4ischen Zentrum f\u00fcr mittelfristige Wettervorhersage, das den Klimadienst Copernicus betreibt.<\/p>\n<p>Wetterextreme zu erwarten<\/p>\n<p>Bill McGuire, Klimawissenschaftler am University College London, sagt, diese Wetterextreme zeigten deutlich, wie ein destabilisiertes Klima zu mehr und heftigeren Wetterextremen f\u00fchrt. &#8222;Mit fortschreitendem Klimawandel sind weitere Rekorde und Katastrophen leider nur zu erwarten&#8220;, so McGuire gegen\u00fcber AFP.<\/p>\n<p>Was war 1855?<\/p>\n<p>Dabei h\u00e4lt der Einfluss des Menschen auf das Klima m\u00f6glicherweise schon viel l\u00e4nger an als bisher angenommen. Schon um das Jahr 1855 w\u00e4ren die ersten Anzeichen eines menschlichen Einflusses auf die Atmosph\u00e4rentemperatur messbar gewesen \u2013 wenn es damals die heutigen hochpr\u00e4zisen Messinstrumente gegeben h\u00e4tte. Die Studie wurde in der US-Fachzeitschrift PNAS ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Einfluss erst sp\u00e4ter messbar<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wurden die w\u00e4rmespeichernden Eigenschaften von Kohlendioxid erst Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Die Emissionen dieses Treibhausgases stiegen damals im Zuge der Industriellen Revolution in Europa bereits an. Doch erst ab den 1970er Jahren gab es systematische wissenschaftliche Studien, die die zentrale Rolle des Menschen beim modernen Klimawandel zweifelsfrei aufdeckten, wie aus einem Bericht des Weltklimarats IPCC hervorgeht.<\/p>\n<p>Menschheit steht vor Klimaumbruch<\/p>\n<p>Die Forscher betonen in der PNAS-Studie, dass wir mit hoher Sicherheit nachhaltige Wege einschlagen m\u00fcssen, um eine gef\u00e4hrliche vom Menschen verursachte St\u00f6rung des Klimas noch zu vermeiden. Die f\u00fcr die n\u00e4chsten 26 Jahre prognostizierten Ver\u00e4nderungen in der mittleren bis oberen Stratosph\u00e4re und der Troposph\u00e4re seien sogar noch gr\u00f6\u00dfer als die simulierten Ver\u00e4nderungen in den 39 Jahren von 1986 bis 2024.<\/p>\n<p>&#8222;Die Menschheit steht jetzt an der Schwelle zu einer gef\u00e4hrlichen anthropogenen St\u00f6rung des Klimasystems. Unsere Entscheidungen in naher Zukunft werden ma\u00dfgeblich bestimmen, ob wir diese Schwelle \u00fcberschreiten oder nicht&#8220;, warnen die Autoren.<\/p>\n<p>Die aktuellen Rekordtemperaturen und die Erkenntnis, dass der menschliche Einfluss auf das Klima m\u00f6glicherweise schon viel l\u00e4nger anh\u00e4lt als bisher gedacht, unterstreichen die Dringlichkeit entschlossener Klimaschutzma\u00dfnahmen. Nur wenn es gelingt, die Treibhausgasemissionen schnell und deutlich zu reduzieren, lassen sich die schlimmsten Folgen der Erderw\u00e4rmung wie D\u00fcrren, \u00dcberschwemmungen, St\u00fcrme und ein Anstieg des Meeresspiegels noch abwenden.<\/p>\n<p>Doch die Zeit dr\u00e4ngt. Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten und die Erw\u00e4rmung m\u00f6glichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, muss der Aussto\u00df von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen laut IPCC bis 2030 um 43 Prozent sinken. Davon ist die Welt noch weit entfernt. Im Gegenteil: Die Emissionen steigen weiter.<\/p>\n<p>Umso wichtiger ist es, dass die Politik, die Wirtschaft und jeder Einzelne jetzt entschlossen handeln, um das Ruder noch herumzurei\u00dfen. Jede Tonne CO2, die nicht in die Atmosph\u00e4re gelangt, und jedes Zehntel Grad weniger Erw\u00e4rmung ist ein Gewinn im Kampf gegen die Klimakrise. Es ist h\u00f6chste Zeit zu handeln, bevor es zu sp\u00e4t ist.<\/p>\n<p>Resilienz ist das Wort der Stunde Das alles bedeutet, dass wir uns wohl an das neue Klima gew\u00f6hnen m\u00fcssen. Panik ist jedoch ein schlechter Ratgeber. Wer \u00fcber den Klimawandel schreibt und &#8222;erschreckende&#8220;, &#8222;alarmierende&#8220; oder &#8222;besorgniserregende&#8220; Trends beklagt, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein, welche gesellschaftlichen Auswirkungen das hat. Die irrationalen Abwehrreaktionen von Klimawandelleugnern sind schlie\u00dflich eine Konsequenz dieses Alarmismus.<\/p>\n<p>Richtig ist: ruhig bleiben und Mensch und Natur auf den Wandel vorbereiten. In dieser Hinsicht haben Gartenbesitzer mitunter ein besseres Gesp\u00fcr als einige Klimaaktivisten und\/oder -forscher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europa \u00e4chzt unter Rekordtemperaturen. Die Wissenschaft sieht darin klare Anzeichen des Klimawandels. 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