{"id":233897,"date":"2025-07-01T13:51:12","date_gmt":"2025-07-01T13:51:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/233897\/"},"modified":"2025-07-01T13:51:12","modified_gmt":"2025-07-01T13:51:12","slug":"energieversorgung-stadtwerke-muenchen-erreichen-oekostrom-ziel-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/233897\/","title":{"rendered":"Energieversorgung: Stadtwerke M\u00fcnchen erreichen \u00d6kostrom-Ziel &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Der Zettel begleitet Florian Bieberbach seit nunmehr 16 Jahren. Der Chef der Stadtwerke <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> (SWM) hat ihn erstmals 2009 in seinem B\u00fcro an die Wand gepinnt. Auf dem Papier findet sich ein Beschluss des Stadtrats aus jenem Jahr, wonach die SWM bis 2025 in ihren eigenen Anlagen mindestens so viel Strom \u00f6kologisch erzeugen sollen, wie in M\u00fcnchen verbraucht wird.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eDamals kam uns das arg ehrgeizig vor\u201c, sagt Bieberbach. Doch offenbar habe es dieses \u201ebisschen Wahnsinn\u201c gebraucht. So k\u00f6nne er heute verk\u00fcnden, dass die SWM das gesteckte Ziel erreichen werden. Aktuell erzeugen alle ihre Anlagen 6,7 Terawattstunden (TWh) \u00d6kostrom \u2013 mehr als der j\u00e4hrliche Stromverbrauch in der Stadt, der heuer bei 6,2 TWh liegen soll.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eMit dem Erreichen des 2025-Ziels setzen die Stadtwerke ein starkes Zeichen \u2013 f\u00fcr Klimaschutz, f\u00fcr Versorgungssicherheit und f\u00fcr unternehmerische Weitsicht\u201c, lobt der Wirtschaftsreferent im Rathaus, Christian Scharpf. Ihm zufolge ist das st\u00e4dtische Tochterunternehmen bei der Energiewende ein \u201eeuropaweiter Vorreiter\u201c. Daher sei er froh, betont Scharpf, dass M\u00fcnchen \u2013 anders als andere Kommunen \u2013 den Energieversorger in eigener Hand behalten und keine Anteile verkauft habe.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Die von den SWM bezifferte Stromerzeugung \u00fcber 6,7 TWh bezieht sich freilich auf ein Durchschnittsjahr. In der Realit\u00e4t werde der Wert heuer wohl niedriger liegen, sagt Bieberbach, da 2025 bislang europaweit ein \u201ebesonders schlechtes Windjahr\u201c gewesen sei. Und die Windenergie wiederum spielt bei den SWM die mit Abstand wichtigste Rolle bei der \u00d6kostromerzeugung: 90 Prozent der 6,7 TWh stammen aus Windkraftanlagen in ganz Europa \u2013 an Land vor allem in Skandinavien, im Meer insbesondere vor der Nordseek\u00fcste.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Dabei fristete die Windenergie zum Zeitpunkt des Stadtratsbeschlusses 2009 noch ein Nischendasein bei den SWM \u2013 ebenso wie andere <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Erneuerbare_Energien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erneuerbare Energien<\/a>. \u201eUnser Erzeugungsmix war typisch f\u00fcr einen Energieversorger der damaligen Zeit\u201c, erinnert sich Bieberbach. \u201eWir hatten einen Riesenblock Kernenergie, zwei gro\u00dfe Bl\u00f6cke Erdgas und Kohle, aber nur 0,4 Terawattstunden \u00d6kostrom.\u201c Im Zuge der damals gestarteten \u201eAusbauoffensive Erneuerbare Energien\u201c habe man den Erzeugungsmix durch den Bau und Kauf von Anlagen \u201eeinmal auf links gedreht\u201c, so der SWM-Chef. Heute haben die erneuerbaren Energien die gr\u00f6\u00dfte Bedeutung bei der Stromerzeugung des Unternehmens \u2013 wiewohl 2,1 TWh immer noch aus Gas gewonnen werden. Daran werde man auch festhalten, betont Bieberbach. Schlie\u00dflich dienten die zugeh\u00f6rigen Heizkraftwerke der Fernw\u00e4rmeversorgung.<\/p>\n<p>Die Stadtwerke M\u00fcnchen erzeugen nur wenig \u00d6kostrom in Bayern<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Derweil wollen die SWM ihre \u00d6kostromproduktion weiter ausbauen \u2013 auch weil der Stromverbrauch in M\u00fcnchen Prognosen zufolge ansteigen werde, so Bieberbach. Verantwortlich hierf\u00fcr sei der zunehmende Einsatz von W\u00e4rmepumpen, vor allem aber das Thema E-Mobilit\u00e4t. So rechnen die Stadtwerke damit, dass 2030 in M\u00fcnchen 6,8 TWh Strom verbraucht werden; zehn Jahre sp\u00e4ter sollen es sogar 8,2 TWh sein. Daher planen die SWM weitere Projekte, vor allem im Bereich Windkraft. Aktuell gebe es etwa \u201esehr rege Aktivit\u00e4ten\u201c mit zwei Firmen, die in Deutschland gro\u00dfe Windparks bauen wollten, sagt Bieberbach. Zudem hoffe man auf eine weitere Offshore-Anlage in Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Dass sich die Ausbauoffensive der Stadtwerke gr\u00f6\u00dftenteils au\u00dferhalb der Region M\u00fcnchen abgespielt hat, ist in der Vergangenheit immer wieder kritisiert worden. Und Karin Thelen, die bei den SWM die Sparte Regionale Energiewende verantwortet, r\u00e4umt mit Blick auf das 2025-Ziel auch offen ein: \u201eDas Regionale hat daran keinen gro\u00dfen Anteil gehabt.\u201c Ein entscheidender Grund hierf\u00fcr sei jedoch die 10H-Regel gewesen, sagt Florian Bieberbach. \u201eSie hat unsere komplette Projektpipeline bei der Windenergie in Bayern get\u00f6tet.\u201c Die 10H-Regel legte seit 2014 in Bayern Mindestabst\u00e4nde von Windkraftanlagen zu Wohnbebauung fest und wurde erst 2022 gelockert.<\/p>\n<p>Noch in diesem Jahr soll eine Freifl\u00e4chen-Photovoltaikanlage im Kreis Erding in Betrieb gehen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Aktuell werden blo\u00df 7,6 Prozent des SWM-\u00d6kostroms in Bayern erzeugt. Und das, obwohl es laut Thelen fast 250 Projekte in der Region M\u00fcnchen gibt \u2013 allen voran Photovoltaikanlagen, aber auch die zwei Windr\u00e4der in Fr\u00f6ttmaning. Perspektivisch werde die SWM im Raum M\u00fcnchen vor allem auf Sonnenenergie setzen, sagt Thelen. Beispielhaft hierf\u00fcr sei eine Photovoltaik-Freifl\u00e4chenanlage in Zengermoos im Kreis Erding, die heuer in Betrieb gehen und 44 GWh \u00d6kostrom pro Jahr produzieren soll.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Insgesamt sei die Ausbauoffensive nicht nur aus \u00f6kologischer Sicht, sondern auch wirtschaftlich ein Erfolg, betont Bieberbach. Ihm zufolge haben die SWM 4,2 Milliarden Euro seit 2009 investiert, von denen bereits 3,5 Milliarden Euro zur\u00fcckgeflossen sind. Seit 2020 habe das Segment \u00d6kostrom im Schnitt einen j\u00e4hrlichen Gewinn von 130 Millionen Euro abgeworfen. Ohne diese Einnahmen h\u00e4tten die SWM laut Bieberbach vieles nicht finanzieren k\u00f6nnen, etwa im \u00f6ffentlichen Nahverkehr und in ihren Schwimmb\u00e4dern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das erreichte 2025-Ziel bezieht sich indes nur auf den Bereich Strom. Eine vollst\u00e4ndige Klimaneutralit\u00e4t \u2013 also auch beim Thema W\u00e4rme \u2013 visieren die Stadtwerke bis 2040 an. Dieses Ziel k\u00f6nnte nun also bald als Ausdruck im Bieberbach&#8217;schen B\u00fcro h\u00e4ngen. Was mit dem alten Zettel passieren wird? \u201eF\u00fcr mich ist das ein wichtiges Zeitdokument, das auch schon angemessen vergilbt ist\u201c, sagt der SWM-Chef. \u201eSchauen wir mal, was ich damit mache.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Zettel begleitet Florian Bieberbach seit nunmehr 16 Jahren. 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