{"id":234197,"date":"2025-07-01T16:33:12","date_gmt":"2025-07-01T16:33:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/234197\/"},"modified":"2025-07-01T16:33:12","modified_gmt":"2025-07-01T16:33:12","slug":"abschied-mit-standing-ovations-kent-nagano-verlaesst-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/234197\/","title":{"rendered":"Abschied mit Standing Ovations: Kent Nagano verl\u00e4sst Hamburg"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/nagano-106.webp\" alt=\"Kent Nagano bedankt sich beim Publikum\" title=\"Kent Nagano bedankt sich beim Publikum | NDR\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\n            Stand: 01.07.2025 18:05 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Mit Brahms\u2018 vierter Sinfonie verabschiedet sich Kent Nagano nach zehn Jahren als Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters und Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper. Sein Abschied markiert das Ende einer \u00c4ra. <\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Annette Yang<\/p>\n<p class=\"\">\nKent Nagano wirkt ger\u00fchrt und bewegt: Die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Elbphilharmonie stehen geschlossen und jubeln, der Applaus rei\u00dft nicht ab. &#8222;Ich nehme aus Hamburg ein ganz neues Verh\u00e4ltnis zu Johannes Brahms mit:\u00a0Wir sind beide jetzt Hamburger&#8220;, sagt Kent Nagano mit einem L\u00e4cheln.<\/p>\n<p>    Zehn Jahre im Zeichen der Musik<\/p>\n<p class=\"\">\nSeit 2015 pr\u00e4gt Nagano das Musikleben der Hansestadt. Sein Amtsantritt fiel in eine Zeit des Wandels. Die Er\u00f6ffnung der Elbphilharmonie 2017 bot ihm eine B\u00fchne, wie sie kaum ein Orchesterchef zuvor in Hamburg bekommen hat. Und Nagano packte an. W\u00e4hrend andere skeptisch auf das neue Konzerthaus blickten, sah Nagano er hier eine Jahrhundert-Chance. Er nutzte sie &#8211; nicht f\u00fcr Show, sondern f\u00fcr Substanz. &#8222;Wir haben diesen Saal gebaut, weil wir an die Tiefe und an die Bedeutung von Kultur glauben. Das m\u00fcssen wir unseren Kindern weitergeben. Wir haben diesen Saal gebaut f\u00fcr die n\u00e4chste Generation &#8211; f\u00fcr unsere Kinder und Enkel&#8220;, so Kent Nagano.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/screenshot1929782.webp\" alt=\"Dirigent Kent Nagano bei DAS! auf dem Roten Sofa am 03.05.2025.\" title=\"Dirigent Kent Nagano bei DAS! auf dem Roten Sofa am 03.05.2025. | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Nagano, seit 2015 Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper und des Philharmonischen Staatsorchesters, immt Abschied.<\/p>\n<p>    Vom Michel bis G20 &#8211; ein gefragter Dirigent<\/p>\n<p class=\"\">\nGeboren in Kalifornien mit japanischen Wurzeln, z\u00e4hlt Kent Nagano zu einem der gefragtesten Dirigenten unserer Zeit. Auch Hamburg schm\u00fcckt sich gerne mit ihm: Beim Staatsakt f\u00fcr Altkanzler Helmut Schmidt dirigiert Nagano im Michel, bei G20 trat er vor Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt auf. Seine Liebe zur Stadt geht \u00fcber die Musik hinaus: &#8222;Eine Sache, die ich in Hamburg liebe ist das Wetter. Es ist wie in San Francisco. Hafenst\u00e4dte haben immer Regen, Wind und Nebel. Wenn die Sonne auftaucht, dann oft nur f\u00fcr einen kurzen Moment. Das hat seinen eigenen Charme. Hamburg hat mich sehr beeinflusst.\u00a0Und einer der Einfl\u00fcsse ist, dass ich meine Heimat San Francisco besser verstehe.&#8220;<\/p>\n<p>    Anspruchsvoll, intellektuell, konsequent<\/p>\n<p class=\"\">\nNaganos Handschrift war stets intellektuell: Anspruchsvolle Programme, Werktreue, klare Dramaturgie. Er brachte selten gespielte Werke seines Lehrers Olivier Messiaen und von Paul Hindemith zur Auff\u00fchrung, setzte sich f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Komponisten ein und baute Br\u00fccken zwischen Avantgarde und Repertoire. Gleich zu Beginn brachte er die Urauff\u00fchrung von Toshio Hosokawas &#8222;Stilles Meer&#8220; auf die B\u00fchne, eine seiner letzten Opern &#8222;Die dunkle Seite des Mondes&#8220; von Unsuk Chin. &#8222;Ob etwas von Nagano bleiben wird? Auf eine Art sind zehn Jahre eine lange Zeit&#8220;, sagt er. &#8222;Im Vergleich zu 350 Jahren <a href=\"https:\/\/www.staatsoper-hamburg.de\/\" title=\"Die Staatsoper Hamburg\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staatsoper Hamburg<\/a> ist es nur ein Augenblick. Aber eine Tradition lebt nur weiter, wenn sie gepflegt wird. Sonst bleibt sie ein Museum.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/screenshot1937988.webp\" alt=\"Das B\u00fchnenbild der Oper &quot;Die dunkle Seite des Mondes&quot;.\" title=\"Das B\u00fchnenbild der Oper &quot;Die dunkle Seite des Mondes&quot;. | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Oper erz\u00e4hlt von Wolfgang Pauli &#8211; Wissenschaftler und Nobelpreistr\u00e4ger und ist die letzte Premiere unter Kent Nagano.<\/p>\n<p>    Musik f\u00fcr die Stadt &#8211; nicht nur im Konzertsaal<\/p>\n<p class=\"\">\nImmer wieder forschte Kent Nagano nach dem &#8222;Hamburger Klang&#8220;, vertieft sich in die Werke Hamburger Komponisten wie Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach, Johannes Brahms. Nagano suchte immer wieder den &#8222;Hamburger Klang&#8220;. Er vertiefte sich in Werke lokaler Komponisten wie Telemann, C.P.E. Bach oder Brahms &#8211; und brachte die Musik aus dem Konzertsaal hinaus in die Stadt. Mit Open-Air-Konzerten auf dem Rathausmarkt, Opern\u00fcbertragungen auf dem Jungfernstieg oder Projekten wie der &#8222;Philharmonischen Akademie&#8220; schuf er niedrigschwellige Angebote &#8211; f\u00fcr Kinder, Jugendliche und Laien ebenso wie f\u00fcr das Stammpublikum.<\/p>\n<p>    Zwischen Lob und Kritik &#8211; und einer neuen Aufgabe<\/p>\n<p class=\"\">\nKritik blieb nicht aus: Manchen galt sein Dirigat als zu distanziert, anderen waren seine Programme zu kopflastig. Doch selbst Kritikerinnen und Kritiker erkennen an: Unter Nagano wuchs das Philharmonische Staatsorchester k\u00fcnstlerisch und gewann an internationaler Strahlkraft. Sein n\u00e4chstes Kapitel schreibt Nagano in Spanien: Ab 2026 wird er das spanische Nationalorchester in Madrid leiten. &#8222;Was ich mitnehme? Vielleicht \u00fcberraschend &#8211; Labskaus! Ich liebe es. Ich bin zum echten Connaisseur geworden&#8220;, sagt er augenzwinkernd.<\/p>\n<p>    Ein musikalisches Erbe, das bleibt<\/p>\n<p class=\"\">\nSein Abschied markiert das Ende einer \u00c4ra. Kent Nagano hat Hamburg nicht revolutioniert, aber es mit Tiefgang, Pr\u00e4zision und einem offenen Geist weiterentwickelt. Und er wird zur\u00fcckkehren: Das Philharmonische Staatsorchester hat ihn zum Ehrendirigenten ernannt. Was er hinterl\u00e4sst, wird nachklingen &#8211; in der Elbphilharmonie, in der Staatsoper, und in den K\u00f6pfen und Herzen seines Publikums.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/nagano-102.webp\" alt=\"Ein grauhaariger Mann mit Brille und Anzug blickt nach vorn\" title=\"Ein grauhaariger Mann mit Brille und Anzug blickt nach vorn | imago\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die \u00c4ra von Kent Nagano als Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper geht zu Ende. Wie blickt er auf seine Zeit in Hamburg zur\u00fcck?<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/screenshot1896590.webp\" alt=\"Die Fassade der Hamburgischen Staatsoper aus der Untersicht.\" title=\"Die Fassade der Hamburgischen Staatsoper aus der Untersicht. | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Hamburg bekommt eine neue Oper am Hafen geschenkt. Doch wie steht es um das derzeitige Opernhaus an der Dammtorstra\u00dfe?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 01.07.2025 18:05 Uhr Mit Brahms\u2018 vierter Sinfonie verabschiedet sich Kent Nagano nach zehn Jahren als Chefdirigent des&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":234198,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,9166,30,692,91,810],"class_list":{"0":"post-234197","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-elbphilharmonie","10":"tag-germany","11":"tag-hamburg","12":"tag-klassik","13":"tag-musik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114778944818297861","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/234197","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=234197"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/234197\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/234198"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=234197"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=234197"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=234197"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}