{"id":234346,"date":"2025-07-01T17:54:11","date_gmt":"2025-07-01T17:54:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/234346\/"},"modified":"2025-07-01T17:54:11","modified_gmt":"2025-07-01T17:54:11","slug":"elbphilharmonie-kent-nagano-verabschiedet-sich-mit-bewegender-urauffuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/234346\/","title":{"rendered":"Elbphilharmonie: Kent Nagano verabschiedet sich mit bewegender Urauff\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p>Nach zehn Jahren als Hamburgischer Generalmusikdirektor verabschiedet sich der amerikanische Dirigent Kent Nagano in der Elbphilharmonie vom Philharmonischen Staatsorchester. Vor dem gegl\u00fcckten Spagat zwischen einer Urauff\u00fchrung und einer Brahms-Sinfonie ereilte den K\u00fcnstler eine Lobrede des Kultursenators auf der B\u00fchne.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nach zehn erfolgreichen Jahren als Generalmusikdirektor der Staatsoper und des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg wechselt der amerikanische Dirigent Kent Nagano im kommenden Jahr als Chefdirigent und k\u00fcnstlerischer Direktor des spanischen Nationalorchesters und -chores nach Madrid. Jetzt gab er mit dem Philharmonischen Staatsorchester in der Elbphilharmonie ein bewegendes Abschiedskonzert. Bei der Auff\u00fchrung wurde h\u00f6rbar, welche Qualit\u00e4tssteigerung dem Klangk\u00f6rper unter seiner Leitung in nur einer Dekade gelang.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach dem \u201eHamburger Klang\u201c<\/p>\n<p>Auch der von Nagano beschworene \u201eHamburger Klang\u201c, dem er von Beginn seiner Amtszeit in der Musiktradition der Hansestadt nachsp\u00fcrte, wurde im zweiten Teil des Konzerts lebendig, als die Sinfonie Nr. 4 e-Moll von Johannes Brahms in einer quicklebendigen Interpretation von Anfang bis Ende begeisterte. Vor der Pause spielten die Philharmoniker unter Naganos souver\u00e4ner Leitung die Urauff\u00fchrung der dritten Sinfonie des argentinischen Komponisten Alex Nante, 33, die den Titel \u201eAnahata\u201c tr\u00e4gt, nach dem vierten der sieben Hauptchakren im Yoga. Es liegt im Zentrum des Brustkorbs in der N\u00e4he des physischen Herzens. Der Name bedeutet auf Deutsch \u201eunber\u00fchrt\u201c oder \u201eunbesch\u00e4digt\u201c. Nantes Sinfonie setzt sich aus 15 Abschnitten zusammen, die sich allesamt auf das Herz beziehen, von \u201eHerz im Exil\u201c bis zum starken Epilog \u201eHerz auf dem Weg\u201c. <\/p>\n<p>Das H\u00f6rerlebnis der gemeinsamen Auff\u00fchrung mit dem gro\u00dfen Chor der Audi Jugendchorakademie r\u00fchrte also nicht zuf\u00e4llig das Herz. Dessen Energie wurde in Nantes Komposition in steten Kl\u00e4ngen und Bewegungen als Lebensenergie sp\u00fcrbar, ohne dass seine Schl\u00e4ge plump in den Vordergrund dr\u00e4ngten. Eher geriet die Sinfonie zu einem Gef\u00fchlsbad im Strom des Seins \u2013 den Nagano unter Spannung hielt. Als Solisten steuerten Sopranistin Mojca Erdmann und Bariton Evan Hughes T\u00f6ne und Strophen bei, die den sakralen Charakter des Werks unterstrichen. Die Anmutung einer Elbphilharmonie-Kathedrale wurde auch durch den Einsatz der Orgel betont, gespielt von Olivier Latry. <\/p>\n<p>Nagano dirigiert im Kreis: vorn Orchester, hinten Chor<\/p>\n<p>Die Texte zur Sinfonie entstammen \u00f6stlichen wie westlichen Traditionen. Den Auftakt macht ein geistlicher Lobgesang aus Spanien. Nante erg\u00e4nzte die traditionellen Texte durch eigene Dichtung. Besonders beeindruckend: Der Chor setzt sich im Epilog in Bewegung und durchschreitet zwischen dem Publikum die Elbphilharmonie. Kent Nagano dreht sich einfach gelegentlich um und dirigiert einen kompletten Kreis von Musikern \u2013 das Orchester vor, den Chor hinter sich. <\/p>\n<p>Vor Beginn des Konzerts verabschiedete Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) den Dirigenten Kent Nagano herzlich mit einer Lobrede auf sein segensreiches Wirken in der Musik- und Kulturstadt Hamburg, die lediglich in ihrer Ausf\u00fchrlichkeit etwas \u00fcber das Ziel hinausschoss.<\/p>\n<p>Lobreden von Weggef\u00e4hrten<\/p>\n<p>Nach dem Konzert schlossen sich bei einem Empfang zu Naganos Abschied einige Weggef\u00e4hrten seiner Hamburger Dekade an: Opernintendant Georges Delnon \u2013 der wie Nagano sein Amt an der Staatsoper nach zehn Jahren nicht verl\u00e4ngerte \u2013betonte Naganos Bescheidenheit, mit der sich stets in den Dienst der Musik stelle \u2013 und freute sich \u00fcber zehn gemeinsame, fruchtbare Jahre im Dienst der Oper. Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter erinnerte an stark  komponierte Programme der Philharmoniker, die Neue Musik elegant mit der Klassik verbanden und an musikhistorische Urauff\u00fchrungen wie jene des Oratoriums \u201eArche\u201c von J\u00f6rg Widmann zur Er\u00f6ffnung der Elbphilharmonie im Januar 2017. Das Orchester, das Kent Nagano vor einer Weile zu seinem Ehrendirigenten ernannte, lobte den scheidenden GMD in den h\u00f6chsten T\u00f6nen und schenkte ihm zum Abschied unter anderem eine Krawatte, denn diese habe immer zuverl\u00e4ssig angezeigt, wann es bei den Proben ernst wurde. <\/p>\n<p>Nagano selbst dankte vielen Mitstreitern seiner Hamburger Dienstjahre namentlich ausf\u00fchrlich und erkl\u00e4rte, er freue sich auf den 350. Geburtstag der Staatsoper im Jahr 2028. Maestro Nagano wird im September 2026 in Spanien anfangen und pro Saison acht Programme des Orquesta y Coro Nacionales de Espa\u00f1a dirigieren, wie das spanische Kulturministerium k\u00fcrzlich mitteilte. Engagiert ist er in Madrid f\u00fcr f\u00fcnf Spielzeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach zehn Jahren als Hamburgischer Generalmusikdirektor verabschiedet sich der amerikanische Dirigent Kent Nagano in der Elbphilharmonie vom Philharmonischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":234347,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[37204,6440,5204,73667,29,73668,30,692,73666,73663,73665,73664],"class_list":{"0":"post-234346","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-brosda","9":"tag-carsten","10":"tag-christoph","11":"tag-delnon","12":"tag-deutschland","13":"tag-georges","14":"tag-germany","15":"tag-hamburg","16":"tag-kent","17":"tag-lieben-seutter","18":"tag-nagano","19":"tag-philharmonisches-staatsorchester-hamburg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114779263107316094","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/234346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=234346"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/234346\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/234347"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=234346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=234346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=234346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}