{"id":235013,"date":"2025-07-02T00:00:11","date_gmt":"2025-07-02T00:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/235013\/"},"modified":"2025-07-02T00:00:11","modified_gmt":"2025-07-02T00:00:11","slug":"berlin-bochum-endlich-abschalten-6-strategien-fuer-den-feierabend-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/235013\/","title":{"rendered":"Berlin\/Bochum | Endlich abschalten: 6 Strategien f\u00fcr den Feierabend"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Berlin\/Bochum (dpa\/tmn) &#8211; Mit der einen Hand das Kind auf der Schaukel anschubsen, mit der anderen schnell die Mails auf dem Diensthandy checken. Oder beim Arzttermin mit dem pflegebed\u00fcrftigen Vater noch eben die Nachricht einer Kollegin beantworten. So sieht der Alltag f\u00fcr viele Berufst\u00e4tige aus &#8211; sie finden nach Feierabend keinen echten Abschluss vom Arbeitstag.\u00a0<\/p>\n<p>Das kann besonders anstrengend sein, wenn Menschen neben der Erwerbsarbeit noch eine andere Rolle oder Aufgabe ausf\u00fcllen &#8211; etwa als Elternteil oder pflegende Angeh\u00f6rige. Wer aber dauerhaft nicht abschalten kann, riskiert gesundheitliche Folgen. Welche Strategien helfen also, die Arbeit aus dem Kopf zu bekommen und \u00dcberg\u00e4nge besser zu gestalten?\u00a0<\/p>\n<p>6 Ans\u00e4tze zum Ausprobieren:<\/p>\n<p>1. Realistisch bleiben<\/p>\n<p>Besonders Menschen mit Mehrfachbelastungen, zum Beispiel durch Kinderbetreuung oder die Pflege von Angeh\u00f6rigen, k\u00f6nnen nach der Lohnerwerbszeit nicht einfach abschalten. F\u00fcr sie beginnt dann die Care-Arbeitszeit. Viele verurteilen sich daf\u00fcr, w\u00e4hrend des \u00dcbergangs von der einen in die andere Rolle keinen besseren Umgang mit Stress zu finden, erz\u00e4hlt Stephanie Warsow, Trainerin und Coachin f\u00fcr Stressmanagement und Burnout-Prophylaxe in Berlin.<\/p>\n<p>\u00abEs hilft zu wissen, dass man damit nicht alleine ist\u00bb, sagt Warsow. Stress betrachtet die Coachin vor allem als strukturelles Problem. Es k\u00f6nne nur sehr begrenzt individuell bearbeitet und gel\u00f6st werden. Diese Erkenntnis nehme zumindest etwas den Druck. \u00abAu\u00dferdem m\u00fcssen wir Ersch\u00f6pfung entstigmatisieren und es uns erlauben, vom Tag geschafft zu sein\u00bb, sagt Warsow.<\/p>\n<p>2. Aus der Abw\u00e4rtsspirale aussteigen<\/p>\n<p>Ist der Stress Dauerzustand, kann sich das Risiko f\u00fcr psychische Erkrankungen oder k\u00f6rperliche Beschwerden erh\u00f6hen. Auf Dauer ger\u00e4t mitunter das ganze System in eine Schieflage &#8211; etwa weil man h\u00e4ufig schlecht schl\u00e4ft.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abUmso schneller sind Menschen gereizt\u00bb, sagt Marcel Kern, Junior-Professor im Fach Angewandte Psychologie in Arbeit und Gesundheit an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum. Die Folgeeffekte. \u00abWir starten mit weniger Power in den Tag, nehmen Stress noch st\u00e4rker wahr und schlafen wieder schlecht.\u00bb Diese Abw\u00e4rtsspirale wirkt sich auch aufs Privatleben aus.<\/p>\n<p>Coachin Stephanie Warsow empfiehlt hier, Stressmanagement ganzheitlich zu denken, statt Arbeit und Privatleben zu trennen. Entspannung sollte nicht nur auf den Feierabend warten, sondern bereits w\u00e4hrend der Arbeit beginnen ? etwa in Form eines kleinen Entspannungsimpulses als Ausgleich zu stressigen Meetings.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abMan k\u00f6nnte beispielsweise Spannung in die Muskeln bringen, bis sie zittern und dann bewusst loslassen, \u00fcber drei, vier Runden hinweg\u00bb, sagt sie. Das signalisiere dem K\u00f6rper, dass eine Situation, die als Gefahr gewertet wurde, nun vorbei ist.<\/p>\n<p>3. Glaubenss\u00e4tze \u00fcber Bord werfen<\/p>\n<p>Viele haben verfestigte Glaubenss\u00e4tze, wie der Feierabend oder der Haushalt auszusehen hat ? das erlebt Stephanie Warsow in ihrer praktischen Arbeit als Coachin h\u00e4ufig. Der Stress nach der Lohnarbeit wird so noch verst\u00e4rkt. Sie empfiehlt, sich genau anzuschauen, was man wirklich erledigen muss, um den Kopf freier zu haben. Gleichzeitig kann ein Digital Detox hilfreich sein, um mehr Ruhe in die Zeit nach der Arbeit zu bringen.<\/p>\n<p>Dass es einen tats\u00e4chlichen Effekt hat, Smartphone und Laptop \u00f6fter auszuschalten, kennt Marcel Kern aus der Forschung. \u00abAlleine ein Smartphone, das in der N\u00e4he liegt, lenkt uns ab ? auch im Privatleben\u00bb, so der Arbeitspsychologe.\u00a0<\/p>\n<p>Er betrachtet die heutige Handynutzung als eine Art Sucht. Um davon loszukommen, brauche es einen guten Plan. Am besten sei es, sich Limits zu setzen, sagt er. Die Nutzungszeiten\u00a0schrittweise zu reduzieren, erh\u00f6he die Wahrscheinlichkeit, sich daranzuhalten.<\/p>\n<p>4. \u00dcberg\u00e4nge aktiv gestalten<\/p>\n<p>Um gut von einer Rolle in die n\u00e4chste zu kommen, zum Beispiel von der Rolle als Angestellter zu der als Pflegender, k\u00f6nnen \u00dcbergangsrituale helfen. Menschen, die pendeln, haben es laut Arbeitspsychologe Marcel Kern etwas einfacher.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abDer t\u00e4gliche Weg ist n\u00fctzlich, um sich wie einen Rechner hoch- und nach dem Job wieder runterzufahren\u00bb, sagt er. Erleichtert werde das zum Beispiel durch die Lekt\u00fcre eines Romans oder das Telefonat mit einer Freundin. Das sei individuell, so Kern.<\/p>\n<p>Doch auch wenn es ? wie im Homeoffice ? keine \u00dcbergangszeit gibt, lassen sich unterst\u00fctzende Rituale schaffen. Stephanie Warsow schl\u00e4gt zum Beispiel einen Kleidungswechsel, einen Tanz oder auch Sto\u00dfl\u00fcften vor. \u00abWichtig ist, dem System bewusst zu signalisieren, dass nun ein \u00dcbergang stattfindet.\u00bb<\/p>\n<p>5. Einen Erste-Hilfe-Koffer packen<\/p>\n<p>In akuten Stresssituationen sind viele \u00fcberfordert und haben Schwierigkeiten, sich selbst zu regulieren. Da hilft gute Vorbereitung. \u00abWenn wir uns schneiden, kleben wir ein Pflaster drauf. F\u00fcr sozial-emotionale Themen k\u00f6nnen wir auch eine Art Verbandskasten packen\u00bb, sagt Stephanie Warsow.\u00a0<\/p>\n<p>Enthalten sein kann ein beruhigend wirkendes Bild vom letzten Urlaub. Doch auch ein Duft, ein Lieblingslied oder positiv formulierte S\u00e4tze d\u00fcrfen Teil eines solchen Erste-Hilfe-Koffers sein. \u00abDa steht dann zum Beispiel drauf: `Ich erlaube mir Fehler zu machen und daraus zu lernen`\u00bb, so Warsow.<\/p>\n<p>6. Mut zum Scheitern beweisen<\/p>\n<p>Am wichtigsten bei alledem: Sich nicht unter Druck setzen, es vermeintlich richtigzumachen. Keine Methode funktioniert f\u00fcr alle. Darin sind sich Arbeitspsychologe Marcel Kern und Coachin Stephanie Warsow einig. \u00abViele bringt das Einatmen, Ausatmen zum Stressabbau auf die Palme ? dann sollte man besser etwas anderes machen, zum Beispiel Sport, Spazierg\u00e4nge und Musik h\u00f6ren\u00bb, so Kern.\u00a0<\/p>\n<p>Es lohne sich, verschiedene Dinge ausprobieren und sich selbst dabei zu beobachten, was hilft. Daf\u00fcr pl\u00e4diert auch Stephanie Warsow. Gesellschaftliche Strukturen k\u00f6nne man zwar nicht aufbrechen. \u00abAber kleine Impulse geben uns zumindest ein Gef\u00fchl von Handhabbarkeit.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin\/Bochum (dpa\/tmn) &#8211; Mit der einen Hand das Kind auf der Schaukel anschubsen, mit der anderen schnell die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":235014,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1839],"tags":[1140,630,7507,4941,3364,29,553,30,141,1209,13353,624,6069,73756,11727],"class_list":{"0":"post-235013","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bochum","8":"tag-arbeit","9":"tag-beruf","10":"tag-bochum","11":"tag-cjab","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-familie","15":"tag-germany","16":"tag-gesundheit","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-psychologie","19":"tag-ratgeber","20":"tag-stress","21":"tag-tmn0320","22":"tag-work-life-balance"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114780702327541295","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/235013","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=235013"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/235013\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/235014"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=235013"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=235013"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=235013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}