{"id":235393,"date":"2025-07-02T03:37:11","date_gmt":"2025-07-02T03:37:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/235393\/"},"modified":"2025-07-02T03:37:11","modified_gmt":"2025-07-02T03:37:11","slug":"hilft-das-lesen-gegen-zahnschmerzen-wie-literatur-zur-medizin-erklaert-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/235393\/","title":{"rendered":"Hilft das Lesen gegen Zahnschmerzen? Wie Literatur zur Medizin erkl\u00e4rt wird"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"headline__lead\">Ella Berthoud glaubt, sie k\u00f6nne Patienten mit Literatur heilen. Nun erreicht ihr Bestseller den deutschen Sprachraum.<\/p>\n<p>  <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"In ihrem Bestseller \u00abThe Novel Cure\u00bb erkl\u00e4rt die britische Literaturwissenschafterin Ella Berthoud, welche B\u00fccher von welchem Leiden kurieren sollen.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"1230\" height=\"1848\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/90b295e8-d9f4-497f-bd3b-96064431ca9d.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>    In ihrem Bestseller \u00abThe Novel Cure\u00bb erkl\u00e4rt die britische Literaturwissenschafterin Ella Berthoud, welche B\u00fccher von welchem Leiden kurieren sollen. <\/p>\n<p>PD<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iv08d3f51\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text\">Hundert Pfund kostet eine Sitzung bei Ella Berthoud, der englischen Spitzenkraft ihres Fachs. Sie nennt sich Bibliotherapeutin und hat vor zw\u00f6lf Jahren gemeinsam mit Susan Elderkin den Bestseller \u00abThe Novel Cure\u00bb herausgebracht. Bei Frau Berthoud kann man bequem per E-Mail einen Termin vereinbaren und sich B\u00fccher empfehlen lassen, die heraushelfen aus der Enge des Alltags und aus noch schlimmeren Dingen.<\/p>\n<p> Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen <\/p>\n<p>\n        NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.\n      <\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iv08ogfl1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">In ihrem Ratgeber empfiehlt die Heilerin bei Heuschnupfen, Jules Vernes \u00abZwanzigtausend Meilen unter dem Meer\u00bb zu lesen. Wahrscheinlich wegen der geringen unterseeischen Pollengefahr. Bei Zahnschmerzen r\u00e4t sie zu Tolstois \u00abAnna Karenina\u00bb, weil auch der Graf Alexei Wronski des Romans welche hat. Beim Gef\u00fchl, zu klein zu sein, hilft angeblich \u00abDie Blechtrommel\u00bb von G\u00fcnter Grass, bei V\u00f6llerei \u00abDie B\u00e4ckerei\u00fcberf\u00e4lle\u00bb von Haruki Murakami. Identit\u00e4tsprobleme? \u00abDie Verwandlung\u00bb von Franz Kafka. H\u00e4morrhoiden? \u00abFeuchtgebiete\u00bb von Charlotte Roche. F\u00fcr die deutsche Buchversion, \u00abDie Romantherapie\u00bb, hat man die Tipps um Angebote auf dem hiesigen Markt erweitert.<\/p>\n<p>Ein M\u00e4rchen bei Mobbing<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iv08rshf1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Ob das Schabernack ist oder ein echter therapeutischer Ansatz, l\u00e4sst sich schwer sagen, aber der Hype ist da. Gerade wurde von der BBC in einem l\u00e4ngeren Feature auf die M\u00f6glichkeiten der Bibliotherapie hingewiesen. Die deutsche Tageszeitung \u00abDie Welt\u00bb hat ein Interview mit einer Buchtherapeutin namens Irmgard von Richthofen gebracht, die ihren Patienten und Klienten jeweils passende M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm empfiehlt. Im Fall von Mobbing zum Beispiel \u00abDie G\u00e4nsemagd\u00bb.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iv08sree1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">An nicht wenigen deutschen Kliniken gibt es mittlerweile die Heilungsmethode Literatur als unterst\u00fctzendes Format. Man k\u00f6nnte es auch Placebo nennen. Das medizinische Fachjournal \u00abThe Lancet\u00bb hat zum Thema hoffnungsfrohe Artikel publiziert, denen es leider an belastbaren empirischen Grundlagen fehlt.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iv08dcqf0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Idee der B\u00fccher-Wellness passt in die therapeutische Gesellschaft. In diesem Reich der Zwecke wandelt der Flaneur mit Skist\u00f6cken durch die Stadt, weil ihm dann das Gehen nicht als gew\u00f6hnlicher Vorgang, sondern als Methode erscheint. So \u00e4hnlich ist es mit der Bibliotherapie. Lesen ist etwas Gutes und tut gut.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iv08tt6k1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der Philosoph John Stuart Mill schreibt in seiner Autobiografie, dass ihn die Lekt\u00fcre der Gedichte von William Wordsworth von der Depression befreit habe, aber ob B\u00fccher bei H\u00e4morrhoiden helfen, bleibt wohl genauso offen wie die Frage, ob man bei Angst vor Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen Franz Kafkas \u00abDer Prozess\u00bb lesen soll. Das empfiehlt Ella Berthoud in ihrem Buch. Andere w\u00fcrden da vielleicht eher eine Triggerwarnung ausgeben.<\/p>\n<p>Aus einer Satire wird Ernst<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iv08dcqi0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Der Begriff \u00abBibliotherapy\u00bb ist \u00fcber hundert Jahre alt und stammt aus einem satirischen Essay des amerikanischen Publizisten und Politikers Samuel McChord Crothers. In \u00abA Literary Clinic\u00bb geht es um ein \u00abbibliopathisches Institut\u00bb, in dem \u00fcberarbeitete Gesch\u00e4ftsmenschen bei ihrem Gang durch die \u00dcbel der Zeit begleitet werden, von Depression bis Arbeitslosigkeit. McChord Crothers fragt sich hypothetisch, ob B\u00fccher wie Medikamente wirken k\u00f6nnen. Da winkt die Wissenschaft heute seri\u00f6serweise ab.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1iv0903ut1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" is-new-line-child=\"true\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction\">Die Weltliteratur ist kein Arzneimittelkatalog. Bei einer Studie der Psychologin Giulia Poerio von der Universit\u00e4t Essex hat sich herausgestellt, dass es f\u00fcr das menschliche Wohlbefinden keinen signifikanten Unterschied macht, ob man Literatur liest oder Sachb\u00fccher. Auch bei der Frage von Ursache und Wirkung gibt es Unsicherheiten. Zu vermuten ist allerdings, dass eher der liest, dem es halbwegs gut geht. Leben wir l\u00e4nger, wenn wir lesen? Als selbst medizinisch unumstrittene Formel gilt: Wer l\u00e4nger lebt, liest l\u00e4nger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ella Berthoud glaubt, sie k\u00f6nne Patienten mit Literatur heilen. 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