{"id":236199,"date":"2025-07-02T11:01:12","date_gmt":"2025-07-02T11:01:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/236199\/"},"modified":"2025-07-02T11:01:12","modified_gmt":"2025-07-02T11:01:12","slug":"bruessel-will-eu-laendern-bei-klimaziel-fuer-2040-mehr-spielraum-geben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/236199\/","title":{"rendered":"Br\u00fcssel will EU-L\u00e4ndern bei Klimaziel f\u00fcr 2040 mehr Spielraum geben"},"content":{"rendered":"<p>Bei den europ\u00e4ischen Klimazielen f\u00fcr 2040 will die EU-Kommission auf Druck einiger Mitgliedsl\u00e4nder mehr Spielraum geben. Ziel bleibt einem Br\u00fcsseler Gesetzesvorschlag vom Mittwoch zufolge, den Treibhausgasaussto\u00df der EU-L\u00e4nder im Vergleich zum Jahr 1990 um 90 Prozent zu senken. Dabei l\u00e4sst die Kommission eine Hintert\u00fcr: F\u00fcr einen Teil der Emissionen sollen die Staaten CO2-Zertifikate aus dem Ausland anrechnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Fest steht: Die innerhalb der EU ausgesto\u00dfene Menge an Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Methan soll im Vergleich zu 1990 um mindestens 87 Prozent sinken. Dabei erlaubt die EU, sogenannte Kohlenstoffsenken anzurechnen. Das sind Prozesse, bei denen Kohlendioxid aus der Luft wieder eingespeichert wird, auf nat\u00fcrliche Weise in W\u00e4ldern und Meeren oder durch Technologien wie CCS (Carbon Capture and Storage).<\/p>\n<p>F\u00fcr die \u00fcbrigen drei Prozent d\u00fcrften die EU-L\u00e4nder den Vorschl\u00e4gen der Kommission zufolge ab dem Jahr 2036\u00a0CO2-Zertifikate kaufen und damit Kohlendioxid-Speicher oder Einsparungen in Drittstaaten bezahlen. Auf eine \u00e4hnliche Weise bezahlt die Schweiz etwa Elektrobusse in Thailand. Ob die in Br\u00fcssel vorgesehenen drei Prozent voll ausgesch\u00f6pft w\u00fcrden, ist fraglich.<\/p>\n<p>&#8222;Das sind m\u00f6glicherweise erhebliche Summen, die im Ausland ausgegeben werden, anstatt die Wende zu finanzieren&#8220;, sagte der Direktor der klimapolitischen Denkfabrik Strategic Perspectives, Neil Makaroff, der Nachrichtenagentur AFP. Der Gr\u00fcnen-Europaabgeordnete Michael Bloss sprach von einem &#8222;Ablasshandel&#8220;. Er warnte vor Betrug mit Doppelz\u00e4hlungen oder kurzfristigen Projekten im Ausland, die den Treibhausgas-Aussto\u00df nicht dauerhaft senken.<\/p>\n<p>&#8222;Die Herausforderung wird sein, dass die Europ\u00e4ische Union einen Standard etabliert, damit diese internationalen Zertifikate tats\u00e4chlich helfen, die Emissionen zu senken&#8220;, erkl\u00e4rte Makaroff. Einen solchen EU-weiten Qualit\u00e4tsstandard gibt es bislang nicht, auch Verhandlungen auf internationaler Ebene sind nicht abgeschlossen.<\/p>\n<p>Die EU-Kommission will zudem die Klimaziele f\u00fcr einzelne Branchen aufweichen. Mitgliedsl\u00e4nder k\u00f6nnten dann zum Beispiel stockende Fortschritte in der Landwirtschaft durch \u00fcberdurchschnittlich gro\u00dfe CO2-Einsparungen im Verkehr ausgleichen. &#8222;Jeder Mitgliedstaat ist anders und steht vor unterschiedlichen Herausforderungen&#8220;, erkl\u00e4rte EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra das Vorgehen.<\/p>\n<p>Der Wert f\u00fcr 2040 ist ein Zwischenziel auf dem Weg zur Klimaneutralit\u00e4t der EU bis 2050. Dann sollen die 27 L\u00e4nder nur noch so viel aussto\u00dfen, wie die Natur aufnimmt oder mit technischen Methoden gespeichert werden kann. F\u00fcr ein erstes Zwischenziel &#8211; 55 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis 2030 &#8211; sehen Forscher die EU auf einem guten Weg, danach d\u00fcrfte es schwieriger werden.<\/p>\n<p>Die Vorschl\u00e4ge aus Br\u00fcssel liegen auf einer Linie mit dem Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung. &#8222;Deutschland geh\u00f6rt innerhalb der Europ\u00e4ischen Union zu den ambitionierten Staaten&#8220;, erkl\u00e4rte der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese. Er warnte, ohne eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr Zertifikate aus dem Ausland gebe es unter den EU-Staaten keine Mehrheit f\u00fcr eine Reduktion um 90 Prozent.<\/p>\n<p>L\u00e4nder wie Italien und Tschechien hatten sich offen f\u00fcr niedrigere Klimaziele ausgesprochen, sie verweisen auf die Schwerindustrie in ihren L\u00e4ndern. Frankreich will seinerseits erreichen, dass Atomkraft und erneuerbare Energien in den EU-Klimagesetzen gleichgestellt werden.<\/p>\n<p>Die EU-L\u00e4nder m\u00fcssen nun mit dem Europaparlament \u00fcber die Klimaziele verhandeln. Von den Pl\u00e4nen f\u00fcr 2040 wollen sie au\u00dferdem ein rechtlich nicht bindendes Ziel f\u00fcr 2035 ableiten, mit dem die EU zur n\u00e4chsten Klimakonferenz COP30 im November in Brasilien fahren kann. Die Entscheidung dar\u00fcber k\u00f6nnte bei einem Treffen der EU-Umweltministerinnen und -minister im September in Br\u00fcssel fallen.<\/p>\n<p>jhm\/cp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei den europ\u00e4ischen Klimazielen f\u00fcr 2040 will die EU-Kommission auf Druck einiger Mitgliedsl\u00e4nder mehr Spielraum geben. 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