{"id":236287,"date":"2025-07-02T11:49:09","date_gmt":"2025-07-02T11:49:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/236287\/"},"modified":"2025-07-02T11:49:09","modified_gmt":"2025-07-02T11:49:09","slug":"asteroid-yr4-mondtreffer-haette-folgen-fuer-die-erde-einschlagstruemmer-koennten-2032-einen-meteorschauer-und-satellitenschaeden-verursachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/236287\/","title":{"rendered":"Asteroid YR4: Mondtreffer h\u00e4tte Folgen f\u00fcr die Erde &#8211; Einschlagstr\u00fcmmer k\u00f6nnten 2032 einen Meteorschauer und Satellitensch\u00e4den verursachen"},"content":{"rendered":"<p>Energie einer Wasserstoffbombe und Ein-Kilometer-Krater<\/p>\n<p>Das erste Ergebnis: Schl\u00e4gt der Asteroid auf dem Mond ein, w\u00fcrde dies eine Energie von rund 6,5 Megatonnen TNT freisetzen \u2013 so viel wie die Explosion einer Wasserstoffbombe. Die Folge w\u00e4re ein Krater von rund einem Kilometer Gr\u00f6\u00dfe. \u201eEin Krater dieser Gr\u00f6\u00dfe entsteht auf dem Mond nur rund alle 5.000 Jahre\u201c, schreiben die Astronomen. \u201eDas unterstreicht, wie selten und ungew\u00f6hnlich ein lunarer Einschlag f\u00fcr ein so gro\u00dfes Objekt wie 2024 YR4 ist.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/y\/r\/yr4mond3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/y\/r\/yr4mond3g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/y\/r\/yr4mond3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/y\/r\/yr4mond3g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-303036\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/yr4mond3g-300x228.jpg\" alt=\"Einschlagsort auf dem Mond\" width=\"300\" height=\"228\"  \/><\/a>Mithilfe eines Modells ermittelte Einschlagsorte des Asteroiden YR4 auf dem Mond. \u00a9 Wiegert et al.\/ <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/2506.11217\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">arXiv 2506.11217<\/a><\/p>\n<p>Auch das Einschlagsgebiet des Asteroiden haben Wiegert und sein Team bereits eingegrenzt: \u201eWenn es einen Einschlag gibt, wird dieser den Mond auf der S\u00fcdhalbkugel treffen, ungef\u00e4hr zwischen dem 30. und 40. s\u00fcdlichen Breitengrad\u201c, berichten sie. Ihrer Simulation nach liegt die Einschlagszone zudem mit 86-prozentiger Wahrscheinlichkeit auf der uns zugewandten Seite des Mondes. Durch den Impakt k\u00f6nnten rund 100 Milliarden Kilogramm Material von der Mondoberfl\u00e4che in die H\u00f6he katapultiert werden.\n<\/p>\n<p>Wie viele Einschlagstr\u00fcmmer treffen die Erde?<\/p>\n<p>Doch wie weit fliegen diese Tr\u00fcmmer? K\u00f6nnten einige davon auch die Erde erreichen? Wie die Astronomen ermittelten, w\u00e4ren nur rund 0,02 bis 0,2 Prozent der Ejekta schnell genug, um der Mondschwerkraft zu entfliehen. Wie viele dieser Mikro- bis Zentimeter gro\u00dfen Br\u00f6ckchen bis zur Erde fliegen und wie schnell sie dort ankommen, h\u00e4ngt jedoch vom genauen Einschlagsort ab. Auch dazu hat das Team Simulationen durchgef\u00fchrt.\n<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Trifft der Asteroid den Mond am westlichen Ende seines m\u00f6glichen Landekorridors, fliegen nur wenige Tr\u00fcmmer in unsere Richtung. \u201eDiese erreichen die Erde erst rund 80 Tage nach dem Einschlag\u201c, berichten Wiegert und seine Kollegen. Anders w\u00e4re dies, wenn Asteroid 2024 YR4 den Mond nahe am nullten L\u00e4ngengrad oder weiter \u00f6stlich davon treffen w\u00fcrde. Dann k\u00f6nnten rund zehn Prozent des beim Einschlag ausgeschleuderten Materials schon nach wenigen Tagen die Erde erreichen.\n<\/p>\n<p>Weihnachtlicher Meteorschauer\u2026<\/p>\n<p>Das h\u00e4tte sichtbare Folgen: Den Berechnungen zufolge k\u00f6nnten durch den Mondeinschlag bis zehn Millionen Kilogramm Tr\u00fcmmermaterial bis in die Erdatmosph\u00e4re geschleudert werden. \u201eDies entspricht dem Zehn- bis Hundertfache des normalen Hintergrund-Einstroms an Meteoren\u201c, erkl\u00e4ren die Astronomen. Das bedeutet: Sollte der Asteroid auf dem Mond einschlagen, k\u00f6nnten wir Weihnachten 2032 einen spektakul\u00e4ren, dichten Meteorschauer am Himmel bewundern.<\/p>\n<p>\u201eDer resultierende Meteorschauer w\u00e4re aufsehenerregend\u201c, so Wiegert und sein Team. Bei diesem Ereignis k\u00f6nnten bis zu zehn kleine, rund 100 Mikrometer gro\u00dfe Meteore pro Quadratmeter durch die Erdatmosph\u00e4re fliegen und vergl\u00fchen. Von den gr\u00f6\u00dferen Br\u00f6ckchen im Zentimeterma\u00dfstab w\u00e4ren es immerhin noch bis zu einem gl\u00fchenden Meteor pro Quadratkilometer.\n<\/p>\n<p>\u2026aber Gefahr f\u00fcr Satelliten<\/p>\n<p>Weniger sch\u00f6n w\u00e4ren allerdings die Folgen f\u00fcr unsere orbitale Infrastruktur. Denn die Mikrometer bis Zentimeter gro\u00dfen Tr\u00fcmmer des Mondeinschlags tr\u00e4fen dann auch Satelliten in der Erdumlaufbahn. \u201eAngesichts der gro\u00dfen Fl\u00e4che der Satellitenflotte im Jahr 2032 k\u00f6nnte es hunderte bis tausende Einschl\u00e4ge in Satelliten geben\u201c, berichten Wiegert und seine Kollegen. Die meisten dieser Treffer w\u00fcrden Konstellationen im niedrigen Erdorbit treffen, darunter beispielsweise Starlink-Satelliten.\n<\/p>\n<p>Allerdings fliegen die meisten dieser Einschlagstr\u00fcmmer nur sehr langsam. Ihre Energie reicht daher nicht aus, um Satelliten zu zerschlagen oder ganze Missionen zu gef\u00e4hrden, wie das Team erkl\u00e4rt. Dennoch k\u00f6nnten die Meteor-Treffer zahlreiche Satelliten besch\u00e4digen. Welche Gefahr von den erst sp\u00e4ter eintreffenden Tr\u00fcmmerbrocken ausgeht und wie lange dieser lunare Tr\u00fcmmerregen anhalten k\u00f6nnte, ist noch nicht gekl\u00e4rt.\n<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Astronomen unterstreichen ihre Ergebnisse, dass auch ein gr\u00f6\u00dferer Einschlag auf dem Mond Auswirkungen auf die Erde haben kann. \u201eDas Thema der planetaren Abwehr betrifft daher nicht nur die Auswirkungen von Einschl\u00e4gen auf der Erdoberfl\u00e4che \u2013 sie erstreckt sich auch dar\u00fcber hinaus\u201c, betonen Wiegert und sein Team. (arXiv-Preprint, 2025; <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/2506.11217\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.48550\/arXiv.2506.11217<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: arXiv<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>1. Juli 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Energie einer Wasserstoffbombe und Ein-Kilometer-Krater Das erste Ergebnis: Schl\u00e4gt der Asteroid auf dem Mond ein, w\u00fcrde dies eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":236288,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[3249,3250,29,35734,74061,74062,30,74063,74064,29074,190,189,194,191,74065,193,192],"class_list":{"0":"post-236287","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-2024-yr4","9":"tag-asteroid","10":"tag-deutschland","11":"tag-einschlag","12":"tag-einschlagsfolgen","13":"tag-einschlagsrisiko","14":"tag-germany","15":"tag-meteorschauer","16":"tag-mondeinschlag","17":"tag-satelliten","18":"tag-science","19":"tag-science-technology","20":"tag-technik","21":"tag-technology","22":"tag-umlaufbahn","23":"tag-wissenschaft","24":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114783490084636258","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=236287"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236287\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/236288"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=236287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=236287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=236287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}