{"id":236589,"date":"2025-07-02T14:29:29","date_gmt":"2025-07-02T14:29:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/236589\/"},"modified":"2025-07-02T14:29:29","modified_gmt":"2025-07-02T14:29:29","slug":"asteroiden-die-der-erde-gefaehrlich-werden-koennen-knapp-38-500-bekannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/236589\/","title":{"rendered":"Asteroiden, die der Erde gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnen \u2013 \u201eKnapp 38.500 bekannt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Asteroiden gelten als Relikte der Planetenentstehung und potenzielle Gefahr f\u00fcr Erde und Mond. Wissenschaftler beobachten aktuell Tausende Brocken, die unserem Planeten zu nahe kommen k\u00f6nnen \u2013 und planen f\u00fcr den Ernstfall.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Sie k\u00f6nnen zu einer gro\u00dfen Gefahr f\u00fcr die Erde werden. Das Aussterben der Dinosaurier und die Verw\u00fcstung ganzer Landstriche gehen wohl auf ihr Konto \u2013 Asteroiden. Hunderttausende der bei der Planetenbildung \u00fcbrig gebliebenen Brocken fliegen noch in den Weiten unseres Sonnensystems umher. Zehntausende sind bekannt, die auch die Umlaufbahn unseres Heimatplaneten und des Mondes kreuzen oder ihr nahe kommen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Gefahren sehen Experten derzeit nicht, dass die Erde von einem gr\u00f6\u00dferen Asteroiden getroffen wird. Das Jet Propulsion Laboratory der US-Raumfahrtbeh\u00f6rde Nasa stufte die Wahrscheinlichkeit, dass der Asteroid \u201e2024 YR4\u201c im Jahr 2032 die Erde trifft zwischenzeitlich zwar auf bis zu 3,1 Prozent ein. <\/p>\n<p>Es kam sp\u00e4ter aber zu dem Schluss, dass er sie nicht treffen wird. Auch nach Angaben des Chef-Koordinators f\u00fcr die Asteroidenabwehr der europ\u00e4ischen Raumfahrtbeh\u00f6rde Esa, Richard Moissl, ist mit den j\u00fcngsten Daten ausgeschlossen worden, dass der Asteroid unseren Heimatplaneten trifft.<\/p>\n<p>\u201eAber seitdem ist die Einschlagwahrscheinlichkeit auf dem Mond quasi gestiegen, ist jetzt bei ungef\u00e4hr vier Prozent\u201c, sagt Moissl aus Anlass des Internationalen Tags der Asteroiden am 30. Juni. Der rund 60 Meter gro\u00dfe Brocken werde in jedem Fall nahe am Mond vorbeifliegen. Wenn er auf dem Trabanten einschlage, w\u00e4re das ein Riesenspektakel. Er w\u00fcrde dies mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit auf der erdzugewandten Seite tun. \u201eDas hei\u00dft, man k\u00f6nnte es mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit von der Erde aus beobachten, wenn gutes Wetter ist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAuf der Erde passiert da nichts, au\u00dfer, dass wir ein sch\u00f6nes Schauspiel haben\u201c, sagt der Asteroidenexperte Detlef Koschny, der auch die Professur f\u00fcr Lunare und Planetare Exploration an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen innehat. \u201eDie Mondbahn ver\u00e4ndert er nat\u00fcrlich nicht, daf\u00fcr ist er viel zu klein.\u201c Er w\u00fcrde vermutlich einen Krater von ein paar 100 Metern oder sogar zwei Kilometern schlagen. Was genau passieren wird, k\u00f6nnen Experten aber erst ab 2028 erforschen, denn der Asteroid ist derzeit au\u00dfer Sicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr die enorme Verw\u00fcstungskraft der Gefahr aus dem All gibt es mehrere Beispiele, wenn auch die meisten kleineren Gesteinsbrocken vergl\u00fchen. So k\u00f6nnte ein zehn bis 15 Kilometer gro\u00dfer Brocken f\u00fcr das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich gewesen sein. Ein etwa 40 bis 50 Meter gro\u00dfer Asteroid ging am 30. Juni 1908 \u00fcber Sibirien runter und knickte in der Tunguska-Region Millionen B\u00e4ume auf einer Fl\u00e4che fast so gro\u00df wie das Saarland um.<\/p>\n<p>Mit Blick auf dieses Ereignis riefen die Vereinten Nationen sp\u00e4ter den Asteroidentag aus, um auf die Gefahren und Chancen durch die Himmelsk\u00f6rper aufmerksam zu machen. Im Februar 2013 explodierte ein 20 Meter gro\u00dfer Himmelsk\u00f6rper \u00fcber der Millionenstadt Tscheljabinsk. Durch die Druckwelle und splitterndes Glas wurden rund 1500 Menschen verletzt.<\/p>\n<p>Forscher arbeiten an Asteroidenabwehr-Programmen<\/p>\n<p>Ab grob 100 bis 150 Metern ist die Zerst\u00f6rungskraft Moissl zufolge schon \u00fcberregional gro\u00df. Da gehe es dann nicht mehr um ein Bev\u00f6lkerungszentrum, sondern auch um das ganze Umland und die Infrastruktur. \u201eDas w\u00fcrde man versuchen abzuwehren.\u201c Ab 50 Metern habe man bereits jetzt schon gute Chancen, ein solches Objekt zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Es gibt eine erste Mission, um Asteroiden abzulenken. Im September 2022 schlug die Nasa-Sonde \u201eDart\u201c auf einem Doppelasteroiden ein und ver\u00e4nderte die Bahn des kleinen Dimorphos um den gr\u00f6\u00dferen Didymos. Im kommenden Jahr soll die Esa-Mission \u201eHera\u201c dort eintreffen und den Einschlag wissenschaftlich untersuchen. \u201eDurch die Daten von \u201aHera\u2018 k\u00f6nnen wir dann viel besser verstehen, wie wir das im Ernstfall angehen m\u00fcssen, weil wir einfach viel besser lernen, was da passiert ist\u201c, sagt Moissl. <\/p>\n<p>Koschny zufolge geht es um die Fragen, wie viel hat sich die Bahn ver\u00e4ndert? Welche Masse hat der Asteroid? Wie effizient war denn das Verschieben? Es sei auch f\u00fcr k\u00fcnftig m\u00f6gliche Abwehrmissionen wichtig zu wissen, wie viel Masse es f\u00fcr eine Ablenkung braucht.<\/p>\n<p>Zudem \u00fcberwachen die Raumfahrtagenturen sogenannte Near Earth Objects, also Asteroiden, die der Erde auf ihrer Umlaufbahn einmal nahekommen k\u00f6nnten. \u201eZurzeit, Stand jetzt, sind knapp 38.500 bekannt\u201c, sagt Moissl. Auch sind Teleskope im All geplant, mit denen auch aus Richtung der Sonne kommende Asteroiden besser entdeckt werden k\u00f6nnen. Ein neues Teleskop mit einem weiten Sichtfeld soll k\u00fcnftig von Sizilien aus als Asteroidenj\u00e4ger dienen. <\/p>\n<p>Ebenso sollen Asteroiden weiter erforscht werden. 2029 kommt der rund 350 Meter gro\u00dfe Asteroid Apophis in nur 32.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbei. In den Weiten des Sonnensystems ist das fast nichts. Bei dem Vorbeiflug k\u00f6nnte es auch eine Mission geben. <\/p>\n<p>\u201eDen kann man mit blo\u00dfem Auge sehen\u201c, sagt Koschny. Er komme aber auch in die Anziehungskraft der Erde und damit k\u00f6nne es Gesteinsrutsche geben oder der Asteroid verforme sich. \u201eUnd das ist nat\u00fcrlich wieder wissenschaftlich spannend und vor allem auch f\u00fcr dieses Thema planetare Verteidigung wichtig, zu wissen, wie fest so Asteroiden sind.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer Vorteil oder das Spannende an den Asteroiden ist, dass die, wie die Kometen, auch \u00dcberbleibsel aus der Entstehung des Sonnensystems sind\u201c, sagt Koschny. Die beiden Schl\u00fcsselfragen seien f\u00fcr ihn, wo kam das ganze Wasser her und warum konnte so schnell Leben entstehen? Das Wasser k\u00f6nne eigentlich nicht schon auf der Erde gewesen sein. Die sei am Anfang so hei\u00df gewesen, dass alles verdampft w\u00e4re. <\/p>\n<p>Und die Entstehung des Lebens? \u201eDa ist halt die Idee, dass irgendwelche Kohlenstoffketten, organische Molek\u00fcle, sozusagen die Legosteine f\u00fcr Leben, dass die aus dem Weltraum gebracht worden sind und dann schon fix und fertig vor Ort angeliefert wurden, eben auch wieder durch Kometen und Asteroiden.\u201c<\/p>\n<p>dpa\/ lpi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Asteroiden gelten als Relikte der Planetenentstehung und potenzielle Gefahr f\u00fcr Erde und Mond. 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