{"id":236881,"date":"2025-07-02T17:04:11","date_gmt":"2025-07-02T17:04:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/236881\/"},"modified":"2025-07-02T17:04:11","modified_gmt":"2025-07-02T17:04:11","slug":"wie-die-harten-jungs-fans-vergraulten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/236881\/","title":{"rendered":"Wie die harten Jungs Fans vergraulten"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/kultur\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_kultur\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kultur<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 02.07.2025, 16:44 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.merkur.de\/autor\/johannes-loehr-m3yqyotni.html\" title=\"Zur Autorenseite von Johannes L&#xF6;hr\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" l=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Johannes L\u00f6hr<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/38574951-depeche-mode-nein-metallica-li-james-hetfield-kirk-hammett-lars-ulrich-und-jason-newsted-ir.jpeg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"619\" width=\"1100\" alt=\"Depeche Mode? Nein, Metallica! (v.&#x2009;li.) James Hetfield, Kirk Hammett, Lars Ulrich und Jason Newsted irritierten 1996 mit neuem Look.\"\/>Depeche Mode? Nein, Metallica! (v.\u2009li.) James Hetfield, Kirk Hammett, Lars Ulrich und Jason Newsted irritierten 1996 mit neuem Look. \u00a9\u00a0Anton Cobijn \/ Metallica<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Metallica erfanden sich 1996 neu \u2013 das war mutig von den Heavy-Metal-Ikonen: Das Album \u201eLoad\u201c vergraulte 1996 viele alte Fans. Jetzt ist es neu erschienen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Es gibt S\u00fcndenf\u00e4lle, die verzeihen Fans ihren Lieblingsbands nicht. Noch vor ein paar Tagen, als Metallica die hochwertige Wiederver\u00f6ffentlichung ihres Albums \u201eLoad\u201c von 1996 ank\u00fcndigten, ernteten sie Spott. Grund daf\u00fcr war das Bild von damals, das sie auf Instagram mitschickten. Star-Fotograf Anton Corbijn hatte die Band mit Augen-Makeup und kurzen, get\u00f6nten Haaren in edle Lederklamotten gesteckt. Zur Erinnerung: Zuvor h\u00e4tte das Quartett als Fashion-Accessoire maximal einen Bierbecher akzeptiert. \u201eDas sind nicht meine Metallica!\u201c, schreiben die Fans noch heute.<\/p>\n<p>Metallicas Musik war zuvor ein ausgestreckter Mittelfinger gegen den Mainstream<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Lange hatte die Band aus San Francisco ihre Anh\u00e4nger verw\u00f6hnt. Hatte Anfang der Achtziger einen ganz eigenen Stil gepr\u00e4gt: Thrash Metal. Schnell, hart, gemein. Gitarrenriffs zum Niederknien, James Hetfields tiefes Bellen, Drummer Lars Ulrichs Trommelfell-Dresche: Metallica dominierten die Achtziger mit dieser Formel und Alben wie \u201eKill \u2018em all\u201c oder \u201eMaster of Puppets\u201c. Ein ausgestreckter Mittelfinger gegen den Mainstream.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Doch schon mit dem \u201eBlack Album\u201c von 1991 bekam die Love-Story zu den alten Fans Risse. Zwar gab es darauf Riff-Monster \u2013 \u201eEnter Sandman\u201c, \u201eSad but true\u201c. Doch die Balladen \u201eNothing else matters\u201c und \u201eThe Unforgiven\u201c lagen den Headbangern schwer im Magen. Streicher-Arrangements! Als Produzent Bob Rock, der schon Bon Jovi glattgeb\u00fcgelt hatte! Auf \u201eLoad\u201c sahen sich die verbl\u00fcfften J\u00fcnger nun auch noch Boogie-Rhythmen (\u201e2&#215;4\u201c), Country-Balladen (\u201eMama Said\u201c) und purem Pop (\u201eHero of the Day\u201c) ausgesetzt. Und das von der Band, die <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/kultur\/heavy-metal-bands-wie-iron-maiden-und-motoerhead-traten-vor-40-jahren-eine-neue-welle-los-und-erfinden-harte-musik-neu-zr-90109159.html\" class=\"id-import-Link\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;Paragraph&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;Paragraph InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;den Metal&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.merkur.de\/kultur\/heavy-metal-bands-wie-iron-maiden-und-motoerhead-traten-vor-40-jahren-eine-neue-welle-los-und-erfinden-harte-musik-neu-zr-90109159.html&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:14,&quot;storyElementCount&quot;:28}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">den Metal<\/a> im Namen trug! Ihr Markenzeichen \u2013 den Schriftzug mit den Haken an M und A \u2013 hatten Metallica auch \u00fcber Bord geworfen. Viele Fans zweifelten da: Bekamen jetzt sie den Mittelfinger gezeigt?<\/p>\n<p>S\u00e4nger James Hetfield lernte Leonard Cohen lieben, Gitarrist Kirk Hammett \u00fcbte Jazz<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Vielleicht hatten Metallica einfach Zeit gehabt, erwachsen zu werden. <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/kultur\/nirvana-saenger-kurt-cobain-erschoss-sich-vor-30-jahren-zr-92986313.html\" class=\"id-import-Link\" data-id-ec=\"{&quot;sht&quot;:&quot;Container&quot;,&quot;shn&quot;:&quot;Story&quot;,&quot;p&quot;:{&quot;containerType&quot;:&quot;Paragraph&quot;,&quot;displayType&quot;:&quot;Paragraph InlineLink&quot;,&quot;type&quot;:&quot;INLINE_LINK&quot;,&quot;value&quot;:&quot;Die Grunge-Welle&quot;,&quot;variant&quot;:&quot;standardLink&quot;,&quot;sponsored&quot;:false,&quot;linkHref&quot;:&quot;https:\/\/www.merkur.de\/kultur\/nirvana-saenger-kurt-cobain-erschoss-sich-vor-30-jahren-zr-92986313.html&quot;,&quot;storyElementPosition&quot;:18,&quot;storyElementCount&quot;:28}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Grunge-Welle<\/a>, die so viele Bands vom alten Schlag hinwegraffte, sa\u00dfen sie nach dem \u201eBlack Album\u201c einfach aus, tourten flei\u00dfig und blickten sich zum ersten Mal in ihrer Karriere um. Hetfield schulte seine Stimme und lernte Leonard Cohen sch\u00e4tzen, Lead-Gitarrist Kirk Hammett \u00fcbte Jazz, Lars Ulrich entwickelte sich zum Band-Manager, Bassist Jason Newsted verfolgte Nebenprojekte.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Im Studio herrschte dann ambitionierte Anything-goes-Atmosph\u00e4re. Wer etwas beitragen wollte, war herzlich eingeladen \u2013 anders als fr\u00fcher, wo Hetfield\/Ulrich hart durchregiert hatten. So kam derart viel Material zusammen, dass man es auf zwei Alben aufteilte (\u201eReload\u201c erschien ein Jahr sp\u00e4ter). Mit 79 Minuten reizt \u201eLoad\u201c sogar das Fassungsverm\u00f6gen einer CD gnadenlos aus. Ein bisschen viel vom Gleichen \u2013 denn \u00fcber mittleres Tempo kommt keiner der Songs hinaus und Bob Rock hobelte abermals s\u00e4mtliche Kanten im Sound babypopoglatt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/38806661-schleimig-das-cover-von-metallicas-load-album-PlBG.jpg\" loading=\"lazy\"   height=\"1100\" width=\"1100\" alt=\"Schleimig: das Cover von Metallicas &#x201E;Load&#x201C;-Album.\"\/>Schleimig: das Cover von Metallicas \u201eLoad\u201c-Album. \u00a9\u00a0Blackened<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">F\u00e4llt das Urteil heute gn\u00e4diger aus? Nicht unbedingt. Viele der Songs sind gut und zeigen keine Band, die mit ihrem Latein am Ende ist, ganz im Gegenteil. Es h\u00e4tte halt jemanden gebraucht, der zur Beschr\u00e4nkung mahnt. Bassist Newsted, der als echter Metallica-Fan zur Band gesto\u00dfen war, hatte daf\u00fcr nicht das Standing, wie er im unterhaltsamen, 128 Seiten starken Buch der Deluxe-Ausgabe von \u201eLoad\u201c schreibt.<\/p>\n<p>Metallica litten so sehr unter den Fan-Reaktionen, dass sie in Therapie gingen<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Eine Offenbarung sind freilich die vielen Live-Aufnahmen, die sich unter den 245 bislang unver\u00f6ffentlichten Songs finden. Hier zeigt sich, dass die Ballade \u201eUntil it sleeps\u201c prima zwischen alte Klassiker wie \u201eOne\u201c und \u201eFor whom the Bell tolls\u201c passt. Und die vielen Cover-Versionen von alten Mot\u00f6rhead-Granaten weisen Metallica eben doch als kompromisslose Berserker aus und nicht als die Verr\u00e4ter an der reinen Lehre, als die sie viele nun abtaten.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die Band selbst hatte an ihrem vermeintlichen S\u00fcndenfall arg zu knabbern. So sehr, dass sie sich letztlich in therapeutische Obhut begab (der gro\u00dfartige Dokumentarfilm \u201eSome Kind of Monster\u201c von 2004 begleitet sie dabei). Sp\u00e4ter versuchte sie es ihren Fans recht zu machen \u2013 erreichte mit \u201eh\u00e4rteren\u201c Alben aber auch nie die Klasse der Achtziger. 1996 waren sie eine Band, die etwas Neues wollte. Und das war in ihrem Fall eben nur durch M\u00e4\u00dfigung zu erreichen. Den Mut, den es daf\u00fcr brauchte, kann man heute neidlos anerkennen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Startseite Kultur Stand: 02.07.2025, 16:44 Uhr Von: Johannes L\u00f6hr DruckenTeilen Depeche Mode? Nein, Metallica! (v.\u2009li.) 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