{"id":237016,"date":"2025-07-02T18:15:19","date_gmt":"2025-07-02T18:15:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/237016\/"},"modified":"2025-07-02T18:15:19","modified_gmt":"2025-07-02T18:15:19","slug":"broeckelnde-bruecken-das-wird-uns-noch-zehn-zwanzig-jahre-beschaeftigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/237016\/","title":{"rendered":"Br\u00f6ckelnde Br\u00fccken: &#8222;Das wird uns noch zehn, zwanzig Jahre besch\u00e4ftigen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>\tBr\u00f6ckelnde Br\u00fccken<br \/>\n\t &#8211; <\/p>\n<p>\t\t&#8222;Das wird uns noch zehn, zwanzig Jahre besch\u00e4ftigen&#8220;<\/p>\n<p>\n        Mi 02.07.25 | 14:53 Uhr  | Von Andr\u00e9 Katschall\n    <\/p>\n<p>    <a href=\"#top-of-comments\"\/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1751480118_605_size=708x398.jpg\" alt=\"Rico Thumeyer sucht mit dem Hammer nach Hohlstellen und anderen Sch\u00e4den, die im Beton entstanden sein k\u00f6nnten. (Quelle: rbb24\/Sebastian Sch\u00f6bel)\" title=\"Rico Thumeyer sucht mit dem Hammer nach Hohlstellen und anderen Sch\u00e4den, die im Beton entstanden sein k\u00f6nnten. (Quelle: rbb24\/Sebastian Sch\u00f6bel)\" id=\"397890653\"\/>Bild: rbb24\/Sebastian Sch\u00f6bel<\/p>\n<p>Nach dem Einsturz der Carolabr\u00fccke in Dresden im September 2024 stehen viele Spannbetonbauwerke unter genauer Beobachtung. Experten rechnen mit einer gro\u00dfen Sanierungswelle &#8211; so wie in Berlin. Von Andre Katschall <\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_0\"\/><\/p>\n<p>Rico Thumeyer steht auf einer Hebeb\u00fchne und klopft von unten gegen das Bauwerk 3447011, eine Br\u00fccke \u00fcber die Bundesstra\u00dfe B1 im Osten Berlins. Den Namen &#8211; M\u00e4rkische-Allee-Br\u00fccke &#8211; muss er nachschlagen. Es sind einfach zu viele Br\u00fccken, deren Zustand er jede Woche \u00fcberpr\u00fcfen muss. Auf seinem Protokoll ist die jeweilige Seriennummer vermerkt.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/content\/dam\/rbb\/rbb\/rbb24\/2025\/2025_07\/dpa-account\/brueckenschaeden-in-berlin.jpg.jpg\/size=708x398.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1751480118_759_size=320x180.jpg\" alt=\"Rico Thumeyer sucht mit dem Hammer nach Hohlstellen und anderen Sch\u00e4den, die im Beton entstanden sein k\u00f6nnten. (Quelle: rbb24\/Sebastian Sch\u00f6bel)\" title=\"Rico Thumeyer sucht mit dem Hammer nach Hohlstellen und anderen Sch\u00e4den, die im Beton entstanden sein k\u00f6nnten. (Quelle: rbb24\/Sebastian Sch\u00f6bel)\" id=\"articlesContList_picture_790482585_1607528999\"\/><\/a>Rico Thumeyer sucht mit dem Hammer nach Hohlstellen und anderen Sch\u00e4den, die im Beton entstanden sein k\u00f6nnten. | Bild: rbb24\/Sebastian Sch\u00f6bel <\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_573124222\"\/><\/p>\n<p>&#8222;Klonk, klonk&#8220;, macht es immer wieder. Sollten sich Hohlr\u00e4ume im Innern gebildet haben, w\u00fcrde es anders klingen &#8211; eben &#8222;hohl&#8220;, wie Thumeyer es beschreibt. Doch an dieser Br\u00fccke scheint alles in Ordnung. F\u00fcr viele Autofahrer in Berlin eine gute Nachricht. Kaum auszudenken, wenn jetzt auch noch hier gesperrt werden m\u00fcsste, nach all den anderen Br\u00fccken der vergangenen Zeit.<\/p>\n<p>Neben dem Hammer vertraut Thumeyer auf seine Augen. Bei der Sichtkontrolle findet er aber nur kleinste Risse im Beton: 0,1 Millimeter breit. Kein Grund zur Beunruhigung. &#8222;Bei 0,2 bis 0,4 Millimeter wird es interessant&#8220;, sagt er. Die Untersuchung erfolgt &#8222;handnah&#8220;, also nicht einmal eine Arml\u00e4nge vom Beton entfernt. Stundenlang begutachtet er das Bauwerk gemeinsam mit einem Kollegen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_1586290856\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_415534010\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tDeutschlands Br\u00fccken br\u00f6ckeln<\/p>\n<p>Das Drama um die Br\u00fccken der Hauptstadt begann 2018. Thumeyer hatte bei einer Routineuntersuchung einen meterlangen Riss im Spannbeton der Elsenbr\u00fccke festgestellt. Sofort wurde die Spree\u00fcberquerung halbseitig gesperrt, Staus waren die Folge, ein Neubau soll in drei Jahren fertig sein.<\/p>\n<p>An der Elsenbr\u00fccke kann man sehen, vor welche Herausforderung Br\u00fccken in ganz Deutschland das Land in den kommenden Jahren stellen werden: fertiggestellt 1968 in der DDR, hergestellt aus Spannbeton. Das Material gilt inzwischen als besonders korrosionsanf\u00e4llig, insbesondere der Stahl aus dem Werk Hennigsdorf im heutigen Brandenburg.<\/p>\n<p>Doch es sind nicht nur alte DDR-Br\u00fccken, die br\u00f6seln. Auch Westbauwerke aus Spannbeton werden gesperrt. In Berlin-Charlottenburg traf es Mitte M\u00e4rz die Ringbahnbr\u00fccke, Baujahr 1963. Ung\u00fcnstigerweise ist das Bauwerk ein Abschnitt der A100. Risse im Beton, Vollsperrung, Abriss &#8211; eine benachbarte Br\u00fccke auf der gleichen Autobahn kam in dem Zuge gleich mit weg.<\/p>\n<p>Kurz darauf die n\u00e4chste Notbremsung: die Br\u00fccke an der Wuhlheide, eine Verkehrsader im Ostberliner Bezirk Trepow-K\u00f6penick. Ebenfalls Spannbeton, aber wesentlich j\u00fcnger. Erst 1989 fertig gestellt und nun abgerissen. Ob irgendwann ein Ersatzneubau kommt, ist noch nicht klar.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1126860294\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tVerkehr ist das eigentliche Problem<\/p>\n<p>F\u00fcr Christian M\u00fcller, den Vorstandsvorsitzenden des Architekten- und Ingenieurvereins Berlin-Brandenburg (AIV), ist das alles nicht sonderlich \u00fcberraschend. &#8222;Die Verkehrsverwaltung wei\u00df seit zehn, zwanzig Jahren, dass da ein Instandhaltungsr\u00fcckstand ist&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>In den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren sei Spannbeton meist das Mittel der Wahl beim Br\u00fcckenbau gewesen. Doch das Material habe seine T\u00fccken, lasse sich zudem oft schlecht \u00fcberpr\u00fcfen, weil entscheidende Bauteile komplett einbetoniert sind. Doch das eigentliche Problem sei nicht der Beton, sondern der Verkehr selbst. &#8222;Das Verkehrsaufkommen ist so hoch, dass der Verschlei\u00df enorm angestiegen ist&#8220;, sagt M\u00fcller.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/content\/dam\/rbb\/rbb\/rbb24\/2025\/2025_07\/dpa-account\/brueckenschaeden-berlin.jpg.jpg\/size=708x398.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1751480119_19_size=320x180.jpg\" alt=\"Kleine Risse werden von Rico Thumeyer mit einem Lineal ausgemessen, mit wasserfester Kreide markiert und fotodokumentiert. (Quelle: rbb24\/Sebastian Sch\u00f6bel)\" title=\"Kleine Risse werden von Rico Thumeyer mit einem Lineal ausgemessen, mit wasserfester Kreide markiert und fotodokumentiert. (Quelle: rbb24\/Sebastian Sch\u00f6bel)\" id=\"articlesContList_picture_645168646\"\/><\/a>Kleine Risse werden mit einem Lineal ausgemessen, mit wasserfester Kreide markiert und fotodokumentiert. | Bild: rbb24\/Sebastian Sch\u00f6bel <\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tJahrelange Sanierungswelle steht bevor<\/p>\n<p>So sieht das auch Helmut Schmeitzner, Fachleiter des Bereichs Bauwesen an der Hochschule f\u00fcr Wirtschaft und Recht Berlin. Viele Br\u00fccken gingen vorzeitig kaputt, in ganz Deutschland. &#8222;Man geht schon immer von 80 bis 100 Jahren Betriebsdauer aus&#8220;, so Schmeitzner. Es gebe durchaus noch Eisenbahnbr\u00fccken aus der Kaiserzeit, die hielten, was bei Erbauung versprochen wurde. Der Unterschied zu Stra\u00dfenbr\u00fccken: &#8222;Da sind die Belastungen aber gleich geblieben.&#8220;<\/p>\n<p>Schmeitzner benutzt gern eine Beispielrechnung, um das Problem zu verdeutlichen: &#8222;Ein Lkw, der 30 Tonnen wiegt, belastet eine Br\u00fccke circa tausend mal so stark wie eine Anzahl von Pkw, die insgesamt die gleiche Masse auf die Waage bringen.&#8220; Und es w\u00fcrden nun sehr viel mehr Lkw fahren als noch in den 1970er- und 1980er-Jahren angenommen.<\/p>\n<p>Der Hochschullehrer prognostiziert, dass eine jahrelange Sanierungswelle durch ganz Deutschland rollen wird, inklusive kurzfristigen Abrissen, Baustellen, Umleitungen &#8211; so wie gerade an mehreren Orten in Berlin. &#8222;Da m\u00fcssen wir uns dran gew\u00f6hnen. Das wird \u00f6fter noch vorkommen. Das wird uns noch zehn, zwanzig Jahre besch\u00e4ftigen&#8220;, so Schmeitzner.<\/p>\n<p>&#8222;Zehn, zwanzig Jahre sind vollkommen realistisch&#8220;, meint auch AIV-Chef M\u00fcller. Und f\u00fcgt halb scherzhaft hinzu: &#8222;Stra\u00dfen- und Br\u00fcckenbau haben hervorragende Jahre vor sich.&#8220;<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_864733154\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1449089118\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tRegelm\u00e4\u00dfige Kontrollen notwendig<\/p>\n<p>So lange d\u00fcrften auch Gutachter jede Menge zu tun haben. Eigentlich sollen Br\u00fccken alle sechs Jahre einer Hauptpr\u00fcfung unterzogen werden, alle drei Jahre einer einfachen. Das gilt aber nicht f\u00fcr Spannbetonbauten, die ohnehin schon kleinere Risse haben.<\/p>\n<p>Gutachter Thumeyer sagt \u00fcber die M\u00e4rkische-Allee-Br\u00fccke: &#8222;Wir kennen die schon ganz gut. Ich bin jetzt das f\u00fcnfte Mal hier.&#8220; Der Grund sind die kleinen Risse und die besondere Vorsicht, die bei Spannbetonbr\u00fccken gilt. Das Bauwerk 3447011 wird inzwischen jedes Jahr gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Mit Informationen von Sebastian Sch\u00f6bel, rbb und Laurence Thio, rbb<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1\"\/><\/p>\n<p class=\"textblock\">Beitrag von Andr\u00e9 Katschall <\/p>\n<p><a class=\"ico ico_arrow_wide_up\" title=\"An den Anfang\" href=\"#top\">  <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Br\u00f6ckelnde Br\u00fccken &#8211; &#8222;Das wird uns noch zehn, zwanzig Jahre besch\u00e4ftigen&#8220; Mi 02.07.25 | 14:53 Uhr | Von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":237017,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,1940,1938],"class_list":{"0":"post-237016","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-nachrichten-aus-berlin","15":"tag-news-aus-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114785008065048790","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=237016"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237016\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/237017"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=237016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=237016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=237016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}