{"id":237024,"date":"2025-07-02T18:19:09","date_gmt":"2025-07-02T18:19:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/237024\/"},"modified":"2025-07-02T18:19:09","modified_gmt":"2025-07-02T18:19:09","slug":"auf-dem-spielplatz-hat-es-64-grad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/237024\/","title":{"rendered":"Auf dem Spielplatz hat es 64 Grad"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-bold text-18 leading-17\">Am hei\u00dfesten Tag des bisherigen Jahres l\u00e4dt eine Bundestagsabgeordnete der Gr\u00fcnen zum Mess-Spaziergang durch Berlin. Die Botschaft: Es braucht mehr Schutz vor Hitze.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">&#8222;Tut mir leid, bei Ihnen sind es 40 Grad&#8220;, sagt Julia Schneider. Die Bundestagsabgeordnete der Gr\u00fcnen steht unter einem Baum im K\u00f6llnischen Park in Berlin-Mitte. Sie richtet eine W\u00e4rmebildkamera auf eine Gruppe Journalisten, die etwas entfernt im Halbschatten steht. Dann schwenkt sie die Kamera auf den Boden zu ihren F\u00fc\u00dfen. &#8222;Bei mir sind es nur 30 Grad.&#8220;<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Schneider hat die Presse zu einem Spaziergang durch den Park eingeladen, um \u00fcber Hitzeschutz zu sprechen. Mithilfe der W\u00e4rmebildkamera will sie demonstrieren, wo es in der Stadt besonders hei\u00df wird und was Abhilfe schaffen kann. Ihre Bundestagsfraktion hat gerade einen Vorstandsbeschluss zu diesem Thema verabschiedet. Darin fordern die Gr\u00fcnen unter anderem, dass 650 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt f\u00fcr Projekte zur Anpassung an gro\u00dfe Hitze in Deutschland bereitgestellt werden.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">&#8222;Hitze kann lebensgef\u00e4hrlich sein&#8220;, sagt Schneider. Sie zitiert Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI), wonach es im Hitzesommer 2018 in Deutschland sch\u00e4tzungsweise 8.000 Hitzetote gab. F\u00fcr 2022 sch\u00e4tzt das <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/robert-koch-institut\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">RKI<\/a> die Zahl der Hitzetoten auf mehr als 4.000, 2023 und 2024 jeweils etwa 3.000. In <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/region\/berlin\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berlin<\/a> starben nach Angaben des Amts f\u00fcr Statistik Berlin-Brandenburg zwischen 2018 und 2024 sch\u00e4tzungsweise mehr als 1.400 Menschen durch Hitze. Betroffen sind vor allem Menschen im hohen Alter.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Auf einem Rundgang durch den Park demonstriert Schneider die gro\u00dfen Temperaturunterschiede der verschiedenen Fl\u00e4chen. 30 Grad direkt am Baumstamm im Schatten, auf der Wiese in der Sonne 50 Grad. Der Asphalt auf der Stra\u00dfe am Park hat sich auf 62,6 Grad aufgeheizt. Als Schneider die W\u00e4rmebildkamera auf den Sand auf dem Spielplatz im Park richtet, zeigt das Ger\u00e4t sogar 64 Grad an. &#8222;Spielpl\u00e4tze ohne Schatten sind im Sommer nicht benutzbar&#8220;, sagt sie.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Die Temperaturunterschiede w\u00fcrden deutlich zeigen, dass man weniger Beton und mehr B\u00e4ume in den St\u00e4dten brauche, sagt Schneider. &#8222;Der Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels muss beim Katastrophen- und Bev\u00f6lkerungsschutz mitgedacht werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Die Abgeordnete, die ihren Wahlkreis in Pankow hat, sieht auch in der Hauptstadt deutlichen Nachholbedarf. &#8222;Der Hitzeschutz in Berlin ist schlecht aufgestellt.&#8220; Dabei zeige das Aktionsb\u00fcndnis Hitzeschutz, dass es viele Akteure gebe, die mit geeigneter Finanzierung noch wirksamer sein k\u00f6nnten. Die Bezirke seien h\u00e4ufig unterfinanziert, die Zusammenarbeit mit dem Senat w\u00fcrde nicht gut genug funktionieren. &#8222;Wir warten au\u00dferdem immer noch auf den Hitzeschutzplan, den der Senat versprochen hat.&#8220;<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Sie kritisiert au\u00dferdem das &#8222;Schneller-Bauen-Gesetz&#8220;, das 2024 in Berlin verabschiedet wurde. Dieses Gesetz bremse die dringend notwendige Klimaanpassung in einer immer hei\u00dfer werdenden Stadt wie Berlin. Denn es erm\u00f6gliche, wertvolle \u00d6kosysteme zu bebauen und sich entweder &#8222;finanziell freizukaufen&#8220; oder andernorts Ausgleichsfl\u00e4chen zu schaffen. &#8222;Davon haben die Menschen vor Ort gar nichts&#8220;, sagt Schneider.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">&#8222;Ein Armutszeugnis&#8220; sei die Absage der Regierung an das sogenannte B\u00e4umeplus-Gesetz, sagt Schneider. Die Initiative &#8222;Baumentscheid&#8220; will dieses mit einem Volksbegehren durchsetzen und so erreichen, dass in Berlin 300.000 zus\u00e4tzliche Stadtb\u00e4ume gepflanzt werden. Der Senat lehnt das aus Kostengr\u00fcnden ab.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Unter einem der B\u00e4ume im K\u00f6llnischen Park liegt eine Frau und schl\u00e4ft. Neben ihr steht ein Wagen mit einer Isomatte, einem Schlafsack und vollgepackten T\u00fcten. Menschen ohne Wohnung sind der Hitze besonders schutzlos ausgeliefert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am hei\u00dfesten Tag des bisherigen Jahres l\u00e4dt eine Bundestagsabgeordnete der Gr\u00fcnen zum Mess-Spaziergang durch Berlin. 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