{"id":23722,"date":"2025-04-11T15:34:18","date_gmt":"2025-04-11T15:34:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/23722\/"},"modified":"2025-04-11T15:34:18","modified_gmt":"2025-04-11T15:34:18","slug":"zwickau-ddr-kunst-der-wismut-in-umfangreicher-ausstellung-zu-sehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/23722\/","title":{"rendered":"Zwickau: DDR-Kunst der Wismut in umfangreicher Ausstellung zu sehen"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"Darstellung\"><strong>Darstellung<\/strong><\/a><strong> des arbeitenden Menschen in der DDR<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch die Menge der Kunst ist nicht das Besondere, wie Paul Kaise, Kurator der Ausstellung und Spezialist f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen-anhalt\/kultur-news-tagung-ostdeutsche-kunst-museum-100.html\" title=\"Wie weiter mit DDR-Kunst: Tagung in Halle sucht nach M\u00f6glichkeiten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kunst aus der DDR<\/a>, ausf\u00fchrt. Besonders sei zum einen, dass Kunstwerke von ostdeutschen und auch von sowjetrussischen K\u00fcnstlern gesammelt worden seien, was in der Ausstellung zu sehen sei. Das Entscheidende aus kunsthistorischer Perspektive jedoch sei, dass bei der Wismut-Sammlung in einzigartiger Weise das Hauptsujet der bildenden Kunst in der DDR im Zentrum stehe, das der offiziellen Kunstpolitik: n\u00e4mlich die Darstellung des arbeitenden Menschen.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Die Sammlung hat in einzigartiger Weise das Hauptsujet der bildenden Kunst in der DDR im Zentrum: Das der offiziellen Kunstpolitik, n\u00e4mlich die Darstellung des arbeitenden Menschen.<\/p>\n<p>Paul Kaiser, Kurator<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nAuf vielen der Gem\u00e4lde, Druckgrafiken, Zeichnungen und <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/ost-thueringen\/gera\/ronneburg-wismut-wandbild-kunst-kultur-news-100.html\" title=\"Ronneburg: Verschollen geglaubtes DDR-Wandbild geht an Wismut Stiftung \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wandbildern<\/a> sind Kumpel zu sehen: mit Helmen, Stirnlampen, verschmutzter Arbeitskleidung, oft unter Tage, oft als Brigade abgebildet oder in Gespr\u00e4che vertieft. In Teilen des heutigen Kunstdiskurses, f\u00fchrt Paul Kaiser aus, sei die figurative Darstellung der sogenannten normalen Menschen, wenn sie nicht gleich &#8222;Unterschicht&#8220; genannt w\u00fcrden, eher ungew\u00f6hnlich. In den Museen sehe man das fast nur noch in den historischen Abteilungen der 20er- und 30er-Jahre.\n<\/p>\n<p>Was die Brigadebilder \u00fcber ihre Zeit verraten<\/p>\n<p class=\"text\">\nIn der DDR sei das ganz anders gewesen. Sie sei eine &#8222;arbeiterliche Gesellschaft&#8220; gewesen, die sich in den Bilderwelten niedergeschlagen habe. Dahin m\u00fcsse man zur\u00fcckkommen: &#8222;Wir m\u00fcssen zur\u00fcck zur Arbeit.&#8220; Arbeitswelten m\u00fcssten wieder selbstverst\u00e4ndlich in der Kunst gezeigt werden. Und diese Ausstellung zeige, dass es das schon einmal gegeben habe. Heute h\u00e4tten viele Menschen keinen elementaren Bezug mehr zur Arbeitswelt, so Kaiser.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Wir m\u00fcssen zur\u00fcck zur Arbeit.<\/p>\n<p>Paul Kaiser, Kurator<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDie Ausstellung verdeutlicht laut Paul Kaiser zudem den Aufstieg und Fall des Arbeiter-Projektes der DDR. Da sieht man in den Bildern Respekt, Solidarit\u00e4t und notwendige Stringenz der Arbeit, aber auch das Selbstbewusstsein der Akteure gerade in den Brigadebildern, die in den 70er-Jahren entstanden sind. &#8222;Das sind keinesfalls mehr Jubel-Bilder.&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"DDR\"><strong>DDR<\/strong><\/a><strong>-Kunst noch heute identit\u00e4tsstiftend<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\nF\u00fcr Paul Kaiser ist die Popularit\u00e4t der einst als <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/chemnitz\/chemnitz-stollberg\/ddr-kunst-wandbild-wismut-kultur-news-100.html\" title=\"Was die DDR-Kunst der Wismut so besonders macht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DDR-Kunst<\/a> bezeichneten Werke von bildenden K\u00fcnstlern vor allem auf die Darstellung des Lebensalltags der Menschen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dass &#8222;normale&#8220; Menschen damals in die Museen str\u00f6mten, habe an den Bildgegenst\u00e4nden gelegen. Die Menschen h\u00e4tten sich &#8222;gesehen&#8220; gef\u00fchlt, das werkt\u00e4tige Volk wertgesch\u00e4tzt. Das habe zu einer Verschr\u00e4nkung zwischen K\u00fcnstlern, Publikum und den Akteuren in den Betrieben gef\u00fchrt. Auch heute seien die Bilder noch Projektionsfl\u00e4chen f\u00fcr die Identit\u00e4t ganzer Landstriche.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Also hier (im Osten) stand man zu dieser Kunst, die in der DDR vom Unternehmen beauftragt oder angekauft worden war, und nahm es als Teil der eigenen Identit\u00e4t.<\/p>\n<p>Paul Kaiser, Kurator<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Leipziger Schule: Werke von Heisig und T\u00fcbke<\/strong><\/p>\n<p class=\"text\">\n&#8222;Die Wismut sammelte nicht irgendwen, sondern hat sich sehr fr\u00fch ausgerichtet auf die Kunst der Leipziger Schule&#8220;, sagt Paul Kaiser. Deshalb finden sich hier fast alle namhaften K\u00fcnstler der ersten, zweiten und sogar dritten Generation der Leipziger Schule. <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/sachsen\/leipzig\/leipzig-leipzig-land\/bernhard-heisig-schau-mbdk-kultur-news-100.html\" title=\"Leipzig: Bildermuseum ehrt Bernhard Heisig zum 100. Geburtstag mit Werkschau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bernhard Heisig<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/ausstellungen\/leipzig-kunst-werner-tuebke-portraet-102.html\" title=\"Leipziger K\u00fcnstler Werner T\u00fcbke \u2013 Maler-F\u00fcrst in der DDR\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Werner T\u00fcbke<\/a> h\u00e4tten fr\u00fch enge Kontakte zur Wismut gehabt, doch der eigentlich erste gro\u00dfe Wismut-K\u00fcnstler sei heute nicht mehr bekannt: Heinrich Witz. Sp\u00e4ter ging es weiter mit Werner Petzold, Arno Rink, Reinhardt Minkewitz oder Frank Ruddigkeit.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/ausstellungen\/sachsen-aktuelle-ausstellungen-museen-kunst-grafik-256.html\" title=\"Sachsen: Die besten Ausstellungen im April 2025\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausstellung<\/a> soll zu einer R\u00fcckbesinnung auf die bindende Kraft in den Arbeitskollektiven der DDR beitragen und damit bei der Identit\u00e4tsfindung helfen. Das sei gerade heute wichtig, meint Kaiser. Kritiker k\u00f6nnten an die unw\u00fcrdigen Arbeitsbedingungen in der Wismut erinnern oder den vom Chemnitzer K\u00fcnstler Michael Morgner 2011 gepr\u00e4gten Begriff der &#8222;Unkunst&#8220; verwenden, da die Wismut als Auftraggeber der Inbegriff des Stalinismus gewesen sei. Paul Kaiser sieht dem gelassen entgegen: Kritik sei &#8222;hochwillkommen&#8220; \u2013 schlie\u00dflich fehle derzeit in der Gesellschaft wie im Feuilleton ein &#8222;Diskurs verschiedener ernsthaft vorgetragener, argumentativ gest\u00fctzter Meinungen&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Darstellung des arbeitenden Menschen in der DDR Doch die Menge der Kunst ist nicht das Besondere, wie Paul&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23723,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[5745,1793,2076,129,29,214,30,14183,14182,66,14181,2075,1794,81,14179,859,14180,14184,215,14178],"class_list":{"0":"post-23722","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-arbeiter","9":"tag-art-and-design","10":"tag-ausstellung","11":"tag-ddr","12":"tag-deutschland","13":"tag-entertainment","14":"tag-germany","15":"tag-heisig","16":"tag-kulturhauptstadt-chemnitz","17":"tag-kulturnachrichten","18":"tag-kumpel","19":"tag-kunst","20":"tag-kunst-und-design","21":"tag-mdr","22":"tag-paul-kaiser","23":"tag-sachsen","24":"tag-sonnensucher-kunst-und-bergbau-der-wismut","25":"tag-tuebke","26":"tag-unterhaltung","27":"tag-wismut"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114320065489142882","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23722"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23722\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23723"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23722"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}