{"id":237778,"date":"2025-07-03T01:07:10","date_gmt":"2025-07-03T01:07:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/237778\/"},"modified":"2025-07-03T01:07:10","modified_gmt":"2025-07-03T01:07:10","slug":"hirn-schnappschuss-verraet-tempo-unseres-alterns-ki-sagt-auf-basis-von-mrt-bild-geistige-und-koerperliche-krankheitsrisiken-voraus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/237778\/","title":{"rendered":"Hirn-Schnappschuss verr\u00e4t Tempo unseres Alterns &#8211; KI sagt auf Basis von MRT-Bild geistige und k\u00f6rperliche Krankheitsrisiken voraus"},"content":{"rendered":"<p>Whitman und seine Kollegen entwickelten einen Algorithmus, der die Ver\u00e4nderungen dieser Biomarker im Alter zwischen 28 und 45 Jahren auswertete und daraus einen Score erstellte, der angibt, wie schnell jede einzelne Person in diesem Zeitraum alterte. Dabei wurden die Einfl\u00fcsse von Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder Umwelteinfl\u00fcsse wie bleihaltiges Benzin oder <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/hitze-laesst-uns-schneller-altern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hitze<\/a> herausgerechnet. \u00dcbrig blieb das individuelle, rein <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/dossierartikel\/was-laesst-uns-altern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">biologische Alterungstempo<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend f\u00fctterten die Forschenden ihr lernf\u00e4higes KI-System mit Bildern von MRT-Hirnscans, die von 860 Teilnehmenden der Dunedin-Studie im Alter von 45 Jahren erstellt wurden. Die k\u00fcnstliche Intelligenz lernte so, die Alterungsrate mit 315 messbaren <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/wie-das-gehirn-unser-biologisches-alter-verraet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Merkmalen in den Hirnscans<\/a> zu verkn\u00fcpfen, darunter Volumen und Dicke einzelner Hirnabschnitte.\u00a0\n<\/p>\n<p>Prognose des kognitiven Verfalls<\/p>\n<p>Das solcherart trainierte KI-System nutzten Whitman und seine Kollegen dann, um \u00fcber 50.000 Gehirnscans von Menschen zwischen 22 und 98 Jahren aus anderen Gesundheitsstudien in Gro\u00dfbritannien, den USA, Kanada und Lateinamerika auszuwerten und deren Alterungsrate zu bestimmen. Dieses Alterungstempo glichen sie erst hinterher mit den Ergebnissen von kognitiven Tests und anderen Gesundheitsuntersuchungen der Personen in verschiedenen Altersstufen ab.\n<\/p>\n<p>Dabei zeigte sich: Menschen, die laut des Algorithmus-Scores schneller alterten, schnitten bei kognitiven Tests schon in jungen Jahren schlechter ab als Menschen mit niedrigerem Alterungs-Score. In sp\u00e4teren Jahren zeigten sie zudem h\u00e4ufiger Anzeichen eines kognitiven Verfalls wie Ged\u00e4chtnis- und Denkprobleme. Diejenigen, die laut dem Tool am schnellsten altern, erkrankten sp\u00e4ter 60 Prozent h\u00e4ufiger an Demenz. Dar\u00fcber hinaus schrumpfte ihr Hippocampus schneller \u2013 eine Gehirnregion, die entscheidend f\u00fcr das Ged\u00e4chtnis ist.\n<\/p>\n<p>Hirnscans verraten auch k\u00f6rperliche Gebrechen<\/p>\n<p>Doch das Team fand nicht nur einen Zusammenhang mit dem Alterungs-Score und der Gehirnfunktion, sondern auch mit dem generellen Gesundheitszustand. Die Personen, die laut dieses Wertes besonders schnell alterten, waren k\u00f6rperlich gebrechlicher: Sie gingen langsamer, hatten weniger K\u00f6rperkraft sowie eine schlechtere Balance und Koordination und <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/dossierartikel\/hilfe-die-falten-kommen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sahen \u00e4lter aus<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p>Zudem litten diese Menschen h\u00e4ufiger an altersbedingten Gesundheitsproblemen wie Herzinfarkten, Lungenerkrankungen oder Schlaganf\u00e4llen, wie Whitman und seine Kollegen feststellten. Auch chronische Krankheiten wurden bei den \u201eFastes Agern\u201c deutlich \u00f6fter diagnostiziert als bei Menschen mit durchschnittlichen Alterungsraten. Noch alarmierender: Sie starben fr\u00fcher als diejenigen, die langsamer alterten.\n<\/p>\n<p>Chance auf ein l\u00e4ngeres Leben?<\/p>\n<p>\u201eDer Zusammenhang zwischen dem Altern des Gehirns und des K\u00f6rpers ist ziemlich \u00fcberzeugend\u201c, sagt Seniorautor Ahmad Hariri von der Duke University. \u201eDer Algorithmus scheint etwas einzufangen, das sich in allen Gehirnen widerspiegelt\u201c, schlie\u00dft er daraus mit Blick auf die Analyse der Hirnscans. Demnach kann das lernf\u00e4hige KI-System anhand eines einzigen Schnappschusses des Gehirns in der Lebensmitte feststellen, wie schnell jemand altert, und daraus sein Krankheits- und Sterberisiko in sp\u00e4teren Jahren vorhersagen, einschlie\u00dflich des Demenzrisikos.\n<\/p>\n<p>K\u00fcnftig k\u00f6nnte dieses Werkzeug in Kombination mit den epigenetischen Alterungsuhren verwendet werden, um Patienten \u00fcber ihr individuelles Risiko aufzukl\u00e4ren. Das k\u00f6nnte diese dann motivieren, ihren Lebensstil und die <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/omega-3-fettsaeuren-als-verjuengungskur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ern\u00e4hrung<\/a> umzustellen, um gegenzusteuern und ihre Gesundheit zu verbessern, hoffen die Wissenschaftler. Bei bereits beginnenden Krankheiten k\u00f6nnen Betroffene durch die Untersuchung eine fr\u00fche Diagnose erhalten und mittels Medikation zumindest den Verlauf verlangsamen. So k\u00f6nnen sie dank des Alterungs-Scores insgesamt ein ges\u00fcnderes und l\u00e4ngeres Leben f\u00fchren.\u00a0\n<\/p>\n<\/p>\n<p>Fr\u00fcherkennung von Alzheimer. \u00a9 Duke University\n<\/p>\n<p>Methode soll weiter optimiert werden<\/p>\n<p>Um aus der bereits patentierten Methode ein praktisch anwendbares Werkzeug f\u00fcr den medizinischen Alltag zu machen, braucht es aber noch weitere Tests, betonen die Forschenden.\n<\/p>\n<p>Neben Vorteilen f\u00fcr die Patienten birgt die neue \u201eAlterungsuhr\u201c aber auch Chancen f\u00fcr die Wissenschaft. In Folgestudien kann der Hirnscan-Algorithmus beispielsweise genutzt werden, um zu untersuchen, warum Menschen mit bestimmten Risikofaktoren wie <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/dossierartikel\/warum-schlecht-manchmal-gut-ist\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Altersgenen<\/a>, schlechtem Schlaf, wenig Bewegung oder psychischen Erkrankungen unterschiedlich altern. Mit dem Tool k\u00f6nnte zudem untersucht werden, wie gut <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/biowissen\/drei-jahre-juenger-in-acht-wochen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anti-Aging-Strategien<\/a> wirken. (Nature Aging, 2025;<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s43587-025-00897-z\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> doi: 10.1038\/s43587-025-00897-z<\/a>)\u00a0\n<\/p>\n<p>Quelle: Duke University<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>3. Juli 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Claudia Krapp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Whitman und seine Kollegen entwickelten einen Algorithmus, der die Ver\u00e4nderungen dieser Biomarker im Alter zwischen 28 und 45&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":237779,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[8231,8434,44622,74384,74385,74386,74387,74388,1051,29,30,141,232,74389,32352],"class_list":{"0":"post-237778","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-algorithmus","9":"tag-alter","10":"tag-altern","11":"tag-alterserscheiunungen","12":"tag-alterung","13":"tag-alterungsrate","14":"tag-alterungsuhr","15":"tag-biologisches-alter","16":"tag-demenz","17":"tag-deutschland","18":"tag-germany","19":"tag-gesundheit","20":"tag-health","21":"tag-hirnscan","22":"tag-mrt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114786628010716046","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237778","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=237778"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237778\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/237779"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=237778"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=237778"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=237778"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}