{"id":237877,"date":"2025-07-03T02:01:23","date_gmt":"2025-07-03T02:01:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/237877\/"},"modified":"2025-07-03T02:01:23","modified_gmt":"2025-07-03T02:01:23","slug":"zugang-zum-leipziger-willkommenszentrum-soll-2026-barrierefrei-werden-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/237877\/","title":{"rendered":"Zugang zum Leipziger Willkommenszentrum soll 2026 barrierefrei werden + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Das habe er in zwanzig Jahren erst einmal erlebt, bemerkte OBM Burkhard Jung am Mittwoch, dem 25. Juni, in der Ratsversammlung. Mit den Gr\u00fcnen-Stadtr\u00e4tinnen Anne Vollerthun und Marsha Richarz trat ein Duo ans Rednerpult, um abwechselnd zu sprechen: Aus zwei Perspektiven wurde vermittelt, warum der Zugang zum Willkommenszentrum Leipzig (WZL) in der Otto-Schill-Stra\u00dfe barrierefrei gestaltet werden sollte.<\/p>\n<p>30 Minuten \u2013 die Zeit, in der manche einen Einkauf, Arztbesuch oder Beh\u00f6rdentermin erledigt haben. Chris Gaida, <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/reporterin_chris\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die \u201erollende Reporterin\u201c aus Leipzig<\/a>, ben\u00f6tigte die halbe Stunde im Selbsttest allein daf\u00fcr, mit Mobilit\u00e4tseinschr\u00e4nkung von au\u00dfen in die Beratungsr\u00e4ume des WZL in der Otto-Schill-Stra\u00dfe zu gelangen. Ein unhaltbarer Zustand, so die Gr\u00fcnen-Stadtr\u00e4tinnen Anne Vollerthun und Marsha Richarz in ihrer Rede vor der Ratsversammlung.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/3318d155920348648a3077b55fa0dd45.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/07\/1\"\/><\/p>\n<p>Ein wichtiger Anlaufpunkt<\/p>\n<p>Denn wie willkommen k\u00f6nne sich ein Mensch f\u00fchlen, wenn er frisch in eine fremde Stadt kommt, wom\u00f6glich ohne Sprachkenntnis, und dann auf der Suche nach Unterst\u00fctzung, mit Rollstuhl, Gehhilfe, Kinderwagen oder schmerzendem Knie vor einer un\u00fcberwindbaren Treppe steht?<\/p>\n<p>So kann es Betroffenen gehen, wenn sie am WZL sind. 2018 er\u00f6ffnet, dient es Migranten und Gefl\u00fcchteten unabh\u00e4ngig von Herkunft und Aufenthaltsstatus als erster Anlaufpunkt der Stadt. Es bietet in der Sprechzeit mehrsprachige Erstberatungen, Infos und Orientierung an, \u00f6ffnet gegebenenfalls die T\u00fcr zu weiteren \u00c4mtern und Dienstleistern. Ein Service, der hilft, in einer neuen Umgebung \u201eanzukommen.\u201c<\/p>\n<p>Zwei Vorschl\u00e4ge der Gr\u00fcnen<\/p>\n<p>In <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/wicket\/resource\/org.apache.wicket.Application\/doc3722210.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ihrem Antrag warben die Gr\u00fcnen<\/a>, dass OBM Burkhard Jung einen barrierefreien und direkten Zugang zum WZL \u201er\u00e4umlich oder baulich\u201c gew\u00e4hrleisten m\u00f6ge. Konkret: Die Stadt k\u00f6nne den bisher als IT-Kabinett genutzten Raum 012 des Sachgebiets Ausbildung dem benachbarten WZL zur Verf\u00fcgung stellen und mithilfe einer Rampe den barrierefreien Zugang erm\u00f6glichen, der bisher noch durch zwei Stufen blockiert wird.<\/p>\n<p>Das WZL w\u00e4re direkt erreichbar, was bisher nur von der Otto-Schill-Stra\u00dfe via Treppenhaus oder \u00fcber das B\u00fcrgerb\u00fcro m\u00f6glich ist. Eine Nutzung von 012 als Wartebereich b\u00f6te laut Gr\u00fcnen auch eine Trennung zu Beratungspl\u00e4tzen und damit besseren Datenschutz. Als Alternative schlug der Antrag vor, dass das WZL per Umzug die R\u00e4ume 120, 120a und 121 in der ersten Etage in Beschlag nehmen k\u00f6nnte. Bisher lagern hier noch Archivalien.<\/p>\n<p>Sicherheitsvorschriften, Kosten, Denkmalschutz: Alles nicht so einfach<\/p>\n<p>Gut, dass es die Gr\u00fcnen nicht beim ersten Vorschlag belassen hatten, denn die Stadt hatte trotz allen Wohlwollens Einw\u00e4nde. In ihrem <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/wicket\/resource\/org.apache.wicket.Application\/doc3769576.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verwaltungsstandpunkt (VSP) wies sie darauf hin<\/a>, dass die T\u00fcr am Dittrichring als Fluchtweg ausgewiesen und auch die T\u00fcrbreite zu schmal sei. Einem Eingriff w\u00fcrde der Denkmalschutz voraussichtlich nicht zustimmen.<\/p>\n<p>Und auch die Nachr\u00fcstung mit einer Rampe zum Zugangsbereich des Ausbildungszentrums scheide aus: Deren Anbau k\u00f6nne die Fu\u00dfwegsicherheit im Bereich Martin-Luther-Ring\/Otto-Schill-Stra\u00dfe gef\u00e4hrden. Andere Varianten wie eine Stufenabsenkung und Fu\u00dfboden-Herrichtung f\u00fcr eine Rampe seien ebenfalls unkalkulierbar: Kosten ungewiss, der Denkmalschutz wohl auch hier dagegen.<\/p>\n<p>Schon am 2. November 2023 ergab ein Vorort-Termin laut Stadt, dass es so nicht funktionieren kann. Generell untersage der Eigent\u00fcmer Umbauarbeiten aufgrund des Denkmalschutzes. Und: Auch im Geb\u00e4ude-Inneren br\u00e4uchte man eine Rampe, um den fraglichen Raum \u00fcberhaupt mit eingeschr\u00e4nkter Mobilit\u00e4t zu erreichen.<\/p>\n<p>Vorschlag der Stadt einstimmig angenommen<\/p>\n<p>Es ist also kompliziert. Die Stadt favorisierte die Nutzung der R\u00e4ume im 1. OG, man werde sich mit den \u00c4mtern f\u00fcr eine L\u00f6sung zugunsten der Barrierefreiheit abstimmen. Das noch einlagernde Schriftgut soll in den kommenden Monaten ans Stadtarchiv gehen. Dem solle der zeitnahe Umbau der Fl\u00e4che und ihre Bereitstellung f\u00fcr das Referat f\u00fcr Migration und Integration folgen. Im Rahmen verf\u00fcgbarer Mittel ist laut VSP ab 2026 damit zu rechnen, dass der Plan realisiert wird.<\/p>\n<p>Anne Vollerthun und Fraktions-Kollegin Marsha Richarz hatten <a href=\"https:\/\/www.gruene-fraktion-leipzig.de\/beitrag\/rede-von-marsha-richarz-und-anne-vollerthun-am-25-juni-2025-zum-antrag-inklusives-willkommen-fuer-einen-barrierefreien-zugang-zum-willkommenszentrum.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in ihrer Rede<\/a> auch den Ansatz der Intersektionalit\u00e4t betont, der sie dazu brachte, gemeinsam zu sprechen: Die wechselseitige Verst\u00e4rkung diskriminierender Erfahrungen, die durch fehlende Barrierefreiheit an Orten wie dem WZL entstehen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Die Position der Stadt wurde durch die Rednerinnen ausdr\u00fccklich begr\u00fc\u00dft. Man hoffe auch durch die N\u00e4he zum Referat f\u00fcr Migration und Integration k\u00fcnftig auf stark geb\u00fcndelte Ressourcen. Der Weg ist frei, jedenfalls im \u00fcbertragenen Sinne \u2013 und bald hoffentlich auch ganz real: Die Ratsversammlung gab dem VSP einstimmig und ohne Widerspruch gr\u00fcnes Licht.<\/p>\n<\/p>\n<p><script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das habe er in zwanzig Jahren erst einmal erlebt, bemerkte OBM Burkhard Jung am Mittwoch, dem 25. 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