{"id":238033,"date":"2025-07-03T03:25:13","date_gmt":"2025-07-03T03:25:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/238033\/"},"modified":"2025-07-03T03:25:13","modified_gmt":"2025-07-03T03:25:13","slug":"stuttgart-album-ueber-badefreuden-eintauchen-in-erinnerungen-wo-man-frueher-zum-schwimmen-ging","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/238033\/","title":{"rendered":"Stuttgart-Album \u00fcber Badefreuden: Eintauchen in Erinnerungen: Wo man fr\u00fcher zum Schwimmen ging"},"content":{"rendered":"<p>Wenn der Sommer aufdreht wie jetzt, wollen die Menschen abtauchen ins k\u00fchle Nass. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> liegt nicht am Meer und ist nicht mit Badeseen gesegnet. Einzigartige Mineralquellen aber gibt es bei uns \u2013 und einen Neckar, in den man fr\u00fcher springen konnte. Fr\u00fcher konnte man auch noch im Max-Eyth-See schwimmen. Nicht erst seit dem gro\u00dfen Fischsterben kommt niemand mehr auf die Idee. <\/p>\n<p>Im Jahr 1935, als der Max-Eyth-See direkt am Neckar als Stausee angelegt worden ist, idyllisch am Fu\u00dfe von Weinbergen zwischen M\u00fchlhausen und Hofen platziert, hat man ein Strandbad mit Ausflugslokal, abgetrennten Badebereichen, Umkleidekabinen und Sprungt\u00fcrmen dazu gebaut. Seit 1978 ist das Baden in dem nach dem 1906 verstorbenen Ingenieur und Schriftsteller Max Eyth benannten Seestreng verboten. Wer anderen Badeseen in Stuttgart sucht, tut sich schwer: Auch mit einem Sprung in die B\u00e4renseen ist nix drin. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/media.media.98057b7a-19d1-4056-af5c-1d1e9064931a.original1024.media.jpeg\"\/>     Baden im Neckar unweit vom Gaskessel: Das Foto ist um 1928 entstanden. :    Foto: Archiv    <\/p>\n<p>Noch in den 1950ern ist im Neckar gebadet worden. Der Kanal des Wasserkraftwerks Untert\u00fcrkheim etwa diente als Schwimmbecken. Heute braucht man ein stabiles Immunsystem, um den Fluss ohne Darmleiden zu verlassen. Als der Schwimmverein von Bad Cannstatt 1898 gegr\u00fcndet worden ist, gingen die Mitglieder zum Trainieren in kein Bad \u2013 damals war es normal, in den Neckar zu springen. Geografisch mag es richtig sein, dass Stuttgart am Neckar liegt. Vom Gef\u00fchl aber hat sich der Fluss weit von der Stadt entfernt. In den 1920er Jahren f\u00fchrte ein Steg in den Neckar. Auf dem Foto aus dieser Zeit sieht man, wie d\u00fcnn alle Kinder am Ufer sind \u2013 Hamburger und Pommes standen nicht auf ihrem Speiseplan. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/media.media.ca971c04-4fc8-4b41-920e-e493d7a561d7.original1024.media.jpeg\"\/>     Das Rohrer Waldfreibad in den 1930ern im Schmellbachtal    Foto: Archiv    Erinnerungen an das Rohrer Naturfreibad <\/p>\n<p>Ein Kinderparadies befand sich bis in die 1960er Jahre im Schmellbachtal auf den Fildern, mitten im Wald. Im Rohrer Naturfreibad \u201ewar es wundersch\u00f6n\u201c, schreibt eine Musbergerin. Zwei Schwimmbecken habe es mitten im Wald gegeben. Eines davon nannte man das \u201eBremsen-Becken\u201c, wegen der stechenden Insekten. Im Schmellbachtal ist 1926\/27 das Rohrer Naturfreibad von den Naturfreunden gebaut worden. Das Quellwasser speiste sich vor allem aus den Drei Brunnen, war 18 Grad kalt und lockte bis in die 60er an den Wochenenden etwa 3000 Badeg\u00e4ste an. Heute lockt das \u201eSchmelli\u201c mit Gastro und Kletteranlage. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/media.media.60cedee9-39cc-4669-8585-0679bd099cba.original1024.media.jpeg\"\/>     Auf dem Foto vom \u201eLuftbad\u201c, wie man den Vorg\u00e4nger des Killesberg-H\u00f6henfreibads nannte, schauen alle G\u00e4ste in die Kamera, keiner schwimmt. Es ist Ende der 1920er Jahre entstanden.    Foto: Sammlung Isole Arleiden    <\/p>\n<p>Von Isolde Arleiden haben wir eine Aufnahme aus den 1920er Jahren bekommen. Darauf ist das Feuerbacher Freibad zu sehen, aus dem im Jahr 1939 das H\u00f6henfreibad Killesberg wurde. Keiner schwimmt auf diesem Bild, alle schauen in die Kamera. Frau Arleiden schreibt dazu: \u201eIch habe in diesem B\u00e4dle schwimmen gelernt. Schillerh\u00f6he hat damals niemand gesagt. Es war f\u00fcr uns Feuerb\u00e4cher einfach das Luftbad. Da war ein hoher Bretterzaun,und die Jungen haben durch die Astl\u00f6cher nach den Frauen geschaut. Es waren die Kleinigkeiten, an denen wir Spa\u00df hatten, ob es nun ein kleines B\u00e4dle war oder ein paar Astl\u00f6cher.\u201c <\/p>\n<p>Nachts zum Nacktbaden \u00fcber den Zaun des Freibads Rosental geklettert <\/p>\n<p>Schon immer konnte man in einem Freibad nicht nur schwimmen, sondern auch staunen. In den 1990ern waren Bikinis mit m\u00f6glichst hohem Beinausschnitt beliebt \u2013 \u201eBaywatch\u201c sei Dank. Frauen wollten m\u00f6glichst lange Beine zeigen, weshalb ihre Bikinih\u00f6schen die spezielle Form bekamen. Dies verstand man damals unter sexy. <\/p>\n<p>Noch weniger trugen Besucherinnen und Besucher, die nachts \u00fcber den Zaun des Vaihinger Freibads Rosental kletterten zum Nacktbaden und sich damit einen besonderen Kick holten. Einst hatten Badefans ein besonderes Ziel: Im obersten Stockwerk betrieb das Kaufhaus Breuninger von 1972 bis 1988 ein Mineralbad, dem viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter trotz der gehobenen Preise noch immer nachtrauern. Man konnte nach dem Schwimmen im 25-Meter-Becken auf der Dachterrasse auf Liegest\u00fchlen oder gar in einem Strandkorb relaxen \u2013 mit Blick auf den Tagblatt-Turm. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/media.media.bd24c220-fbe2-4533-b52b-888cd100154b.original1024.media.jpeg\"\/>     Stuttgarts erster \u201eSky-Beach\u201c auf der Terrasse des Mineralbads Breuninger.    Foto: Uli Kraufmann    <\/p>\n<p>Mama probierte ungest\u00f6rt Hunderte von Schuhen an, w\u00e4hrend Papa mit den Kindern im selben Geb\u00e4ude f\u00fcr das Schwimmabzeichen Seepferdchen trainierte. Durch Zufall waren Arbeiter beim Ausheben der Baugrube f\u00fcr den Breuninger-Markt am Marktplatz 1971 auf eine Quelle gesto\u00dfen. Da es sich um eine mineralhaltige Sch\u00fcttung handelte, \u00fcberlegte der Firmenchef Heinz Breuninger nicht lange und lie\u00df das Mineralbecken mit Sauna und Freibereich bauen. Hier befand sich Stuttgarts erster Skybeach, dem vielen noch nachtrauern. <\/p>\n<p>Diskutieren Sie mit unter: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Album.Stuttgart\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> www.facebook.com\/Album.Stuttgart<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn der Sommer aufdreht wie jetzt, wollen die Menschen abtauchen ins k\u00fchle Nass. 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