{"id":238172,"date":"2025-07-03T04:41:29","date_gmt":"2025-07-03T04:41:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/238172\/"},"modified":"2025-07-03T04:41:29","modified_gmt":"2025-07-03T04:41:29","slug":"dok-leipzig-startet-crowdfunding-fuer-barrierefreies-filmangebot-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/238172\/","title":{"rendered":"DOK Leipzig startet Crowdfunding f\u00fcr barrierefreies Filmangebot \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Das Dokumentar- und Animationsfilmfestival DOK Leipzig hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um auch in diesem Jahr barrierefreie Vorf\u00fchrungen anbieten zu k\u00f6nnen. Bislang wurde das Projekt vom Freistaat Sachsen gef\u00f6rdert, doch diese Gelder wurden komplett gestrichen.<\/p>\n<p>Fast 50.000 Euro hatte das DOK in den vergangenen beiden Jahren jeweils zur Verf\u00fcgung, um Teile des Angebots f\u00fcr Menschen mit Seh- und H\u00f6rbehinderungen zug\u00e4nglich zu machen. Vor drei Jahren waren es sogar noch knapp 67.000 Euro. Allein im Jahr 2024 konnte das DOK nach eigenen Angaben 24 Filme barrierefrei gestalten.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/95fecffaca9345fcac067789a18ca004.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/kultur\/film-tv\/2025\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/kultur\/film-tv\/2025\/07\/1\"\/><\/p>\n<p>Von diesen 24 Filmen wurden 19 mit erweiterten Untertiteln ausgestattet. Menschen mit H\u00f6rbehinderung k\u00f6nnen damit nicht nur Dialoge lesen, sondern erhalten zus\u00e4tzlich Informationen zu Hintergrundger\u00e4uschen und Filmmusik. Wer zu Hause h\u00e4ufig Filme mit Untertiteln streamt, d\u00fcrfte solche Fassungen kennen.<\/p>\n<p>Die anderen f\u00fcnf Filme haben Audiodeskriptionen erhalten. Das bedeutet, dass Menschen mit Sehbehinderung w\u00e4hrend der Vorf\u00fchrung eine App namens \u201eGRETA\u201c nutzen k\u00f6nnen. Dort erz\u00e4hlt ihnen in den Dialogpausen eine Stimme, was auf der Leinwand zu sehen ist. Zus\u00e4tzlich zu diesen Angeboten gab es bei vier Filmgespr\u00e4chen eine \u00dcbersetzung in Geb\u00e4rdensprache. Solche Gespr\u00e4che finden h\u00e4ufig im Anschluss an die Vorf\u00fchrungen mit den Macher*innen der Werke statt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/dok.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-628523\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/dok-698x465.jpg\" alt=\"\" width=\"698\" height=\"465\"  \/><\/a>App f\u00fcr Menschen mit Sehbehinderung. Foto: DOK \/ Lukas Diller<\/p>\n<p>Dass es 2025 ein \u00e4hnlich umfangreiches Angebot geben wird, ist nahezu ausgeschlossen, denn der Freistaat hat die F\u00f6rdermittel komplett gestrichen. Eine Sprecherin des DOK sagte der Leipziger Zeitung auf Anfrage, dass verschiedene Alternativen gepr\u00fcft wurden. Doch nichts davon sei umsetzbar gewesen.<\/p>\n<p>Das DOK erh\u00e4lt zwar j\u00e4hrlich mehrere hunderttausend Euro von der Stadt Leipzig, aber nicht f\u00fcr einzelne Projekte wie barrierefreie Filmfassungen. Wegen dieser institutionellen F\u00f6rderung durch die Stadt sei es wiederum schwierig, F\u00f6rdergeld von anderen Einrichtungen zu erhalten.<\/p>\n<p>Um trotzdem einige barrierefreie Filme anbieten zu k\u00f6nnen, hofft das DOK auf Unterst\u00fctzung durch die Zivilgesellschaft. <a href=\"https:\/\/www.leipziger-crowd.de\/barrierefreie-filme\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mit einem Crowdfunding m\u00f6chte das Festival 10.000 Euro einsammeln<\/a>, um bis zu f\u00fcnf Langfilme barrierefrei zu gestalten. Audiodeskriptionen kosten 4.000 bis 5.000 Euro pro Film, erweiterte Untertitel circa 1.500 Euro. Die genauen Kosten h\u00e4ngen unter anderem von der Filml\u00e4nge ab.<\/p>\n<\/p>\n<p>\u201eGleichberechtigt Perspektiven aus Dokumentar- und Animationsfilmen aufzunehmen und mitdiskutieren zu k\u00f6nnen, ist f\u00fcr alle Seiten ein Gewinn\u201c, hei\u00dft es auf der Crowdfunding-Seite. Die Aktion l\u00e4uft seit knapp einer Woche; bislang wurden mehr als 2.000 Euro zugesichert. Das Geld wird aber nur dann eingezogen, wenn das Ziel von 10.000 Euro erreicht wird. Frist daf\u00fcr ist der 31. Juli.<\/p>\n<p>Barrierefreiheit im Kulturbereich ist \u00fcbrigens nicht nur ein sch\u00f6nes Extra, das man sich leisten kann, wenn gerade Geld da ist, sondern ein Menschenrecht, das <a href=\"https:\/\/www.institut-fuer-menschenrechte.de\/menschenrechtsschutz\/datenbanken\/datenbank-fuer-menschenrechte-und-behinderung\/detail\/artikel-9-un-brk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in der Behindertenkonvention der Vereinten Nationen verankert ist<\/a>.<\/p>\n<p>Dessen ist sich auch die s\u00e4chsische Landesregierung bewusst. In einer Antwort auf eine Landtagsanfrage aus diesem Mai sind zahlreiche Projekte aufgelistet, die in den vergangenen Jahren gef\u00f6rdert wurden. Laut \u00dcberschrift handelt es sich dabei um \u201eMa\u00dfnahmen des S\u00e4chsischen Landesaktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Kulturbereich\u201c.<\/p>\n<p>Eine dieser Ma\u00dfnahmen waren die barrierefreien Filmfassungen beim DOK Leipzig. Offenbar ist f\u00fcr Menschenrechte k\u00fcnftig weniger Geld eingeplant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Dokumentar- und Animationsfilmfestival DOK Leipzig hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um auch in diesem Jahr barrierefreie Vorf\u00fchrungen anbieten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":238173,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[2144,3364,29,74477,30,1648,71,859],"class_list":{"0":"post-238172","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-barrierefreiheit","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-dok-leipzig","12":"tag-germany","13":"tag-inklusion","14":"tag-leipzig","15":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114787469687327643","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/238172","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=238172"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/238172\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/238173"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=238172"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=238172"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=238172"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}