{"id":238761,"date":"2025-07-03T10:04:18","date_gmt":"2025-07-03T10:04:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/238761\/"},"modified":"2025-07-03T10:04:18","modified_gmt":"2025-07-03T10:04:18","slug":"leipzigs-neuer-mietspiegel-ohne-gegenstimmen-angenommen-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/238761\/","title":{"rendered":"Leipzigs neuer Mietspiegel ohne Gegenstimmen angenommen + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Leipzig hat wieder einen Mietspiegel, sogar einen qualifizierten Mietspiegel plus, g\u00fcltig seit dem 1. Juli. Beschlossen hat ihn die Ratsversammlung am 25. Juni. Und damit auch eine kurze Zeit der Unsicherheit beendet, in der die Stadt keinen g\u00fcltigen Mietspiegel hatte \u2013 sehr zur Freude diverser Vermieter, die ungern R\u00fccksicht auf das Mietniveau in der Stadt und in ihrem Stadtteil nehmen, wenn sie Mieterh\u00f6hungen verschicken. Wobei der Mietspiegel leider nicht das Allheilmittel f\u00fcr einen angespannten Wohnungsmarkt ist. Aber er schafft ein bisschen mehr Rechtssicherheit.<\/p>\n<p>Darauf wies auch Sozialb\u00fcrgermeisterin Dr. Martina M\u00fcnch hin, in deren Dezernat der Mietspiegel mit gro\u00dfem Aufwand und nach wissenschaftlichen Standards erhoben wurde. 12.000 Leipziger Haushalte wurden erfasst, sodass <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2024376&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2167897\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der nun vorgelegte Mietspiegel<\/a> eine breite Zahlenbasis hat, die auch Gerichte nicht ignorieren k\u00f6nnen. Vermietern, die den Mietspiegel nicht anerkennen, d\u00fcrfte es vor Gericht schwerfallen, ihre Mietforderungen durchzusetzen.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/67024b907ed14ce4b3f5b9a4430a8886.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2025\/07\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2025\/07\/1\"\/><\/p>\n<p>Auch wenn der Mietspiegel trotzdem seine Schwachpunkte hat, worauf in der Ratsversammlung am 25. Juni insbesondere Dr. Elisa Gerbsch, Sprecherin f\u00fcr Wohnen der Fraktion Die Linke im Stadtrat, einging: \u201eImmer wieder wurde in der Vergangenheit die G\u00fcltigkeit bzw. Qualifizierung des Mietspiegels vonseiten der Eigent\u00fcmer\/-innen angezweifelt. Das machte einmal mehr deutlich, dass Mieterinnen und Mieter ohne qualifizierten Mietspiegel den Kr\u00e4ften des sogenannten freien Marktes ausgesetzt sind.<\/p>\n<p>Unsachgem\u00e4\u00dfe Mieterh\u00f6hungen k\u00f6nnen dann nur mittels drei Vergleichsmieten sowie teuren juristischen Auseinandersetzungen abgewendet werden. Umso wichtiger, dass wir mit dem aktuellen Beschluss wieder f\u00fcr Rechtssicherheit auf Seiten der Mieter\/-innen gesorgt haben!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stadtrat-Elisa_Gerbsch-Linke-00009711.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-628010 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stadtrat-Elisa_Gerbsch-Linke-00009711.jpg\" alt=\"Frau Elisa Gerbsch (Die Linke) im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Elisa Gerbsch (Die Linke) im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Da sowohl die Plattform der Wohnungsgenossenschaften als auch der Mieterverein Leipzig die statistischen Grundlagen f\u00fcr die orts\u00fcbliche Vergleichsmiete anerkannt haben, erhielt der neue Mietspiegel mit dem heutigen Ratsbeschluss sogar die \u201aQualifizierung Plus\u2018. Das hei\u00dft, dass Vermieter\/-innen begr\u00fcnden m\u00fcssen, wenn sie den Mietspiegel nicht anerkennen.<\/p>\n<p>Bisher lag die Bringschuld, die Qualifikation nachzuweisen, bei den Mieter\/-innen. Dreist ist aus unserer Sicht das Verhalten von Haus &amp; Grund Leipzig, die als eine von zwei Interessenvertretungen der Eigent\u00fcmer\/-innen in Leipzig die Qualifizierung ohne Begr\u00fcndung abgelehnt haben.\u201c<\/p>\n<p>Gerade die preiswerteren Wohnungen fallen raus<\/p>\n<p>Aber ein Problem bleibt. Und das l\u00e4sst sich nur auf Bundesebene l\u00f6sen. Weshalb der Gr\u00fcnen-Fraktionsvorsitzende Dr. Tobias Peter auch dezidiert darauf hinwies: Erfasst werden nur alle Mieten, die sich in den vergangenen sechs Jahren ge\u00e4ndert haben. Alle Mieten, die schon l\u00e4nger stabil sind, fallen aus der Berechnung. Was den Mietspiegel eben doch, so Peter, zu einem \u201eMieterh\u00f6hungsspiegel\u201c mache.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stadtrat-Tobias_Peter-Gruene-00009692.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-627999 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stadtrat-Tobias_Peter-Gruene-00009692.jpg\" alt=\"Herr Tobias Peter (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Tobias Peter (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen) im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Auch Dr. Elisa Gerbsch ging auf das Thema ein: \u201eDie Berechnungen beziehen immer nur die Mietverh\u00e4ltnisse ein, die sich in den letzten sechs Jahren ge\u00e4ndert haben. Die meist g\u00fcnstigeren, langen Bestandsmietvertr\u00e4ge finden somit keine Ber\u00fccksichtigung. Auch die sogenannten \u201aF\u00f6rdermieten\u2018 im sozialen Wohnungsbau werden aus dem Mietspiegel rausgerechnet. Die Mieten in Leipzig kennen deswegen nur eine Richtung: nach oben.<\/p>\n<p>Als Linke sagen wir klar: Wohnen darf nicht zur Gewinnmaximierung dienen! Vielmehr braucht es ein ausgewogenes Mietgesetz, welches Vermieter\/-innen nicht erlaubt, schamlos ins Portemonnaie der Mieterinnen zu greifen und trotzdem entstehende Instandhaltung und Neubaukosten ber\u00fccksichtigt.\u201c<\/p>\n<p>Wohnen ist ein Menschenrecht<\/p>\n<p>Die SPD-Stadtr\u00e4tin Pia Heine benannte dann auch, warum die Miete f\u00fcr so viele Leipzigerinnen und Leipziger ein brennendes Problem ist. Der Mietspiegel d\u00e4mpft dieses Problem nur, nimmt aber vielen nicht die Angst, dass sie sich Wohnraum in Leipzig bald nicht mehr leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eWohnen ist mehr als ein Dach \u00fcber dem Kopf \u2013 Wohnen ist ein Grundrecht, ein St\u00fcck W\u00fcrde, ein Ort der Sicherheit\u201c, sagte Pia Heine. \u201eDoch in einer wachsenden Stadt wie Leipzig wird genau dieses Grundrecht f\u00fcr immer mehr Menschen zur Herausforderung: knapper Wohnraum, steigende Mieten, Verdr\u00e4ngung. Das sind keine abstrakten Begriffe, das sind reale Sorgen, die viele Menschen in dieser Stadt umtreiben.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stadtrat-Pia_Heine-SPD-00009731.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-628004 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Stadtrat-Pia_Heine-SPD-00009731.jpg\" alt=\"Frau Pia Heine (SPD) im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer\" width=\"5472\" height=\"3648\"  \/><\/a>Pia Heine (SPD) im Leipziger Stadtrat am 25.06.25. Foto: Jan Kaefer<\/p>\n<p>Der Leipziger Mietspiegel, der nun f\u00fcr die Jahre 2025 bis 2027 gilt, wurde sowohl vom Leipziger Mieterverein als auch von den Leipziger Wohnungsgenossenschaften anerkannt. Damit bildet er die Grundlage in Rechtsstreitigkeiten bei Mieterh\u00f6hungen und verhindert ungerechtfertigte und \u00fcberzogene Mietpreissteigerungen.<\/p>\n<p>\u201eDer hier vorliegende qualifizierte Mietspiegel Plus ist gelebte sozialdemokratische Wohnungspolitik: Er ist fair, sicher und sozial. Er ist ein demokratischer Interessenausgleich und ein wichtiger Beitrag f\u00fcr ein lebenswertes Leipzig f\u00fcr alle\u201c, sagt Pia Heine. \u201eNun wissen wir nat\u00fcrlich: Der Mietspiegel allein wird die Wohnungskrise nicht l\u00f6sen. Aber er ist ein notwendiges Instrument, um sie \u00fcberhaupt politisch regulieren zu k\u00f6nnen. Weitere Schritte m\u00fcssen und werden folgen.\u201c<\/p>\n<p>Zum Hintergrund geh\u00f6rt auch, dass Leipzig zu den deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten geh\u00f6rt, in denen die Mieten in den letzten zehn Jahren am st\u00e4rksten gestiegen sind \u2013 um 68 Prozent, wie Pia Heine anmerkte. Auch das ein Zeichen daf\u00fcr, dass die \u201eWare Wohnung\u201c in Leipzig knapp geworden ist und manche Vermieter jede M\u00f6glichkeit aussch\u00f6pfen, die Mieten in ihren Geb\u00e4uden zu erh\u00f6hen. Der Markt regelt n\u00e4mlich vor allem, dass eine Ware sich verteuert, wenn sie knapp ist.<\/p>\n<p>Diesmal freilich sprach kein Stadtrat f\u00fcr die mittlerweile sehr umstrittene Position einiger Leipziger Vermieter. Und so \u00fcberraschte es sogar ein wenig, dass der Mietspiegel \u2013 bis auf eine einzige Enthaltung \u2013 die volle Zustimmung der Ratsversammlung bekam und am 1. Juli in Kraft treten konnte.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leipzig hat wieder einen Mietspiegel, sogar einen qualifizierten Mietspiegel plus, g\u00fcltig seit dem 1. Juli. 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