{"id":239107,"date":"2025-07-03T13:10:09","date_gmt":"2025-07-03T13:10:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/239107\/"},"modified":"2025-07-03T13:10:09","modified_gmt":"2025-07-03T13:10:09","slug":"mit-hirnscan-aus-der-lebensmitte-neues-ki-tool-sagt-individuelles-sterberisiko-voraus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/239107\/","title":{"rendered":"Mit Hirnscan aus der Lebensmitte: Neues KI-Tool sagt individuelles Sterberisiko voraus"},"content":{"rendered":"<p>                    Mit Hirnscan aus der Lebensmitte<br \/>\n                Neues KI-Tool sagt individuelles Sterberisiko voraus<\/p>\n<p>\t\t\t\t              03.07.2025, 14:47 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p><strong>Altern trifft jeden, aber in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Forschenden ist es nun gelungen, mit einem Gehirnscan und K\u00fcnstlicher Intelligenz die individuelle Alterungsgeschwindigkeit eines Menschen vorherzusagen &#8211; und das Risiko damit verbundener Krankheiten. Doch was bringen solche Voraussagen?<\/strong><\/p>\n<p>Eine zuvor trainierte K\u00fcnstliche Intelligenz kann an einem Hirnscan ablesen, ob jemand schnell oder langsam altert. Die KI-Werte lassen sogar R\u00fcckschl\u00fcsse auf das Sterberisiko einer Person und die Wahrscheinlichkeit von altersbedingten Erkrankungen zu, findet das Forschungsteam um Ethan T. Whitman von der Duke University in North Carolina heraus. Das neu entwickelte Tool bestimmt die Alterungsgeschwindigkeit anhand von 315 messbaren Merkmalen, die in einem Hirnscan ablesbar sind. Dazu geh\u00f6ren Volumen und Dicke bestimmter Abschnitte im Gehirn. <\/p>\n<p>Die Forschenden analysierten zun\u00e4chst die Daten von mehr als 1000 Menschen, die seit ihrer Geburt 1972 und 1973 im Rahmen der sogenannten Dunedin-Studie regelm\u00e4\u00dfig untersucht worden waren. W\u00e4hrend der Untersuchung, die nach der neuseel\u00e4ndischen Geburtsstadt der Probandinnen und Probanden benannt ist, wurden alle paar Jahre gesundheitsrelevante Daten erhoben. So wurden beispielsweise der Blutdruck, der Body-Ma\u00df-Index, Blutzucker- und Cholesterinspiegel, Lungen- und Nierenfunktionen sowie der Zahnfleischr\u00fcckgang und Karies ermittelt. Die Ver\u00e4nderungen, die \u00fcber einen Zeitraum von fast 20 Jahren auftraten, wurden in einen Wert umgewandelt, der angibt, wie schnell der Proband oder die Probandin alterte. <\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt entwickelten die Forschenden das Tool &#8222;DunedinPACNI&#8220;. Dieses wurde mit nur einem Hirnscan von insgesamt 860 Teilnehmenden der Dunedin-Studie gef\u00fcttert, die sich alle zum Zeitpunkt des Scans im Alter von 45 Jahren befanden. Das Tool sollte auf der Grundlage dieser Informationen den Alterungswert der Studienteilnehmer feststellen. <\/p>\n<p>Mehr Daten, validere Ergebnisse<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstliche Intelligenz wurde nun mit einer Reihe von Daten, die aus verschiedenen Studien stammten, gef\u00fcttert. Dazu geh\u00f6rten auch 50.000 Gehirnscans von Menschen zwischen 22 und 98 Jahren, die aus anderen Gesundheitsstudien in Gro\u00dfbritannien, den USA, Kanada und Lateinamerika stammten. Das Tool lieferte tats\u00e4chlich ein Ma\u00df f\u00fcr die individuelle Geschwindigkeit des Alterns. <\/p>\n<p>Die Forschenden stellten fest, dass Menschen, die nach diesem Ma\u00dfstab schneller alterten, auch bei kognitiven Tests schlechter abschnitten. Zudem war ein schnellerer Abbau des Hippocampus, einer f\u00fcr das Ged\u00e4chtnis entscheidenden Gehirnregion, zu erkennen im Vergleich zu Personen, die langsamer alterten. <\/p>\n<p>Alterungstempo und Alzheimer<\/p>\n<p>&#8222;Es scheint, als w\u00fcrde etwas erfasst, das sich in allen Gehirnen widerspiegelt&#8220;, erl\u00e4uterte der Neurowissenschaftler Ahmad Hariri, der an der Studie beteiligt war, laut einer <a href=\"https:\/\/www.sciencedaily.com\/releases\/2025\/07\/250702074312.htm\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">Mitteilung<\/a>. Das Forschungsteam stellte eine Wechselwirkung zwischen der Alterungsgeschwindigkeit und Demenzerkrankungen fest. Diese sei in anderen demografischen und sozio\u00f6konomischen Gruppen ebenso stark ausgepr\u00e4gt wie in denen, an denen das Tool zuvor trainiert wurde. Zum Abgleich wurden Stichproben von Menschen aus Lateinamerika sowie Teilnehmer aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich, die \u00fcber ein niedriges Einkommen verf\u00fcgten oder nicht wei\u00df waren, gemacht, schreiben die Forscher.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen stellten konkret fest, dass diejenigen, die laut dem Tool bei Studienbeginn am schnellsten alterten, in den Folgejahren ein um 60 Prozent h\u00f6heres Risiko hatten, an Demenz zu erkranken, als diejenigen, die langsamer alterten. Doch damit nicht genug. Das Tool lieferte noch mehr Hinweise darauf, wie die schnelle Alterung des Gehirns mit der schnellen Alterung des K\u00f6rpers zusammenh\u00e4ngt. Als das Team die Ergebnisse zum ersten Mal sah, &#8222;klappte uns die Kinnlade herunter&#8220;, erinnerte sich Hariri. &#8222;Der Zusammenhang zwischen der Alterung des Gehirns und des K\u00f6rpers ist ziemlich \u00fcberzeugend.&#8220;<\/p>\n<p>Schnelleres Altern, schnelleres Sterben<\/p>\n<p>Menschen, die den Daten zufolge schneller alterten, seien auch gebrechlicher und litten h\u00e4ufiger unter altersbedingten Problemen wie Herzinfarkten, Lungenerkrankungen oder Schlaganf\u00e4llen. Zudem liege die Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb der n\u00e4chsten Jahre eine chronische Krankheit bei ihnen diagnostiziert w\u00fcrde, um 18 Prozent h\u00f6her als bei Menschen mit durchschnittlicher Alterungsrate. Wesentlich alarmierender sei, dass die Wahrscheinlichkeit zu sterben bei ihnen um 40 Prozent h\u00f6her war als bei denjenigen, die langsamer alterten. <\/p>\n<p>&#8222;Das wirklich Coole daran ist, dass wir anhand von Daten aus der Lebensmitte erfasst haben, wie schnell Menschen altern&#8220;, sagte Hariri. <b>&#8222;<\/b>Die Suche nach Wegen, den altersbedingten Verfall zu verlangsamen, ist der Schl\u00fcssel zu einem ges\u00fcnderen und l\u00e4ngeren Leben. Doch zun\u00e4chst <b>&#8222;<\/b>m\u00fcssen wir herausfinden, wie wir das Altern pr\u00e4zise \u00fcberwachen k\u00f6nnen.&#8220; Das sei wichtig, weil Menschen weltweit immer \u00e4lter w\u00fcrden und deshalb auch immer mehr Menschen an altersbedingten, chronischen Erkrankungen wie Demenz leiden werden, so Hariri. <\/p>\n<p>Die entwickelte Alterungsuhr k\u00f6nnte dabei helfen, das Krankheitsrisikos, insbesondere von Alzheimer und verwandten Demenzerkrankungen, besser vorherzusagen und so m\u00f6glicherweise auch, den &#8222;Krankheitsverlauf besser in den Griff zu bekommen&#8220;, sagte Hariri. F\u00fcr &#8222;DunedinPACNI&#8220; wurde von den Autoren und Autorinnen der Studie bereits ein Patent angemeldet. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung wurden im Fachjournal <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s43587-025-00897-z\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Nature Aging&#8220; <\/a>ver\u00f6ffentlicht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit Hirnscan aus der Lebensmitte Neues KI-Tool sagt individuelles Sterberisiko voraus 03.07.2025, 14:47 Uhr Artikel anh\u00f6ren Diese Audioversion&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":239108,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[74789,752,29,1050,30,141,232,1256],"class_list":{"0":"post-239107","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-alternsforschung","9":"tag-bildung","10":"tag-deutschland","11":"tag-gehirn","12":"tag-germany","13":"tag-gesundheit","14":"tag-health","15":"tag-kuenstliche-intelligenz"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114789471199976773","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/239107","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=239107"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/239107\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/239108"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=239107"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=239107"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=239107"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}