{"id":239115,"date":"2025-07-03T13:14:26","date_gmt":"2025-07-03T13:14:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/239115\/"},"modified":"2025-07-03T13:14:26","modified_gmt":"2025-07-03T13:14:26","slug":"lobbykampf-gegen-auflagen-im-ai-act","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/239115\/","title":{"rendered":"Lobbykampf gegen Auflagen im AI Act"},"content":{"rendered":"<p>Vorlesen<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline group grid items-center rounded-8 bg-whitelilac text-black grid-cols-[min-content_34px] gap-8 px-8 py-[6px] text-12 hover:bg-magenta hover:text-whitelilac hover:dark:text-salemsfur\" href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEIJQzYzeY7hM4UzfQTU6gT8qFAgKIhCCUM2M3mO4TOFM30E1OoE_\/sections\/CAQqKggAIhCCUM2M3mO4TOFM30E1OoE_KhQICiIQglDNjN5juEzhTN9BNTqBPzCUrrwL?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" aria-label=\"Auf Google News folgen\">News folgen<\/a><img style=\"--width:16;--height:16\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.t-online.de\/s\/paper\/_next\/static\/media\/sharing-menu-icon.1eb71368.svg\" alt=\"Teilen Menu auf machen\" title=\"Teilen Menu auf machen\" class=\"block h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)] w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)] max-w-none group-hover:contrast-200 group-hover:grayscale group-hover:invert dark:group-hover:invert dark:contrast-200 dark:grayscale dark:invert\" decoding=\"async\"\/>Artikel teilen<\/p>\n<p class=\"font-bold text-18 leading-17\">K\u00fcnstliche Intelligenz wird immer m\u00e4chtiger \u2013 und damit auch gef\u00e4hrlicher. Ein Experte erkl\u00e4rt, warum US-Konzerne die Regulierung verw\u00e4ssern wollen \u2013 und was auf dem Spiel steht.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Vor anderthalb Jahren wurde mit dem AI Act von der EU das weltweit erste umfassende KI-Gesetz verabschiedet. Doch die konkreten Regeln f\u00fcr die st\u00e4rksten KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Claude sind darin nur grob skizziert. Deshalb arbeitet die EU-Kommission seit Monaten an einem detaillierten Verhaltenskodex (Code of Conduct), der festlegt, wie sich Tech-Konzerne genau verhalten m\u00fcssen. Hinter den Kulissen wird ein intensiver Lobbykampf von US-Tech-Giganten wie <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/openai\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">OpenAI<\/a>, Google und Meta gef\u00fchrt, die sich gegen strengere Anforderungen und europ\u00e4ische Regulierungsbeh\u00f6rden wehren.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Nick Mo\u00ebs von der Organisation The Future Society hat den Entstehungsprozess des KI-Gesetzes hautnah miterlebt und nimmt als Vertreter der Zivilgesellschaft am aktuellen Kodex-Verfahren teil. Im Gespr\u00e4ch mit t-online erkl\u00e4rt er, warum die Verz\u00f6gerung problematisch ist und welche Folgen ein Scheitern f\u00fcr deutsche Verbraucher h\u00e4tte.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">t-online: Herr Mo\u00ebs, warum ist es so wichtig, <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/kuenstliche-intelligenz\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">KI<\/a> zu regulieren?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Nick Mo\u00ebs: <\/strong>Derzeit erfolgen die Entwicklung und der Einsatz von KI ohne angemessene Kontrollen und Abw\u00e4gungen. Legitimit\u00e4t und Rechenschaftspflicht sind bei KI-Technologien von entscheidender Bedeutung, denn sie werden die Zukunft unserer Welt ma\u00dfgeblich mitgestalten. Wir k\u00f6nnen uns nicht darauf verlassen, dass ein schnelllebiges industrielles Wettr\u00fcsten dem \u00f6ffentlichen Interesse dient. Deshalb muss eine wirksame KI-Governance jetzt Priorit\u00e4t haben.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Beobachter sprechen von einer &#8222;epischen Lobbyschlacht&#8220; um den KI-Verhaltenskodex. Sie sind mittendrin in <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/bruessel\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Br\u00fcssel<\/a> \u2013 was genau geht da vor sich?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Diese Unternehmen betreiben einen ungew\u00f6hnlich hohen Aufwand, um den demokratischen Prozess zu beeinflussen. Und sie investieren daf\u00fcr auch viel Geld. Die gro\u00dfen Tech-Konzerne wie Meta, Google und <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/finanzen\/boerse\/aktien\/microsoft-aktie\/us5949181045\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Microsoft<\/a> versuchen, die unabh\u00e4ngigen Experten und die Europ\u00e4ische Kommission unter Druck zu setzen. Sie wollen von der vereinfachten Durchsetzung durch den Code of Conduct profitieren, aber gleichzeitig weiterhin unsichere Produkte auf dem EU-Markt verkaufen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Das ist ein heftiger Vorwurf. L\u00e4sst sich der auch belegen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Es gibt ein Transparenzregister, und Organisationen wie Transparency International und das Corporate Europe Observatory dokumentieren diese Ausgaben. Daran l\u00e4sst sich erkennen: Die gr\u00f6\u00dften Unternehmen der Welt bezahlen Berater, die mit den richtigen Politikern sprechen und die Regulierung in ihrem Sinne gestalten wollen. In Br\u00fcssel ist das eine typische Methode zur Beeinflussung von Gesetzen.<\/p>\n<p><img   loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/1751548466_489_image.jpg\" alt=\"\" title=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" class=\"h-full w-full max-w-full rounded-8\" decoding=\"async\"\/> (Quelle: The Future Society)<\/p>\n<p class=\"pt-8 text-14 md:pt-8 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Nick Mo\u00ebs<\/strong> ist gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor von <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/thefuturesociety.org\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\">The Future Society<\/a>, einer gemeinn\u00fctzigen Organisation, die sich auf die Politik im Bereich der allgemeinen K\u00fcnstlichen Intelligenz (General-Purpose Artificial Intelligence, GPAI) konzentriert. Er ist Wirtschaftswissenschaftler mit Sitz in Br\u00fcssel und spielte eine aktive Rolle bei der Ausarbeitung des AI Acts der EU und dem Aufbau seiner Durchsetzungsmechanismen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Mit welchen Argumenten versuchen die Unternehmen, die Regeln zu schw\u00e4chen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Zun\u00e4chst einmal: Nicht alle Tech-Unternehmen wollen schw\u00e4chere Regeln. Gerade die innovativeren kleineren Firmen wie Mistral, Anthropic oder auch deren Investoren sagen \u00f6ffentlich, dass sie die KI-Verordnung durchaus praktikabel finden. Es ist deutlich g\u00fcnstiger, wenn sie den standardisierten Regeln des Verhaltenskodex folgen und daf\u00fcr eine Art &#8222;G\u00fctesiegel&#8220; bekommen \u2013, als wenn sie selbst beweisen m\u00fcssen, dass ihre KI-Systeme sicher sind.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Die haben ein ganz anderes Problem: Die Gesch\u00e4ftskunden vertrauen der Zuverl\u00e4ssigkeit und Sicherheit der gro\u00dfen Modelle noch nicht. Deshalb nutzen Unternehmen diese KI-Systeme nur z\u00f6gerlich, sondern eher Studenten f\u00fcr die Hausaufgaben \u2013 aber die bringen kaum Geld. Meta ist besonders lautstark. <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/mark-zuckerberg\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mark Zuckerberg<\/a> hat sich schon immer schwer damit getan, Regeln einzuhalten \u2013 sei es in Bezug auf Datenschutz, Kartell- oder Urheberrecht. Diese &#8222;Erst machen, dann fragen&#8220;-Mentalit\u00e4t f\u00fchrt zu einer grunds\u00e4tzlichen Abwehr gegen gesellschaftliche Erwartungen. Das Hauptargument: Die Regeln w\u00fcrden es teurer machen, Produkte in Europa anzubieten und die wertvollen Daten europ\u00e4ischer B\u00fcrger zu sammeln.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\"><strong class=\"font-bold\">Experten warnen, dass Europa durch die Regulierung nur noch zweitklassige KI-Technologie bekommt. Was sagen Sie dazu?<\/strong><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Das h\u00e4ngt von der Risikobereitschaft ab. Microsoft hat beispielsweise Bing mit GPT-4 erst in <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/indien\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Indien<\/a> und <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/indonesien\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Indonesien<\/a> mit etwa zwei Millionen Nutzern getestet, bevor es nach Europa kam. Wenn Unternehmen die gesch\u00fctzten Testumgebungen nicht nutzen wollen, die der AI Act vorsieht, testen sie eben anderswo. Aber ist das wirklich ein Problem? Wir bekommen dann die finale, ausgereifte Version statt der fehlerhaften Testversionen. Die EU-B\u00fcrger sollten keine Versuchskaninchen f\u00fcr Big Tech sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"VorlesenNews folgenArtikel teilen K\u00fcnstliche Intelligenz wird immer m\u00e4chtiger \u2013 und damit auch gef\u00e4hrlicher. 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