{"id":239315,"date":"2025-07-03T14:59:11","date_gmt":"2025-07-03T14:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/239315\/"},"modified":"2025-07-03T14:59:11","modified_gmt":"2025-07-03T14:59:11","slug":"warum-eine-ukrainerin-in-dieser-bibliothek-lust-auf-sommer-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/239315\/","title":{"rendered":"Warum eine Ukrainerin in dieser Bibliothek Lust auf Sommer macht"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Am liebsten w\u00e4re Halyna Hliebova l\u00e4nger geblieben. Die sechs Wochen Praktikum in der <a data-li-document-ref=\"3553674\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/regional\/mecklenburgische-schweiz\/waldbad-startet-aktion-buecher-gehen-baden-in-umgebauter-telefonzelle-3553674\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadtbibliothek Stavenhagen<\/a> sind viel zu schnell vergangen, findet sie. \u201eIch will mein Deutsch verbessern\u201c, erkl\u00e4rt die 41-j\u00e4hrige Ukrainerin. Sie lernt, wo sie kann, h\u00f6rt viel Radio, um die Sprache zu verstehen. Die Zeit in der Bibliothek hat ihr viel gebracht. Doch bevor die vorbei war, hat sie noch Empfehlungen f\u00fcr lange Sommerabende dagelassen.<\/p>\n<p>Lekt\u00fcre zum Entspannen<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">F\u00fcr eine Ausstellung holte sie die besten B\u00fccher und H\u00f6rb\u00fccher aus den Regalen, mit denen es sich besonders gut im Urlaub entspannen l\u00e4sst, dekorierte den Tisch mit Muscheln, Ostseesand und einem Fischernetz mit Fisch. \u201eEs hat Spa\u00df gemacht\u201c, sagt die junge Frau. Wie alles im Praktikum. Sie habe die Ausleihe gemacht, katalogisiert, Lekt\u00fcre in Regale einsortiert. \u201eSie war sehr flei\u00dfig\u201c, bescheinigen ihr die Bibliothekarinnen Janett Rakow und Katja B\u00f6ttcher.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Zu letzterer hat Halyna Hliebova eine besondere Verbindung. Als sie nach Ausbruch des Krieges vor drei Jahren mit ihrer Tochter nach Deutschland kam, hat Katja B\u00f6ttcher sie aufgenommen. Drei Monate hat sie bei ihr in Ritzerow gewohnt. \u201eKatja hat uns viel geholfen, wir sind Freunde geworden\u201c, sagt sie. Die Heimat zu verlassen, sei ihr schwergefallen. Sie kommt aus Dnipro in der Mitte der Ukraine. Raketen flogen \u00fcber ihren Wald. Sie h\u00f6rten den Einschlag der Bomben aus drei Kilometer Entfernung.\u00a0 \u201eMeine Tochter hatte gro\u00dfe Angst\u201c, erz\u00e4hlt Halyna Hliebova. Sie wollte sie in Sicherheit bringen.<\/p>\n<p>Hoffnung auf einen guten Job<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Ihre Eltern, auch ein Bruder und dessen Kinder seien dortgeblieben. Jeden Tag habe sie Angst um sie und rufe an. In der Ukraine hatte die 41-J\u00e4hrige Informatik studiert, hat als Rechtsfachangestellte in einem B\u00fcro gearbeitet. Jetzt hofft sie, dass sie auch in Deutschland einen guten Job findet. Ihre Tochter geht aufs <a data-li-document-ref=\"2285554\" href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/regional\/mecklenburgische-schweiz\/schueler-erarbeiten-museumsflyer-in-russischer-sprache-2285554\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gymnasium im Reuterst\u00e4dter Schulcampus<\/a> und f\u00fchlt sich inzwischen wohl. \u201eDie deutschen Leute sind sehr nett, uns gef\u00e4llt es hier\u201c, verr\u00e4t sie.<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">Wie schwer der Anfang in einem fremden Land war, daran kann sich auch Katja B\u00f6ttcher erinnern. Sie hatte sich auf einen Aufruf der Freikirche in Malchin gemeldet, die Menschen gesucht hatte, die Fl\u00fcchtlinge aufnehmen. Eigentlich sollte ihre Familie zwei Personen beherbergen, dann waren es vier. Auch die Schw\u00e4gerin und ein Bruder von Halyna, die zwei S\u00f6hne im Krieg verloren hatten, nahm sie auf. \u201eDie Verst\u00e4ndigung war anfangs schwierig, weil keiner Englisch sprach\u201c, sagt Katja B\u00f6ttcher. Eine ukrainische Verwandte, die Deutsch konnte, habe dann vermittelt.<\/p>\n<p>Sie denkt jeden Tag an die Ukraine<\/p>\n<p class=\"paragraph tw-mx-auto tw-mb-6\">\u201eHalyna war sehr motiviert, Deutsch zu lernen. Heute spricht sie sehr gut, sogar die F\u00e4lle beherrscht sie.\u201c Nach dem bestandenen Deutsch-Kurs wollte sie weiter die Sprache lernen. So sei auch die Idee mit dem Praktikum in der Bibliothek entstanden, so B\u00f6ttcher. \u201eStavenhagen ist eine kleine, sch\u00f6ne Stadt\u201c, meint Halyna. Ihre Tochter (12) habe nur f\u00fcnf Minuten Fu\u00dfweg zur Schule. In der Reuterstadt leben etwa 100 Ukrainer. Mit einigen trifft sich die 41-J\u00e4hrige in ihrer Freizeit. \u201eIch denke oft, eigentlich jeden Tag an die Ukraine\u201c, sagt sie. Aber im Moment wollen sie nicht zur\u00fcck. \u201eMeiner Tochter gef\u00e4llt Deutschland\u201c, begr\u00fcndet sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am liebsten w\u00e4re Halyna Hliebova l\u00e4nger geblieben. 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