{"id":2401,"date":"2025-04-02T13:10:19","date_gmt":"2025-04-02T13:10:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/2401\/"},"modified":"2025-04-02T13:10:19","modified_gmt":"2025-04-02T13:10:19","slug":"russisches-freiwilligenkorps-rechtsextremisten-aus-russland-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/2401\/","title":{"rendered":"Russisches Freiwilligenkorps \u2013 Rechtsextremisten aus Russland in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img303634\" src=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/img\/jpeg\/640\/303634\" alt=\"K\u00e4mpfer bei der Befehlsausgabe des Russischen Freiwilligenkorps und der Legion Freiheit Russlands nahe der Grenze zur alten Heimat.\"\/><\/p>\n<p>K\u00e4mpfer bei der Befehlsausgabe des Russischen Freiwilligenkorps und der Legion Freiheit Russlands nahe der Grenze zur alten Heimat.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Ukrinform<\/p>\n<p>Als am 1. M\u00e4rz in Berlin Russen gegen den russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin demonstrierten, waren da rechtsextremistische <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1180664.ukraine-krieg-russland-angriff-mit-drohnen-und-legionaeren.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Russische Freiwilligenkorps<\/a>  und die Neonazipartei \u00bbDritter Weg\u00ab mit von der Partie. Das best\u00e4tigte die Senatsinnenverwaltung auf Anfrage des Abgeordneten Alexander King (BSW). \u00bbAn der Demonstration am 1. M\u00e4rz 2025 nahmen auch etwa zehn Anh\u00e4nger der Partei \u203aDer III. Weg\u2039 beziehungsweise deren Parteijugend \u203aNationalrevolution\u00e4re Jugend\u2039 teil\u00ab, hei\u00dft es in der Antwort auf eine schriftliche Anfrage von King. \u00bbDie meisten dieser Personen haben sich in der N\u00e4he von Teilnehmenden aufgehalten, die Symbole des Russischen Freiwilligenkorps (RDK) zeigten.\u00ab<\/p>\n<p>Die Abk\u00fcrzung RDK leitet sich von der russischen Bezeichnung Russkij dobrowoltscheskij korpus ab. Es handelt sich um krasse Rechtsextremisten, die sich bereits fr\u00fcher aus Russland abgesetzt haben und schon seit Jahren an der Seite der Ukraine im Osten des Landes k\u00e4mpfen, inzwischen auch gegen die alte Heimat. 2022 soll aus diesen Freiwilligen ein eigenes Korps gebildet worden sein. Das RDK stie\u00df auch gemeinsam mit regul\u00e4ren ukrainischen Truppen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1173453.ukraine-krieg-region-belgorod-jetzt-auch-krieg-in-russland.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in der N\u00e4he der Stadt Belgorod auf russisches Gebiet<\/a> vor.  <\/p>\n<p>Es scheinen Angeh\u00f6rige des Korps extra aus der Ukraine zu der Demonstration in Berlin angereist zu sein. Das wirft Fragen auf: Warum durften sie aus der Ukraine ausreisen? Das gestattet der ukrainische Geheimdienst M\u00e4nnern im wehrf\u00e4higen Alter dem Vernehmen nach nur noch, wenn es den Interessen des Staates dient. Au\u00dferdem: Warum durften die russischen Rechtsextremisten nach Deutschland einreisen?<\/p>\n<p>Dass solche Russen anderswo sogar in deutschen Wehrmachtsuniformen posieren oder sich mit dem Reichsadler auf dem T-Shirt zeigen, sorgt bei manchen Ukrainern f\u00fcr Verstimmung und die beklommene Frage, was f\u00fcr zweifelhafte Verb\u00fcndete da zusammen mit den eigenen Soldaten die russische Invasion bek\u00e4mpfen. Immerhin sind im Zweiten Weltkrieg acht bis zehn Millionen Ukrainer umgekommen \u2013 ein Viertel der Bev\u00f6lkerung der ukrainischen Sowjetrepublik, darunter f\u00fcnf Millionen Zivilisten und 1,5 von drei Millionen ukrainischen Juden. 7000 St\u00e4dte und 28\u2005000 D\u00f6rfer sind verw\u00fcstet, Zigtausende Betriebe, Schulen und Br\u00fccken zerst\u00f6rt worden. Mehr als sechs Millionen Ukrainer k\u00e4mpften in der Roten Armee gegen Hitler und weitere 250\u2009000 in anderen Armeen. Diese Zahlen nannte der damalige ukrainische Botschafter Andrij Melnyk am 8. Mai 2022 zum Tag der Befreiung vom Faschismus im brandenburgischen Landtag.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>\u00bbHier in Berlin k\u00f6nnen zwar russische Nazis mit allen Emblemen ihrer Gesinnung, mit Schild und Schwert und Wolfsangel demonstrieren. Aber am Tag des Sieges die sowjetische Flagge zeigen, das geht nicht.\u00ab<\/p>\n<p>Alexander King\u2003BSW-Abgeordneter<\/p><\/blockquote>\n<p>Aufgerufen zu der Demonstration am 1. M\u00e4rz 2025 vom Potsdamer Platz zur russischen Botschaft in der Stra\u00dfe Unter den Linden und weiter zum Pariser Platz hatte Julia Nawalnaja, die Witwe des Oppositionellen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1189095.todestag-russland-hunderte-gedenken-alexej-nawalny.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Alexej Nawalny<\/a>. Der ist dadurch bekannt geworden, dass er Korruptionsf\u00e4lle anprangerte, war aber viele Jahre zuvor auch mit nationalistischen und fremdenfeindlichen \u00c4u\u00dferungen negativ aufgefallen.<\/p>\n<p>Die Demonstration war f\u00fcr 3000 Teilnehmer angemeldet. Nach Angaben der Veranstalter sollen es dann tats\u00e4chlich 3500 gewesen sein. Die Polizei sprach dagegen von rund 800 Menschen, die am Potsdamer Platz losgelaufen seien, und noch etwa 500, die bis zur Abschlusskundgebung am Pariser Platz dabei geblieben seien. Die Polizei wusste seit dem 20. Februar aus einem Gespr\u00e4ch mit dem Anmelder der Demonstration, \u00bbdass Angeh\u00f6rige des RDK mit seinem Einverst\u00e4ndnis an der Versammlung teilnehmen w\u00fcrden\u00ab. Das Kooperationsgespr\u00e4ch mit ihm sei \u00bbin einer konstruktiven Atmosph\u00e4re\u00ab verlaufen. Die Polizei habe sich mit ihm auf ein die Teilnahme erm\u00f6glichendes Verfahren verst\u00e4ndigt. So hei\u00dft es in der Antwort auf die Fragen des BSW-Abgeordneten King.<\/p>\n<p>An dem Aufzug h\u00e4tten dann Personen teilgenommen, die ihre Solidarit\u00e4t mit dem RDK \u00bbst\u00f6rungsfrei zum Ausdruck brachten beziehungsweise diesem zuzurechnen sind\u00ab. Dies sei durch das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gedeckt. \u00bbGr\u00fcnde f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung der Verfahrensweise sind seitens des Senats derzeit nicht ersichtlich.\u00ab<\/p>\n<p>F\u00fcr den Abgeordneten King bedeutet das: Es laufen in der Demonstration russische Rechtsextremisten und deutsche Neonazis mit und die Veranstalter um Frau Nawalnaja finden das nicht problematisch, \u00bbdie Berliner Polizei auch nicht\u00ab.<\/p>\n<p>Muckefuck: morgens, ungefiltert, links<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/img\/jpeg\/640\/303635\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>nd.Muckefuck ist unser Newsletter f\u00fcr Berlin am Morgen. Wir gehen wach durch die Stadt, sind vor Ort bei Entscheidungen zu Stadtpolitik \u2013 aber immer auch bei den Menschen, die diese betreffen. Muckefuck ist eine Kaffeel\u00e4nge Berlin \u2013 ungefiltert und links. Jetzt <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/muckefuck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anmelden<\/a> und immer wissen, worum gestritten werden muss.<\/p>\n<p>King erinnert das an eine Debatte am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus. Da sei dar\u00fcber beraten worden, wie man es hinbekomme, die Feiern zum 80. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai so hinzubekommen, dass Russland und die Sowjetunion dabei m\u00f6glichst keine Rolle spielen. \u00bbDer Versuch, Russland und der Sowjetunion aus dem Weg zu gehen, nimmt teilweise groteske und bedenkliche Formen an\u00ab, reagierte King. \u00bbHier in Berlin k\u00f6nnen zwar russische Nazis mit allen Emblemen ihrer Gesinnung, mit Schild und Schwert und Wolfsangel demonstrieren, wie neulich am Potsdamer Platz.<br \/>Aber am Tag des Sieges die sowjetische Flagge, Hammer und Sichel, zeigen, das geht nicht. Das war zuletzt verboten. Ich finde das geschichtsvergessen.\u00ab<\/p>\n<p>Schon in den Jahren 2022 bis 2024 hatte die Berliner Polizei zum Tag der Befreiung am 8. Mai und zum Tag des Sieges am 9. Mai an den sowjetischen Ehrenmalen im Treptower Park, in der Sch\u00f6nholzer Heide und im Tiergarten nicht nur russische, sondern auch <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1182005.ehrenmale-tag-der-befreiung-in-berlin-heiliger-krieg-gegen-sowjetfahnen.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sowjetische Fahnen und Symbole verboten<\/a>.<\/p>\n<p>Deshalb verzichtete die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes darauf, wie gewohnt an diesen Tagen im Treptower Park die Flaggen der alliierten Siegerm\u00e4chte Sowjetunion, USA, Gro\u00dfbritannien und Frankreich aufzustellen. Polizisten kontrollierten an den Eing\u00e4ngen die Einhaltung der Vorschriften. Es sind aber doch kleine russische und sowjetische Fahnen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1182072.tag-der-befreiung-und-mai-in-berlin-demuetigung-am-treptower-ehrenmal.html?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hineingeschmuggelt worden<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00e4mpfer bei der Befehlsausgabe des Russischen Freiwilligenkorps und der Legion Freiheit Russlands nahe der Grenze zur alten Heimat.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2402,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,1890,29,30,2417,307,317],"class_list":{"0":"post-2401","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-brandenburg","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-rechtsradikalismus","13":"tag-russland","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114268538354887613","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2401","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2401"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2401\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2402"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2401"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2401"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2401"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}