{"id":240967,"date":"2025-07-04T06:03:10","date_gmt":"2025-07-04T06:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/240967\/"},"modified":"2025-07-04T06:03:10","modified_gmt":"2025-07-04T06:03:10","slug":"soldaten-sind-diejenigen-die-sich-den-frieden-am-meisten-wuenschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/240967\/","title":{"rendered":"Soldaten sind diejenigen, die sich den Frieden am meisten w\u00fcnschen"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-toplinewrapper\">\nInterview<\/p>\n<p>Standdatum: 4. Juli 2025.<\/p>\n<p>Autorinnen und Autoren:<br \/>\nEmmy Thume<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"image -image-with-fallback -image-rounded  lazyload\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhEAAJAIAAAP\/\/\/\/\/\/\/yH5BAEKAAEALAAAAAAQAAkAAAIKjI+py+0Po5yUFQA7\"   alt=\"R\u00fcckenansicht eines Bundeswehrsoldaten in Camouflageunfiform mit vor einer Gruppe weiterer Soldaten der Bundeswehr.\" data-image-owner=\"Imago | Bihlmayerfotografie\" data-image-title=\"R\u00fcckenansicht eines Bundeswehrsoldaten in Camouflageunfiform mit vor einer Gruppe weiterer Soldaten der Bundeswehr.\" data-image-src=\"https:\/\/www.butenunbinnen.de\/bilder\/bundeswehrsoldat-100~_v-800x450_c-1751550309460.jpg\" data-image-rights-src=\"\/bilder\/bundeswehrsoldat-100~_v-640x360_c-1751550309460.jpg\"\/><\/p>\n<p>Bild: Imago | Bihlmayerfotografie<\/p>\n<p class=\"article-intro\">Investitionen, Wehrpflicht, Personalmangel: \u00dcber die Bundeswehr wird viel diskutiert. Ein 21-j\u00e4hriger Bremer erz\u00e4hlt, wie es ist, in der heutigen Zeit Soldat zu sein.<\/p>\n<p>Der 21-j\u00e4hrige Max hat seine Grundausbildung in Bremerhaven seit kurzer Zeit hinter sich und arbeitet nun als Soldat im Landeskommando Bremen. Im Interview mit buten un binnen erz\u00e4hlt er, warum er zur Bundeswehr wollte und wie er mit der Gefahr umgeht, die mit dem Beruf einhergeht.<\/p>\n<p>Wie kam es, dass du zur Bundeswehr gegangen bist? <\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Ich hatte 2023 mein Abitur gemacht und \u00fcberlegt, was ich machen m\u00f6chte. Nach 13 Jahren Schule hatte ich Lust auf einen Tapetenwechsel, und auch darauf, aus meiner Komfortzone rauszutreten. Da hat sich die Bundeswehr f\u00fcr mich angeboten. Ich hatte in meiner Familie schon Soldaten und Erz\u00e4hlungen geh\u00f6rt. Dann bin ich im Herbst zur Grundausbildung angetreten.<\/p>\n<p>Hattest du schon l\u00e4nger vor, zur Bundeswehr zu gehen?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Ich habe erst \u00fcberlegt, ob ich vielleicht lieber studieren will. Aber dann dachte ich, das w\u00fcrde meinem eigenen Charakter vielleicht guttun, wirklich mal rauszukommen. Mal was komplett anderes machen.<\/p>\n<p>Welche Charakterz\u00fcge haben sich bei dir seit der Zeit beim Bund ver\u00e4ndert?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">In der Grundausbildung sowas wie Stressresistenz, Selbstdisziplin, Durchhalteverm\u00f6gen. Auch mal \u00fcber die eigene psychische und physische Belastung hinausgehen. Das hilft einem, glaube ich, im sp\u00e4teren Leben. <\/p>\n<p>Wie hat dein Umfeld darauf reagiert, als du zur Bundeswehr gehen wolltest?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Gut eigentlich, meine Eltern fanden das Spitze, dass ich da mal reinschnuppern will beim freiwilligen Wehrdienst. Und auch in meinem Jahrgang sind tats\u00e4chlich einige zur Bundeswehr gegangen. Das war schon irgendwie auch in der Schule Thema. Ich war da nicht der Einzige. Und es waren auch nicht nur M\u00e4nner, eine Klassenkameradin von mir ist zum Beispiel zu den Sanit\u00e4tern gegangen. <\/p>\n<p>Aus meiner Sicht hatte ich da viel Gl\u00fcck. Mein Umfeld war grunds\u00e4tzlich immer davon \u00fcberzeugt, dass das was Gutes ist. Ich hatte wenig kritische Gespr\u00e4che. <\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">Zweifel sind aufgekommen, als es um die Gefahr ging, die mit dem Beruf einhergeht.<\/p>\n<p>Max, 21-j\u00e4hriger Soldat bei der Bundeswehr<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Hat sich deine Wahrnehmung dahingehend \u00fcber die Zeit ge\u00e4ndert?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Ja, jetzt mit dem politischen Wandel mit den USA hat sich das aus meiner eigenen Sicht ein bisschen gewandelt. Eigentlich war man immer schon sehr abgesichert, aber da es jetzt zu immer mehr Streitpunkten kommt, denkt man vielleicht nochmal mehr dar\u00fcber nach, dass man wirklich selbst da hingeht, wenn irgendwo was ist. Aber das ist auch eigentlich kein Problem.<\/p>\n<p>Es ist im Hinterkopf immer ein bisschen da. Man liest ja aufmerksam die Nachrichten, man informiert sich. Zur Lage der Ukraine und generell. Aber ich bin mir da sehr sicher, dass wir was Gutes tun, dass wir f\u00fcr die richtigen Werte einstehen. Und deswegen w\u00e4re das f\u00fcr mich auch nicht das gr\u00f6\u00dfte Problem, wenn ich dann wirklich irgendwann mal aktiv eingesetzt werde.<\/p>\n<p>Aber es macht dich nachdenklich?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Ja, wenn wieder irgendwo ein neuer Krisenherd entsteht, dann denkt man dr\u00fcber nach, aber im Endeffekt bin ich Soldat geworden, weil ich daran glaube, dass ich das Richtige tue und daf\u00fcr stehe ich ein. Und auch daf\u00fcr, dass ich f\u00fcr die richtigen Dinge verpflichtet wurde. <\/p>\n<p>Ich glaube, was man erst wirklich merkt, wenn man Soldat ist, ist wie wichtig Frieden ist. Weil man dann an dem Punkt ist, dass man bemerkt: Wenn irgendwas passiert, bin ich derjenige, der da hin muss. <\/p>\n<blockquote class=\"citation -citation-type-simple\">\n<p class=\"citation-text\">Deswegen glaube ich, wahrscheinlich sind in Europa Soldaten diejenigen, die sich den Frieden am meisten w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Max, 21-j\u00e4hriger Soldat bei der Bundeswehr<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Man wird damit konfrontiert, was man vielleicht tun muss, wo man vielleicht hin muss. Und als jemand, der nur in Friedenszeiten aufgewachsen ist, ist das ja alles immer sehr fern. Aber man wird stark damit konfrontiert, deswegen w\u00fcnscht man sich, dass es bei Frieden bleibt.<\/p>\n<p>Wie wirst du in der \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Bis jetzt tats\u00e4chlich ausschlie\u00dflich positiv. Andere Kameraden haben bestimmt auch Negativerfahrungen gemacht aber zumindest auf meiner Zugstrecke, ich pendle w\u00f6chentlich in meine Heimat im Emsland, da werde ich h\u00e4ufig eher positiv angesprochen mit sowas wie &#8222;Danke f\u00fcr deinen Dienst&#8220;. Gerade auch, weil ich noch sehr jung bin im Vergleich zu anderen Kameraden. Ich habe das Gef\u00fchl, dass ich in Bremen weniger angeguckt werde, als wenn ich bei mir auf dem Land unterwegs bin.<\/p>\n<p>Andere Leute in deinem Alter ziehen vielleicht in ihre erste WG. Wie ist es f\u00fcr dich, in einer Kaserne zu leben?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Eigentlich sehr angenehm, es ist nicht allen Kameraden verg\u00f6nnt, aber ich habe eine Einzelstube. Da kann man sich selbst organisieren und machen, was man will. Man hat vielleicht nicht ganz die Entfaltungsfreiheit, die man in einer eigenen Wohnung hat, aber ansonsten ist das schon sehr \u00e4hnlich. Wie eine Ein-Zimmer-Wohnung.<\/p>\n<p>Wie ist dein weiterer Plan?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Ich \u00fcberlege, mich weiter zu verpflichten als Offizier. <\/p>\n<p>Wieso?<\/p>\n<p class=\"questions-and-answers-answers\">Weil mir die Bundeswehr generell gef\u00e4llt. Ich stehe f\u00fcr die Werte ein, die wir vertreten. Sei es die freiheitlich demokratische Grundordnung. Aber auch durch die politische Lage in Europa m\u00f6chte ich gerne meinen Teil dazu tun, zu helfen. <\/p>\n<p>Anmerkung der Redaktion:<\/p>\n<p>Der Nachname des Interviewpartners ist der Redaktion bekannt. Im Text d\u00fcrfen wir ihn &#8222;zum Schutz der Soldaten&#8220; nicht nennen, so die Begr\u00fcndung der Bundeswehr.<\/p>\n<p>Mehr zur Bundeswehr:<\/p>\n<p class=\"article-legal-agencies\"><strong>Quelle<\/strong>:<br \/>\nbuten un binnen.\n<\/p>\n<p class=\"article-legal-broadcast-reference\"><strong>Dieses Thema im Programm:<\/strong><br \/>\nBremen Zwei, Der Morgen, 4. Juli 2025, 6:35 Uhr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Interview Standdatum: 4. Juli 2025. 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