{"id":241709,"date":"2025-07-04T12:52:10","date_gmt":"2025-07-04T12:52:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/241709\/"},"modified":"2025-07-04T12:52:10","modified_gmt":"2025-07-04T12:52:10","slug":"meta-muss-facebook-nutzer-5000-euro-entschaedigung-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/241709\/","title":{"rendered":"Meta muss Facebook-Nutzer 5000 Euro Entsch\u00e4digung zahlen"},"content":{"rendered":"<p class=\"bold\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tEin Nutzer klagte gegen Meta Platforms Ireland. Am Freitag f\u00e4llte die zust\u00e4ndige 5. Zivilkammer des Leipziger Landgerichts das Urteil.\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tLeipzig.<\/p>\n<p>Wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen den <a href=\"https:\/\/www.freiepresse.de\/thema\/datenschutz\" title=\"Artikel zum Thema: Datenschutz\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/KEYWORD\/DATENSCHUTZ\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Datenschutz<\/a> muss Facebook einem Nutzer 5000 Euro Entsch\u00e4digung zahlen. Dazu hat das <a href=\"https:\/\/www.freiepresse.de\/thema\/organisation\/landgericht\" title=\"Nachrichten zu: Landgericht\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/ORGANISATION\/LANDGERICHT\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Landgericht<\/a> <a href=\"https:\/\/www.freiepresse.de\/thema\/ort\/leipzig\" title=\"Nachrichten f\u00fcr den Ort: Leipzig\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/LOCATION\/UNKNOWN\/LEIPZIG\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Leipzig<\/a> die US-Firma Meta verurteilt (Aktenzeichen: 05 O 2351\/23).<\/p>\n<p>Wie das Gericht am Freitagnachmittag mitteilt, wird die Entsch\u00e4digungssumme damit gerechtfertigt, dass Meta (betreibt u.a. Facebook, Instagram) mit seinen Business-Tools \u201emassiv gegen europarechtlichen Datenschutz\u201c verst\u00f6\u00dft, personenbezogenen Daten zu einem Profiling der Facebook-Nutzer verarbeitet und mit entsprechend personalisierter Werbung Milliardengewinne einf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>\tBusiness-Tools: Jeder Nutzer erkennbar<\/p>\n<p>Die Business-Tools werden demnach von zahlreichen Betreibern auf ihren Webseiten und Apps eingebunden und <a href=\"https:\/\/www.freiepresse.de\/thema\/ort\/senden\" title=\"Nachrichten f\u00fcr den Ort: Senden\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/LOCATION\/UNKNOWN\/SENDEN\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">senden<\/a> die Daten von Facebook- sowie Instagram-Nutzern an Meta. \u201eJeder Nutzer ist f\u00fcr Meta zu jeder Zeit individuell erkennbar, sobald er sich auf den Dritt-Webseiten bewegt oder eine App benutzt hat, auch wenn er sich nicht \u00fcber den Account von Instagram und Facebook angemeldet hat\u201c, so das Landgericht. \u201eDie Daten sendet Meta Ireland ausnahmslos weltweit in Drittstaaten, insbesondere in die USA. Dort wertet sie die Daten in f\u00fcr den Nutzer unbekanntem Ma\u00df aus.\u201c<\/p>\n<p>Das Gericht st\u00fctzte den Anspruch auf Ersatz des immateriellen Schadens ausschlie\u00dflich auf Artikel 82 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), somit auf Europarecht und nicht (wie andere Gerichte in vergleichbaren F\u00e4llen) auf das nationale Recht bei Pers\u00f6nlichkeitsrechtsverletzungen.<\/p>\n<p>                    \t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"media-image detail-img__media-image detail-img__image--rounded\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/16863962_M400x267.jpg\" alt=\"Bei der H\u00f6he der Entsch\u00e4digungszahlung orientierte man sich beim Landgericht auch daran, wie wertvoll personenbezogene Daten f\u00fcr Meta sind.\"   style=\"&#10;&#9;&#9;&#9;aspect-ratio:2040\/1360;&#10;&#9;&#9;&#9;background: url(data:image\/jpg;base64,\/9j\/4AAQSkZJRgABAQEBLAEsAAD\/2wBDAAUDBAQEAwUEBAQFBQUGBwwIBwcHBw8LCwkMEQ8SEhEPERETFhwXExQaFRERGCEYGh0dHx8fExciJCIeJBweHx7\/2wBDAQUFBQcGBw4ICA4eFBEUHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh7\/wAARCAAHAAoDAREAAhEBAxEB\/8QAFQABAQAAAAAAAAAAAAAAAAAABQf\/xAAgEAACAgEDBQAAAAAAAAAAAAABAgMEEQAFBhIhMTKh\/8QAFQEBAQAAAAAAAAAAAAAAAAAAAgP\/xAAbEQACAwADAAAAAAAAAAAAAAABAgADEQQhof\/aAAwDAQACEQMRAD8APsXaldY4o6tpxWijVWWYYJwGPnv7E6fHtC1YT5DamvoElnIOIvJv24PVKLA1qQxAsches4+aitnUqVn\/2Q==) no-repeat left top; background-size: cover;&#9;&#9;&#9;width: 100%;&#9;&#9;\"\/><\/p>\n<p>\n            Bei der H\u00f6he der Entsch\u00e4digungszahlung orientierte man sich beim Landgericht auch daran, wie wertvoll personenbezogene Daten f\u00fcr Meta sind.<\/p>\n<p>                Bild:  Jan Woitas\/dpa\n        <\/p>\n<p>            \t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" class=\"media-image lightbox__image\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/16863962_M400x267.jpg\" alt=\"Bei der H\u00f6he der Entsch\u00e4digungszahlung orientierte man sich beim Landgericht auch daran, wie wertvoll personenbezogene Daten f\u00fcr Meta sind.\"   style=\"&#10;&#9;&#9;&#9;aspect-ratio:2040\/1360;&#10;&#9;&#9;&#9;background: url(data:image\/jpg;base64,\/9j\/4AAQSkZJRgABAQEBLAEsAAD\/2wBDAAUDBAQEAwUEBAQFBQUGBwwIBwcHBw8LCwkMEQ8SEhEPERETFhwXExQaFRERGCEYGh0dHx8fExciJCIeJBweHx7\/2wBDAQUFBQcGBw4ICA4eFBEUHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh4eHh7\/wAARCAAHAAoDAREAAhEBAxEB\/8QAFQABAQAAAAAAAAAAAAAAAAAABQf\/xAAgEAACAgEDBQAAAAAAAAAAAAABAgMEEQAFBhIhMTKh\/8QAFQEBAQAAAAAAAAAAAAAAAAAAAgP\/xAAbEQACAwADAAAAAAAAAAAAAAABAgADEQQhof\/aAAwDAQACEQMRAD8APsXaldY4o6tpxWijVWWYYJwGPnv7E6fHtC1YT5DamvoElnIOIvJv24PVKLA1qQxAsches4+aitnUqVn\/2Q==) no-repeat left top; background-size: cover;&#9;&#9;&#9;width: 100%;&#9;&#9;\"\/><\/p>\n<p>\n            Bei der H\u00f6he der Entsch\u00e4digungszahlung orientierte man sich beim Landgericht auch daran, wie wertvoll personenbezogene Daten f\u00fcr Meta sind. Bild: Jan Woitas\/dpa\n        <\/p>\n<p>\u201eDas Landgericht Leipzig hat sich dabei auf Feststellungen des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs (EuGH) in einem Verfahren gegen Meta gest\u00fctzt, in dem es ebenfalls um die Zul\u00e4ssigkeit der Business-Tools ging\u201c, hei\u00dft es weiter. \u201eDa die Verarbeitung personenbezogener Daten besonders umfangreich ist \u2013 sie betrifft potenziell unbegrenzte Datenmengen und hat nahezu die vollst\u00e4ndige \u00dcberwachung des Online-Verhaltens des Nutzers zur Folge \u2013 f\u00fchrt nach dem <a href=\"https:\/\/www.freiepresse.de\/thema\/organisation\/eugh\" title=\"Nachrichten zu: EuGH\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/ORGANISATION\/EUGH\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EuGH<\/a> zu einem Gef\u00fchl, dass das gesamte Privatleben kontinuierlich \u00fcberwacht wird.\u201c<\/p>\n<p>\tMeta: 97 Prozent des Umsatzes durch Werbung<\/p>\n<p>Was die H\u00f6he der Entsch\u00e4digung anbelangt, so kn\u00fcpfte man in Leipzig bei der Schadenssch\u00e4tzung an den Wert personenbezogener Daten zu Zwecken personalisierter Werbung f\u00fcr Meta an. \u201eNach dem <a href=\"https:\/\/www.freiepresse.de\/thema\/organisation\/bundeskartellamt\" title=\"Nachrichten zu: Bundeskartellamt\" class=\"internal-article-link\" data-ct=\"ENTITY\/ORGANISATION\/BUNDESKARTELLAMT\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bundeskartellamt<\/a> (Beschl. v. 2.5.2022, Az. B 6-27\/21) verf\u00fcgt Meta im Bereich der sozialen Medien \u00fcber eines der f\u00fchrenden Werbeangebote.\u201c Im Jahr 2021 erzielte der Konzern demnach 115 Milliarden Dollar an Werbeeinnahmen bei einem Gesamtumsatz von 118 Milliarden Dollar. Anders ausgedr\u00fcckt: Die Werbeeinnahmen machten 97 Prozent des Umsatzes aus.<\/p>\n<p>Das Landgericht gibt zu bedenken: \u201eDer finanzielle Wert eines einzigen Nutzerprofils, in dem s\u00e4mtliche Daten \u00fcber die Person gespeichert sind, ist auf datenverarbeitenden M\u00e4rkten enorm. Dass der hohe Wert von Daten auch der Wahrnehmung in der Gesellschaft entspricht, sieht das Gericht durch diverse Studien best\u00e4tigt.\u201c<\/p>\n<p>\tWas macht der Konzern mit den Daten?<\/p>\n<p>Auf eine Anh\u00f6rung des klagenden Facebook-Users verzichtete man, denn dadurch \u201ew\u00e4ren keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten gewesen\u201c, welche \u00fcber die Mitteilung eines \u201eeher diffusen Gef\u00fchls des Datenverlusts und der Verunsicherung\u201c hinausgehe. \u201eDenn es ist ja gerade das Problem der Klagepartei und auch des Gerichts, festzustellen, was konkret Meta mit den Daten macht und noch vorhat.\u201c<\/p>\n<p>Das Gericht stellte darum \u201ef\u00fcr eine Mindestentsch\u00e4digung von 5000 Euro auf die allgemeine Betroffenheit des aufmerksamen und verst\u00e4ndigen \u201aDurchschnitts\u2018-Betroffenen im Sinne der DSGVO ab.\u201c<\/p>\n<p>Den Folgen dieser Entscheidung sei man sich am Landgericht bewusst: \u201eAuch wenn sie dazu f\u00fchren k\u00f6nnte, dass viele Facebook-Nutzer Klage erheben, ohne einen individuellen Schaden explizit darzulegen, widerspricht dies nicht den gesetzgeberischen Zielen der DSGVO, gerade auch mittels Private Enforcement den Datenschutz vor Zivilgerichten und damit jenseits rein beh\u00f6rdlicher Ma\u00dfnahmen effektiv durchzusetzen.\u201c (phy)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Nutzer klagte gegen Meta Platforms Ireland. Am Freitag f\u00e4llte die zust\u00e4ndige 5. Zivilkammer des Leipziger Landgerichts das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":241710,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,17318,71,859],"class_list":{"0":"post-241709","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-kriminalitaet-verstoesse","12":"tag-leipzig","13":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114795062631429928","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/241709","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=241709"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/241709\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/241710"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=241709"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=241709"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=241709"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}