{"id":241820,"date":"2025-07-04T13:52:13","date_gmt":"2025-07-04T13:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/241820\/"},"modified":"2025-07-04T13:52:13","modified_gmt":"2025-07-04T13:52:13","slug":"trump-setzt-auf-gewaltige-neue-schulden-europa-aber-auch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/241820\/","title":{"rendered":"Trump setzt auf gewaltige neue Schulden \u2013 Europa aber auch"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Rund 3,4 Billionen Dollar zus\u00e4tzliche Staatsschulden werden die Vereinigten Staaten in den Jahren bis 2034 anh\u00e4ufen, nachdem der amerikanische Kongress das umfassende Steuergesetz des Pr\u00e4sidenten <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Donald Trump\" data-rtr-id=\"4c2d461052e4493568027a1f701a31d1ee4b8779\" data-rtr-score=\"638.5572205277815\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\" title=\"Donald Trump\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a> beschlossen hat. Mit dem Gesetz schreibt der von den Republikanern beherrschte Kongress unter anderem Abschreibungserleichterungen und andere steuerliche Vorteile f\u00fcr Unternehmen und Investoren dauerhaft fort und verhindert eine Reihe an Steuererh\u00f6hungen im kommenden Jahr.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Trump will das \u201eeine gro\u00dfe sch\u00f6ne Gesetz\u201c an diesem Freitag, dem amerikanischen Nationalfeiertag, feierlich im Rosengarten unterzeichnen. Er sprach von der gr\u00f6\u00dften Steuersenkung in der Geschichte, nachdem der Gesetzentwurf am Donnerstag das Abgeordnetenhaus passiert hatte. Trump hat mit dem Gesetz eines seiner Wahlversprechen erreicht, von ihm 2017 nur befristet eingef\u00fchrte Steuererleichterungen zu verstetigen.<\/p>\n<p>Die Schulden steigen jenseits und diesseits des Atlantiks<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die hohe Schuldenlast, die der Pr\u00e4sident damit den amerikanischen Steuerzahler auferlegt, wirkt aus europ\u00e4ischer Perspektive erschreckend hoch. Das liegt daran, dass das politisch neutrale Budgetb\u00fcro des amerikanischen Kongresses die fiskalischen Auswirkungen eines Gesetzes immer f\u00fcr einen Zeitraum von zehn Jahren berechnet. In dieser langfristigen Perspektive wirken auch die Schuldenperspektiven europ\u00e4ischen Staaten erdr\u00fcckend.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Deutschland wird nach einer aktuellen Prognose der Commerzbank\u00f6konomen bis 2034 die Staatsschuld um etwa 2,47 Billionen Euro steigern. Das ist nicht viel weniger als die umgerechnet 2,89 Billionen Euro Schulden, die Trump mit seinen Steuergesetz ausl\u00f6st: Die Schulden steigen jenseits und diesseits des Atlantiks.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Deutlich wird das auch in der in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Europa\" data-rtr-id=\"39e7f7fa764abfffb19d8f1651d69023170e7664\" data-rtr-score=\"32.93992839146002\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/europa\" title=\"Europa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europa<\/a> \u00fcblicheren Darstellung. Danach steigt die Bundesschuld in den Vereinigten Staaten, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, bis 2034 von 97 auf etwa 127 bis 130 Prozent des BIP. Das zeigt eine Berechnung der unabh\u00e4ngigen Denkfabrik \u201eCommittee for a Responsible Federal Budget\u201c. Etwa ein Drittel des gesamten Anstiegs um 33 Prozentpunkte geht danach auf das Trumpsche Steuergesetz zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Gemessen an der Wirtschaftsleistung, erh\u00f6ht die \u00f6ffentliche Verschuldung sich in Deutschland und in Frankreich auf Sicht von zehn Jahren in etwa im gleichen Ausma\u00df. In Deutschland steigt die Staatsschuld nach Prognose der Commerzbank bis 2034 um 27 Prozentpunkte auf fast 90 Prozent des BIP, in Frankreich um 30 Prozentpunkte auf 143 Prozent des BIP.<\/p>\n<p>\u201eTrump-Konten\u201c und \u201eFr\u00fchstart-Rente\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Parallelen zwischen der Steuer- und Fiskalpolitik in Amerika und in Europa zeigen sich auch in den Details. Hier wie dort steigt die Verschuldung unter anderem deshalb, um mehr Geld f\u00fcr die Verteidigung auszugeben. Trump f\u00fchrt als \u201eTrump-Konten\u201c eine Pr\u00e4mie von 1000 Dollar f\u00fcr Neugeborene ein, die als steuerbeg\u00fcnstigte Aktienanlage der Amerikaner und der Aktiensparen heranf\u00fchren soll \u2013 \u00e4hnlich, aber noch komplizierter als die von der schwarz-roten Koalition in Berlin von 2026 an geplante \u201eFr\u00fchstartrente\u201c, mit der der Staat Kindern bis zum 18. Lebensjahr insgesamt 1440 Euro in ein steuerbeg\u00fcnstigtes Aktiensparkonto einzahlt. \u201eBeide Regelungen sind verfehlt, weil sie wenig zielgenau auch B\u00fcrgern mit hohem Einkommen zugute kommen, die das nicht brauchen\u201c, sagt <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Clemens Fuest\" data-rtr-id=\"429ef04b05e627e270435cd2f448f7b0270e385b\" data-rtr-score=\"44.76727224506034\" data-rtr-etype=\"person\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/clemens-fuest\" title=\"Clemens Fuest\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Clemens Fuest<\/a>, der Pr\u00e4sident des Ifo-Instituts in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Vor allem aber geht es in Washington und in Europa um Wirtschaftswachstum. Die schwarz-rote Koalition in Berlin will mit auf drei Jahre befristeten Abschreibungserleichterungen die Investitionen anschieben, Trump verstetigt mit demselben Ziel gro\u00dfz\u00fcgige Abschreibungsregeln f\u00fcr Investitionen sowie f\u00fcr Forschung und Entwicklung. Inwieweit schuldenfinanzierte steuerliche Erleichterungen zu mehr Wachstum f\u00fchren und sich selbst finanzieren, ist umstritten. Die \u00f6konomische Studienlage ist d\u00fcnn.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Recht sicher sei nach der Forschungslage, dass gro\u00dfz\u00fcgigere Abschreibungsregelungen recht gro\u00dfe Investitionseffekte haben k\u00f6nnen, sagt die \u00d6konomin Dominika Langenmayr von der Katholischen Universit\u00e4t Eichst\u00e4tt-Ingolstadt. \u201eInsofern ist durch die Regelungen schon mit zus\u00e4tzlichen Wirtschaftswachstum zu rechnen.\u201c Die Politik und die damit verbundene Unsicherheit schadeten der amerikanischen Wirtschaft aber m\u00f6glicherweise mehr, sagte Langenmayr. Auch sei die schuldenfinanzierte Steuerreform nicht nachhaltig, weil in einigen Jahren schon zus\u00e4tzliche Zinszahlungen den amerikanischen Staatshaushalt deutlich belasteten. Fuest sagte, die Abschaffung von Befristungen in den <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"USA\" data-rtr-id=\"5e61066c54a9df7162329159c04819b77ad9b596\" data-rtr-score=\"23.355066717363023\" data-rtr-etype=\"location\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/usa\" title=\"USA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vereinigten Staaten<\/a> schaffe Sicherheit f\u00fcr Investoren.<\/p>\n<p>Erleichterung vor allem f\u00fcr Reiche?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">In Amerika argumentieren Trump und seine Anh\u00e4nger, dass die Steuererleichterungen Investitionen und Wachstum anschieben und sogar die Staatsschuld dr\u00fccken w\u00fcrden. \u00c4hnlich wie bei seiner ersten gro\u00dfen Steuerreform 2017 aber berechnen die ihm zuarbeitenden \u00d6konomen extrem hohe Wachstumseffekte, die in der H\u00f6he f\u00fcr die Entlastungen vor acht Jahren im Nachhinein nicht best\u00e4tigt wurden. Kritiker seiner Steuerpolitik werfen Trump vor, dass vor allem reiche Amerikaner entlastet w\u00fcrden. Das zielt unter anderem auf eine Regel, wonach ein Steuersatz von 20 Prozent auf bestimmte Eink\u00fcnfte etwa von Partnern an Beteiligungsgesellschaften dauerhaft fixiert wird.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">In republikanischer Diktion handelt sich indirekt um Unternehmensteuern, die gesenkt werden sollen. Fuest vom Ifo-Institut h\u00e4lt diese Erleichterung f\u00fcr verfehlt, weil damit die Rechtsformneutralit\u00e4t zu Lasten von Kapitalgesellschaften verletzt werde. Umstritten sind in Amerika vor allem die K\u00fcrzungen im Sozialprogramm Medicaid. Kritiker sprechen von ungerechten Einschnitten, w\u00e4hrend Bef\u00fcrworter den Versuch sehen, Sozialmissbrauch zu bek\u00e4mpfen \u2013 \u00e4hnlich wie die schwarz-rote Koalition in Deutschland Missbrauch und Fehlsteuerungen im B\u00fcrgergeld verhindern will.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">Die steigende Staatsschuld in den Vereinigten Staaten f\u00fchrt schon heute dazu, dass der Pr\u00e4sident Druck auf die unabh\u00e4ngige Notenbank Federal Reserve aus\u00fcbt, die Zinsen zu senken. Erst in dieser Woche forderte Trump den Notenbankvorsitzenden Jerome Powell zum sofortigen R\u00fccktritt auf. Commerzbank\u00f6konom Vincent Stamer f\u00fcrchtet \u00c4hnliches f\u00fcr Europa.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-af81c750=\"\" data-v-439309db=\"\">\u201eIn den kommenden Jahren werden neben den h\u00f6heren Verteidigungsausgaben vor allem drastisch steigende Zinszahlungen die Staatshaushalte belasten\u201c, sagte Stamer. Gerade in Italien und Frankreich gef\u00e4hrdeten die hohen Zinszahlungen die Tragf\u00e4higkeit der Schulden. \u201eDer Druck auf die Europ\u00e4ische Zentralbank und die EU d\u00fcrfte zunehmen, mit ihrer Politik diese L\u00e4nder zu unterst\u00fctzen\u201c, sagte Stamer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Rund 3,4 Billionen Dollar zus\u00e4tzliche Staatsschulden werden die Vereinigten Staaten in den Jahren bis 2034 anh\u00e4ufen, nachdem der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":223639,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-241820","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114795298462366222","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/241820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=241820"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/241820\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/223639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=241820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=241820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=241820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}