{"id":243300,"date":"2025-07-05T03:20:10","date_gmt":"2025-07-05T03:20:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/243300\/"},"modified":"2025-07-05T03:20:10","modified_gmt":"2025-07-05T03:20:10","slug":"eu-bericht-zahl-der-asylantraege-in-deutschland-drastisch-gesunken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/243300\/","title":{"rendered":"EU-Bericht: Zahl der Asylantr\u00e4ge in Deutschland drastisch gesunken"},"content":{"rendered":"<p>Erstmals seit Jahren ist Deutschland bei den Asylantr\u00e4gen nicht mehr Spitzenreiter in Europa. Ein vertraulicher Bericht der EU-Kommission zeigt, wie stark die Zahl der Schutzsuchenden r\u00fcckl\u00e4ufig ist. Eine Entwicklung macht Br\u00fcssel jedoch gro\u00dfe Sorgen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Zahl der in Deutschland gestellten Asylantr\u00e4ge ist drastisch gesunken. Zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni wurden bundesweit 65.495 Asylantr\u00e4ge gemeldet \u2013 das ist ein R\u00fcckgang von 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das geht aus einem vertraulichen Bericht der EU-Kommission hervor, der WELT AM SONNTAG exklusiv vorliegt. <\/p>\n<p>Erstmals seit Jahren ist Deutschland damit gemessen an der Zahl der Schutzantr\u00e4ge nicht mehr Spitzenreiter in Europa, sondern steht nun an dritter Stelle. Die meisten Asylantr\u00e4ge in der EU meldete Spanien (76.020), gefolgt von Frankreich (75.428). Schlusslichter sind Ungarn (47 Asylantr\u00e4ge), die Slowakei (84) und Litauen (152). <\/p>\n<p>Auch insgesamt ist die Anzahl der Menschen r\u00fcckl\u00e4ufig, die in den L\u00e4ndern der EU plus Norwegen und der Schweiz Asyl suchten. In Summe f\u00fchrt der Bericht 388.299 Antr\u00e4ge auf \u2013 ein Minus von 23 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024. EU-weit kamen die meisten Schutzsuchenden aus Venezuela (48.413), Afghanistan (41.127) und Syrien (23.307). <\/p>\n<p>Zielland Nummer eins f\u00fcr Venezolaner ist Spanien, Deutschland hingen ist klarer Favorit bei Afghanen und Syrern. Die meisten Antragsteller in Deutschland kamen aus Afghanistan (22 Prozent), Syrien (20 Prozent) und der T\u00fcrkei (11 Prozent).<\/p>\n<p>\u201eEin wesentlicher Grund f\u00fcr den R\u00fcckgang der Zahlen sind \u2013 neben saisonalen Effekten und einer verst\u00e4rkten Kooperation zwischen Drittstaaten und der EU-Grenzschutzbeh\u00f6rde Frontex \u2013 die Partnerschaftsabkommen mit wichtigen nordafrikanischen L\u00e4ndern\u201c, sagte EU-Migrationsexpertin Lena D\u00fcpont (CDU). Tats\u00e4chlich gelten die neuen, teilweise milliardenschweren Unterst\u00fctzungspakete, welche die EU-Kommission unter F\u00fchrung von Pr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen in der Vergangenheit an L\u00e4nder wie Tunesien oder \u00c4gypten vergeben hatte, als \u00e4u\u00dferst erfolgreich. <\/p>\n<p>Der Deal: Die L\u00e4nder k\u00f6nnen Kredite und Investitionen aus der EU nutzen, um das heimische Gesundheits- und Bildungswesen zu verbessern, aber auch, um ihre Sicherheitsbeh\u00f6rden und den Grenzschutz auszubauen. Ziel ist, die L\u00e4nder wirtschaftlich zu st\u00e4rken und so auch die Gr\u00fcnde f\u00fcr Migration zu reduzieren.<\/p>\n<p>Libyen-Route steht im Fokus<\/p>\n<p>Dem deutlichen R\u00fcckgang der in Deutschland und Europa gemeldeten Asylantr\u00e4ge folgen Rufe nach weiteren Schritten, um Migration zu begrenzen. Der Bericht zeige, \u201edass die Ma\u00dfnahmen wirken\u201c, sagte der EU-Abgeordnete Jan Christoph Oetjen (FDP). \u201eAber darauf darf man sich jetzt nicht ausruhen. Wir m\u00fcssen weiter daf\u00fcr sorgen, dass wir die Migrationsfrage in der gesamten EU in den Griff bekommen.\u201c Dazu geh\u00f6re auch die St\u00e4rkung von Frontex zum Schutz der Au\u00dfengrenzen. \u201eGerade hier m\u00fcssen wir ansetzen und die Grenzschutzagentur weiter ausbauen.\u201c<\/p>\n<p>Trotz des R\u00fcckgangs bei den Asylantr\u00e4gen macht Br\u00fcssel ein Thema besondere Sorgen. Immer mehr Menschen fl\u00fcchten seit Monaten aus Libyen \u2013 ein Land, mit dem die EU ebenfalls ein Partnerschaftsabkommen abgeschlossen hatte. Im anhaltenden B\u00fcrgerkrieg spielt der von Russland unterst\u00fctzte <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus205089652\/Chalifa-Haftar-Der-unbeirrbare-General.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus205089652\/Chalifa-Haftar-Der-unbeirrbare-General.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rebellen-General Chalifa Haftar<\/a> eine zentrale Rolle. Besonders betroffen von neuen Migranten aus Libyen ist die griechische Insel Kreta, wo Aufnahmepl\u00e4tze fehlen. Sch\u00e4tzungsweise 90.000 Menschen warten in Libyen momentan auf eine \u00dcberfahrt nach Europa.<\/p>\n<p>EU-Migrationskommissar Magnus Brunner, der sieben Monate nach seinem Amtsantritt partei\u00fcbergreifend bereits gro\u00dfen Respekt in den Hauptst\u00e4dten der EU genie\u00dft, wird in der kommenden Woche nach Libyen reisen und dort Gespr\u00e4che f\u00fchren. \u201eDieser Schritt ist richtig\u201c, sagt CDU-Politikerin D\u00fcpont. \u201eDie Augen vor Problemen zu verschlie\u00dfen und erst zu reagieren, wenn sich die Menschen bereits auf ihrem Weg nach Europa befinden und dabei auf dem Mittelmeer m\u00f6glicherweise sterben, w\u00e4re grundfalsch.\u201c <\/p>\n<p>Es komme darauf an, \u201edie Menschen schon vor einer m\u00f6glichen Flucht im Herkunfts- oder Transitland bestm\u00f6glich zu unterst\u00fctzen\u201c, so die Innenexpertin im EU-Parlament. Dazu geh\u00f6re auch, sich mit \u201eschwierigen Partnern zu engagieren\u201c.<\/p>\n<p>Hintergrund ist, dass der von den Vereinten Nationen anerkannten libyschen Regierung der Nationalen Einheit unter Premierminister Abdul Hamid Dbeiba Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Denkbar ist zudem, dass Russland die angespannte Lage durch seinen Einfluss auf den rivalisierenden General Haftar anzuheizen versucht, um im Rahmen einer hybriden Kriegsf\u00fchrung durch mehr Migration Druck auf den Westen auszu\u00fcben.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/christoph-schiltz\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/christoph-schiltz\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Christoph B. Schiltz<\/b><\/a><b> ist Korrespondent in Br\u00fcssel. Er berichtet unter anderem \u00fcber Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU, die europ\u00e4ische Migrationspolitik, die Nato und \u00d6sterreich.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erstmals seit Jahren ist Deutschland bei den Asylantr\u00e4gen nicht mehr Spitzenreiter in Europa. 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